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Mac-Praxis: Wie stellt macOS auf Apple Silicon die Systemzeit ein?

Für viele Menschen spielt die Genauigkeit einer Uhr in Sekundenbruchteilen eher selten eine Rolle – lediglich bei sportlichen Wettbewerben und zum Jahreswechsel spielt der Sekundenwechsel eine Rolle. Computer hingegen arbeiten meist mit deutlich feinerer Zeiteinteilung und bauen auf eine hohe Genauigkeit, etwa bei Netzwerkverbindungen. Eine Analyse von Howard Oakley zeigt, welche Anstrengungen macOS unternimmt, um bereits während des Startvorgangs eine möglichst korrekte Systemzeit festzulegen.


Offenbar schauen alle möglichen Systemkomponenten, Frameworks und Dienste regelmäßig auf eine virtuelle Wanduhr: Die systemweit geltende offizielle Zeit trägt den Namen „system wallclock“ in den Protokolldateien (Logs) von macOS. Oakley durchforstete die circa 100 000 Log-Einträge, welche beim Start seines Mac mini M4 Pro generiert wurden. Vorher blieb der Desktop-Mac etwa 14 Stunden ausgeschaltet.

Erst zurück, dann vor
Insgesamt sieben Veränderungen der Systemzeit konnte Oakley nachvollziehen. Die erste davon stellte die Zeit um gut fünf Sekunden zurück. Direkt im Anschluss wurde sie um etwa 0,05 Sekunden vorgestellt. Genaue Werte konnte er nicht erfassen, da macOS den Umfang der Veränderung nicht protokolliert, sondern lediglich die neue offizielle Zeit. Zwei weitere, direkt aufeinanderfolgende Justierungen folgen der erfolgreichen Anmeldung des Nutzers. Drei weitere folgen, während Schreibtisch und Finder bereitgestellt werden.

Ursprung ungewiss
Diese sieben Zeitkorrekturen erfolgten allesamt, bevor eine Synchronisierung mit externen Quellen stattfinden konnte: Der Systemdienst timed startete erst kurz nach der siebten wallclock-Korrektur. Was die Referenz für diese Zeiten darstellt, dokumentiert Apple nicht. Doch gibt es Hinweise, dass die Sichere Enklave (SEP) der Apple-Silicon-Prozessoren den Ursprung darstellt – deren Initialisierung erfolgt tatsächlich etwa zum Zeitpunkt der ersten wallclock-Anpassung.

Nicht genau genug?
In den Kommentaren des Beitrags fordern Anwender mehr Informationen und Konfigurationsmöglichkeiten für die systemweite Zeit. Ein Anwender, welcher ein vom Internet getrenntes Mac-Netzwerk betreibt, wünscht sich eine automatische Korrektur über ein unabhängiges Signal. Der YouTuber Jeff Geerling meldet sich ebenfalls zu Wort und verweist auf seine Experimente mit GPS-basierter Zeitkorrektur. Theoretisch wäre damit eine Genauigkeit im Nanosekundenbereich möglich. In der Apple Watch werde dies tatsächlich umgesetzt, auf dem Mac fehlen dafür die Möglichkeiten.

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