Konflikt zwischen Epic und Apple erreicht Deutschland: Kartellamt erklärt Interesse an diesem Fall

Apple verteidigt derzeit in mehreren Ländern jenes Gebührenmodell, das für den App Store – und tatsächlich auch für zahlreiche andere Plattformen dieser und ähnlicher Art – typisch ist. So mancher Entwickler möchte die Umsatzbeteiligung an kostenpflichtigen Apps und deren Inhalte nicht länger hinnehmen – im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit steht gegenwärtig der Konflikt zwischen Epic und Cupertino. Mit dem Rauswurf des Epic-Titels Fortnite aus dem App Store zeigen sich die Entwickler erwartungsgemäß wenig einverstanden. So hat der Sachverhalt in den USA ein juristisches Nachspiel, das die Wettbewerbshüter allerorts auf den Plan ruft – auch hierzulande.


Apple führt Abwehrkampf
Apple muss nahezu täglich ausrücken, um die Umsatzbeteiligung zu rechtfertigen. Neben einem Ausschuss des US-Kongresses beschäftigen sich unter anderem auch die EU und Russland mit diesem Geschäftsmodell. So sieht eine aktuelle russische Gesetzesvorlage die Deckelung der Umsatzbeteiligung auf 20 Prozent vor. Ein anderer Entwurf möchte den US-Konzern gar dazu zwingen, weitere als den hauseigenen App Store zu verwenden. Immer wieder werfen Konkurrenten und Politiker Cupertino vor, eine marktbeherrschende Stellung innezuhaben und diese auszunutzen.

Deutsche Wettbewerbsbehörde meldet sich zu Wort
In Deutschland blieb es bis dato weitgehend ruhig um die Umsatzbeteiligung auf der App-Plattform. Das scheint sich nun zu ändern: Reuters verweist auf einige Aussagen von Andreas Mundt, Chef des deutschen Bundeskartellamts. Seine Behörde stehe zwar noch ganz am Anfang, werde sich die Causa aber sehr genau ansehen, so Mundt. Auch das Android-Pendant, Googles Play Store, könnte die Behörde bald auf dem Radar haben: So behauptet Mundt, dass beide App Stores ein interessantes Habitat seien, da es sich um die einzigen beiden weltweit handle. Nähere Details zu dieser Aussage nennt Reuters nicht.

Play Store und App Store – ein unredlicher Vergleich?
Tatsächlich gibt es noch andere Anbieter von App Stores, beispielsweise Samsung. Fraglich ist auch, ob ein Vergleich zwischen den App-Plattformen von Google und Apple Sinn ergibt: Apples App Store ist fester Bestandteil des Ökosystems. Möchten Anwender neue Apps installieren, sind sie auf diesen angewiesen. Googles Play Store ist zwar ebenfalls für viele Android-Nutzer die erste Anlaufstelle, allerdings gibt es für das Betriebssystem auch (legale) Alternativen.

Kommentare

subjore03.09.20 10:33
Aber Markttechnisch gibt es auch unter Android eigentlich nur den Playstore. Außerhalb gibt es nur einen ganz kleinen Markt, auch wenn es technisch möglich ist.
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Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck03.09.20 10:52
subjore
Trotzdem besteht diese Möglichkeit, was die Marktsituation aus Sicht der Kartellwächter entschärft.
+4
macfreakz03.09.20 11:29
Ich finde gut wenn es weitere App Stores außer Apple gäbe. Es fördert die Innovation und die Konkurrenz tut dem Markt immer gut.

Aber wie es sicherheitstechnisch gehen soll,... vielleicht bietet Apple so ein App Store API an, mit dem man Apps auf Sicherheit etc. checken und signieren kann, bevor es auf iPhone installiert wird - nur mal spontan gedacht.
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andi.bn03.09.20 11:33
Unsinnige Diskussion... Möchte man mit seinem Gemüsestand auf dem Marktplatz seine Waren verkaufen, zahlt man dort Miete. Auf so manchem Jahrmarkt sind die Preise richtig hoch. Es wird ja niemand gezwungen, im AppStore zu verkaufen. Man kann sich seine Millionen von potentiellen Kunden bestimmt irgendwo günstiger besorgen.
+4
Urkman03.09.20 11:36
macfreakz
Ich finde gut wenn es weitere App Stores außer Apple gäbe. Es fördert die Innovation und die Konkurrenz tut dem Markt immer gut.

