Cook vor dem Kongress: Das komplette Statement – mit teils wackeliger Argumentation

Bekanntlich muss auch Tim Cook vor einem Ausschuss des US-Kongresses Rede und Antwort zu Apples Geschäftspraktiken im App Store stehen. Vorab veröffentlicht wurde bereits die offizielle Stellungnahme, welche Apple gegenüber dem "Subcommittee on Antitrust, Commercial and Administrative Law" abgab. Wir fassen die wichtigsten Aussagen stichpunktartig zusammen und werfen einen Blick darauf, welche Verteidigungslinie Tim Cook versucht. An einigen Stellen haben wir Kommentare eingefügt, denn manche Argumente erscheinen wackelig und halten eingehender Überprüfung nicht stand.


Einleitende Worte
  • Cook preist Apples Bestreben, das Leben von Menschen bereichern zu wollen – mit der Überzeugung, nicht die meisten, sondern die besten Produkte zu erschaffen
  • Apple ist ein einzigartiges amerikanisches Unternehmen mit einer Erfolgsgeschichte, welche nur in den USA möglich sei
  • Mit dem iPhone schuf Apple ein einzigartiges Ökosystem, dessen Abstimmung von Hardware, Software, Bedienung und Einfachheit von Anfang an zu den höchsten Zufriedenheitsraten unter Mobiltelefonen führte
  • Dennoch sei der Smartphone-Markt heiß umkämpft, mit teils ganz unterschiedlichen Geschäftsmodellen (z.B. Google, Huawei, Samsung)

Apples Grundüberzeugungen
  • Privatsphäre und Sicherheit stehen bei Apples Entscheidungen immer im Vordergrund
  • Auch beim App Store galt von Anfang an, eine vertrauenswürdige Plattform erschaffen zu wollen – für Nutzer und Entwickler
  • Dazu zähle auch, die Qualität durch genaue Vorgaben und Überprüfung einer jeden App hochzuhalten
  • Wer als Nutzer eine App beziehe, müsse sich darauf verlassen können, dass diese sicher und zuverlässig ist


So hatte es 2008 begonnen

App Store: Keine Regalmiete, Zugang für alle
  • Entwickler bestimmen die Preise selbst und bezahlen keine "Regalmiete"
  • Apple unterstützt mit mehr als 150.000 Entwicklungs-Schnittstellen um es jedem zu ermöglichen, Apps für den App Store zu entwickeln
  • Die Richtlinien sind laut Apple transparent und gelten für jeden ungeachtet der Größe des Unternehmens
  • In Stein gemeißelt sind die "App Store Guidelines" hingegen nicht, regelmäßig gebe es Anpassungen, wenn sich der Markt verändert
  • Sofern Änderungen erforderlich sind, arbeite Apple mit Entwicklern zusammen, um diese bei erforderlichen Umstellungen zu unterstützen


Die 2008er Charts

Merkwürdige Argumentation: Kaum ein Entwickler muss bezahlen?
  • Bei der überwiegenden Mehrzahl der Apps behalte der Entwickler 100 % des Geldes, das er erzielt (Anm.: Ein etwas schiefer Vergleich, denn kostenpflichtigen Inhalte haben über Apple zu laufen)
  • Nur dann, wenn der Entwickler einen Kunden über ein Apple-Gerät gewinne und Dienste anbiete, die auf dieser Plattform genutzt werden, fallen Gebühren an (Anm.: Also bei jeglicher verkauften App und jedem abgeschlossenen Abo – die Behauptung ist irreführend)
  • Jene Gebühren seien von Apple noch nie erhöht, stattdessen bei verlängerten Abos sogar reduziert worden
  • Vor dem App Store herrschten Distributionsmethoden wie Packungsversionen in Shops vor, dies mit hohen Produktions- bzw. Verkaufskosten. Physische Medien mussten verschickt werden, Updates waren umständlich (Anm.: 2008 war Online-Vertrieb von Software längst etabliert)


