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"Icons, die ikonisch sind" – Entwickler fordern Apple zum Umdenken beim Formzwang auf

Über viele Jahre hatten die Symboldarstellungen von Mac-Apps weitestgehend Narrenfreiheit: Welche Form das Programmsymbol annahm, konnten die Entwickler selbst entscheiden. Apple selbst machte über viele Jahre davon Gebrauch und versah die eigenen Programme mit detailverliebten Symboldarstellungen ihrer Funktion. Doch spätestens seit macOS 26 Tahoe ist Schluss mit freigestellten Stehpulten, Propellermützen und Cocktailgläsern: Im aktuellen macOS wird jedes Icon, das von der Norm abweicht, in ein graues Rechteck verbannt. Ein Blog-Beitrag von Jim Nielsen betrachtet Apples Icon-Entwicklung und wünscht sich eine gegensätzliche Entwicklung.


Als Paradebeispiel nutzt Nielsen eine Gegenüberstellung von Apples Icons für die Creator-Studio-Apps, welche BasicAppleGuy zusammengetragen hat. Angeschrägt aufgestellte physische Elemente wichen gleichförmigen abgerundeten Rechtecken. Die Versionen für Creator Studio gehen noch einen Schritt weiter: Die Symbole bleiben bei einem Farbton und erscheinen einheitlich; ihre Zusammengehörigkeit ist klar erkennbar, aber nicht unbedingt ihr eigentlicher Zweck.

Stein des Anstoßes: Apples Icon-Evolution. (Quelle: BasicAppleGuy)


"Ikonisch heißt herausragend"
Die ursprünglichen Programmsymbole sehen hingegen nicht so aus, als gehören sie alle zusammen; dafür ist jedes für sich herausragend in der Gestaltung. Diese „Konsistenz in Exzellenz“ wünscht sich Nielsen zurück, anstatt der im Creator Studio vorherrschenden starren Gestaltungsregeln. Marcin Wichary springt ihm argumentativ bei und nennt die Icons des Creator Studio „hässlich und amateurhaft“.

Ähnlichkeit zu Photoshop
Wichary macht den Vergleich zum Icon des Bildbearbeitungsprogramms Photoshop von Adobe. Es begann mit einer pixeligen Darstellung eines Fotoladens und endet bei zwei Buchstaben im abgerundeten Rechteck – wie alle Adobe-Programme. Schrittweise verschwanden erkennbare Elemente zugunsten der Einheitlichkeit – ein Trend, der sich auch bei Microsoft beobachten lasse, und nun bei Apple.

Mehr Flexibilität – oder komplette Umkehr?
Wichary schlägt eine Novellierung der strengen Regeln vor – App-Entwickler könnten etwa Gestaltungselemente zu einem gewissen Grad aus dem definierten Rechteck herausragen, ohne das Grundkonzept infrage zu stellen. Paul Kafasis von Rogue Amoeba geht einen Schritt weiter und fordert eine Rückkehr zu den alten, undefinierten Iconformen.
Icons in macOS nahmen bis macOS 15 unterschiedlichste Formen an. (Quelle: Rogue Amoeba)

Kommentare

Electric Dave29.06.26 17:41
Ich bin zu 100% der gleichen Meinung.
Für mich waren die Icons früher (vor allem nach dem Wechsel von Mac OS 9 auf OS X) fast schon eine eigene Kunstform.

So wunderschöne Kreationen, die gleich Lust auf das Programm gemacht haben (ich weigere mich, bei Mac das Wort App zu benutzen )
+8
Brötchennehmer29.06.26 18:01
martzell

Ja. Bin 100% dabei.
0
MetallSnake
MetallSnake29.06.26 18:10
Ich finde die Squircles genauso furchtbar wie Flat UI.
Es war alles mal so schön, machte Lust darauf am Rechner zu sitzen, jetzt ist es zu einer notwendigkeit geworden, alles so furchtbar trist, steril und eintönig.
https://www.mactechnews.de/news/article/S-187416.html#newscomment1621890 Was ist mein Fehler? ('Nicht richtig gelesen. Setzen, sechs.')
+1
Phil Philipp
Phil Philipp29.06.26 18:14
eines der Dinge, die mich irgendwann mal zum Mac gebracht haben, waren interessante, witzige, detailverliebte, abgefahrene, ein bisschen verrückte Icons.
+1

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