Wie kommst du darauf? Ich würde eher sagen, dann kommt alles ungeprüft auf die Geräte inkl. Kopien von bekannten Apps...
+4
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck03.09.20 11:41
andi.bn
Es wird ja niemand gezwungen, im AppStore zu verkaufen.

Genau das ist eine der Fragen der Kartellwächter: Im App Store wird der höchste Umsatz erzielt - weit höher als im Play Store. Ist es überhaupt möglich, ein z.B. Spotify zu betreiben, ohne im App Store zu sein?

Ferner ist Apple in direkter Konkurrenz mit diversen App-Anbietern - und hat natürlich große Vorteile, weil Apple die gesamte Plattform, das App-Store-Regelwerk und die Umsatzbeteiligung kontrolliert.
+7
AndreasDV03.09.20 11:46
10 Jahre haben sie die Klappe gehalten. Warum jetzt? Verdienen die über den Apple Store nicht mehr genug oder sind sie einfach nur gierig geworden?

Ich denke das letzte
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M@rtin03.09.20 11:59
Mal so gefragt: wenn Apple gezwungen wäre, weitere Stores zuzulassen, wer prüft dann, was dort veröffentlich wird, gerade hinsichtlich Sicherheit? Bislang werden ja Apps auch deswegen abgewiesen, die unerlaubte APIs nutzen und so das gesamte System unsicher macht.

Ich halte die Öffnung für riskant und öffnet Schadsoftware Tür und Tor!
+4
DTP
DTP03.09.20 12:08
AndreasDV
10 Jahre haben sie die Klappe gehalten. Warum jetzt?
"sie"? = Das Kartellamt???

Der Artikel geht nämlich über das Kartellamt, das sich für Apples Praktiken interessiert. Die Berichterstattung über Apple vs. Epic war der Auslöser. Und solche Auslöser sind ja oft der Grund für Kartellrechtsuntersuchungen. Wie das kartellrechtlich ausgehen wird, kann man noch nicht vorhersagen.
+3
iQuaser
iQuaser03.09.20 12:49
Wäre für mich als Apple ganz einfach:

AppStore außerhalb von Apple möglich, jedoch sofortiger Verlust der Garantie.

Das schöne an den Apple App Stores (iOS und macOS) ist doch, dass man dort angebotene Software recht unbedenklich installieren kann, da auf Schadcode überprüft (klappt ja meistens). Ein außerhalb von Apple liegender Store würde dies nicht gewährleisten und wer sich dort rumtreibt (weil er sich für ein 1.299€-Handy keine App für 99 Cent leisten kann) macht dies auf eigenes Risiko.
+1
iQuaser
iQuaser03.09.20 12:50
Puh... Eigentlich gleich mal BMW verklagen. Auf mein dort installiertes Multimedia-System bekomme ich auch nur Software, die BMW bereitstellt. Was für ein Kartell!

Wer Ironie findet darf sie einrahmen und behalten.
+1
MacRS03.09.20 12:54
Vorhin kam im Radio, dass sie den Personalausweis per Handy möglich machen wollen. Schöne Sache - meinen persönlichen Ausweis lade ich mir dann aus dem MacRs-App Store. Meine Name ist Reddington, Raimund Reddington.
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piik
piik03.09.20 13:19
iQuaser
Puh... Eigentlich gleich mal BMW verklagen. Auf mein dort installiertes Multimedia-System bekomme ich auch nur Software, die BMW bereitstellt. Was für ein Kartell!

Wer Ironie findet darf sie einrahmen und behalten.
Du meinst: Wer einen unpassenden Vergleich strapaziert, kann das bleibenlassen?

