Zusammengefasst: Die skurrile Tech-Anhörung von Cook & Co. – von Politiker-Profilierung, Geheimabsprachen (Apple & Amazon) und 40 statt 30 % im App Store

Für die vier Tech-Riesen, die sich gestern vor dem US-Kongress zu verantworten hatten, steht viel auf dem Spiel. Apple, Facebook, Amazon und Google haben allesamt ein großes Imperium aufgebaut, welches Milliarden an Menschen direkt betrifft. Die Frage lautet allerdings, ob alles mit rechten Dingen zugeht – oder ob die Unternehmen ihre Marktmacht zum Schaden von Konkurrenz und auch Kunden missbrauchen. Bei der Anhörung wurde allerdings recht schnell klar, dass es insgesamt weniger um Apple als um Facebook und Google ging – unmittelbare Konsequenzen hat aber keiner der Beteiligten zu befürchten. Ein Mantra der vier CEOs lautete: Es gebe unheimlich viel Wettbewerb in allen Bereichen, keiner der vier könne die Regeln des Marktes bestimmen.


Viele Abgeordnete wollten sich nur profilieren
Fünf Stunden lang dauerte die Veranstaltung, viel Zeit verstrich für wortreiche, beschwichtigende Ausführungen der CEOs, denen natürlich schon vorher weitgehend bekannt war, welche Fragen bevorstanden. Außerdem war es diversen Abgeordneten wichtiger, sich in Selbstdarstellung zu üben, anstatt mit fundierten, kritischen Fragen zu überzeugen. Cook, Zuckerberg, Pichai und Bezos hatten daher kein besonders schweres Spiel – wenn sie zu Wort kamen, denn regelmäßig konnten sie gar nicht antworten, da der jeweilige Abgeordnete mit seinem eigenen Monolog noch nicht fertig war. Selten gelang es Abgeordneten, wirklichen Druck auszuüben.


Die Befragungs-Leinwand

Unzählige Beitrage waren schlicht Themaverfehlung
Marktbeobachtern zufolge wurde zwar der eindeutige Wille vonseiten der Politik klar, den Tech-Riesen nicht wie in den letzten Jahren einfach nur zusehen zu wollen, insgesamt ging der Punktsieg aber klar an die exzellent vorbereiteten Unternehmensvertreter. Diese mussten sich in weiten Teilen noch nicht einmal zu wettbewerbsrechtlichen Fragen äußern, sondern konnten dem Parteiengezänk zuhören. Anstatt zielgerichtet jene Themen unter die Lupe zu nehmen, um die es eigentlich gehen sollte, nutzten vor allem republikanische Abgeordnete das Podium, um die angeblich so schlechte Behandlung der Partei in (Sozialen) Medien zu kritisieren. Ein Abgeordneter witterte eine Verschwörung, da seine E-Mails oft in Spam-Ordnern landen, ein anderer warf Facebook vor, den Account von Donald Trumps Sohn gelöscht zu haben (was nicht der Fall war, Twitter hatte den Account deaktiviert).

Von Demokratischer Seite aus gab es wesentlich besser vorbereitete Nachfragen, allerdings ebenfalls oft am eigentlichen Thema vorbei. Unter anderem ging es darum, warum Facebook millionenfach offensichtliche Falschinformationen wie Corona-Verschwörungen weiterverbreite – doch auch dies war ebenso wenig der Grund für die Anhörung wie Generalabrechnungen mit Großunternehmen. Dass Monopole schädlich sind und Konkurrenz anzustreben sei, war schon vor der Veranstaltung jedem bewusst. Dennoch sollte man die Anhörung nicht leichtfertig als gescheitert bezeichnen. Das "Grillen" vor dem Kongress hat sehr oft nur Show-Charakter und fördert selten ganz Wahrheiten zutage. Hinter den Kulissen ist die Angelegenheit noch längst nicht ausgestanden, denn die Wettbewerbshüter werden weiterhin intensiv auf die Tech-Riesen blicken und weitere Hinweise auf kartellrechtlich relevante Verhaltensweisen suchen.


