Federighi: Siri soll nicht deine KI-Freundin werden


Chatbots wie ChatGPT sind von ihrer Ausdrucksweise her darauf angelegt, emotionale Bindungen mit den Nutzern zu schaffen. Sie beantworten nicht nur Fragen, sondern loben Anwender stets für ihre großartigen Anmerkungen, bestätigen, üben nur sehr vorsichtig Kritik an falschen Behauptungen – und erscheinen vielen damit als sehr angenehme Gesprächspartner. Was passiert, wenn diese "unterstützende Persönlichkeit“ den Bogen überspannt, musste im vergangenen Jahr OpenAI beobachten und eilends ein "Anti-Speichellecker-Update" einschieben (siehe
Artikel). Wie Craig Federighi in einem Interview ausführt, wolle man mit Siri keinesfalls einen solchen Pfad einschlagen.
Siri ist als Freundin nicht zu haben!Manche Systeme versuchten, Nutzer in Gespräche hineinzuziehen, sie zur Preisgabe persönlicher Informationen zu bewegen und daraus anschließend eine Verbindung aufzubauen. Genau diesen Ansatz wolle Apple nicht verfolgen, so Federighi. Siri solle stattdessen helfen, Aufgaben zu erledigen, Informationen zu finden oder Dinge über die Welt zu lernen. Wer Siri als romantischen Partner anspreche, werde demnach nicht weit kommen. Federighi formulierte es deutlich, Siri sei "100 Prozent nicht dafür zu haben". Während manch Anbieter es als Ziel sieht, mit KI Einsamkeit zu bekämpfen, positioniert Apple das System ganz eindeutig als Werkzeug und nicht als virtuellen Freund.
Linie bleibt: kein ChatbotGleichzeitig bleibt Apple der schon im vergangenen Jahr formulierten Linie treu. Apple Intelligence und Siri sollen nicht als eigene Chatbot-Welt neben dem System existieren, sondern in iOS, iPadOS, macOS und Apps eingebettet sein. Ein "emotionaler KI-Begleiter" würde zudem genau jene intimen Daten und Bindungsmuster erzeugen, von denen Apple sich bei Datenschutzfragen absetzen will. Das neue Siri soll daher explizit nicht möglichst lange Gespräche führen, sondern möglichst schnell nützlich sein – wie erwähnt als technisches System anstatt als KI-Lebenspartner.