Dir ist schon klar, dass es mehr als zwei Autofirmen gibt? Die Situation ist nicht vergleichbar. Fan-Boy-Argument.
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eastmac
eastmac03.09.20 14:04
piik
iQuaser
Puh... Eigentlich gleich mal BMW verklagen. Auf mein dort installiertes Multimedia-System bekomme ich auch nur Software, die BMW bereitstellt. Was für ein Kartell!

Wer Ironie findet darf sie einrahmen und behalten.
Du meinst: Wer einen unpassenden Vergleich strapaziert, kann das bleibenlassen?

Dir ist schon klar, dass es mehr als zwei Autofirmen gibt? Die Situation ist nicht vergleichbar. Fan-Boy-Argument.

So ganz unpassend finde ich das nicht.

Es müssten also alle Anbieter von irgend etwas auch immer fremde Dienste zulassen?
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eastmac
eastmac03.09.20 14:05
Und wenn das Kartellamt XX Jahre dafür braucht, um so etwas festzustellen, dann fragt man sich schon..... Warum jetzt?
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MikeMuc03.09.20 14:27
piik
Dir ist schon klar, dass es mehr als zwei Autofirmen gibt? Die Situation ist nicht vergleichbar. Fan-Boy-Argument.

Bitte erzähl uns jetzt nicht, das es Smartphones nur von Apple gibt!
Bei BMW gibt es Autos von BMW, bei Apple iPhones. Wer nicht damit leben will, das auf dem Navi von BMW nur Software selbige Firma läuft, ja ft sich keinen BMW oder einen mit deren Navi.
Warum m darf für Apple und iPhones nich das gleiche gelten?
-1
Mecki
Mecki03.09.20 14:35
Mendel Kucharzeck
Ist es überhaupt möglich, ein z.B. Spotify zu betreiben, ohne im App Store zu sein?
Falls nicht, dann wäre es aber gar nicht möglich Spotify zu betreiben, ohne das Ökosystem, das Apple geschaffen hat. Dann würde Spotify aber den Betreiber des Ökosystems angreifen, dem es überhaupt seine Existenz verdankt. Und hier stillt sich die Frage, ist nicht das Ökosystem von Apple gerade deswegen so lukrativ und attraktiv, weil es so ist, wie es ist? Wer garantiert denn den ganzen Kritiker, dass das System nicht in sich zusammen brechen wird, wenn sie mit ihren Forderungen durchkommen und damit am Ende ihr Verdienst in den Keller rutscht? Wie ich schon oft genug hier geschrieben habe: 70% von sehr viel ist besser als 100% von fast nichts. Denn das ist der Punkt: Bei Apple bekommt man nur 70%, aber man bekommt trotzdem viel mehr als wenn man bei Android per Sideloading verkauft, obwohl man dort ja 100% behalten darf.
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Weia
Weia03.09.20 15:14
andi.bn
Es wird ja niemand gezwungen, im AppStore zu verkaufen.
Hä?!? Man wird gezwungen, iOS-Programme über den App Store zu verkaufen, weil es keinen anderen Weg gibt.

Das ist doch der Grund des ganzen Problems.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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Weia
Weia03.09.20 15:22
iQuaser
Wäre für mich als Apple ganz einfach:

AppStore außerhalb von Apple möglich, jedoch sofortiger Verlust der Garantie.
Das wäre juristisch niemals durchzusetzen und für mich auch völlig unnachvollziehbar: Ein Smartphone ist ein Gerät, das unter anderem dadurch definiert ist, durch Apps erweitert werden zu können. Die Installation weiterer Apps ist daher bestimmungsgemäßer Gebrauch des Geräts und darf daher nicht zu Garantieeinschränkungen führen.
Das schöne an den Apple App Stores (iOS und macOS) ist doch, dass man dort angebotene Software recht unbedenklich installieren kann, da auf Schadcode überprüft (klappt ja meistens). Ein außerhalb von Apple liegender Store würde dies nicht gewährleisten und wer sich dort rumtreibt (weil er sich für ein 1.299€-Handy keine App für 99 Cent leisten kann) macht dies auf eigenes Risiko.
Und warum ist das dann auf dem Mac kein Problem? Woher kommt denn diese Paranoia, alle Software außerhalb des App Stores sei „durchseucht“?
iQuaser
Puh... Eigentlich gleich mal BMW verklagen. Auf mein dort installiertes Multimedia-System bekomme ich auch nur Software, die BMW bereitstellt. Was für ein Kartell!
Ein Auto ist kein Ökosystem, das Dich bindet. Wenn Du ein neues Auto kaufst, kaufst Du ohnehin praktisch alles neu. Wenn Du einen neuen Computer oder ein neues Mobilgerät kaufst, hast Du bereits eine bestehende Infrastruktur aus Software, die Du weiterverwenden willst.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+1
deus-ex03.09.20 15:30
Was ich einfach unglaublich witzig finde ist dass wir bei Smartphone genau die gleiche Konstellation haben wir im PC Bereich schon immer hatten.

