Cook: Regierung kann uns nicht vor Klimawandel retten

Auf dem TIME 100 Summit in New York zählte auch Tim Cook zu den geladenen Gästen und sprach über Themen wie Innovation und Menschenführung. Zwar wollte er sich nicht dazu äußern, was genau in den Treffen mit US-Präsidenten Donald Trump zur Sprache kam, deutete aber an, es sei auch um den Klimawandel gegangen. Cook nimmt dabei die Position ein, das Problem sei viel zu groß, um es von der Regierung lösen zu lassen. Stattdessen benötige man generelles Umdenken in allen Bereichen – Unternehmen, Öffentlichkeit, Hochschulen, um gemeinsam an der Bewältigung zu arbeiten. Apple habe es beispielsweise innerhalb weniger Jahre durch hohe Investitionen geschafft, sich komplett aus regenerativen Energiequellen mit Strom zu versorgen. Gleichzeitig arbeite man mit Partnern daran, dass diese selbige Ziele verfolgen.


Wir brauchen Regulierung
Allerdings reiht sich Cook damit nicht in die Reihe jener ein, die der Regierung so wenig Macht wie möglich zukommen lassen wollen. Stattdessen fordert er, dass es Regulierung für Tech-Unternehmen geben müsse. Viele reagierten reflexartig, wenn der Begriff verwendet werde und halten Regulierung per se für eine schlechte Sache, so Cook. Allerdings gebe es Bereiche, in denen man Anbietern keine freie Hand lassen dürfe – ganz besonders dann, wenn es um den Umgang mit Kundendaten gehe.

Datenschutz
Explizit spricht Cook noch einmal über die in Europa geltende Datenschutzgrundverordnung – ein ähnliches Maßnahmenpaket wünscht er sich auch für die Vereinigten Staaten. Andernfalls könne die Gesellschaft schweren Schaden nehmen. Cooks Aussage zufolge sei dies schon mehrfach geschehen, wenn man Unternehmen eben keine Schranken setze. Natürlich kann es sich Cook bei dieser Frage recht einfach machen, da Apple Datenschutz zum Geschäftsmodell erhoben hat. Wenn er Regulierung fordert, handelt es sich um nichts, das Apple negativ betreffen könnte – ganz im Gegenteil, denn die Forderungen zielen explizit gegen andere Unternehmen.

Kommentare

johnnytravels
johnnytravels24.04.19 11:05
Soll dann auch die Reparierbarkeit von Geräten reguliert werden?
Da ist Apple zur Zeit ja Spitzenreiter! /s
‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs
+3
trw
trw24.04.19 11:06
So sehr ich die Bemühungen von TC/Apple auch anerkennen mag ....

... wenn man aber mal "ganz ehrlich" bzw etwas kritischer ist, ist leider auch Apple genau einer der "größten Mitverursacher": eine Firma, die durch ständig neue Modelle von Tablets/Smartphones/"Gimmiks" zu einem schnellen Kaufzyklus von ca. 2 (bei vielen ja auch sogar 1) Jahr "anregt", trägt - meiner Meinung nach - mind. eine "sehr große Mitverantwortung" ....

TCs Einstellung gegenüber Datenschutz (leider wohl teils China ausgenimmen) finde ich hingegen sehr gut!
Und ich glaube/hoffe, dass das zukünftig auch als Kaufanreiz vieler Nutzer gesehen wird.
0
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck24.04.19 11:12
trw
Auf der anderen Seite muss man ihnen zugute halten, dass die Apple-Geräte für einen sehr langen Zeitraum unterstützt werden (das aktuelle macOS läuft noch auf Macs von 2012, iOS 12 noch auf dem iPhone 5s von 2013).
+7
DogsChief
DogsChief24.04.19 11:19
trw
was würden denn die Kunden sagen, wenn Apple nur alle 2-4 Jahre ein neues iPhone auf den Markt brächte? "Keine Ideen", "Innovationslos", "Buchhalter TC" usw. Es ist der Markt, der das Tempo vorgibt, weil der Markt es verlangt. Andererseits muss ich Mendel Kucharzeck zustimmen, dass die Geräte sehr lange unterstützt werden und selbst bei jährlichem Wechsel nach dem Gebrauch des Erstbesitzers auch nicht weggeworfen werden
Es ist besser beim zweiten Mal zu scheitern, als es erst gar nicht versucht zu haben. ( Bear Heart )
+8
trw
trw24.04.19 11:28
Mender & DogsChief