Interessanter: Apples Spezial-Deals mit Amazon
Auch Cook hielt sich weitestgehend an die vorab veröffentlichte Argumentationslinie (siehe diese Meldung ). Spannender waren hingegen bislang unter Verschluss gehaltene Unterlagen. Beispielsweise gab es eine Vereinbarung zwischen Apple und Amazon, wonach der Handelsriese nur halb so hohe Gebühren für Prime an Apple zu entrichten habe. Wenn sich ein Nutzer über die App registrierte, erhielt Apple also 15 statt 30 Prozent – und wenn es vorher schon eine Amazon-Registrierung gab, verzichtete Apple ganz auf Abgaben. Seit diesem Jahr darf Amazon Käufe sogar komplett an Apples eigenen Mechaniken vorbei abwickeln (siehe ), was in ziemlichem Widerspruch zu Tim Cooks Aussage "wir behandeln jeden gleich!" steht.

Interne Unterlagen: Apple erörterte höhere Gebühren für Entwickler
Bekanntlich verlangt Apple 30 Prozent des erzielten Umsatzes als Gebühren – wenn der Umsatz durch den Verkauf von Apps, In-App-Purchases oder Abos entstand. Einer internen E-Mail zufolge diskutierte Apple aber vor knapp zehn Jahren, fortan sogar 40 Prozent zu verlangen. "Man lasse sonst Geld auf dem Tisch liegen", hieß es in den Erwägungen von Apples Dienste-Chef Eddy Cue und dessen Managern. Konkret ging es dabei um Abos, welche zu jener Zeit noch eine ganz neue Idee waren.


Bekanntlich entschied sich Apple aber dafür, auch Abos mit 30 Prozent "zu versteuern" – wenige Jahre später senkte Apple die Gebühren dann auf 15 Prozent für das zweite und alle folgenden Jahre. Tim Cook konnte daher seine Aussage unterstreichen, man habe es für Entwickler seit Anbeginn des App Stores nie teurer, sondern sogar günstiger gemacht. Gleichzeitig untermauerte er die Aussage, von 84 Prozent der Entwickler überhaupt keine Gebühren zu verlangen, da diese keine Umsätze über den App Store erzielen.

Kommentare

macbeutling
macbeutling30.07.20 09:56
Meine Herren, ist das ein Zirkus gewesen:
da ging es doch nicht um Inhalte, sondern nur um die Selbstdarstellung einiger Abgeordneter, ein totaler Witz.

Da wirft man Zuckerberg vor, DTjr. Video gelöscht zu haben, obwohl das Twitter war.

Eine absolute Verschwendung von Zeit und Steuergeldern.
Glück auf🍀
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DTP
DTP30.07.20 10:15
Ich finde, dass die Apple Diskussion hier am Thema vorbei geht. Ob Apple nun 10%, 30% oder 50% nimmt, ist ja an sich kein Ausnutzen einer marktbeherrschernder Stellung zu tun.

Was mMn bei Apple falsch läuft, ist die Benachteiligung von Anbietern, die mit Apple im App Store um kostenpflichtige Inhalte konkurrieren. Apple kann zB ein Musikabo für €10 anbieten; macht dies ein anderer Musikanbieter auch, bekommt er aber nur €7. Oder müsste das für €14,28 anbieten, was dann Kunden zu Apple abwandern lässt.

Eine Lösung wäre es, solchen Anbietern die Gebühr zu erlassen. Bei Amazon scheint das ja schon zu geschehen…

Das ist wie bei der Telekom, wenn diese für die letzte Meile €20 berechnen würde. Ihre eigenen DSL Dienste könnte sie dann wesentlich günstiger anbieten als ein anderer DSL Anbieter.
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deus-ex30.07.20 10:47
DTP
Ich finde, dass die Apple Diskussion hier am Thema vorbei geht. Ob Apple nun 10%, 30% oder 50% nimmt, ist ja an sich kein Ausnutzen einer marktbeherrschernder Stellung zu tun.

Was mMn bei Apple falsch läuft, ist die Benachteiligung von Anbietern, die mit Apple im App Store um kostenpflichtige Inhalte konkurrieren. Apple kann zB ein Musikabo für €10 anbieten; macht dies ein anderer Musikanbieter auch, bekommt er aber nur €7. Oder müsste das für €14,28 anbieten, was dann Kunden zu Apple abwandern lässt.

Eine Lösung wäre es, solchen Anbietern die Gebühr zu erlassen. Bei Amazon scheint das ja schon zu geschehen…

Das ist wie bei der Telekom, wenn diese für die letzte Meile €20 berechnen würde. Ihre eigenen DSL Dienste könnte sie dann wesentlich günstiger anbieten als ein anderer DSL Anbieter.
Heute: Ich erhalte 70% des Erlöses.
Morgen: Ich erhalte 100% weil Apple zufällig eine Konkurenzprodukt ins Rennen schickt.
Gleichbehandlung sieht anders aus.