Wir haben unzählige Hersteller von PC mit Windows als Betriebssystem und wir haben Apple.
Marktanteil 90/10% ungefähr. Da würde niemand auf die Idee kommen Apple ein Monopol vorzuwerfen. Deswegen juckt es auch niemanden das Safari, Mail, Fotos usw. vorinstalliert ist.

Auf dem Smartphone Markt sieht es eigentlich genau so aus. Wir haben unzählige Hersteller von Smarphones (größtenteils aus China) mit Android und wir haben Apple. Marktanteil ca. 85/15% je nach Statistik.

Wie kommt man darauf hier ein Monopol Apples zu erkennen? Oder nur dann wenn man es dreht und wendet wie man will bis man irgend ein Monopol findet...
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deus-ex03.09.20 15:32
Weia

Ein Auto ist kein Ökosystem, das Dich bindet. Wenn Du ein neues Auto kaufst, kaufst Du ohnehin praktisch alles neu. Wenn Du einen neuen Computer oder ein neues Mobilgerät kaufst, hast Du bereits eine bestehende Infrastruktur aus Software, die Du weiterverwenden willst.
Nö, wenn ich von Windows zu Mac oder von Mac zu Windows oder von iOS zu Android oder von Android zu iOS wechsle kann ich 90% der gekauften Programme nicht mitnehmen. Entweder weil es die dort gar nicht gibt oder weil manche Lizenzen nach OS verkaufen.
+1
Weia
Weia03.09.20 15:33
MikeMuc
Bei BMW gibt es Autos von BMW, bei Apple iPhones. Wer nicht damit leben will, das auf dem Navi von BMW nur Software selbige Firma läuft, ja ft sich keinen BMW oder einen mit deren Navi.
Warum m darf für Apple und iPhones nich das gleiche gelten?
Weil Apple ein IT-Ökosystem herstellt und BMW nicht. Das kannst Du nicht vergleichen. Es liegt im Wesenskern eines IT-Gerätes, dass zusätzliche Software auf ihm installiert wird. Es liegt nicht im Wesenskern eines Autos, durch zusätzliche Komponenten erweitert zu werden.

Im übrigen sind die Autohersteller doch sehr wohl dazu verdonnert worden, den Einbau von Drittanbieterkomponenten gestatten zu müssen. Alternative Software fürs BMW-Navi wird nur niemand erstellen wollen, dazu ist der Absatzmarkt zu klein.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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deus-ex03.09.20 15:38
Weia
Weil Apple ein IT-Ökosystem herstellt und BMW nicht. Das kannst Du nicht vergleichen. Es liegt im Wesenskern eines IT-Gerätes, dass zusätzliche Software auf ihm installiert wird. Es liegt nicht im Wesenskern eines Autos, durch zusätzliche Komponenten erweitert zu werden.

Im übrigen sind die Autohersteller doch sehr wohl dazu verdonnert worden, den Einbau von Drittanbieterkomponenten gestatten zu müssen. Alternative Software fürs BMW-Navi wird nur niemand erstellen wollen, dazu ist der Absatzmarkt zu klein.
Da ging es eher um Entertainment Systeme so viel ich weiß.

