Push-Nachrichten von MacTechNews.de
Würden Sie gerne aktuelle Nachrichten aus der Apple-Welt direkt über Push-Nachrichten erhalten?

Gebrauchter Mac, nutzbar nur für kurze Zeit – so erkennen Sie eine versteckte MDM-Sperre

Ältere Macs haben nicht nur nostalgischen Wert, sondern bewahren ihre Funktionsfähigkeit äußerst lange. Die robusten Aluminiumgehäuse, welche Apple seit vielen Jahren für MacBook Air bis Mac Pro verwendet, sorgen dafür, dass ein Mac auch nach einigen Jahren noch gut aussieht und ebenso gut seine Dienste verrichtet. Für viele Aufgaben genügt die Leistung eines zehn, zwölf Jahre alten Geräts locker. Durch den Kauf eines Gebrauchtgeräts spart man Geld – sofern die komplette Kontrolle über den Mac an den neuen Besitzer geht. Mancher Mac entpuppt sich nach einiger Zeit als „verwaltetes Gerät“, also ein mit einem Unternehmen, einer Bildungseinrichtung oder einer Behörde gekoppeltes Mac – und der Verkäufer will dies vertuschen.


Der YouTuber BarTech TV beschreibt einen solchen Fall. Ein auffällig günstiges Gebrauchtgerät erreichte den Käufer mit voreingerichtetem System; das Anmeldepasswort liegt bei. In diesem Zustand funktioniert der Mac tadellos – tage-, wochen-, vielleicht monatelang. Erst wenn der Anwender versucht, macOS neu zu installieren, offenbart sich die zweifelhafte Herkunft: Die Neuinstallation scheitert, und ein Bildschirm mit dem Hinweis „Entfernte Verwaltung“ erscheint.

Sperre durch MDM
Was hier greift, ist ein „Mobile Device Management“ (MDM). Darüber können Organisationen die Macs ihrer Mitglieder aus der Ferne steuern, etwa um Zusatzsoftware und Aktualisierungen einzuspielen, WLAN-Kennwörter zu verteilen und die Nutzung von Apps und Gerätefunktionen zu regeln. Ein auf diese Weise registriertes Gerät lässt sich ohne Mitwirken der IT-Abteilung dieser Organisation nicht auf den Auslieferungszustand zurücksetzen. Was aber möglich ist: Durch Einträge in die Hosts-Datei des Macs lässt sich die Verbindung zur MDM-Zentrale zeitweilig unterdrücken. In diesem Zustand lässt sich der Mac oftmals ganz normal bedienen.

Einträge in Hosts-Datei
In der Bedienoberfläche wird dies nicht direkt angezeigt, doch in solchen Fällen finden sich die Einträge in der Textdatei „/etc/hosts“. Diese lässt sich recht einfach einsehen:

  • Im Finder das Menü „Gehe zu“ öffnen, „Gehe zum Ordner …“ auswählen (Kürzel: +G).
  • In der Eingabezeile „/etc/hosts“ eingeben, mit Enter-Taste bestätigen.
  • Die ausgewählte Datei doppelklicken, um sie mit TextEdit zu öffnen.

In dieser Datei sollten nur drei Einträge stehen, zwei für localhost, einer für broadcasthost. Wenn dort allerdings eine lange Liste an URLs erscheint, welche allesamt mit „apple.com“ enden, und auf „0.0.0.0“ oder Ähnliches umgeleitet werden, hat hier jemand manipuliert – wahrscheinlich, um MDM-Verbindungen ins Leere laufen zu lassen. Wer die Chance hat, einen Mac vor dem Kauf in Augenschein zu nehmen, sollte diese Datei kontrollieren; zudem empfiehlt es sich ohnehin, macOS komplett neu zu installieren.

So sollte die hosts-Datei in TextEdit aussehen.