Apple befürwortet Wettbewerb
  • In der Stellungnahme ist ausführlich die Rede davon, wie sehr es Apple Kontrolle des Marktes begrüßt, um gegen Missbrauch vorzugehen
  • Apple teilt die Auffassung, dass Wettbewerb ein Grundpfeiler ist, um Innovation zu fördern, neue Ideen entstehen zu lassen und dem Kunden Auswahl zu bieten
  • Seit der Gründung Apples waren dies Werte, die das Unternehmen definierten
  • Vorwürfe bezüglich wettbewerbswidrigen Verhaltens will Apple nicht gelten lassen
  • Natürlich gilt Apple im App Store als "Türsteher": Allerdings wolle man möglichst viele Apps anbieten – und nicht möglichst viele ausschließen. Apple verschloss keine Türen, stattdessen wurde diese überhaupt erst geöffnet

Kommentare

Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck29.07.20 12:12
Das ist echt mal eine mehr als schräge Argumentation von Cook. Als der App Store kam, waren digitale Vertriebswege längst etabliert und oftmals mit Kosten unter 30% zu stemmen.
+3
TerenceHill
TerenceHill29.07.20 12:15
„Anm.: 2008 war Online-Vertrieb von Software längst etabliert“

@fen Deine Aussage ist auch irreführend. Ein AppStore in dieser Art gab es 2008 noch nicht. Erst bei iOS kam diese Form von digitalen Vertrieb. Danach für macOS.

Wenn ich etwas suche, dann schaue ich direkt in den AppStore. Eure Produkte habe ich übrigens auch über den macOS AppStore gekauft.

Grundlegend ein spezielles Thema. Systemanhängige Stores gibt es auch bei Android, Sony PSN, Xbox live etc. Wo soll das hinführen? Ist als nächstes Sony dran, weil Microsoft keine Spiele auf der PlayStation verkaufen darf/kann? Ich finde das absurd.
-1
Fenvarien
Fenvarien29.07.20 12:19
TerenceHill Online-Vetrieb war 2008 der Normalfall, Shareware gab es überall, man musste nicht dazu in ein Geschäft. Selbst App Stores für Mobilsoftware waren schon erfunden (z.B. Handango für Palm, 2005).
Ey up me duck!
+8
Raziel129.07.20 12:35
Also ich stimme @TerenceHill da zu. Zu der Zeit gab es nichts Vergleichbares. Apps waren sowieso kein Thema und auf Mobiltelefonen hatte man maximal sowas wie Windowsmobile etc, wo man sich dann selbst aus dem Netz seine Programme suchen und installieren durfte.

Klar gab es irgendwo irgendwelche Online Plattformen, aber die waren nicht annähernd das, was man heute unter den AppStores versteht. Einen sauberen einheitlichen Marktplatz der es auch den unbedarften Kunden kinderleicht macht seine System/Handy um neue Funktionen/Programme/Spiele etc zu erweitern und der direkt ins System integriert ist, sowas suchte man damals vergebens. Als User gab es da gerade mal noch die Mobilfunkanbieter mit oft nur eine Hand voll teuren Handygames, welche man über deren Speziallösungen kaufen und laden konnte.
+4
Steffen Stellen29.07.20 12:41
Das Problem an Apples Modell ist einfach, dass für Hersteller und Kunden keine einfache* Regel gibt, bei der klar wird, wann die 30% fällig sind. Apple hat zwar Regeln, aber so richtig trennscharf ist es nicht.

* Ein einfaches Konzept wäre: Wir machen das Geld mit der Hardware, die man braucht um unsere Betriebssysteme abspielen zu können. Software und Dienste von Drittanbietern helfen dabei die Plattform zu stärken, Gebühren stehen diesem Ziel im Weg.
-1
Fenvarien
Fenvarien29.07.20 12:47
Raziel1 Telefon-Apps gab es allerdings erst recht nicht in den angeführten Geschäften auf CD – Cook vergleicht aber Mobilsoftware (App Store) mit CDs/DVDs im Geschäft in Regalen. Wie man es dreht und wendet, das Argument ist sehr merkwürdig und selbst bei Mac-Software vs. Software aus dem App Store nicht haltbar.

