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Ferrari Luce: Armaturenbrett von Apples Ex-Designern

Der Ferrari Luce ist ein Automobil, bei dem sich viele Premieren vereinen: Der italienische Sportwagenhersteller hat bisher noch keinen Fünfsitzer herausgebracht, der Elektroantrieb ist für den Autobauer ebenfalls Terra incognita, und auch für das von Jony Ive und Marc Newson gegründete Unternehmen LoveFrom ist es die erste Fahrerkonsole, welche es gestaltet (und zur Marktreife gebracht hat). In der Präsentation des noch in diesem Jahr erscheinenden Viertürers ist die Formensprache der Apple-Designer klar wiederzuerkennen – wenn auch nur im Inneren.


Stilbildende Elemente, wie könnte es anders sein, sind abgerundete Rechtecke aus Aluminium und Glas. Das Armaturenbrett und das Steuerungselement in der Mittelkonsole erinnern an Dashboard-Widgets aus frühen Mac-OS-X-Versionen. Anders als bei iPhone und iPad kehrt LoveFrom dem weitverbreiteten Touch-Interface den Rücken und setzt im Ferrari auf dreh- oder drückbare physische Schalter. Das aus Aluminium geformte Lenkrad wird durch (abgerundete) Dreiecke ergänzt, auf denen sich durch Ertasten erkennbare Bedienelemente befinden – wer sie bedienen will, muss nicht den Blick von der Straße abwenden.

Das Interieur des Ferrari Luce. (Quelle: Ferrari)

Hätte so das „Project Titan“ ausgesehen?
Tachometer und Drehzahlmesser sind rund, die Uhr auch – letztere auch analog. Wo es sinnvoll ist, kommen natürlich weiterhin Multifunktionsdisplays zum Einsatz. Die Mehrzahl der Bedienelemente, so erscheint es zumindest auf den veröffentlichten Bildern, ist jedoch ertastbar. Als Jony Ive noch als Designer bei Apple arbeitete, soll er maßgeblich an der Gestaltung des Autoprojekts „Project Titan“ beteiligt gewesen sein, welches im Februar 2024 ergebnislos beendet wurde.

Ungewohntes Design
Das Exterieur preist der Hersteller als äußerst aerodynamisch – der Luce soll „den niedrigsten Luftwiderstandsbeiwert in der Geschichte von Ferrari“ aufweisen. Auch am Klang des Elektroautos wurde lange gefeilt: Mikrofone fangen die elektromechanischen Schwingungen der Achsen auf, um mittels Soundeffekten und Verstärkung ein überzeugendes Vrrooom zu erzeugen.

Die Türen des Ferrari Luce öffnen zur Fahrzeugmitte. (Quelle: Ferrari)

Börsenwert sinkt
Das Viertürerdebüt mit Elektromotor lässt sich bereits jetzt vorbestellen; die ersten Exemplare sollen zum Jahresende bei Kunden eintreffen. Die Standardkonfiguration mit Vierradantrieb (772 kW/1.050 PS) und 122-kWh-Akku wird etwa 550.000 Euro kosten. Nach der Vorstellung des Ferrari Luce verlor die Aktie des Unternehmens an Wert, zeitweilig lag der Kurs acht Prozent unter dem des Vortags.

Der Kurs der Ferrari-Aktie über die Jahre.

Kommentare

gfhfkgfhfk27.05.26 15:07
Sieht wie Ferraris Sargnagel aus.
-3
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck27.05.26 15:13
Obwohl ich Ferraris Design noch nie wirklich "schön" fand (brachial ja, imposant auch, aber nicht "schön"), sieht das echt übel aus. Irgendwie erinnert es an ein Concept-Car aus den späten 90ern oder frühen 2000ern. Besonders die rückwärtige Ansicht ist befremdlich:

+3
zcarsten27.05.26 15:22
Das hat Ferrari extra so designed, damit sie dann sagen können, seht her, E-Autos will keiner.
BTW: Furchtbares Design!
+3
Niederbayern
Niederbayern27.05.26 15:24
Der Erste Ferrari den man im Rückspiegel nicht gleich als Ferrari erkennt,top🤣
+2
zactech27.05.26 15:28
Das Heck ist echt schwach, genau wie Entscheidung, dass das erste E-Auto von Ferrari mit 5,02m auch das bisher längste in der Ferrarigeschichte sein muss statt einfach einen überzeugenden Sportwagen zu bauen.

Das Cockpit geht so, es sieht alles ein bisschen nachträglich möbliert aus: hier noch ein Tablet, da noch eine Konsole vor die Becherhalter.