Beachten: Wird „MDM“ in der Auktionsbeschreibung erwähnt?
Bei außergewöhnlich günstigen Macs auf Gebrauchtplattformen sollte man die Angebotsbeschreibung genau studieren. Dem YouTuber kamen in der Vergangenheit öfter Annoncen unter, bei denen MDM in der Beschreibung explizit erwähnt wird. Die Einschränkungen seien allerdings in 99 Prozent aller Fälle zu groß; denn auch eine Sicherheitsaktualisierung könnte die Hosts-Datei überschreiben und den Anwender aussperren. Übrigens: Erwirbt man ausgemusterte Macs eines Unternehmens, kann dieses die Geräte freigeben – auch noch im Nachhinein.

Kommentare

Spacely08.07.26 11:58
Kann man den Status nicht bei Einstellungen / Allgemein / VPN und Geräteverwaltung einsehen.
Da steht doch ob das Ding durch irgendwen verwaltet wird. Ist bei den Schul iPads und meinem Firmen iPhone jedenfalls so.
+3
Marcel Bresink08.07.26 12:06
Spacely
Kann man den Status nicht bei Einstellungen / Allgemein / VPN und Geräteverwaltung einsehen.

Nein, denn ein Mac, bei dem der Kontakt zum Verwaltungs-Server künstlich blockiert wird, ist ja gerade nicht verwaltet.

In dem beschriebenen Fall geht es um die Frage, ob die Seriennummer des Geräts bei Apple noch für vollautomatische Aktivierung der Geräteverwaltung registriert ist.
+4
Der echte Zerwi08.07.26 12:37
Auch gutes Video zu dem Thema:
0
System 6.0.108.07.26 13:09
Dachte ich es mir doch:
Der Verkauf eines unter MDM stehenden Apple-Geräts kann strafbar sein, wenn das Gerät einem anderen gehört oder Sie es trotz fehlender Berechtigung weitergeben. Das kann in Deutschland je nach Fall als Unterschlagung oder als Hehlerei/Umgang mit gestohlenem Gut strafbar sein; § 246 StGB stellt die rechtswidrige Zueignung einer fremden beweglichen Sache unter Strafe, und Hehlerei ist ebenfalls ein eigener Straftatbestand im StGB.

Warum sollte ein unter MDM stehendes Gerät gleichzeitig Privateigentum sein? Hat da jemand einen sinnvollen Use Case zu?
0
rausche
rausche08.07.26 15:24
System 6.0.1
Warum sollte ein unter MDM stehendes Gerät gleichzeitig Privateigentum sein? Hat da jemand einen sinnvollen Use Case zu?
Ich habe schon für einen Kunden mit meinem Gerät gearbeitet der widerum einen Autrag hatte bei dem ein MDM für alle Mitarbeiter die an dem Projekt arbeiten vorgeschrieben war. Und so war mein privates Gerät auch vorübergehend in dem MDM des Kunden.
+1
elscod
elscod08.07.26 15:48
System 6.0.1
Dachte ich es mir doch:
Der Verkauf eines unter MDM stehenden Apple-Geräts kann strafbar sein, wenn das Gerät einem anderen gehört oder Sie es trotz fehlender Berechtigung weitergeben. Das kann in Deutschland je nach Fall als Unterschlagung oder als Hehlerei/Umgang mit gestohlenem Gut strafbar sein; § 246 StGB stellt die rechtswidrige Zueignung einer fremden beweglichen Sache unter Strafe, und Hehlerei ist ebenfalls ein eigener Straftatbestand im StGB.

Warum sollte ein unter MDM stehendes Gerät gleichzeitig Privateigentum sein? Hat da jemand einen sinnvollen Use Case zu?

Gibt es sehr oft im schulischen Umfeld, wenn elternfinanzierte iPad-Ausstattungen im Einsatz sind. Die Eltern kaufen ein iPad, dass durch einen Dienstleister in den Apple Schoolmanager und in die MDM eingebucht wird. Das iPad gehört den Eltern und verlässt idealerweise die MDM & den Schoolmanager, sobald die Kinder die Schule verlassen.

