Google droht Ungemach wegen Nutzerortung

Ortungsfunktionen sind für zahlreiche Dienste Grundvoraussetzung, denn eine Navigations-App könnte ansonsten nicht ihren Dienst erfüllen. Natürlich haben Anbieter wie Google aber auch Interesse an weitergehender Nutzerortung, um beispielsweise zielgenauere Werbung ausliefern zu können. Das ist rechtlich kein Problem, wenn der Nutzer besagter Erfassung zustimmt und über den Verwendungszweck belehrt wird. Vor einigen Monaten fiel jedoch auf, dass Google auch ohne besagte Einwilligung Ortungsdaten speichert. Recherchen ergaben ein Verhalten, welches nicht in Einklang mit der Datenschutzverordnung steht. Selbst wenn der Nutzer die Positionserfassung explizit deaktivierte, speicherten Google-Apps in einigen Fällen trotzdem munter weiter. Besagtes Vorgehen konnte sowohl unter iOS als auch Android nachgewiesen werden. Eine genauere Schilderung der Sachlage bietet dieser Artikel.

Ermittlungen am Horizont
Für Googles Rechtsabteilung bringt die Angelegenheit nun jede Menge Arbeit mit, denn in mehreren europäischen Ländern drohen weitere Ermittlungen. Sollte es zu einem Verfahren kommen und ein schuldhafter Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung sowie mangelnder Kooperationswille festgestellt werden, könnte Google eine Strafe von bis zu vier Prozent des weltweiten jährlichen Umsatzes drohen. Reuters zufolge ist den klagenden Staaten auch ein Dorn im Auge, wie sehr Google den Nutzer dazu drängt, Datenfreigabe zu erteilen und Dienste-übergreifenden Austausch zu erlauben.

Beschwichtigung von Google
Google zufolge trete das beanstandete Verhalten nur in bestimmten Fällen auf. Die Location History sei standardmäßig ohnehin nicht angelegt – nur wer diese manuell aktiviert, dann aber pausiert habe, wurde auch weiterhin erfasst. In Zukunft wolle man in der Beschreibung aber klarstellen, wann und wie Speicherung erfolge. Generell nehme man die Angelegenheit ernst, studiere den Bericht genau und prüfe, was man davon "mit an Bord nehmen könne". Da auch in den USA momentan ein Verfahren in Vorbereitung ist, dürfte sich der Fall aber nicht mit ein paar simplen Beschreibungstexten aus der Welt schaffen lassen.

Kommentare

Motti
Motti27.11.18 17:33
... und ich fragte mich schon lange, wieso da niemand mal ermittelt. Und sicherlich gibt es bei Google / Android wesentlich mehr dunkle Flecken...auf den Smartphone sendet Android über 900 mal am Tag ungefragt Daten hoch. Und dann gibt es Leute die Samsung sooo toll finden Ich habe sogar mein OLED Philips zurückgesendet, als ich sah, was die alles für Zustimmungen haben wollen, weil das System Google TV ist. Himmel, wie blöd muss Philips geworden sein.
+1
fliegerpaddy27.11.18 17:38
900 Mal? Heftig! Kann man das mit einer App überwachen?

Falls du mich meinst: Nein, ich finde Samsung nicht soooo toll Ich kann und will nur die akuellen iPhone-Preise nicht mehr zahlen. Trotzdem würde mich mal interessieren, was das S9 so sendet.
0
fliegerpaddy27.11.18 18:12
Wo gibt es einen Vergleich zu IOS? Sind die Google-Dienste wie Maps & Websuche unter iOS schweigsamer? Ich will keinen Streit beginnen, sondern es interessiert mich wirklich, was Android im Vergleich zu iOS so anstellt.
+3
Dom Juan
Dom Juan27.11.18 18:26
Hier zum Bleistift.
Jein. iOS hat die Möglichkeit, Apps nur Zugriff auf die Geolokalisierung zu geben, wenn diese auch genutzt werden. Android ist alles oder nichts. An sich telefonieren Googles Applications wie zB Maps aber auch unter iOS munter nach Hause.
Mais lorsqu'on en est maître une fois, il n'y a plus rien à dire ni rien à souhaiter.
+1
fliegerpaddy27.11.18 19:30
Okay, das liest sich in der Tat recht interessant. Was die Ortungsdienste angeht, gibt es tatsächlich nur alles oder nichts.
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Boney27.11.18 21:48
Google verdient anteilsmäßig am meisten mit Werbung. Um gezielt werben zu können, muss man den Umworbenen möglichst gut kennen.