Weder waren CDs 2008 aber das einzige Medium, noch Download/Online-Kauf eine neue Option. Dass es iPhone-Apps vor 2008 nicht außerhalb des App Stores gab, versteht sich von selbst.
Ey up me duck!
+8
gacki29.07.20 13:06
Fenvarien
TerenceHill Online-Vetrieb war 2008 der Normalfall, Shareware gab es überall, man musste nicht dazu in ein Geschäft. Selbst App Stores für Mobilsoftware waren schon erfunden (z.B. Handango für Palm, 2005).
"Normalfall" - ernsthaft? Wieso habe ich dann massenhaft Verpackungen aus dieser Zeit? Online-Vertrieb war schon deshalb nicht der Normalfall, weil für "richtige" Programme die typische Bandbreite den Download zu einem Geduldsspiel gemacht hätte.
M.W. hat Apple selbst erst 2010/2011 auf "online only" umgestellt. Snow Leopard kam noch auf DVD, Lion konnte man optional als Stick bestellen, Mountain Lion gab's dann nur noch als Download.
+3
thomas b.
thomas b.29.07.20 13:09
30% Marge ist sicher nicht knapp bemessen aber andererseits werden Angebote mit 15-20% Rabatt auf App Store Karten auch immer gern genommen. Das und die Spanne des Handels müssen letztlich auch mit einkalkuliert werden - oder die Rabatte fallen in Zukunft komplett weg und Apple nimmt z.B. nur noch 20%. Alles geht nicht.
+5
Fenvarien
Fenvarien29.07.20 13:11
gacki Cinema 4D hat man natürlich nicht als Download-Version gehabt. Aber alleine extrem erfolgreiche Dienste wie MacUpdate zeigten, wie groß der Online-Vertrieb bereits war. Bei unseren Programmen war schon vor dem Mac App Store mehr als 90 Prozent Download über alle Apps hinweg (Abwicklung via esellerate, Downloads direkt über uns), obwohl man MacStammbaum in beinahe allen großen Apple-Geschäften als Packung kaufen konnte. Selbst im Weihnachtsgeschäft, und da hat man noch ziemlich viele Boxen verkauft, kamen Packungen bei weitem nicht an Downloads heran. Der Kunde konnte entscheiden, wo er die Software zum identischen Preis herbekommen wollte – und tat es recht eindeutig.
Ey up me duck!
+8
wackenfan29.07.20 13:32
Hat denn mal jemand fair gerechnet, wie viel ein eigener "AppStore" jeden Entwickler kosten würde? Inklusive der dazugehörenden Technik, Updates, Backups, Zahlungsverkehr,... Ist der Unterschied zu den Gebühren bei Apple & Co wirklich so groß?

Und bitte beachten: wir reden vielfach auch über Kleinstbeträge. Die meisten Bäcker lassen uns heute noch nicht mit Karte zahlen, selbst bei 5€ für ein Brot.

Ich habe da keine Zahlen zur Hand, bin aber ehrlich gesagt skeptisch.
+8
Fenvarien
Fenvarien29.07.20 13:40
wackenfan Wenn du eine App mit sehr geringem Kaufpreis selber vertreiben wolltest, dann war es extrem schwer (allerdings war vor 2008 auch nicht die Zeit der 99-Cent-Apps angebrochen). Die Abwicklungsgebühren der Plattformen wie beispielsweise esellerate lagen irgendwo in der Größenordnung von 5 bis 10 Prozent. Außerdem hattest du aber noch eine eigene Infrastruktur für das Hosting/Download-Handling zu errichten. Im Falle einer normal-preisigen Software hast du als Entwickler 15 bis 20 Prozent vom Kaufpreis auf dem Weg gelassen. Heute wäre das aufgrund von AWS und Co. aber ein gutes Stück weniger.
Ey up me duck!
+9
Turm
Turm29.07.20 14:09
“Videospielentwickler, die treibenden Kräfte hinter den Spielen, die wir leben, erhalten weniger als 10 Prozent vom Erlös.”



Bezieht sich auf Konsolentitel mit Datenträger. Die 30% mögen hoch klingen aber beinhaltet ja auch die Infrastruktur wie Hosting, Kopierschutz, Zahlungsabwicklung (Visa will auch bis zu 3% vom Kaufpreis) etc. Eigentlich ist es wie Steve Jobs sagte eher moderat. Amazon will auch 10% für Marketplaceartikel
+6
Apple@Wien
Apple@Wien29.07.20 14:47
Das kann ich bestätigen, ich habe bereits 2006 vieles Online gekauft und fast keine physischen Medien benötigt. Außer für ein OS Upgrade.

