
Mac-Tipp: Absturz, Panik oder eingefroren? Erste Hilfe für die Diagnose von macOS-Problemen


Manchmal hakt sogar ein Mac. Trotz stabilem und gut abgesichertem System verhalten sich Programme seltsam, reagieren langsam oder gar nicht auf Eingaben. In diesem Fall beginnt die detektivische Arbeit des Mac-Administrators, um die Ursache aufzuspüren und diese möglichst schnell auszuräumen. Der erste Schritt auf dieser Reise besteht in der richtigen Benennung, erklärt Howard Oakley in einem
Blog-Beitrag, welcher die verschiedenen Formen des Software-Scheiterns beschreibt.
Kernel PanicDer umfassendste Systemabsturz ist zugleich der seltenste: Kernel Panic nennt man ein systemweites Komplettversagen, welches das gesamte Betriebssystem außer Funktion setzt. Die Ursache ist oftmals in einer Hardwarekomponente begründet, etwa im RAM oder der SSD. In diesem Fall ist ein Neustart unvermeidlich – und wird höchstwahrscheinlich vom Mac selbst initiiert. Wichtig ist in diesem Fall, dass Sie nach der Anmeldung nicht auf „Ignorieren“ klicken, sondern „Bericht …“ wählen. Im dann erscheinenden Dialog erscheint ein umfangreiches Fehlerprotokoll, dessen Inhalt Sie selbst markieren, kopieren und in ein Textdokument einfügen müssen. Sobald Sie nämlich auf „An Apple senden“ klicken, wird die lokale Kopie gelöscht, und höchstwahrscheinlich hilft Apple Ihnen nicht bei der weiteren Fehlerbehebung.
Das Protokoll einer Kernel Panic wird zwar automatisch erstellt, sichern müssen Sie es allerdings selbst.
Nach einer Kernel Panic lohnt es sich in jedem Fall, zunächst eine
Hardware-Diagnose anzufertigen – in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass ein Defekt in einer der Mac-Komponenten Ursache der Fehlfunktion ist.
Eingefrorener RechnerFriert der Mac für einige Zeit ein, reagiert er nicht mehr auf Tastatur- oder Mauseingaben. Auch die Uhr in der oberen rechten Ecke aktualisiert sich nicht mehr. Laut Oakley könnte dies von einer Macke des Window-Servers herrühren; in diesem Fall hilft meist ein Neustart. Doch auch eine defekte GPU kann derlei Probleme verursachen.
App-AbsturzEin ernsthaftes Problem eines Programms endet vornehmlich mit dessen Absturz. Die von macOS automatisch erstellte Fehlermeldung spricht von „unerwartet beendet“. Ähnlich wie bei einer Kernel Panic erhalten Sie die Gelegenheit, ein Absturzprotokoll kurzfristig einzusehen – und müssen sich wiederum selbst darum kümmern, dies als Textdatei zu sichern. Im besten Fall fügen Sie im Feld „Kommentare“ noch eine Beschreibung hinzu, was den Fehler ausgelöst hat. Dieser Fehlerbericht wird anonym an den App-Entwickler übermittelt, dieser hat also keine Möglichkeit, Ihnen zu antworten.
Bei einem App-Absturz können Sie ebenfalls ein Fehlerprotokoll eigenständig sichern.
App reagiert nichtGelegentlich reagiert auch eine App nicht mehr auf Eingaben. Dies lässt sich direkt am Mauszeiger erkennen: Befindet er sich über einem Fenster der App oder bei aktiver App über der Menüleiste, verwandelt sich der Pfeil in einen rotierenden Kreis, welcher aus sechs bunten Segmenten besteht. In Anwenderkreisen wird dieser Indikator auch „Strandball des Todes“ genannt. Dies muss nicht immer zu einem Absturz führen, manchmal ist eine App für ein paar Sekunden außerordentlich beschäftigt. In diesem Fall hilft Abwarten, und wenn es zu lange dauert, ein sofortiges Beenden des Programms. Den dafür zuständigen Dialog öffnen Sie über das Apfel-Menü und den Eintrag „Sofort beenden …“ (Tastenkürzel
+
).
Mit dem Sofort-beenden-Dialog werden Sie ein eingefrorenes Programm los – leider zusammen mit ungesicherten Änderungen.
Programme, welche derzeit keine Eingaben akzeptieren, sind bereits in Rot hervorgehoben und mit dem Eintrag „Reagiert nicht“ versehen. In seltenen Fällen ist der Finder betroffen; in diesem Fall verwandelt sich der Button in „Neu starten“. Damit ist nicht der gesamte Mac gemeint, sondern lediglich der Finder. Dessen Neustart dauert meist nur Sekundenbruchteile.
Bonus-Tipp: Niemals Startvolume überfüllenVerhält sich der Mac erratisch, friert mal das eine, mal das andere Programm ein, kann die Ursache ein überfülltes Startvolume sein. Für ein reibungsloses Funktionieren benötigt macOS nämlich Platz auf der SSD, um RAM-Inhalte, Caches und temporäre Dateien zwischenzuspeichern. Als Faustregel sollten immer mindestens zehn Prozent von "Macintosh HD" nach einem Neustart unbelegt bleiben. Ist dies nicht der Fall, kann der Mac erratisch, langsam oder gar nicht mehr reagieren – und manchmal erscheint die dafür vorgesehene Fehlermeldung nicht. Als Vorsorge ist es empfehlenswert, rechtzeitig
vorzubeugen und Platz auf dem Startvolume zu schaffen.