ChatGPT Work: Neue "Super-App" für Chat, Programmieren und Browsen mit LLM-Unterstützung


Als OpenAI im November 2022 erstmals mit ChatGPT an die Öffentlichkeit ging, genügte ein Browser – nebst Kenntnis der URL: unter openai.com/chatgpt verbarg sich die Schnittstelle zur textgebundenen Kommunikation mit dem Großen Sprachmodell (LLM). Seitdem veröffentlichte der KI-Anbieter diverse Applikationen, unter anderem drei unterschiedliche Mac-Programme: ChatGPT für den Chat, Codex für Software-Entwicklung sowie Atlas für KI-unterstütztes Browsen. Die nun veröffentlichte
neue ChatGPT-Version vereint alle drei – und fügt mit „Work“ einen neuen agentischen Modus hinzu.
Dieser neue „Work“-Reiter steht im Vordergrund; über ihn können Anwender mit Webdiensten oder dem Dateisystem interagieren. Bereits beim Einrichten der App schlägt die neue ChatGPT-App vor, Zugriff auf Dienste wie Slack, Google Kalender oder den macOS-Schreibtisch zu gewähren. Zu diesem Zweck verwendet ChatGPT Plugins. Einige Dutzend stehen zur Installation bereit; „Computer Use“ übernimmt die Kontrolle über den Mac-Bildschirm, sofern der Anwender dies erlaubt. Das vorinstallierte Browser-Plugin übernimmt Netzrecherchen. Dabei greift die App gelegentlich auf Bildschirmfotos zurück. Dies muss man ChatGPT einmalig erlauben.
ChatGPT Work kann über das Plugin „Computer Use“ die Bedienung lokal installierter Apps anfordern.
Verwirrende NamensgebungWer bisher die ChatGPT-App verwendete, stellt nach einem Update fest, dass diese umbenannt wurde – sie heißt fortan „ChatGPT Classic“. Nutzer der Programmier-App „Codex“ aktualisieren direkt auf die neue, 1,5 GByte große ChatGPT-App. Darin können Nutzer zwischen den Modi „Work“ und „Codex“ wechseln. Atlas, der eigenständige
Browser von OpenAI, wird eingestellt – er ist inzwischen in der neuen Alles-in-einem-App integriert. Die bekannte Chat-Interaktion ohne weitreichende Zugriffsberechnungen lebt im Eintrag „Chat“ weiter – sie erscheint in einem separaten Chat-Interface in der unteren rechten Ecke.
Neues ModellGleichzeitig stellt OpenAI auf Version 5.6 des zugrunde liegenden LLMs um. Es kommt in den Varianten „Terra“ und „Luna“ daher; alternativ stehen die älteren Varianten 5.5 sowie 5.4 mini zur Auswahl. Bei allen können Anwender zwischen vier bis fünf Aufwandsstufen wählen. In vielen Regionen kommt in den nächsten Wochen noch das neue Flaggschiff-Modell namens Sol hinzu. Die kostenlose Nutzung ist stark eingeschränkt und auf ChatGPT 5.5 limitiert; wer mehr will, zahlt als Privatanwender zwischen
8 und 103 Euro pro Monat.