Aber auch bei iOS wird der "Einbau" von "Drittanbieterkompontenten" zugelassen. Nämlich Apps von Dritten. Diese erweitern den Funktionsumfang eines Smartphones. iPhone nur mit Apple-Apps? Wäre ein bisschen wenig oder?
+2
Weia
Weia03.09.20 15:40
deus-ex
Weia
Ein Auto ist kein Ökosystem, das Dich bindet. Wenn Du ein neues Auto kaufst, kaufst Du ohnehin praktisch alles neu. Wenn Du einen neuen Computer oder ein neues Mobilgerät kaufst, hast Du bereits eine bestehende Infrastruktur aus Software, die Du weiterverwenden willst.
Nö, wenn ich von Windows zu Mac oder von Mac zu Windows oder von iOS zu Android oder von Android zu iOS wechsle kann ich 90% der gekauften Programme nicht mitnehmen. Entweder weil es die dort gar nicht gibt oder weil manche Lizenzen nach OS verkaufen.
Ja, aber genau das ist doch der Punkt beim Ökosystem: Man ist zunehmend daran gebunden und ein Wechsel ist mit erheblichen Umständen verbunden. Bei einem Auto ist das nicht so.

Genau deshalb kann man ein Auto nicht mit einer IT-Plattform vergleichen: Beim Auto kannst Du immer mit Recht sagen Wenn Dir die Firmenpolitik von BMW nicht gefällt, kauf Dir halt das nächste Mal ein Auto eines anderen Herstellers. Bei Rechnern und Mobilgeräten ist das aber nicht so leicht möglich, wenn man sich erstmal auf eine Plattform eingelassen hat. Und eben deswegen ist die Exklusivität des App Stores ein Monopol-Problem; Du kannst eben nicht sagen, Wenn Dir das nicht passt, kauf doch das nächste Mal ein Samsung.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+2
deus-ex03.09.20 15:42
Weia
deus-ex
Weia
Ein Auto ist kein Ökosystem, das Dich bindet. Wenn Du ein neues Auto kaufst, kaufst Du ohnehin praktisch alles neu. Wenn Du einen neuen Computer oder ein neues Mobilgerät kaufst, hast Du bereits eine bestehende Infrastruktur aus Software, die Du weiterverwenden willst.
Nö, wenn ich von Windows zu Mac oder von Mac zu Windows oder von iOS zu Android oder von Android zu iOS wechsle kann ich 90% der gekauften Programme nicht mitnehmen. Entweder weil es die dort gar nicht gibt oder weil manche Lizenzen nach OS verkaufen.
Ja, aber genau das ist doch der Punkt beim Ökosystem: Man ist zunehmend daran gebunden und ein Wechsel ist mit erheblichen Umständen verbunden. Bei einem Auto ist das nicht so.

Genau deshalb kann man ein Auto nicht mit einer IT-Plattform vergleichen: Beim Auto kannst Du immer mit Recht sagen Wenn Dir die Firmenpolitik von BMW nicht gefällt, kauf Dir halt das nächste Mal ein Auto eines anderen Herstelelrs. Bei Rechnern und Mobilgeräten ist das aber nicht so leicht möglich, wenn man sich erstmal auf eine Plattform eingelassen hat. Und eben deswegen ist die Exklusivität des App Stores ein Monopol-Problem; Du kannst eben nicht sagen, Wenn Dir das nicht passt, kauf doch das nächste Mal ein Samsung.
Doch. Meine gekauften Winterräder kann ich in der Regel nicht auf mein neues Auto machen. Oder mein Schonbezüge, oder mein Dachreling usw. Da gibt es unzähliges Zubehör das inkomptatibel ist. Sogar innerhalb der Marke.

Also lass deine Autovergleiche. Da gehts genau so ab.
-1
DTP
DTP03.09.20 15:43
deus-ex
Auf dem Smartphone Markt sieht es eigentlich genau so aus. Wir haben unzählige Hersteller von Smarphones (größtenteils aus China) mit Android und wir haben Apple. Marktanteil ca. 85/15% je nach Statistik.
Marktanteil Apple in den USA: 51%
Marktanteil Android in den USA: 48%

In Deutschland sind es wohl so 26% Marktanteil für iPhones.