Wird bei dem Vorgang nicht sauber gearbeitet, verkaufen u.U. die Eltern das gebrauchte iPad, dass sich wiederum beim Käufer als iPad der Stadt XY meldet.
+7
Stefanie Ramroth08.07.26 15:56
Wenn ich Geräte verkaufe, setze ich die vor dem Versand zurück und entferne die MDM Zuweisung im Business Manager. Damit verhält sich das Gerät beim Käufer danach wie ein "freies Gerät". Sobald es angekommen und der Kauf abgeschlossen ist, entferne ich es dann aus dem ABM.

So ist ein besserer Diebstahlschutz auf dem Versandweg gegeben, aber die Geräte sind trotzdem "frei" für den Käufer.

Ich denke keiner, der Geräte legal verkauft, würde die anschließend wieder einem MDM zuweisen. Der hier aufgezeigte Fall dürfte also häufiger bei nicht rechtmäßig veräußerten Geräten vorkommen.
+8
Jethro100008.07.26 16:33
Die Aussage stimmt nicht für jedes MDM

Wir benutzen z.B. den ABM und Jamf Pro. Alle Geräte die bei uns administriert werden haben definitiv keine Einträge in der /etc/hosts

Was man prüfen sollte, kommt man in die Recovery (bei unseren Geräten muss man dann ein 40 Zeichen Passwort eingeben)

In den Systemeinstellungen Allgemein Geräteverwaltung sind Profile hinterlegt oder wie bei uns kommt man gar nicht in die Geräteverwaltung.

Ebenfalls im Terminal kann man sehen, ob Profile hinterlegt sind mit:

profiles show -type configuration
+4
martzell08.07.26 17:45
System 6.0.1
Warum sollte ein unter MDM stehendes Gerät gleichzeitig Privateigentum sein? Hat da jemand einen sinnvollen Use Case zu?

BYOD – Bring Your Own Device. Habe ich so im Einsatz.
+2
rausche
rausche08.07.26 18:51
Jethro1000
Wir benutzen z.B. den ABM und Jamf Pro. Alle Geräte die bei uns administriert werden haben definitiv keine Einträge in der /etc/hosts

Die MDM Systeme schreiben auch nichts in die hosts Datei. Das macht der windige Verkäufer um die Kommunikation mit dem MDM zu verhindern.
+7
Hannes Gnad
Hannes Gnad08.07.26 21:46
Bzgl. Bezeichnung sei darauf hingewiesen, daß es eigentlich um "Automatische Geräteregistrierung" via AB(M)/ASM geht, wenn sich ein Gerät nach Löschung und Neuinstallation bei einem MDM anmelden möchte. Aber bitte, dabei wird dann wenigstens angezeigt, welchem Eigentümer das Gerät geklaut wurde.
+4
Jethro100009.07.26 10:09
Jethro1000
profiles show -type configuration

Das war leider falsch. Richtig ist:

user@yyyyyyy:~$ profiles status -type enrollment
Enrolled via DEP: Yes
+2
Fehler 11
Fehler 1109.07.26 11:25
Jethro1000

Das war leider falsch. Richtig ist:

user@yyyyyyy:~$ profiles status -type enrollment
Enrolled via DEP: Yes

Du kannst auch einfach schreiben:
sudo profiles show -type enrollment
0
Marcel Bresink09.07.26 21:56
Jethro1000
Ebenfalls im Terminal kann man sehen, ob Profile hinterlegt sind mit:
profiles show -type configuration

Das ist ja alles richtig, aber darum geht es hier nicht. Auf den betroffenen Systemen sind keine Profile und die sind auch nicht mit einem MDM verbunden.

Aber die Seriennummer eines so betroffenen Macs ist bei Apple für vollautomatische Konfiguration registriert. Das heißt bei jeder Neuinstallation von macOS (was seit macOS 11 auch jedes Update mit einschließt), findet danach eine Zwangseinrichtung eines MDM statt, die (außer durch Blockieren der Verbindung zu Apple) nicht abschaltbar ist.
Fehler 11
sudo profiles show -type enrollment

Diese Variante funktioniert technisch anders und müsste auf einem entsprechend manipuliertem System zum Fehler "The device failed to request configuration from the cloud." führen.
+2

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.