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Vor 20 Jahren: Jobs präsentiert den ersten Mac mini mit Intel (und GMA) – sowie iPod Hi-Fi

Februar-Events ereigneten sich in Apples Geschichte eher selten, im Februar 2006 gab es aber ein solches. Die ersten beiden Intel-basierten Macs (MacBook Pro, iMac) waren gerade erst vorgestellt, da folgte bereits die dritte Modellreihe. Die PowerPC-Ära des Mac mini sollte lediglich ein Jahr dauern, als Steve Jobs auf besagtem Event die Intel-Zukunft des Geräts präsentierte. Zum Einsatz komme ein "Core Solo", so die damalige Bezeichnung eines Intel-Prozessors mit nur einem (funktionierenden) Kern. 2,5 bis 3,2 mal mehr Performance, so lautete das Versprechen auf der Bühne.


Allerdings endete die Vorführung damit nicht, denn Jobs kündigte zudem einen Core Duo mit zwei Kernen an – die Performance hebe damit in die Stratosphäre ab, so der damalige Apple-CEO. Im Vergleich zum G4-Prozessor erziele der Mac mini laut SPECint 4,8 bis 5,5 mal mehr Leistung, ohne dass es hierzu einer Anpassung des Gehäuses bedürfe. Das alles waren geradezu sensationelle Werte, welche den Mac mini erheblich aufwerteten. Der Preis des Basismodells stieg von 499 auf 599 Dollar, für den Dualprozessor musste man mindestens 799 Dollar aufbringen.


Keine echte Grafikkarte, "nur" noch Chipsatzgrafik
Eine andere Entscheidung sorgte jedoch für erhebliche Kritik. Hatte man sich beim vorherigen Mac mini noch damit gebrüstet, anders als sonstige Hersteller von kompakten Geräten auf eine echte Grafikkarte zu setzen, verbaute Apple beim Mac mini mit Intel-Prozessor nur noch eine integrierte Chipsatzgrafik (GMA950). Obwohl die etwas veraltete ATI Radeon 9200 äußerst schwachbrüstig war, standen ihr zumindest noch 32 MB dedizierter Videospeicher zur Verfügung. Die GMA musste hingegen bei niedrigerer Bandbreite auf den normalen Arbeitsspeicher zugreifen (Shared, aber nicht Unified Memory wie bei M-Macs). In Praxistests ergab sich ein uneinheitliches Bild: Spiele liefen oft schlechter, System-/Programmoberflächen dank "Core Image"-Hardwareunterstützung wesentlich flüssiger. Dennoch schmeckte die Entscheidung vielen nicht, denn die gefühlte Wertigkeit der Grafikeinheit nahm ab.

Die Vorstellung des "iPod Hi-Fi"
Noch eine weitere Produktvorstellung gab es auf dem kleinen Apple-Event. Man hätte im Jahr 2006 glauben können, dass "iPod" als Marke jedem Produkt zum Erfolg verhilft. Zumindest in einem Beispiel war das jedoch eindeutig nicht der Fall. Beim iPod Hi-Fi handelte es sich um ein Soundsystem mit integriertem iPod-Dock – kabellose Verbindung oder USB-Wiedergabe fehlten hingegen. Bei einem Preis von 349 Dollar fanden sich aber nur wenige Käufer. Lediglich eineinhalb Jahre blieb die Soundbox im Angebot, bevor Apple im Herbst 2007 schon wieder die Einstellung des Projekts bestätigte.

Kommentare

tranquillity
tranquillity17.02.26 16:56
Die Soundbox war ein typisches Beispiel, wie ein zu hoher Preis ein Produkt kaputt macht. 199$ wäre vielleicht noch ok gewesen.
+1
silversurfer2217.02.26 17:06
tranquillity
Die Soundbox war ein typisches Beispiel, wie ein zu hoher Preis ein Produkt kaputt macht. 199$ wäre vielleicht noch ok gewesen.

hast du das Teil mal selber besessen oder selber gehört ?

Ich ja, habe den iPod Hifi >10 Jahre selber benutzt, bevor ich ihn, wegen Sammlersicht, eingemottet habe
+2
ERNIE17.02.26 17:49
tranquillity
Die Soundbox war ein typisches Beispiel, wie ein zu hoher Preis ein Produkt kaputt macht. 199$ wäre vielleicht noch ok gewesen.

Ich fand das Teil ziemlich cool, aber die Box war ein wenig aus der Zeit gefallen. Entweder man gehörte noch eher zur Fraktion der HiFi-Interessierten und hatte eine Dicke Anlage und "nicht so eine Boombox" - oder man wollte etwas kompaktes/mobiles für weniger Geld.
Bezogen auf den Zeitgeist liegt Deine Aussage also gar nicht so sehr daneben, wie die Negativbewertungen glauben machen wollen.

[ EDIT ]: Inzwischen haben die "Daumen hoch"- Drücker das wohl bestätigt.
+1
silversurfer2217.02.26 17:55
Zu dem Zeitraum gab es auch etwas ähnliches von JBL mit nem Henkel & auch den B&W Zeppelin, wurden auch gut verkauft ... und Nachfrage hatte ich früher auch reichlich nach den iPod Hifi, weil eben sehr vielseitig einsetzbar gewesen.

Mit BT wäre das Teil natürlich perfekt gewesen. Anders war der Kundenkreis leider etwas einge / beschränkt.
+1
Zerojojo17.02.26 18:12
Der iPod Hifi ist super. Steht bei meiner Tochter im Zimmer, hängt an CD/Bluray Player und bringt die Wände zum Wackeln.
+3
michimaier17.02.26 19:11
@silversurfer22
Also ich kannte das Gerät sehr gut, gerade im Vergleich mit anderen Stations,
die iPod HiFi war ein gutes Produkt, aber es war eben nicht das beste Produkt bzgl Preis/Leistung, da gab es (nicht viele, aber ein paar) bessere, allerdings fand ich das Gerät für Apple verhältnismässig günstig und ich verstehe jeden der es mag.
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