Obwohl. Wahrscheinlich steht jeder in Konkurrenz zu Apple. Spiele, Büro, Media... Apple hat quasi in jeder Rubrik ein eigenes Angebot. Somit müsste niemand was abdrücken und Apple bleibt auf den Kosten des App Store Betriebs sitzen.
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FlyingSloth30.07.20 11:22
Cool flog bei dem ganzen Schauspiel ohnehin unter dem Radar. Im Vergleich zu den anderen 3 CEOs hat er ja kaum Fragen beantworten müssen und konnte sich gemütlich zurücklehnen.
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DTP
DTP30.07.20 11:27
deus-ex
Morgen: Ich erhalte 100% weil Apple zufällig eine Konkurenzprodukt ins Rennen schickt.
Gleichbehandlung sieht anders aus.
"zufällig"? Ich glaube nicht, dass Apple etwas zufällig macht. Und wie man ja jetzt mitbekommt, behandelt Apple ja einige Anbieter jetzt schon anders (wie Amazon).
deus-ex
Wahrscheinlich steht jeder in Konkurrenz zu Apple. Spiele, Büro, Media... Apple hat quasi in jeder Rubrik ein eigenes Angebot.
Ein kostenpflichtiges? Eher nicht. Schau mal in den iOS App Store, Apple hat nur eine Handvoll Programme, die etwas kosten (Kauf oder Abo).
deus-ex
Apple bleibt auf den Kosten des App Store Betriebs sitzen.
Ohne Apps wäre das iPhone ja nicht so ein Erfolg geworden. Das ist mit Sicherheit auch eine Mischkalkulation. Und Apple will das ja auch so, ansonsten könnte es auch Drittanbieter-Stores oder Sideloading zulassen. Will Apple aus verschiedensten Gründen nicht, das Sicherheitsmarketing ist nur einer davon. Und die Gewinne, die der App Store einfährt, auch einer. Ist das nicht bei allen marktbeherrschenden Unternehmen so? Verdient die Telekom nicht an der letzten Meile?
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MikeMuc30.07.20 12:05
Mich würden wegen Amazon mal die absoluten Zahlen interessieren
Wahrscheinlich ist der Umsatz mit Amazon trotz Ermäßigung immer noch höher als derjenige der Plätze 2-5 zusammen
Da bleibt Apple dann gar nix anders übrig als ne Extrawurst für Amazon zu braten. Gleichbehandlung hin oder her, wie allseits bekannt ist, sind mache eben doch gleicher.
+1
Bitsurfer30.07.20 12:21
DTP
Ich finde, dass die Apple Diskussion hier am Thema vorbei geht. Ob Apple nun 10%, 30% oder 50% nimmt, ist ja an sich kein Ausnutzen einer marktbeherrschernder Stellung zu tun.

Was mMn bei Apple falsch läuft, ist die Benachteiligung von Anbietern, die mit Apple im App Store um kostenpflichtige Inhalte konkurrieren. Apple kann zB ein Musikabo für €10 anbieten; macht dies ein anderer Musikanbieter auch, bekommt er aber nur €7. Oder müsste das für €14,28 anbieten, was dann Kunden zu Apple abwandern lässt.

Ich hab mein Abo bei Spotify selbst. Da wandert gar nix zu Apple. Aber Spotify schreit ja auch am lautesten obwohl es sie nur betrifft wenn der Kunde zu doof ist das bei Spotify selbst abzuschliessen.
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sierkb30.07.20 13:25
Business Insider (30.07.2020): Emails released as part of Congress' antitrust hearing show how ruthless Steve Jobs could be
  • Newly released emails from Steve Jobs show how ruthless he could be.
  • In one of the emails, made public by a Congressional subcommittee investigating antitrust concerns, Jobs advised subordinates to "cut off" a developer.
  • In another email message, Jobs said Apple's iBooks bookstore was going to be the only digital books marketplace on iPhones and iPads.
  • The messages are sure to add to concerns that Apple is using its control over its App Store to throttle rivals and boost its own apps.
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sjoerd
sjoerd30.07.20 13:49
macbeutling
Meine Herren, ist das ein Zirkus gewesen:
da ging es doch nicht um Inhalte, sondern nur um die Selbstdarstellung einiger Abgeordneter, ein totaler Witz.

Da wirft man Zuckerberg vor, DTjr. Video gelöscht zu haben, obwohl das Twitter war.

