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Preisexplosion bei Speicher – durch Preisabsprachen? Untersuchungen sollen beginnen

Seit Monaten sind explodierende Speicherpreise eines der heißesten Themen der Branche. Viele Hersteller mussten ihre Preise daher anheben, erst vor wenigen Tagen korrigierte auch Apple die Preisschilder von Macs und iPads teils erheblich nach oben. Als Hauptgrund gilt der extreme Bedarf an Hochleistungsspeicher, welcher in KI-Rechenzentren zum Einsatz kommt – allerdings laufen nun wohl Untersuchungen an, ob es zusätzlich einen weiteren Faktor gibt. Eine Sammelklage vor einem Bundesgericht in Nordkalifornien wirft den drei dominierenden Anbietern Samsung, SK Hynix und Micron unlauteres Geschäftsverhalten vor. Die Rede ist von Absprachen, um Preise in die Höhe zu treiben.


Vorwurf: Absprachen seit 2022
Seit 2022, also nach einer ziemlichen Schwächephase des Speichermarktes, sollen die Unternehmen laut Klage die Produktion künstlich verknappt haben – und zwar nach gemeinsamer Absprache. Die Kläger sprechen von rund 700 Prozent Preissteigerung innerhalb von vier Jahren, was in erster Linie drei Gewinner hervorbrachte, nämlich die drei Beschuldigten. Brisant ist im Rahmen dessen auch die Vorgeschichte, denn es handelt sich nicht um das erste Verfahren dieser Art. Samsung und Hynix hatten sich bereits 2005 in einem früheren DRAM-Kartellverfahren schuldig bekannt und mussten daher 300 beziehungsweise 185 Millionen Dollar Strafe zahlen.

Erste Reaktion – aber noch ein weiterer Weg bis zu einem Verfahren
Micron wies die Vorwürfe natürlich umgehend zurück. Von Samsung und SK Hynix war indes noch keine offizielle Stellungnahme einzuholen. Bevor es allerdings wirklich zu einem Verfahren kommt, gilt es noch einige Hürden zu überwinden. Die Kläger müssen zumindest glaubwürdige und dokumentierte Anhaltspunkte liefern, denn reine Anschuldigungen sind nicht ausreichend. Sofern das Gericht aber hinreichend begründete Vorwürfe feststellt, dürfte die Auseinandersetzung spannend werden – vor allem im Rahmen der Beweisaufnahme bezüglich interner E-Mails und Produktionspläne.

Kommentare

System 6.0.1
System 6.0.130.06.26 13:27
Samsung und Hynix hatten sich bereits 2005 in einem früheren DRAM-Kartellverfahren schuldig bekannt und mussten daher 300 beziehungsweise 185 Millionen Dollar Strafe zahlen.

300 Millionen Dollar Strafe! Ha! Nehmt das, ihr Gauner — das wird euch zu denken geben!

In etwa so, wie ein 50-Euro-Blitzerbild jeden Raser sofort zu einem Verkehrsrentner macht.

Nicht.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
-3
hepar09
hepar0930.06.26 13:50
Die inoffizielle Stellungnahme von Samsung und SK Hynix: 😂😎
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Marhow
Marhow30.06.26 14:01
Da kann ja auch irgendwas nicht stimmen. Die Festplatte, die ich seit Monaten im Preis beobachte wird immer teurer. Niemand kann mir erzählen, dass die Produktion plötzlich so teuer geworden ist.
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Fontelster
Fontelster30.06.26 14:10
Marhow
Da kann ja auch irgendwas nicht stimmen. Die Festplatte, die ich seit Monaten im Preis beobachte wird immer teurer. Niemand kann mir erzählen, dass die Produktion plötzlich so teuer geworden ist.
Das will dir auch niemand erzählen. Die Herstellungskosten regeln nur den Mindestpreis, den Rest regelt die Nachfrage. Oder, um mit Adam Smith zu sprechen: die »unsichtbare Hand des Marktes«, der bekanntlich alles und für alle am allerbesten regelt.
wikipedia
Die unsichtbare Hand (Lehnübersetzung von invisible hand) ist ein metaphorischer Ausdruck, mit dem der schottische Ökonom und Moralphilosoph Adam Smith (1723–1790) die unbewusste Förderung des Gemeinwohls beschrieb. Wenn alle Akteure an ihrem eigenen Wohl orientiert seien, führe eine angenommene teilweise oder vollständige Selbstregulierung des Wirtschaftslebens zu einer optimalen Produktionsmenge und Produktqualität sowie zu einer gerechten Verteilung der Güter.

Beim Wohnungsmarkt kann man besonders gut sehen, wie toll das funktioniert.
+4

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