Betrug im App Store: Apple veröffentlicht Zahlen für 2025


Der Bereich "App Store & Dienste" ist für Apple seit vielen Jahren eine Sparte mit starkem Wachstum: Abonnements wie Apple TV, Apple Music, Apple Arcade, iCloud+ und Fitness+ bescheren dem Unternehmen viel Umsatz. Doch auch Kommissionen aus digitalen Verkäufen bringen dem Unternehmen einiges ein: Bis zu 30 Prozent verlangt Apple von den Umsätzen in den diversen App Stores. Da hierbei Apple nur als Mittelsmann auftritt, ist die Qualitätskontrolle aufwendig. Für das Jahr
2025 legt Apple nun Zahlen vor, wie viele Apps zurückgewiesen, wie viele Entwickler- sowie Nutzer-Accounts gesperrt und wie häufig betrügerische Bewertungen aufgedeckt wurden.
Insgesamt, berichtet der Konzern, habe man 9,1 Millionen App-Einreichungen geprüft. Knapp 2,5 Millionen davon wurden vom App Store Review Team zurückgewiesen – die meisten laut Eigenaussage wegen Qualitätsmängeln. Dazu kommen 22.000 Apps, welche undokumentierte Funktionen nutzten oder versteckte Funktionen eingebaut hatten. Über 371.000-mal wies Apple Apps zurück, weil sie offensichtliche Kopien anderer Apps darstellten, als Spam identifiziert wurden oder Nutzer auf andere Weise in die Irre führten. Zudem wurden 7.800 Apps aus den Ranglisten und 11.500 Apps aus den Suchergebnissen entfernt, nachdem das Review-Team betrügerische Bewertungen identifiziert hatte.
Mehr Apps, mehr NutzerkontenDa Apple diese Zahlen jährlich präsentiert, lassen sich Vergleiche zu den
Vorjahreszahlen ziehen. Besonders auffällig ist der größere Andrang bei den eingereichten Apps: Apple verzeichnet einen Anstieg von 18 Prozent. Noch krasser ist der Anstieg an Nutzerkonten: Im Jahr 2025 löschte Apple 1,1 Milliarden Accounts – das sind 55 Prozent mehr als im Vorjahr.
Selbst- und Fremdwahrnehmung klaffen auseinanderApple begründet den Anstieg an eingereichten Apps damit, dass KI-Unterstützung das Entwickeln von Apps erleichtert habe und der Konzern entsprechend die Ressourcen aufgestockt hat:
Da leistungsstarke KI-Entwicklungstools für einen sprunghaften Anstieg bei den App Einreichungen sorgen, wurde Apples App Review Prozess nahtlos skaliert, um dieses Volumen zu bewältigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass jede neue App und jedes App-Update den hohen Standards des App Store in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit und Qualität entspricht.
Dem stehen Erfahrungswerte vieler unabhängiger Entwickler entgegen, welche von deutlich verlängerten Wartezeiten im Bewertungsverfahren berichten. Besonders hart scheint es den Mac App Store zu treffen: Wartezeiten von sechs Tagen und mehr sind keine Seltenheit, sondern mittlerweile eher die Regel.
App Store im Jahresvergleich| Vorgang | 2024 | 2025 | Veränderung |
| App-Store-Einreichungen | 7,7 Mio. | 9,1 Mio. | + 18 % |
| Ablehnung wg. Qualitätsmängeln | 1,9 Mio. | 2 Mio. | + 5 % |
| Ablehnung wg. Spam oder Betrug | 320.000 | 371.000 | + 15 % |
| Ablehnung aus Datenschutzgründen | 400.000 | 443.000 | + 10 % |
| Entwickler-Accounts gesperrt | 139.000 | 138.000 | - 0,8 % |
| Nutzer-Accounts gesperrt | 711 Mio. | 1,1 Mrd. | + 55 % |
| Nutzerbewertungen gesamt | 1,2 Mrd. | 1,4 Mrd. | + 8 % |
| Apps aus Charts entfernt | 7.400 | 7.800 | + 5 % |
| Apps aus Suchergebnissen entfernt | 9.400 | 11.500 | + 22 % |
KreditkartenbetrugLaut Eigenaussage habe Apple mehr als zwei Milliarden betrügerische Kreditkartenzahlungen verhindert – diese Zahl entspricht der aus dem Jahr 2024. Dabei habe der Konzern die Verwendung von über 4,7 Mio. gestohlenen Kreditkarten verhindert und 1,6 Mio. Konten gesperrt – jeweils deutlich mehr als im Vorjahr.
Begrenzte AussagekraftDa Apple in der jährlichen Statistik lediglich die Erfolge auflistet, bleibt die Aussagekraft begrenzt. So erläutert Apple nicht, wie viele Accounts fälschlicherweise gesperrt wurden (false positives). Auch bei den Zurückweisungen des App Store Review Teams ist nicht alles Sonnenschein: Viele Entwickler berichten von unzureichenden ersten Bewertungen und fadenscheinigen Zurückweisungsgründen. Gleichzeitig entdecken Entwickler wie Nutzer immer wieder offensichtliche App-Klone und Betrugs-Apps, die den Review-Prozess anstandslos passieren konnten.