Eine absolute Verschwendung von Zeit und Steuergeldern.

Mal davon abgesehen, die CEO sind alle mit allen Wassern gewaschen, wer da nicht perfekt Vorbereitet ist und seinen Job mindest genau so gut drauf hat geht mit Pauken und Trompeten unter..
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Weia
Weia30.07.20 16:53
DTP
Ich finde, dass die Apple Diskussion hier am Thema vorbei geht. Ob Apple nun 10%, 30% oder 50% nimmt, ist ja an sich kein Ausnutzen einer marktbeherrschernder Stellung zu tun.
Wieso das denn? Natürlich kann Apple den Prozentsatz nur diktieren, weil diejenigen, die gerne iOS-Apps veröffentlichen möchten, keine Wahl haben als sich dem zu beugen, was immer Apple sich ausdenkt.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+3
DTP
DTP30.07.20 20:18
Weia
DTP
Ich finde, dass die Apple Diskussion hier am Thema vorbei geht. Ob Apple nun 10%, 30% oder 50% nimmt, ist ja an sich kein Ausnutzen einer marktbeherrschernder Stellung zu tun.
Was mMn bei Apple falsch läuft, ist die Benachteiligung von Anbietern, die mit Apple im App Store um kostenpflichtige Inhalte konkurrieren.
Wieso das denn? Natürlich kann Apple den Prozentsatz nur diktieren, weil diejenigen, die gerne iOS-Apps veröffentlichen möchten, keine Wahl haben als sich dem zu beugen, was immer Apple sich ausdenkt.
Ok, gehen wir mal davon aus, dass Apple keine Apps/Abos hätte, die mit anderen Anbietern konkurrieren oder es bestimmte Verkäufe (wie eBooks) ausschließt.

Dann geht es ja allein um die Höhe der "Marge". Und die 30% sind ja weder gottgegeben noch gesetzlich vorgegeben. Sondern eine von Apple nach wahrscheinlich reiflicher Untersuchung festgesetzte Gebühr, die zur Einführung den Kompromiss zwischen Gewinnmaximierung und Akzeptanz suchte. Anbieter von Apps wussten das und wollten von Apples Ökosystem profitieren. Ob die Marge nun bei 25% oder 40% gelegen hätte, hätte wahrscheinlich nur den Unterschied gemacht, zu welchen Endpreisen Apps in den Store gekommen wären. Bei 50% Marge hätten wir uns wahrscheinlich eher an Apps gewöhnt, die €5 kosten und nicht €1 oder €3. Oder kein iPhone gekauft, da es keine Apps gegeben hätte.

Erst durch Apples unfaire Ausnutzung eines Preisvorteils (wir können für 70% anbieten, ihr müsst für 30%) oder sogar ein echtes Monopol (nur wir dürfen eBooks anbieten) wird es unfair.
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Weia
Weia30.07.20 21:50
DTP
Ok, gehen wir mal davon aus, dass Apple keine Apps/Abos hätte, die mit anderen Anbietern konkurrieren […]

Dann geht es ja allein um die Höhe der "Marge".
Nicht nur. Es geht auch darum, allein zu bestimmen, welche Inhalte auf die Plattform dürfen und welche nicht.

Aber ja, die Höhe der Marge ist natürlich ein wesentlicher Punkt.
Und die 30% sind ja weder gottgegeben noch gesetzlich vorgegeben. Sondern eine von Apple nach wahrscheinlich reiflicher Untersuchung festgesetzte Gebühr, die zur Einführung den Kompromiss zwischen Gewinnmaximierung und Akzeptanz suchte. Anbieter von Apps wussten das und wollten von Apples Ökosystem profitieren.
Das finde ich ein höchst befremdliches Argument. Wenn ich von einer zweifelhaften Praxis vorher weiß, wird sie dadurch doch nicht weniger zweifelhaft.

Schutzgeldzahlungen an die Mafia werden doch nicht dadurch legitimer, dass die Pizzabäcker vorher wussten, dass sie Schutzgeld würden zahlen müssen, wenn sie in der Innenstadt eine Pizzeria eröffnen wollen.
Ob die Marge nun bei 25% oder 40% gelegen hätte, hätte wahrscheinlich nur den Unterschied gemacht, zu welchen Endpreisen Apps in den Store gekommen wären.
Richtig. Und aufgrund dieses Einflusses auf die Endkundenpreise ist es nicht legitim, wenn Apple hier konkurrenzlos und daher nach Gutdünken agieren kann.
Erst durch Apples unfaire Ausnutzung eines Preisvorteils
Da kann ich nun wiederum keinerlei Unfairnis entdecken.

