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Das Ende der Time Capsule naht – und die Suche nach einem Ersatz beginnt

Ab 2008 verkaufte Apple mit Time Capsule eine Kombination aus WLAN-Router und Festplatte, welche es Mac-Nutzern besonders leicht machte, die eigenen Backups im Heimnetz aktuell zu halten. Zehn Jahre später stellte Apple den Verkauf ein, was nun ebenfalls acht Jahre in der Vergangenheit liegt. Mit macOS 27 will Apple die Unterstützung für die mittlerweile betagten Router endgültig beenden; das wiederum bringt die verbleibenden Nutzer dazu, mittelfristig einen Ersatz zu suchen. Glenn Fleishman hat sich nach Alternativen umgesehen und gibt Empfehlungen.


Günstig oder sonderlich schnell waren Apples Router nie, dafür aber komfortabel: Mittels des AirPort-Dienstprogramms ließ sich das Gerät schnell einrichten und zum Ziel der eigenen Time-Machine-Backups definieren. Übers Netzwerk landeten die Daten auf dem weißen, viereckigen Gerät mit den abgerundeten Ecken – auch drahtlos war auf diese Weise eine stündliche automatische Datensicherung möglich. Einen hundertprozentigen Ersatz sucht man bis heute vergeblich.

Werbeversprechen und Wirklichkeit
Laut Fleishman lagen allerdings Wunschvorstellung und Realität bei Time Capsule weit auseinander. Oftmals versagten Backups, was eine komplette Neueinrichtung der Time Capsule erforderte – das Festplattendienstprogramm konnte ein Time-Capsule-Laufwerk nicht reparieren. Festplatten selbst konnten ausfallen, und auch das integrierte Netzteil war nicht von Ausfällen verschont. Trotzdem gab es damals kaum komfortablere Produkte zu dieser Zeit – und sie fehlen bis heute.

Hardware ersetzen
Wer sich einen gleichwertigen Ersatz wünscht, muss sich mit Kompromissen abfinden: Eine Mac-optimierte Router-Festplatten-Kombination existiert so nicht. Immerhin gibt es Angebote von NAS- und Festplattenherstellern, welche die Netzfestplatte ersetzen können. So gibt es von Western Digital NAS-Leergehäuse wie My Cloud EX2, doch scheint der Konzern diese Produktsparte nicht weiterzuentwickeln. Ugreen bietet mit NASync DH2300 ein Time-Machine-kompatibles Leergehäuse an. Der erfahrene NAS-Hersteller Synology offeriert mit der BeeStation einen Einstiegs-Netzwerkspeicher bei relativ niedrigem Administrationsaufwand. Alle erwähnten Geräte setzen standardmäßig auf Festplatten.


Alternativ: Freigaben am Mac
Wer im Heim oder Büro einen Mac ständig eingeschaltet hat, kann daran externe Laufwerke anschließen, welche dann für alle Macs im Netzwerk zum Backup-Ziel bereitstehen. Dies können SSDs oder Festplatten sein. Damit ersparen Sie sich den Kauf einer NAS-Lösung. Die Option dazu hat Apple jedoch gut versteckt:

  • Legen Sie im Finder einen Zielordner auf einem externen Laufwerk im APFS-Format an.
  • In der Einstellungen-App unter „Allgemein/Teilen“ aktivieren Sie „Dateifreigabe“ und klicken auf das i-Symbol rechts neben dem Schalter.
  • Unter dem Bereich „Geteilte Ordner“ klicken Sie auf das Plus-Symbol und wählen den soeben angelegten Ordner auf dem externen Laufwerk.
  • Klicken Sie auf „Optionen …“ und stellen sicher, dass „Dateien und Ordner über SMB teilen“ aktiviert ist.
  • Mittels Sekundärlick (Rechtsklick oder Klick bei gedrückter -Taste) auf den hinzugefügten Ordner rufen Sie das Kontextmenü auf, um darin „Erweiterte Optionen …“ zu wählen.
  • Aktivieren Sie „Als Ziel eines Time Machine-Backups teilen“.