Sollte ja auch absolut keine Verurteilung o.ä. von Apple sein. Da gibt es sicher viele viel schlimmere!!!
Und ja, Apple-Geräte sind recht lange "upgradebar". Das finde ich auch löblich.

Ich finde aber auch, das halt die ganze Thematik von solchen "Konsumgütern" und deren "Zyklus" generell schon mal überlegenswert ist.
Oder auch bei Autos (besonders mit "Abgas/Abwrackprämie", etc) ... oder Kühlschränken ("FCKW-Prämie"), WDV-Systeme, oder oder oder ...

Ich schließe mich dabei selber ja auch nicht aus - ich kauf auch oft neuen Technikkram ... und wahrscheinlich viel zu oft.
+2
MacTaipan24.04.19 12:27
Vielleicht kann er auch einfach nur nicht öffentlich sagen, dass Trump zu beschränkt ist, als dass von ihm in dieser Hinsicht irgendetwas Sinnvolles zu erwarten wäre.
+4
Alebron
Alebron24.04.19 14:12
Ich glaube, die Vermehrung der Menschen muss mal reguliert werden. Ich habe hier im spanischen Fernsehen eine Doku gesehen, die sich mit der Erde und den Problemen befasst hat.

Da ging es auch darüber, wie viel Fläche der Landmassen allein schon die Ernährung von über 7 Milliarden Menschen und mehr beansprucht. Echt erschreckend. Wo noch vor 20 Jahren Urwald war, ist nur noch Fläche für Soja, Weideflächen oder Häuseransammlungen. Und die Abholzung hat auch gravierende Einflüsse auf das Klima. Die Wissenschaftler dieser Sendung sehen übrigens das CO2, was freigesetzt wird, nur als zusätzliches Problem an. Da es immer weniger Wälder und Bäume gibt, und gleichzeitig durch mehr Menschen und einem modernen Leben mehr CO2 ausgestoßen wird, ist es nur logisch, dass sich CO2 auf mittlerweile 0,04% erhöht hat (im Winter). Aber Wolkenbildung, Mikroklima durch Wälder usw., Polverschiebung... alles Sachen, die das Klima erheblich verändern.
Auch die Vermüllung und Vergiftung der Meere wurde da angesprochen. 95% des Mülls im Meer kommt aus dem Nahen Osten, Teile Afrikas, Indien und Südost-Asien sowie China. Getan wird nichts.

Leider werden diese Probleme irgendwie kaum bis gar nicht angegangen. Alle reden von fancy new electric cars, aber die Zerstörung wird so weiter vorangetrieben, ohne dass sich was ändert. Der Umweltschutz zur Zeit kommt mir gerade nur so vor, dass man den Konsumenten wieder Geld aus der Taschen ziehen will, um neue angeblich umweltfreundlichere Sachen zu kaufen, während die Menschheit sich munter weiter vermehrt, immer mehr Ressourcen gebraucht und verbraucht werden und die Meere weiter mit noch mehr Müll zuschütten und die Natur/Tiere immer weniger Raum haben.
+4
Ely
Ely24.04.19 14:21
Im Prinzip gibt es ein Grundproblem. Feuer.

Das hört sich etwas seltsam an, aber bei genauer Betrachtung steckt die Menschheit nach wie vor im Zeitalter des Feuers fest. Ohne Feuer kein Strom, keine Wärme, keine Technik, keine Mobilität, nichts.