Wenn, wie die Verteidiger des Apps Stores nicht müde werden zu betonen, die 30% im Wesentlichen die tatsächlichen Kosten für den Vertrieb decken, die der Anbieter andernfalls in ähnlicher Höhe selbst zu schultern hätte, wo ist dann ein Problem? Netflix ist fein raus, weil es sich beim Vertrieb via App Store um nix kümmern muss, während Apple den ganzen Vertriebsaufwand auf niemanden abwälzen kann.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+1
DTP
DTP03.08.20 10:47
Weia
Schutzgeldzahlungen an die Mafia werden doch nicht dadurch legitimer, dass die Pizzabäcker vorher wussten, dass sie Schutzgeld würden zahlen müssen, wenn sie in der Innenstadt eine Pizzeria eröffnen wollen.
Und du findest meine Argumentation "befremdlich"?
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DTP
DTP03.08.20 10:52
Weia
Richtig. Und aufgrund dieses Einflusses auf die Endkundenpreise ist es nicht legitim, wenn Apple hier konkurrenzlos und daher nach Gutdünken agieren kann.
Wer soll denn dMn die Marge festlegen? Eine Regierungskommission sowie bei Roamingkosten? Max. 20% für Stores? Und was bekommt man dafür, gibt es Vorteile, die Apple dafür liefern muss?

Ich finde – anders als viele hier – Softwarepreise von €10 oder sogar €20 nicht als "Abzocke". Ich wundere mich eher, wie Softwareentwickler von €0,99 pro lebenslanger Lizenz leben können. Kein Wunder, dass so viele Abomodelle ausprobieren.
Besser wäre es eine echte Testversion zu ermöglichen oder Upgrades, aber das will Apple ja wieder nicht. Fände ich viel wichtiger als eine Preiskommission. genauso wie die "Zensur" von Apps, siehe nachfolgenden Beitrag.
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DTP
DTP03.08.20 10:54
Hier ein lesenswerter Beitrag von Proton zu Apples Geschäftspraktiken:
https://protonmail.com/blog/apple-app-store-antitrust/

Proton kann ich sehr empfehlen, wenn man Privatsphäre groß schreibt.

Wer Probleme mit dem Verständnis des englischen Texts hat, hier eine Übersetzungshilfe: https://www.deepl.com/translator
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Weia
Weia03.08.20 15:50
DTP
Weia
Schutzgeldzahlungen an die Mafia werden doch nicht dadurch legitimer, dass die Pizzabäcker vorher wussten, dass sie Schutzgeld würden zahlen müssen, wenn sie in der Innenstadt eine Pizzeria eröffnen wollen.
Und du findest meine Argumentation "befremdlich"?
Äh, jaaaaa? Ganz besonders befremdlich finde ich aber, dass Du mit dieser rhetorischen Frage ja offenbar andeuten willst, dass Du meinen Vergleich schief findest, nur um im Anschluss einen Beitrag als „lesenswert“ zu empfehlen, der exakt denselben Vergleich anstellt:
DTP
Hier ein lesenswerter Beitrag von Proton zu Apples Geschäftspraktiken:
https://protonmail.com/blog/apple-app-store-antitrust/
Proton
This [die App-Store-Gebühr, Weia] is virtually indistinguishable from a protection racket: It is a fee that developers must pay if they want to stay in business.
DTP
Wer Probleme mit dem Verständnis des englischen Texts hat, hier eine Übersetzungshilfe: https://www.deepl.com/translator
Vielleicht hättest Du die mal in Anspruch nehmen sollen – protection racket = Schutzgeld, sprich, exakt, was ich beschrieb. Wie überhaupt der ganze Artikel von Proton 1:1 mit meinen Argumenten übereinstimmt, weswegen mir etwas schleierhaft ist, weshalb Du die zurückweist, den Proton-Beitrag aber als lesenswert verlinkst.
DTP
Weia
Richtig. Und aufgrund dieses Einflusses auf die Endkundenpreise ist es nicht legitim, wenn Apple hier konkurrenzlos und daher nach Gutdünken agieren kann.
Wer soll denn dMn die Marge festlegen? Eine Regierungskommission sowie bei Roamingkosten?
Wie kommst Du denn jetzt wieder darauf? Nirgendwo habe ich von einer Kommission geschrieben; das wäre nun wirklich das Letzte, was mir einfiele.