Noch interessanter wird es, wenn man nicht Apple gegen Android betrachtet (so wie MacOS gegen Windows) sondern die einzelnen Hersteller. Dann ist Apple der drittgrößte Hersteller von Smartphones (und der viertgrößte Hersteller von PCs).
Das ist nicht klein (und wer Apple für klein hält, schaut sich mal bitte Apples Börsenwert und Umsätze an).
+1
Weia
Weia03.09.20 15:50
deus-ex
Meine gekauften Winterräder kann ich in der Regel nicht auf mein neues Auto machen. Oder mein Schonbezüge, oder mein Dachreling usw. Da gibt es unzähliges Zubehör das inkomptatibel ist.
Das ist von Wert wie Funktion her aber alles peripher.
Sogar innerhalb der Marke.
Eben. Und deshalb ist das ein Problem gänzlich anderer Art. Eher vergleichbar damit, dass Du bei einem neuen Mac auch neue Kabel brauchst, weil die Anschlussbuchsen mal wieder gewechselt haben.
Also lass deine Autovergleiche. Da gehts genau so ab.
Nö, strukturell ist das eine völlig andere Situation. Und das erkennt nun eben auch der Gesetzgeber.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+1
haschuk03.09.20 17:33
Weia
deus-ex
Meine gekauften Winterräder kann ich in der Regel nicht auf mein neues Auto machen. Oder mein Schonbezüge, oder mein Dachreling usw. Da gibt es unzähliges Zubehör das inkomptatibel ist.
Das ist von Wert wie Funktion her aber alles peripher.

Autsch. Auto 45.000€ Satz Winterreifen mit Alufelgen 1.600€. 3,56%

Funktion essentiell.

1.000 € iPhone. 3,56% App Wert = 35,60€. Dürfte tatsächlich so meine App-Ausgaben der letzten 3 Jahre darstellen. Funktion der Apps essentiell? Kann man drüber streiten.
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Weia
Weia03.09.20 17:50
haschuk
Autsch. Auto 45.000€ Satz Winterreifen mit Alufelgen 1.600€. 3,56%

Funktion essentiell.
Nö.

Auto mit Allwetterreifen. 0€. 0%
1.000 € iPhone. 3,56% App Wert = 35,60€. Dürfte tatsächlich so meine App-Ausgaben der letzten 3 Jahre darstellen. Funktion der Apps essentiell? Kann man drüber streiten.
250€ iPhone (SE1 im Angebot), App-Wert vermutlich um die 50€. 20%.

Wie mein Englischlehrer zu sagen pflegte: It depends.

In jedem Fall kann dir das mit den Reifen eben auch schon beim Neukauf eines Autos vom selben Hersteller passieren, gehört also einfach zu den Kosten beim Hardware-Neukauf mit dazu. Und das unterscheidet den Vorgang strukturell vom Software-Neukauf beim IT-Plattformwechsel, der ohne Plattformwechsel gar nicht erforderlich wäre.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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solemnis03.09.20 17:54
Diskussionen in diesem Forum könnten so angenehm sein, wenn nicht bei jedem Thema ein noch so sinnfreier Vergleich mit Autos (gern genommen Porsche oder BMW), Gemüsemärkten oder Tante Emma Läden gezogen würde.

Ein iPhone/iPad ist schlicht und ergreifend ein Computer mit einem Betriebssystem was, bis auf einige Funktionen, erst durch externe Software seine ganze Vielseitigkeit und volle Leistungsfähigkeit entfalten kann. Wie halt bei jedem anderen Computer auch.

Dieses Betriebssystem ist auf über 1 Milliarde(!) aktiver Geräte installiert und dementsprechend für die allermeisten Softwareanbieter eine notwendige Verkaufsfläche / Einnahmequelle. (Marktanteile spielen hier keine Rolle)

Diese wird, was absolut einzigartig ist, zwanghaft von nur einem(!) Zwischenhändler kontrolliert und gesteuert, über den alles laufen muss und der darüber hinaus von jedem Verkauf 30% einbehält.

Willkür, Wettbewerbsverzerrung und Wucher sind dabei große Gefahren.
Und genau das untersuchen die Ausschüsse und Kartellämter.

Und das war´s auch schon.
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