MacUpdate war ebenfalls meine Quelle.😉

Auf der Playstation 3, der XBox 360 oder der Nintendo Wii, gab es auch Online Stores für Software und ich bin mir ziemlich sicher das die jeweiligen Firmen auch jeweils die Hausherren waren.

Bei Musik, war bei mir der Abschied von der CD, bereits zu Beginn des iTMS und bei Filmen mit dem erscheinen des Apple TV 2.
+4
deus-ex29.07.20 15:26
Sollen sich Gerichte und Gremien damit beschäftigen. Hatte nie Probleme mir dem App Store. Egal was bei rum kommt. Schlimmer kann's nicht werden.
+1
Peter Longhorn29.07.20 15:46
Apple will 30% von AirBnb:
Ich sag dazu nur Apple gehören definitiv die Grenzen aufgezeigt. So kann (und wird) es nicht weiter gehen...
+1
ERNIE29.07.20 15:58
Mein Problem mit dem Appstore ist eher, dass es fast nichts mehr gibt, was nicht mit Abos oder "Kisten voller Diamanten" auskommt.

Das gern genutzte Argument, der kontinuierliche Geldfluss würde die Weiterentwicklung begünstigen, halte ich für sehr theoretisch.

Apple versucht diese Geschäftsmodelle aber seit jeher zu forcieren und behindert gleichzeitig etablierte Dinge, wie Demo-Versionen.
Das hat Leider nichts mit "besten Produkten" zu tun.

Wenn es der Entwickler schafft, mir gegenüber der gekauften Vorversion einen Mehrwert zu bieten, dann bezahle ich auch gerne für ein Upgrade oder Add-On.

Dennoch hat der Store zweifelsfrei seine Vorzüge. Etwa im Bezug auf die Familienfreigabe, die komfortablen Updates und die Tatsache eine zentrale Anlaufstelle inkl. sofortiger "Auslieferung" zu jeder Tages- und Nachtzeit.
+8
mee
mee29.07.20 16:13
Wenn ich ein Produkt hab, was ich in einem realen Laden verkaufen will, dann nimmt der Verkäufer mind. 30% wenn nicht mehr …
Das Problem was ich aber sehe ist, wenn eine App im AppStore oder bei Google Play ist, heisst es nicht, dass e läuft. Man muss noch zusätzlich Werbung dafür machen. Und da macht es der reale Laden besser, denn er steht am Schluss da mit einem Produkt was er nicht verkaufen kann. Apple und Google ist es egal, denn sie verkaufen ja so wie so …
+1
richm29.07.20 21:53
Für mich persönlich gibt es zwei Sachlagen:
1. Apple betreibt und entwickelt den App Store und als Entwickler kann man seine Apps anbieten. Die App hat eine Funktion Bsp. Taschenrechner und der Hauptnutzen wird in der App erzeugt. dafür bezahlt der Kunde 2,99 Euro und Apple bekommt 30%. Alles gut.

2. Apple betreibt und entwickelt den App Store und als Entwickler kann man seine Apps anbieten. Die App hat eine Funktion aber der Hauptnutzen/Hauptfunktion liegt "außerhalb" der App bsp. Netflix, Spotify, Dropbox. Airbnb,... . D.h. diese Anbieter haben zusätzlichen Aufwand (z.B. Server, Streamingtechnologie etc.) und sollen jetzt "nur" weil der Nutzer über die App eine Abo abschließt 30% an Apple zahlen. Das geht aus meiner Sicht einfach zu weit. Apple verlangt ja von Amazon auch nicht für jedes Produkt das über die Amazon App bestellt wird 30% ...

Die Schwierigkeit ist die Grenze zu finden. Wann ist es Szenario 1 und wann 2
+7
TerenceHill
TerenceHill29.07.20 23:53
Fenvarien
TerenceHill Online-Vetrieb war 2008 der Normalfall, Shareware gab es überall, man musste nicht dazu in ein Geschäft. Selbst App Stores für Mobilsoftware waren schon erfunden (z.B. Handango für Palm, 2005).

Hallo Fenvarien und Mendel

Ich weiß nicht was ihr damit meint. Ein AppStore in dieser Funktionsweise gab es bis zum AppStore nicht. Das was Apple eingeführt hat, hat nichts mit Jamba Stores oder ähnliche zu tun. Ich kann mich auch sehr wohl an CD-Roms für Handyapps erinnern. Auch gab es solche CD-Roms bei Media Markt und Saturn.