Nein, die Marge sollte sich natürlich aus dem Wettbewerb mehrerer Stores ergeben, den Apple dazu aber natürlich erstmal zulassen müsste.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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DTP
DTP03.08.20 16:24
Weia
Äh, jaaaaa? Ganz besonders befremdlich finde ich aber, dass Du mit dieser rhetorischen Frage ja offenbar andeuten willst, dass Du meinen Vergleich schief findest, nur um im Anschluss einen Beitrag als „lesenswert“ zu empfehlen, der exakt denselben Vergleich anstellt:
Darf ich keine Beiträge verlinken, die nicht 100% meiner Meinung entsprechen??? Ok, sorry, wusste ich nicht.

Protons Blogeintrag greift viele Aspekte auf. Meine. Deine. Und auch welche, die hier noch nicht zur Sprache gekommen sind, wie zB die Einschränkung der Meinungsfreiheit. Das könnte ja die Diskussion befeuern.
Weia
DTP
Wer soll denn dMn die Marge festlegen? Eine Regierungskommission sowie bei Roamingkosten?
Wie kommst Du denn jetzt wieder darauf? Nirgendwo habe ich von einer Kommission geschrieben; das wäre nun wirklich das Letzte, was mir einfiele.

Nein, die Marge sollte sich natürlich aus dem Wettbewerb mehrerer Stores ergeben, den Apple dazu aber natürlich erstmal zulassen müsste.
Wieso fühlst dich denn eigentlich immer gleich angegriffen? Da mir aus deinen Beiträgen nicht klar war, was du bevorzugst, war das eine Frage, wie du dir das vorstellst. Muss ich das raten oder darf ich das fragen? Oder wie stellst du dir eine konstruktive Diskussion vor?

Und "jetzt schon wieder" ist auch so eine Diskussion-Totschlag-Phrase.

Sideloading/Drittanbieterstores hatte ich ja oben schon vorgeschlagen.
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Weia
Weia03.08.20 17:20
DTP
Darf ich keine Beiträge verlinken, die nicht 100% meiner Meinung entsprechen??? Ok, sorry, wusste ich nicht.
Doch doch, darfst Du. Ist nur manchmal ein bisschen verwirrend … lesenswert suggeriert schon tendenzielle Zustimmung.
Protons Blogeintrag greift viele Aspekte auf. Meine. Deine. Und auch welche, die hier noch nicht zur Sprache gekommen sind, wie zB die Einschränkung der Meinungsfreiheit.
Weia
DTP
Dann geht es ja allein um die Höhe der "Marge".
Nicht nur. Es geht auch darum, allein zu bestimmen, welche Inhalte auf die Plattform dürfen und welche nicht.
DTP
Wieso fühlst dich denn eigentlich immer gleich angegriffen? Da mir aus deinen Beiträgen nicht klar war, was du bevorzugst, war das eine Frage, wie du dir das vorstellst. Muss ich das raten oder darf ich das fragen? Oder wie stellst du dir eine konstruktive Diskussion vor?
Klare Aussagen statt Sätzen, die so viel Interpretationsspielraum lassen wie Und du findest meine Argumentation "befremdlich"? , wären hilfreich. Und offene Fragen statt solcher, die mir ausgerechnet eine Antwort in den Mund legen, die mir die total fern liegt.
Und "jetzt schon wieder" ist auch so eine Diskussion-Totschlag-Phrase.
Ich verstehe halt nicht, wie man darauf kommen kann, ich würde mir eine Kommission oder ähnliches vorstellen, wenn ich in dem direkt davor von Dir zitierten Satz doch geschrieben habe wenn Apple hier konkurrenzlos […] agieren kann. Eigentlich sollte daraus doch hervorgehen, dass der Preisfindungsmechanimus, den ich vermisse, die Konkurrenz ist.

Ansonsten tut es mir leid, wenn ich dünnhäutig reagiert habe. Dank einer Nachbarschaftsbaustelle, deren Lärm mich seit einem Jahr langsam aber sicher um den Verstand bringt, habe ich ich heute Nacht mal wieder nur 2 Stunden geschlafen; sorry.
Sideloading/Drittanbieterstores hatte ich ja oben schon vorgeschlagen.
Ja, aber das ist ja kein Grund für mich, das nicht auch so zu sehen. Sorry für die Zustimmung.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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