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App Store: Apple will Grenzen zwischen bezahlten und normalen Suchergebnissen verschwimmen lassen

Apple hatte aus dem Vorbild Googles gelernt, wie man Kapital aus einer simplen Tatsache schlagen kann: Hunderttausende Angebote buhlen darum, bei entsprechenden Suchanfragen im sichtbaren Bereich zu laden. Wer es auf diese Weise jedoch nicht nach oben schafft, gilt als unsichtbar. Die bezahlten Positionierungen in der Suche sind Googles wichtigste Werbesparte – und Apple wiederholte das Vorgehen im App Store. Seit einigen Jahren gibt es dort die Search Ads, inzwischen zu "Apple Ads" umetikettiert. Angeblich wurde diese Werbeform gegen den entschiedenen Widerstand der App-Store-Teams durchgedrückt, da man finanzielle Interessen höher als das Nutzererlebnis gewichtete. Ein weiterer Milliardenmarkt für Apple entstand, den man allerdings gemäß kürzlich erfolgter Ankündigung noch ausweiten will.


Apple kündigte bereits mehr Werbung an – und führt Experimente durch
Im Dezember hatte Apple bestätigt, dass man nicht mehr nur eine bezahlte Positionierung pro Suche, sondern viele davon anzeigen will. Das sei großartig für Nutzer und Entwickler, denn man könne so einfacher interessante Inhalte finden. Damit nicht genug, will man offensichtlich aber auch die Grenzen zwischen Werbung und tatsächlichen Ergebnissen verschwimmen lassen. Wie in der Beta von iOS 26.3 auffiel, unterscheiden sich die Anzeigen nicht mehr farblich von sonstigen Treffern. Ein kleines "Ad" in Hellblau ist zwar weiterhin vorhanden, doch die bisherige Hinterlegung will man anscheinend aufgeben. Es ist allerdings noch nicht gesagt, dass die endgültige Entscheidung gefallen ist, derzeit führt man wohl A/B-Versuche mit alter und neuer Gestaltung durch.


Zukünftig keine farbliche Unterlegung mehr? (Quelle 9to5Mac)

Such-Ads werden finanziell für Apple wichtiger
Zweierlei Hintergedanken dürfte Apple dabei haben. Einerseits steigen die Zugriffszahlen wohl, wenn bezahlte Einblendungen nicht mehr sofort nach Werbung aussehen – andererseits wird vor den Nutzern etwas verschleiert, wie viele Such-Ads in Zukunft in ihren Suchergebnissen auftauchen. Ob das wirklich eine so tolle Verbesserung für den Dienst ist, sei einmal dahingestellt. Apple weiß allerdings, dass es bei fast zwei Millionen Apps im Store kaum einen anderen Weg gibt, als eben für die Platzierungen zu bezahlen. Als es noch das Affiliate-Programm für den Store gab, tummelten sich immerhin viele Seiten, die App-Empfehlungen zu ihrem Geschäftsmodell gemacht hatten. Inzwischen gibt es jedoch nur noch Apples Feature-Seiten mit den ewig selben Apps – oder eben die kostenpflichtigen Schaltungen.

Kommentare

Megaseppl19.01.26 09:49
🤮
+7
Somasi19.01.26 09:58
Wie dicker die Kuh, umso mehr hat man das Gefühl die Kuh noch intensiver melken zu können. Bis sie irgendwann dann tot umfällt und man sich fragt - warum nur.
+18
WLanHexe
WLanHexe19.01.26 10:16
Mir wäre es am liebsten, sie würden überhaut keine bezahlten Suchergebnisse im Store haben... Dann muss man auch nichts verschmelzen lassen. Ach Apple, ihr macht euch immer mehr kaputt.
+10
dan@mac
dan@mac19.01.26 10:28
Macht es für die kleinen Entwickler noch schwieriger.
+1
Oceanbeat
Oceanbeat19.01.26 10:30
Sehr unsympathisch. Nun ja, ich setze eigentlich nur auf externe App Empfehlungen…
Wenn das Universum expandiert, werden wir dann alle dicker...?
+8
tbaer
tbaer19.01.26 10:43
Ich habe gefühlt seit 2009 nicht mehr im App Store "gestöbert". Bei gelegentlichen Suchen sind mir die bezahlten Ergebnisse immer negativ aufgefallen, vor allem, weil sie ja überhaupt nichts mit den Suchbegriffen gemein haben.
Neue Apps habe ich fast immer nur nach Empfehlungen (z.B. hier im Forum oder in den News) getestet, ob ich sie für meine Zwecke nutzen kann.
Für mich ist der App Store kein "Erlebnis", eher notwendiges Übel.
+6
Legoman
Legoman19.01.26 10:48
Bei Google wird mir immer klarer, dass die bezahlten Suchergebnisse unbedingt zu ignorieren sind.
Es gilt der alte Grundsatz: Je beschissener ein Produkt, desto häufiger wird es beworben.
+2
Don Gomez
Don Gomez19.01.26 11:25
Bisherige Strategie bei einer App-Suche im Store: Das erste Ergebnis wird kognitiv ausgeblendet. Erst Nummer zwei und drei sind relevant. Wird nun scheinbar schwieriger. 🤷‍♂️
... darauf einen Dujardin!
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macuser96
macuser9619.01.26 11:27
Und man stelle sich vor: Das alles noch unter dem Mann, der Steve Jobs DIREKT nachgefolgt ist. Ich hätte es ja verstanden, wenn Apple 2 oder 3 CEOs später den Bach runtergegangen wäre, aber jetzt schon?!
+1
mateteetasse
mateteetasse19.01.26 11:33
Es ist allerdings noch nicht gesagt, dass die endgültige Entscheidung gefallen ist, derzeit führt man wohl A/B-Versuche mit alter und neuer Gestaltung durch.

natürlich ist dann die entscheidung schon gefallen. es wird ja nun aus versehen mehr auf die werbung geklickt – und alle, die das so wollen, werden es fantastisch finden.
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