Ist das Zeitalter des Feuers endlich überwunden, ist schon enorm viel gewonnen. Ob ich das nich erlebe? Ich weiß nicht.
Wer gegen Datenschutz ist, weil er ja nichts zu verbergen habe, ist auch gegen Meinungsfreiheit, weil er ja nichts zu sagen habe.
0
Konqi
Konqi24.04.19 14:26
Alebron
Ich glaube, die Vermehrung der Menschen muss mal reguliert werden. Ich habe hier im spanischen Fernsehen eine Doku gesehen, die sich mit der Erde und den Problemen befasst hat.
Nicht dass wirkliche Problem:
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MäcFlei
MäcFlei24.04.19 15:02
Der Lesch ist so peinlich! Die Geburtenrate wäre in den Ländern eigentlich ok, das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die bessere medizinische Versorgung weltweit die aktuell lebenden Menschen nicht sterben lässt. Allein dadurch wird die augenblickliche Bevölkerung noch bis 2100 von aktuell 7 auf 11 Milliarden steigen.
Danach wird die Bevölkerung nicht mehr zunehmen.

Aber angesichts des gerade aktuell ausgebliebenen Dorschfangs ist die jetzige Überbevölkerung schon ein Problem. Auch wenn die Geburtenrate nicht zu hoch ist. Aber sie müsste trotzdem nach unten gedrückt werden, weil bis 2100 so weiter hält die Erde nicht aus. Schon garnicht, wenn Monsanto, Bayer, Landwirtschaft und Massentierhaltung alles vergiften.

Da Bevölkerung aber wirtschaftliche Macht bedeutet, will man mehr Bevölkerung. Dabei könnte Deutschland den augenblicklichen eh schon stattfindenden Bevölkerungsrückgang nutzen, um ihn nur noch zu managen. Der Natur Land wieder zurückzugeben, anstelle billig weitere Flächen zu zersiedeln.
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Konqi
Konqi24.04.19 15:35
MäcFlei
Der Lesch ist so peinlich!

Bitte nur kommentieren, wenn es etwas inhaltlich substanzielles beizutragen gibt. Danke!
+1
MäcFlei
MäcFlei24.04.19 17:15
Peinlich, wenn er den Studenten vorführt und ihm was unterstellt, was er nicht gesagt hat.
+1
johnnytravels
johnnytravels24.04.19 18:03
DogsChief
Es ist der Markt, der das Tempo vorgibt, weil der Markt es verlangt.

Der Markt sagt auch: „Kipp deinen Müll einfach in den Fluss, ist billiger, mehr Profit!“ Dass der Markt als moralisches Prinzip herhalten kann, ist sowas von 20. Jahrhundert...
‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs
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Florentine
Florentine24.04.19 20:53
Was für eine Heuchlerei von ausgerechnet der Firma, die inzwischen berühmt ist für ihre verklebten, fest verlöteten, unaustauschbaren Komponenten. Und den Fanboys hier sage ich: Ihr wollt nachhaltig sein? Dann behaltet euer Device mal einfach ein paar Jahre länger. Man muß nicht alle 1-2 Jahre ein neues iPhone kaufen. So, und jetzt Daumen runter, kreuzigt Florentine
+1
Thyl25.04.19 11:31
Aber Recht hat er schon. Das Verhalten jedes Einzelnen, also das Verhalten Aller, bestimmt letztlich über Klimawandel oder nicht. Jeder entscheidet, ob er CO2 freisetzt oder nicht. Hier gibt es halt eine Persönlichkeitsspaltung, die zu einem inneren Konflikt zwischen der gefühlten Einsicht und der eigenen Bequemlichkeit führt. Dann wird nach der Regierung gerufen, aber was soll die eigentlich machen? Wenn jemand gerne 200 km/h fährt, ruft er dann die Regierung an, um ein Tempolimit zu erreichen? Wenn jemand gern in den Urlaub fliegt, was genau soll die Regierung unternehmen, damit er das nicht mehr tut?

Anders formuliert: wenn jeder nur will, dass andere weniger verbrauchen, aber er nicht, so wird er damit in einer Demokratie nicht weit kommen. Eigentlich nirgendwo hin. Wenn aber jeder auch will, dass er selbst weniger verbraucht, so kann er damit sofort und ohne Regierung anfangen.
+4

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