Google beerdigt Google Plus – Sicherheitspanne als Stein des Anstoßes

Facebook war längst das wichtigste Soziale Netzwerk rund um den Globus, als Google ebenfalls in jenen Markt vordringen wollte. Im Juni des Jahres 2011 brachte der Suchmaschinen-Gigant daher Google Plus ("Google+") an die Nutzer und wollte, eigenen Angaben zufolge, bestehende Google-Angebote mit den Aspekten eines Social Networks verknüpfen. Natürlich können Nutzer den Dienst auch als reine Freundes-Plattform nutzen, wie es bei Facebook der Fall ist. Google übernahm dafür das Konzept der "Kreise" – Benutzergruppen, die bestimmte geteilte Informationen sehen dürfen. Das von Facebook bekannte "Gefällt mir" ist bei Google ein "+1", außerdem stehen Videochats, Bildergalerien und unzählige weitere Funktionen zur Verfügung. Obwohl Google+ zunächst immense Wachstumsraten verzeichnete, nach dem ersten Quartal waren es schon 40 Millionen Nutzer, konnte der Dienst niemals an die Verbreitung von Facebook heranreichen. Jetzt gab Google das Ende des Dienstes bekannt – Stein des Anstoßes waren aber weniger die Nutzerzahlen als eine Sicherheitspanne.

Unberechtigter Zugang via Apps
Nutzerkonten waren über Jahre hinweg angreifbar, denn eine Sicherheitslücke erlaubte es, via Apps auf persönliche, eigentlich nicht öffentliche Daten zuzugreifen. Die Rede ist von 500.000 betroffenen Accounts, wenngleich Google keine Hinweise auf tatsächlichen Datenmissbrauch vorliegen. Es handelt sich daher weniger um eine Daten-, sondern nur um eine schwerwiegende Sicherheitspanne. Anwender können sich aber trotz der Erklärung nicht in Sicherheit wiegen, denn Google speichert die Logs nicht lange genug, um Datenmissbrauch komplett auszuschließen.

Lücke seit Frühjahr bekannt
Aufgefallen war besagte Schwachstelle bereits im März, angeblich aus Sorge vor Regulierungsbehörden hielt Google die Angelegenheit aber geheim. Beseitigt wurde die Lücke zwar, an die Öffentlichkeit ging Google jedoch nicht.
In der Stellungnahme via Blog-Posting verkündete Google zudem, dass die Tage des Dienstes gezählt seien. Bis Ende August 2019 werde man Google+ für Nutzer schließen, lediglich für Unternehmen bleibe das Netzwerk aktiv. Damit Nutzer ihre Daten sichern können, stellt Google im Laufe der kommenden Monate entsprechende Werkzeuge bereit.

Kommentare

nacho
nacho09.10.18 12:51
War ja auch lange genug in der Kühlkammer
+3
deus-ex09.10.18 13:40
Verschwiegene Sicherheitslücke? Google ist immer vorne mit dabei Sicherheitslücken in Produkten der Konkurrenz zu finden und zu veröffentlichen.
0
LoCal
LoCal09.10.18 13:46
deus-ex
Verschwiegene Sicherheitslücke? Google ist immer vorne mit dabei Sicherheitslücken in Produkten der Konkurrenz zu finden und zu veröffentlichen.

Das dachte ich mir auch … allerdings wurde die Lücke auch damals gefixt, sie wurde "nur" nicht bekannt gemacht.

Ganz sauber finde ich das trotzdem nicht.
+1
atlantide09.10.18 14:58
Angeblich waren von der Sicherheitslücke alle fünf Nutzer betroffen.
+6
Legoman
Legoman09.10.18 18:06
Wie viele dieser Nutzer gibt es wohl nur deswegen, weil man als Inhaber eines Google-Accounts irgendwann zwangsadopiert wurde? Ich hab es nicht ein einziges Mal genutzt.
0
tomtom00700
tomtom0070010.10.18 10:19
Es gibt aber noch Seiten die erreichbar sind... oder habe ich da etwas falsch verstanden. War vorhin auf der Lufthansa Seite und da war so ein G+ Button... Da dachte ich mal klick drauf ... und es kam eine Seite von G+.
-1
TFMail1000
TFMail100010.10.18 11:36
Da die Google plus Accountdaten meist mit der Google Hauptadresse verknüpft sind, wäre es interessant, mehr von dem Datenleck zu erfahren... 🤨
May the force be with you
0
xcess10.10.18 12:13
atlantide
Angeblich waren von der Sicherheitslücke alle fünf Nutzer betroffen.

😂👍🏾
Das dachte ich mir auch. Wer hat das denn schon genutzt?
0

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.

OK MacTechNews.de verwendet Cookies unter anderem für personalisierte Inhalte, Seitenanalyse und bei der Auslieferung von Google-Anzeigen. Dies war zwar schon immer so, auf Wunsch der EU muss nun jedoch explizit darauf hingewiesen werden. Durch Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen