
Mac-Praxis: Drei Wege, um nicht notarisierte Apps zuzulassen


Es war ein langsamer, aber stetiger Umstieg: Nachdem Apple mit Mac OS X 10.5 optionale Signaturen für Software eingeführt hatte, wurden mit den Jahren immer stärker die Zügel angezogen. Inzwischen ist eine Notarisierung Pflicht, damit eine App auf macOS starten darf. Allerdings gibt es einige Wege, um die Sperre zu umgehen: Eine erfordert einen Kommandozeilenbefehl, die zweite ein Konfigurationsprofil – und die dritte setzt darauf, ein Programm als Entwicklerwerkzeug zu deklarieren.
Option 1: Notarisierung ausschaltenIn den Systemeinstellungen von macOS gibt es im Dialog „Datenschutz & Sicherheit“ recht weit unten eine Auswahloption namens „Apps erlauben von“. Seit macOS 15 Sequoia gibt es hier nur zwei Auswahlmöglichkeiten: „App Store“ sowie „App Store & Bekannte Entwicklungsteams“. Mittels eines Kommandozeilenbefehls können Sie diese Auswahl um den Eintrag „Überall“ erweitern. Öffnen Sie dazu das Dienstprogramm „Terminal“ und geben den Befehl
sudo spctl --global-disable
ein, welchen Sie mit der Eingabetaste bestätigen. Dann geben Sie Ihr Administrator-Kennwort ein, welches Sie wieder per Enter-Taste bestätigen. Wechseln Sie zurück in Systemeinstellungen/Datenschutz & Sicherheit und wählen „Überall“ bei der App-Freigabe. Nun müssen Sie erneut Ihr Admin-Kennwort eingeben und anschließend im Warn-Dialog auf den rot hinterlegten Button „Keine Einschränkungen“ klicken, um das Deaktivieren der Notarisierung zu bestätigen.
macOS 26 warnt ausdrücklich davor, die Notarisierung zu deaktivieren.
Option 2: KonfigurationsprofilEin zweiter Weg mit demselben Resultat besteht in einem Konfigurationsprofil, welches die Einstellung „EnableAssessment“ auf „false“ setzt. Diese Funktion empfiehlt sich dementsprechend für jene, die eine große Geräteflotte per Mobile Device Management verwalten und bestimmten Anwendern das Starten nichtnotarisierter Apps erlauben wollen. Ein so konfigurierter Mac verhält sich genauso wie nach der Eingabe des Kommandozeilenbefehls (Option 1).
Option 3: Programm als Entwicklerwerkzeug deklarierenSchließlich können Anwender in den Systemeinstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit“ im Untermenü „Entwickler-Werkzeuge“ auf das Plus-Symbol klicken, um eine App gezielt auszuwählen, welche ohne Notarisierung funktionieren darf.
Über die Datenschutzeinstellungen lässt sich ein Programm zum Entwicklerwerkzeug erheben.
Tests mit unsignierten AppsHoward Oakley machte die Probe aufs Exempel und
erzeugte drei Test-Apps. Die erste wurde nach der erfolgreichen Notarisierung verändert, was die Signatur ungültig macht. Eine zweite kam ohne Signatur daher, und eine dritte verfügte über eine lokale Ad-hoc-Signatur. Seine Beobachtung: Nur Apps mit Ad-Hoc-Signaturen starteten überhaupt. Solange die betroffene App noch in Quarantäne verweilte, fragt ein Dialog nach, ob man sie wirklich starten will. Wenn die App lediglich als Entwicklerwerkzeug definiert ist, darf die App keinesfalls in Quarantäne verweilen – in diesem Fall wird sie direkt in den Papierkorb bewegt.
Xprotect & Gatekeeper bleiben aktivObendrein hat Howard Oakley überprüft, ob mit diesen Methoden auch die integrierten Malware-Scanner von macOS deaktiviert werden. Seine Analyse der Protokolldateien zeigte, dass derlei Überprüfungen trotzdem durchgeführt werden, mindestens beim ersten Start einer App auf dem jeweiligen System.
Einzelne Apps freischaltenUm einer unsignierten App den Quarantäne-Status zu entziehen und sie trotzdem zu starten, müssen sie eine mehrstufige Prozedur durchlaufen:
- App in Programme-Ordner verschieben
- App doppelklicken und die Warnung bestätigen
- Systemeinstellungen/Datenschutz & Sicherheit öffnen, ganz nach unten scrollen, auf den Button „Dennoch öffnen“ klicken.
Diese sollte man nur anwenden, wenn man sich absolut sicher ist, dass die betreffende Software aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt und frei von Malware ist – oder zumindest davon Abstand nehmen, sie in einem Produktivsystem zu starten. Mittels
virtueller Maschinen lassen sich derlei Experimente gut von persönlichen Daten abschotten.
Ein temporärer Eintrag in den Einstellungen ermöglicht das Hinzufügen einer App-spezifischen Ad-Hoc-Signatur.