Bei Apple ist das anders. Der Großteil der Einnahmen wird durch Hardwareverkäufe generiert. Außerdem hat Google auf das Internet einen ganz anderen Einfluss, mit den ganzen Ablegern wie YouTube oder Maps.

Google möchte dich so gut wie möglich kennenlernen. Darum beschränke ich mich auf die Google-Suche und YouTube, ohne Nutzeraccount. Ich würde freiwillig weder Android noch Alexa nutzen. Und auch bei Amazon sollte man aufpassen. Alexa würde ich niemals nutzen.

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Boney27.11.18 22:01
Ich meinte Google Echo.
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Stefan S.
Stefan S.28.11.18 01:54
Motti
... Und dann gibt es Leute die Samsung sooo toll finden
Nun ja, es gibt auch hier sogar iPhone-Benutzer, die WhatsApp und oder Facebook benutzen...
Manning, Snowden,Levison & sind Helden und Obama stinkt.
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Warp
Warp28.11.18 04:31
Wäre dann interessant WAS für Daten da x-mal hochgeschickt werden. Frage zu den Navi-apps. Welche Daten gehen da nach Hause für die Staumeldungen? Irgendwoher müssen die ja auch kommen. Ich denke wenn diese anonym und nicht zuordenbar zu einem Server gehen welcher diese für die Staumeldungen verwendet dürfte das eigentlich kein Problem sein oder liege ich da jetzt falsch?
+1
Dom Juan
Dom Juan28.11.18 05:15
Boney
Bei Apple ist das anders. Der Großteil der Einnahmen wird durch Hardwareverkäufe generiert.
(Leider) nein. In den letzten Quartalen brachten "Dienste" deutlich mehr Gewinn, auch bei Apple.
Die sind bisher aber der einzige Riese in der Informatikbranche der Telefon- und Systemhersteller, denen noch kein Datenskandal wegen Abusus um die Ohren geflogen ist, was mich eher Vertrauen fassen lässt.
@Warp in dem Link siehst Du grobe Informationen als Diagramm, wenn's Dich wirklich interessiert ist das 155 Seiten Dokument (glaube ich) da auch verlinkt 😃 staumeldungen gehen durch verschiedene Faktoren raus:
- Standort auf einer langsamer als erwartet
Anonym macht bisher keiner außer Apple, und auch Apple ja nur mit Differential Privacy. Googles Daten sind " nur" verschlüsselt. Wer da welchen Schlüssel hat will ich lieber gar nicht wissen.
Mais lorsqu'on en est maître une fois, il n'y a plus rien à dire ni rien à souhaiter.
-1
Warp
Warp28.11.18 06:08
Ohh, da hab ich den Link übersehen.
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Thehassle28.11.18 07:33
Stefan S.
Motti
... Und dann gibt es Leute die Samsung sooo toll finden
Nun ja, es gibt auch hier sogar iPhone-Benutzer, die WhatsApp und oder Facebook benutzen...

Weil ihnen im Falle von WA nichts anderes übrig bleibt, da die liebe Verwandschaft ja primär Android hat und damit von iMessage ausgeschlossen. Versuche mal allen verwandten eine Akternative dazu aufzuschwatzen! Das ist unmöglich. Selbst der versuch z.b. Threema als Geschenk zu verteilen ist völlig hoffnungslos. Es ist zum Mäuse melken...
-1
Apple@Freiburg
Apple@Freiburg28.11.18 08:16
Thehassle

Leider ist es so, man hat mit WhatsApp einfach keine Wahl.

Bodo Wartke
„Wir sind globalisiert und bis ins Letzte vernetzt,
doch bis jetzt hat sich irgendwie nur Scheiße durchgesetzt“