Auf der anderen Seite vermittelt ihr, dass ich ein dummer Kunde von Synium Software bin, da ich Synium Apps über den MacApp Store gekauft habe (Bis auf MacStammbaum habe ich alles gekauft). Wollt ihr mir das damit vermitteln? Dann bitte mal Klartext. Aber dann bitte beweist Courage und trennt euch ab sofort vom Apple AppStore. Alles andere ist scheinheilig.

PS: Shareware ist kein Appstore mit Lizenzmanagement, Server-Infrastrukturen mit Millionen von angeschlossenen Endgeräten.
-10
TerenceHill
TerenceHill30.07.20 00:57
Fenvarien
wackenfan Wenn du eine App mit sehr geringem Kaufpreis selber vertreiben wolltest, dann war es extrem schwer (allerdings war vor 2008 auch nicht die Zeit der 99-Cent-Apps angebrochen). Die Abwicklungsgebühren der Plattformen wie beispielsweise esellerate lagen irgendwo in der Größenordnung von 5 bis 10 Prozent. Außerdem hattest du aber noch eine eigene Infrastruktur für das Hosting/Download-Handling zu errichten. Im Falle einer normal-preisigen Software hast du als Entwickler 15 bis 20 Prozent vom Kaufpreis auf dem Weg gelassen. Heute wäre das aufgrund von AWS und Co. aber ein gutes Stück weniger.

Einen extrem wichtigen Faktor hast Du nicht erwähnt. Die breite Masse an Endgeräten. Beispiel: Ich sitze in meinem Kämmerchen und komme auf die Idee, einen Stammbaum anzulegen. Ich öffne den AppStore und gebe Stammbaum ein. An erster Stelle steht MacStammbaum. Was klicke ich als erstes an????

Wenn ich in Google einfach Stammbaum eingebe, dann komme ich auf ganz andere Ergebnisse. Das was gerade Synium Software macht, schädigt eher das Image des Unternehmen als das ihr Werbung für eure Software macht.

Ich fühle mich als euer Kunde gerade mächtig verarscht... Bin ich zum dumm um Software zu kaufen, da ich eure Software über den MacAppStore gekauft habe??? Ich fühle mich von eurer Redaktion herabgesetzt, weil ich eure Produkte (Screenium, Logoist und Animationist) im falschen Store gekauft habe.

Ich bitte um Stellungnahme!!!
-12
Weia
Weia30.07.20 05:58
TerenceHill
Ein AppStore in dieser Funktionsweise gab es bis zum AppStore nicht.
Es geht doch überhaupt nicht darum, ob es speziell so etwas wie den App Store schon 2008 gab. Das ist doch nicht Cooks Behauptung. Seine Behauptung ist, dass vor dem App Store der physische Vertrieb von Software via CDs etc. vorherrschte und das ist einfach falsch.

Bei sehr großen Datenmengen (das Betriebssystem selbst, Programme wie Logic oder Final Cut) war das aufgrund der fehlenden Internet-Bandbreite seinerzeit noch der Fall, das stimmt; geändert hat das dann aber mitnichten der App Store, sondern eben die gestiegene Internet-Bandbreite.

Die meisten Programme habe ich aber schon seit Anfang der 2000er online gekauft und viele andere offenkundig auch.
Auf der anderen Seite vermittelt ihr, dass ich ein dummer Kunde von Synium Software bin
Den stärksten Eindruck bezüglich Deiner Intelligenz vermittelst gerade Du selbst.
TerenceHill
Ich fühle mich als euer Kunde gerade mächtig verarscht...
[…]
Ich bitte um Stellungnahme!!!
Hat Dich gerade der Corona-Hafer gestochen? Komm mal wieder runter.
Bin ich zum dumm um Software zu kaufen
Dazu vielleicht nicht.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+8
Weia
Weia30.07.20 06:14
Raziel1
Klar gab es irgendwo irgendwelche Online Plattformen, aber die waren nicht annähernd das, was man heute unter den AppStores versteht. Einen sauberen einheitlichen Marktplatz
wackenfan
Hat denn mal jemand fair gerechnet, wie viel ein eigener "AppStore" jeden Entwickler kosten würde? Inklusive der dazugehörenden Technik, Updates, Backups, Zahlungsverkehr,... Ist der Unterschied zu den Gebühren bei Apple & Co wirklich so groß?
Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass (bei iOS) Apple durch den App Store ein Monopol auf den Vertrieb von Software für iOS-Geräte hat.