Wenn ich mir allerdings das Cockpit des ebenfalls aktuellen Prosangue ansehe, wirkt das des Luce plötzlich wie eine Erlösung.
+4
Buginithi
Buginithi27.05.26 15:37
Der Pabst hat jedenfalls seinen Segen gegeben.
0
Zerojojo27.05.26 15:37
Innen hui, außen pfui.
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Dicone
Dicone27.05.26 15:40
Ich bin überrascht über die ganzen negativen Meinungen zum Design. Vor allem auf Social Media. Ich persönlich find den Ferrari jetzt weder besonders schön noch super hässlich. Aber interessant. Was ich sehr auffällig finde, das passiert oft bei neuen Autos. Siehe auch VW Bus iD Buzz oder als BMW auf rund und gnubbelig umschwenkte mit neuem Chef Designer ende der 90er oder wann genau das war. Da hat BMW aber einen der Grundsteine der heutigen Designs in der Autoindustrie gelegt. Als Designer muss man in die Zukunft schauen und Trends erahnen oder setzen. Designs wiederholen kann jeder. Damit will ich konkret sagen, schaut mal auf das Auto in 5 Jahren, auch auf die Verkaufszahlen. Denn dann wirkt das Design erst nicht jetzt.
+3
Peanuts
Peanuts27.05.26 15:44
Ich finde den gar nicht so schlecht, vor allem von außen. Nur: das Auto sieht nicht wie ein Ferrari aus. Innen ist es nicht mein Geschmack. Dieses angesetzte Tablet Design gefällt mir auch bei anderen Firmen nicht.
+2
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck27.05.26 15:44
Dicone
Ich verstehe, was du meinst – man muss manchmal erst mit einem Design warm werden und einen zweiten oder dritten Blick drauf werfen. Nach meiner Ansicht nach gelingt das aber nur, wenn man mit einem "hmmm, ich fand die Vorgängergeneration schöner" reagiert statt mit einem "Was zur Hölle ist das denn??".

Hätte ich den Ferrari Luce ohne Ferrari-Zeichen gesehen, ich wäre NIE darauf gekommen, dass das ein Ferrari ist oder ein Auto für sage und schreibe 550.000 Euro.
0
macblubb
macblubb27.05.26 15:45
Tolle Form, endlich individuell, in sich konsequent, weitweg vom derzeitigen unmutigen Allerweltseinheitdesignbrei, auch Tacho, Bedienelemente etc. sehen nicht aus wie der übliche Elektronikspielkram. Gefällt mir, mehr Mut würde auch den deutschen Automobilbauern gut tun, es muss nicht jeder Mercedes wie ein Stück Seife aussehen.
Don't touch anything and don't go to the toilet!
+4
ww
ww27.05.26 15:53
Hat was vom Alfa Romeo SZ

Und der gefällt mir bis heute nicht.
+1
RAMses3005
RAMses300527.05.26 15:54
Das sieht wie alle modernen E-Autos aus … aalglatt und ohne was am dem das Auge hängenbleibt. Genau das Gegenteil von einem Ferrari.

Da war der erste E-Porsche sofort als Porsche zu erkennen. Auch bei Daimler werden alle neuen E-Autos stilistisch und optisch wieder an das Markendesign angelehnt. Sie bekommen wieder Schalter und die Aal-Optik ist auch Geschichte.

Kein Kundenkreis ist weiter weg von E-Auto-Begeisterung als Ferrari oder Lamborghini-Kundschaft. Zumindest bei den Sport- und Supersportwagen. Ich bezweifle dass es viele Kunden finden wird. Aber ich hoffe dass ich mich irre und Ferrari damit doch Erfolg haben wird.
0
System 6.0.1
System 6.0.127.05.26 15:58
Er wird floppen. Nicht weil er schlecht aussieht oder schlecht performt, sondern weil Ferrari-Kunden genauso fossil sind, wie der Treibstoff, dem sie huldigen.

Die wollen Lärm.

Man muss merken, wenn sich ihr Auftritt ankündigt. Da sind sie wie Motorrad-Fahrer: Nimmt man ihnen den Sound der Maschine weg, bleibt nichts übrig was sie motiviert sich den Quatsch anzutun.

Mutig von Ferrari, aber umsonst. Wenn wir das 7°-Ziel reißen, dann können die damit nochmal kommen. Vorher sehe ich da keine Chance.

„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
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milk
milk27.05.26 15:59
Außen ein Japaner aus den frühen 2000ern, und innen dann ein Cockpit wie von Logitech.

Das ist nach dem Mondial somit der zweite Ferrari, bei dem es mir egal ist, dass ich ihn mir nicht leisten kann.
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MacMann72
MacMann7227.05.26 16:00
Also so wie ich das verstanden habe, ist Jony nicht nur für das Interieur verantwortlich. Auch das Exterieur stammt von LoveFrom.

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hepar0927.05.26 16:01
Mendel Kucharzeck
Hätte ich den Ferrari Luce ohne Ferrari-Zeichen gesehen, ich wäre NIE darauf gekommen, dass das ein Ferrari ist oder ein Auto für sage und schreibe 550.000 Euro.

So unterschiedlich ist die Wahrnehmung: ich sehe die 4 ikonischen Rundleuchten des Hecks und denke sofort an Ferrari.

Abgesehen davon gefällt mir der Retro-Look des Armaturenbretts…70er Rally Vibes
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