Wenn Sie nun mit einem anderen Mac im lokalen Netz in der Einstellungen-App unter Allgemein/Time Machine auf „Backup-Volume hinzufügen …“ klicken, steht der soeben freigegebene Ordner als Ziel zur Auswahl.

Über die systemweite Teilen-Funktion kann man einen Ordner für Time Machine freigeben. Auf anderen Macs wird dieser dann als potenzielles Backup-Ziel angezeigt.

Ergänzung mit Cloud und Backup-Software
Fleishman hat sich aufgrund der in den vergangenen Jahren sinkenden Preise für SSDs dazu entschieden, einen dedizierten Mac dauerhaft laufen zu lassen, auf den die Laptops in seinem Haushalt ihre Daten via Time Machine sichern. Trotzdem wünscht er sich ein kleines Netzwerkgerät mit M.2-Steckplätzen, welches so einfach ins lokale Netz zu integrieren wäre wie seinerzeit Time Capsule. Er empfiehlt zudem, sich nicht blindlings auf das tadellose Funktionieren von Time Machine zu verlassen. Als bedienfreundliche Lösung rät er zu Carbon Copy Cloner; wer sich intensiver mit Datensicherung auseinandersetzen kann, solle sich Arq sowie ChronoSync ansehen.

Kommentare

t.stark
t.stark22.01.26 08:46
Was ist denn an einer normalen Synology Diskstation das Problem? Man folgt halt der Anleitung und dann läuft das Ding.
+4
R Giskard22.01.26 09:19
Ich nutze einen ASUS Router ZenWiFi AX als Access Point. An diesem kann ich via USB eine externe HD anschliessen und diese als Time Machine Backup Disk freigeben. Dieses Setup funktioniert also ähnlich wie eine Time Capsule.
+1
Sid.TUX22.01.26 09:25
t.stark
Was ist denn an einer normalen Synology Diskstation das Problem? Man folgt halt der Anleitung und dann läuft das Ding.
Synology und deren Geschäftspraktiken wären für mich ein großes Problem.
Ein ordentliches NAS ist aber eindeutig die bessere Lösung als das hier. Eine Fritz!Box oder andere Router USB Lösungen sind meist sehr imperformant
+1
Cornelius Fischer
Cornelius Fischer22.01.26 09:48
t.stark
Was ist denn an einer normalen Synology Diskstation das Problem? Man folgt halt der Anleitung und dann läuft das Ding.

Aus mittlerweile fast 10 Jahren Erfahrung mit Synology und TimeMachine. Ja geht, aber wirklich stabil läuft das nicht. Ich sichere aktuell 5 Macs mit TimeMachine auf 2 unterschiedliche Synology NAS. 1 Client schafft es immer wieder mal das Backup zu zerschiessen, ein anderer schafft es nicht alte Versionen zu rotieren und hat dann keinen Speicherplatz mehr (beide über LAN). Das eine Laptop mit WLAN hat einfach mal mehrere Monate keine Backups vollständig fertig bekommen und sie nie gemeldet, dass es failed.

Insofern, ja geht, zuverlässig ist anders.

Ich hab mittlerweile alle Daten (ausser Software) in TM ausgeklammert und in Synology Drive liegen. So laufen Backups direkt von NAS zu NAS. Die Mac Clients müssen somit nur noch das eigentliche System mit Software & Settings (ohne Daten) sichern. Im Notfall kann man hier auch einfach eine cleane Neuinstallation machen und verliert max. die individuellen Softwarekonfigurationen.
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marcel15122.01.26 10:00
Sid.TUX
Synology und deren Geschäftspraktiken wären für mich ein großes Problem.
Ein ordentliches NAS ist aber eindeutig die bessere Lösung als das hier. Eine Fritz!Box oder andere Router USB Lösungen sind meist sehr imperformant
Sind doch bereits wieder zurückgerudert weil sie selber gemerkt haben, dass das blöd war. DSM ist für mich immer noch ein top OS, werde daher auch bei Synology bleiben.
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