Das bedeutet einerseits, dass ausschließlich Apple bestimmt, welche Software es für iOS überhaupt gibt und welche nicht (ein „sauberer“ Marktplatz), und andererseits, dass niemand von uns wissen kann, ob die 30% nun gerechtfertigt, teuer oder billig sind, ganz einfach deshalb, weil es keine Alternative gibt, durch deren Konkurrenz sich der Preis adäquat einpendeln könnte.

Kann ja sein, dass es Anbieter und Käufer gibt, denen ein „sauberer“ Marktplatz 30% wert ist, aber es dürfte auch andere geben, die einen alternativen Marktplatz mit 10% – 20% bevorzugen würden trotz oder gerade wegen mangelnder „Sauberkeit“.

Wir können das aber nicht wissen, weil Apple diese Konkurrenz blockiert und dadurch die Marktsignale fehlen. Das ist das Problem, um das es geht.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+4
martzell30.07.20 10:17
Tim Cook tut vor dem Untersuchungsausschuss so als ob im Jahr 2020 die einzige Alternative zu Apples App Store CDs und Verkaufsverpackungen sind. Er erwähnt Steve Jobs Anspruch, nur Produkte rauszubringen die man gerne Familie und Freunden empfiehlt. Apps dürfen dem Nutzer nicht erklären wie man sich für den Dienst anmeldet. Verschleierung und Benutzerverwirrung damit Apple 30 % des Umsatzes abbekommt.

Ist Apple wirklich stolz auf diese absichtliche Benutzerverwirrung?

Zum Start des App Stores sagte Steve Jobs sie wollen damit kein Geld machen, die Umsatzbeteiligung soll nur die Kosten für die bereitgestellte Infrastruktur abdecken. Aktuell hat Apple einem Hersteller liebevoll gestalteter iPhone Apps, Basecamp, die die Apple Plattform bereichern, vorgeworfen Apples Infrastruktur zu nutzen ohne Apple am Gewinn zu beteiligen. Dabei gibt es für den Hersteller gar keine andere Möglichkeit als über Apples iPhone App Store seine Software auf das iPhone des Kunden zu bekommen.
+4
martzell30.07.20 10:34
Immer wieder überraschend wie viele Fürsprecher es hier gibt, für nur einen einzigen Shop komplett in Apples Hand. Da profitieren nur Apple und seine Aktionäre von.

Zum einen sind 30 % des gesamten Umsatzes, nicht des Gewinns, keine Peanuts. Zusätzlich hat man bereits Kosten für den eigenen etablierten Vertriebsweg und hat keine Wahl, da man seine Software sonst gar nicht dem iPhone-Nutzer zukommen lassen kann.

Willkürliche Regeländerungen und Festlegungen seitens Apple sind wettbewerbsrechtlich sehr diskussionswürdig. Die meisten Hersteller haben nicht die Marktmacht von Amazon, Netflix und Co. um mittels Deal gar nichts zahlen zu müssen und alles zu dürfen, wie Amazon.

Sogenannte Reader Apps sind ausgenommen. Diese Apps haben nichts mit Lesen zu tun sondern willkürlich festgelegte Branchen.

Die neuartigen Spielestreamingdienste dürfen mittels Regeländerung neuerdings auch nicht mehr auf iOS-Geräte. Facebookspieleplattform auch nicht. Hier schützt Apple offensichtlich sein Geschäft mit iOS Spielen. Zum Nutzen des Kunden ist das nicht und eindeutig wettbewerbshinderlich.