Wobei ein Arbeitskollege von mir nun Eiskalt sein WhatsApp gelöscht hat und er gesagt hat entweder iMessage (die Firma und viele Freunde sind mit drin) oder eben die gute alte SMS. Und btw. Facebook nutzt er auch nicht.
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Sitox
Sitox28.11.18 09:01
Apple@Freiburg
Bodo Wartke
„Wir sind globalisiert und bis ins Letzte vernetzt,
doch bis jetzt hat sich irgendwie nur Scheiße durchgesetzt“
Es ist nicht alles als Scheiße geboren, was heute von vielen als Scheiße empfunden wird. Apple bspw. schmeckt und wird noch durchgekaut. Im Laufe der Verdauung aber, wenn eines Tages die Hardwareverkäufe schwinden, wird der Aktionär feststellen, dass Apple auf der wertvollsten Datensammlung der Welt sitzt. Er wird dann deren Kapitalisierung fordern und kein Tim Cook der Welt ist dann in der Lage das zu verhindern.
+3
chh28.11.18 09:14
Apple@Freiburg
Leider ist es so, man hat mit WhatsApp einfach keine Wahl.
Doch, wie du ja selber schreibst. Hatte noch nie WA oder FB. Alle wissen, dass ich nur per Threema, SMS oder Mail erreichbar bin und das funktioniert bestens. Ich weiss natürlich nicht, was ich verpasse, aber ich weiss, dass ich viel intensiver bei meiner Familie bin!
+2
Paddy2590
Paddy259028.11.18 09:43
Google sollte verpflichtet werden, jeden Cent, den sie mit den unrechtmäßig erworbenen Daten verdient haben, an die betroffenen Nutzer auszuzahlen. PLUS eine Strafe von bis zu vier Prozent des weltweiten jährlichen Umsatzes.
-3
schaudi
schaudi28.11.18 09:52
Apple@Freiburg

Wobei ein Arbeitskollege von mir nun Eiskalt sein WhatsApp gelöscht hat und er gesagt hat entweder iMessage (die Firma und viele Freunde sind mit drin) oder eben die gute alte SMS. Und btw. Facebook nutzt er auch nicht.

Hab ich letztes Jahr auch gemacht. Davor ein Jahr lang "nur" Deinstalliert - hab nach dem Jahr mal kurz reingeschaut und siehe da - abgesehen von EINER einzigen Nachricht (deren Inhalt mir aber eh auch persönlich mal mitgeteilt wurde) war nix wichtiges dabei, hier und da ein paar sinnlos Bildchen, Geburtstagsglückwünsche, Kettenbriefe und so Zeugs halt.
iMessage, SMS und Mail sind mehr als Ausreichend für alle wichtigen Belange (Private und Dienstliche).
+1
fliegerpaddy28.11.18 10:44
Meine Erfahrungen sind anders: Ich hatte Whatsapp deinstalliert, die Nachrichten kamen weiter und ich habe einige Verabredungen aus Gruppen verpasst, weil diese halt nicht auf anderen Kanälen kommuniziert wurden. Auch geschäftlich habe ich hier und da Dinge nicht mitbekommen (Anfrage nach Treffen auf Messen etc.). Mittlerweile benutze ich es halt auch und lebe damit, dass es sich als Standard etabliert hat. Threema, Signal und Telegram sind auch an Bord, das nutzt bis auf drei, vier Ausnahmen niemand. iMessage habe ich mit dem plötzlichen Ende des iPhones deaktivieren müssen, aber das nutzt auch kaum jemand aus meinem Dunstkreis.
+2
schaudi
schaudi28.11.18 12:38
fliegerpaddy
Meine Erfahrungen sind anders: Ich hatte Whatsapp deinstalliert, die Nachrichten kamen weiter und ich habe einige Verabredungen aus Gruppen verpasst, weil diese halt nicht auf anderen Kanälen kommuniziert wurden. Auch geschäftlich habe ich hier und da Dinge nicht mitbekommen (Anfrage nach Treffen auf Messen etc.).
Tja wenn du ihn nur Deaktivierst, wirst du deinen Kontakten weiterhin angezeigt. Wenn du den Account löscht (Einstellungen - Account osä) wirst du niemanden mehr angezeigt, damit wissen sie dann auch, dass sie dich über andere Wege kontaktieren müssen. Man sollte im Besten fall natürlich auch einfach bescheid geben, das man den Dreck nicht mehr nutzt.
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fliegerpaddy28.11.18 14:15
Beides habe ich getan: ich habe bekannt gegeben, dass ich weg bin. Ebenso habe ich den Account gelöscht, was aber offenbar nicht funktioniert hat. Warum auch immer. Vermutlich war er nur deaktiviert.
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Apple@Freiburg
Apple@Freiburg28.11.18 14:39
Ich zumindest kann nicht darauf verzichten. Mal eben Fotos austauschen, mit Kunden, Kollegen und Freunden, die kein iMessage haben.

Mail ist hier keine Alternative, denn viele die ich privat kenne, lesen ihre Mails nur einmal am Tag.

Oder haben ach so toll GMX, Web.de und andere bei denen eine Mail nicht größer als 20 MB Groß sein darf etc.

Gestaltet sich also allmählich als schwierig im den immer besser werdenden Smartphone Kameras.

Habe letztens auf einer Messe bestimmt 60 Fotos gemacht, die per Mail so versenden hätte womöglich ein halbes Jahr in Anspruch genommen.😂
+1

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