Bei aller Liebe zu Apple Produkten und Dankbarkeit dass Apple auf werbemilliarden verzichtet und sogar den Datenschutz aktiv vorantreibt gefällt mir das Geschäftsgebaren nicht.
+4
Fenvarien
Fenvarien30.07.20 16:40
TerenceHill Ich kann leider beim allerbesten Willen, auch nach mehrmaligem Lesen, nicht verstehen, was du uns mitteilen willst. Unsere Programm sind seit 2011 alle im Mac App Store, also im Online-Vertrieb. Vor dem Mac App Store war es ebenfalls Online-Vertrieb, aber zum gleichen Verkaufspreis über unsere eigene Plattform. Gleichzeitig gab es bis 2009 Packungsversionen (erneut: gleicher Preis), die aber immer weniger Kunden wollten. Wo genau siehst du in diesen neutralen Angaben ein so immenses Problem?
Ey up me duck!
+9
TerenceHill
TerenceHill30.07.20 20:27
Fenvarien

Liegt vielleicht daran, dass Du es nicht willst. Dann lies deinen eigenen Artikel durch und deine dazugehörigen Kommentare bezüglich Vertrieb bis 2008 und bis heute. Das was Du beschreibst gab es in dieser Form noch nicht. Dazu unterstreichst Du es mit Shareware und ähnlichen Dingen. Was auch nichts mit dem AppStore zu tun hat.

Dazu kommt deine generell negative Haltung zum AppStore, die einem Vermittelt (zmb mich als euren Kunden), die Software beim falschen Store gekauft zu haben.

Wenn mir etwas nicht passt und ich damit unzufrieden bin, dann verändere ich etwas. Was anderes macht für mich keinen Sinn. Es sei denn, Du wolltest mit deinen Anmerkungen und Kommentaren nur polarisieren und Klicks generieren.
-10
martzell31.07.20 07:22
Ein kuratiertes Software-Verzeichnis zu haben, das es allen einfach mit einem Klick ermöglicht Software seinem Computer hinzuzufügen, war, vorallem auf dem Handy, eine sehr gute Erfindung, die wieder mal Apple groß vorangebracht und etabliert hat. In einer besseren Welt, die weniger maximal auf Profit ausgerichtet ist, wäre ein solches Softwareverzeichnis wie Wikipedia in breiterer gesellschaftlicher Hand.

Nicht nur Apples App Store, auch Facebook und Google sind einzelne private Unternehmen die die komplette Kontrolle haben über eine Tür die alle Menschen in der Welt für digitale Teilhabe nutzen müssen. Teilhabe ist ein Menschenrecht und sollte auch für die digitale Welt gelten.

PS: Sideloading ist die größte Gefahrenquelle, aber der Mac zeigt auch ohne App Store wie man diese Gefahr reduzieren kann. Apps von dem System nicht bekannten Entwicklern öffnen sich nicht per Doppelklick sondern nur über den Öffnen-Befehl nach bestätigen einer Warnung. Außerdem sind Apps, wie Webapps, mittlerweile isoliert: jede hat ihren eigenen Sandkasten, engl. sandboxed.
+5
sierkb31.07.20 08:24
Scramble Uphill (31.07.2020): Apple’s bulls**t narrative on the App Store

Protocol (28.07.2020): Fortnite maker Tim Sweeney blasts Apple's revenue cut and competitive practices as 'absolutely abhorrent'
In an interview with Protocol, Epic Games' CEO criticized Google's Play Store and Apple's App Store and believes they need to open up their platforms.
+1
Fenvarien
Fenvarien31.07.20 09:15
TerenceHill Ich verstehe deine Aussagen auch jetzt noch nicht, sie sind eher noch merkwürdiger geworden.

Wie du auf diese abwegige Idee kommst: "deine generell negative Haltung zum AppStore", verschließt sich mir völlig, denn der Artikel kritisiert sehr seltsame Aussagen von Cook zum Software-Vertrieb – und nicht das Store-System.

Meine Meinung zum Mac App Store ist positiv, ich persönlich kaufe nur dort Mac-Software – Synium selbst setzt auch seit 2013 nur noch auf den Mac App Store. Trotzdem darf man aber kritisieren, wenn von einem Apple-Offiziellen inhaltlich sehr angreifbare Aussagen über den Store kommen
Ey up me duck!
+9
PorterWagoner
PorterWagoner31.07.20 09:31
TerenceHill Was fabuliest du denn hier für einen irrsinnigen wirren Unfug? Meine Herren, da macht man sich über deinen geistigen Zustand Sorgen was du hier absonderst. Wie stark kann man sich verrennen?
+3

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