Liquid Glass gewinnt renommierten Design-Preis

Die mit iOS und macOS 26 eingeführte neue Designsprache "Liquid Glass" wird auch acht Monate nach Einführung kontrovers diskutiert. Die meiste Kritik zielt allerdings auf die Kompromisse hinsichtlich der Bedienung ab, weniger auf die generelle optische Anmutung. Vor allem auf Mac und iPad wurde bemängelt, dass Transparenzen, Lichtbrechung und bewegte Hintergründe die Lesbarkeit verschlechtern und Bedienhierarchien weniger klar machen. Ungeachtet dieser Punkte hat Liquid Glass nun jedoch einen renommierten Designpreis gewonnen, und das sogar in mehreren Kategorien.


Vier Preise – Gold, Silber, 2x Bronze
Die "ADC Awards" gehören zu den ältesten Kreativpreisen der Branche. Der im Jahr 1920 gegründete Wettbewerb für Werbung, (digitale) Medien, Grafik- und Produktdesign, Fotografie und Illustration legt den Fokus auf Kunstfertigkeit und handwerkliche Qualität. Bei der jüngsten Runde wurde "iOS 26 Liquid Glass" mit einem Gold Cube in der Kategorie Interactive/ UX/ UI ausgezeichnet. Hinzu kommen ein Silver Cube für digitale Erlebnisse sowie zwei Bronze Cubes in den Bereichen Consumer Experience und Innovation.

Jury bewertet Kohärenz und Markenführung
Ruft man sich die eingangs erwähnten Probleme in Erinnerung, so scheint es hier ziemliche Widersprüche zu geben. Ein Design kann aus Sicht einer Jury allerdings für visuelle Gestaltung, Markenführung und Systemkohärenz preiswürdig sein, während Nutzer und Interface-Designer zugleich berechtigte Kritik üben. Der Gold Cube bedeutet daher nicht, dass alle UX-Probleme von Liquid Glass ausgeräumt wären – die beste Alltagstauglichkeit und Usability unter realen Nutzungsbedingungen ist nämlich kein zentrales Bewertungskriterium.

Begründung nicht veröffentlicht
Die genaue Jurybegründung liegt bislang nicht vor. Öffentlich nachvollziehbar ist vor allem Apples eigener Einreichungstext, der Liquid Glass als plattformübergreifendes Designsystem mit Fokus auf Kohärenz, Materialwirkung, Typografie, Ikonografie und sensorbasierter Parallaxe beschreibt. Der Preis zeigt weniger, dass Liquid Glass im Alltag perfekt funktioniert, sondern dass es als Designsystem beeindruckt – und Apple hierfür Zuspruch aus der Kreativbranche einstreicht.

Kommentare

Unwindprotect15.05.26 11:01
Ich finde immer noch, dass man hier Idee und aktuelle Umsetzung ein wenig trennen muss.

Die eigentliche Idee finde ich wirklich sehr gelungen und gut - geradezu mutig im Angesicht 1001 theme Variationen von flat UIs bringt Liquid Glass eben auch einige neue Regeln und Mechaniken ins Spiel. „Fenster“, „Knöpfe“, „Slider“ usw. Waren auch mal irgendwann neue Bedienelemente. Hier mit Schattenwurf und Licht zu arbeiten eine Idee sie greifbarer zu machen. Wenn man das Liquid Glass Konzept vollständig betrachtet und nicht auf „Durchsichtig machen“ reduziert, dann kann man erkennen, dass sich da viele interessante neue Möglichkeiten ergeben.
+3
TMS
TMS15.05.26 11:02
Naja, die Radien der runden Ecken sollten einen eigenen Designpreis bekommen, so in Richtung goldene Zitrone...
+1
Spawn11115.05.26 11:04
Super Idee für 3D UI, für 2D ungeeignet
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Sumsolin
Sumsolin15.05.26 11:09
Die ADC Awards sind so alt, dass sie in den 0er Jahren hängengeblieben sind.

Bei mir haben die 90er angerufen: Ich hatte durch Zufall die Tage einen Mac mit Mac OS 8 auf dem Tisch und ich muss sagen: Eigentlich gefiel mir das Design. Mehr bräuchte ich heute auch nicht.
-1
mkummer
mkummer15.05.26 11:10
Das zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich die Sicht auf die Dinge ist und wie schwer sich manche mit Neuem tun. Ich komme mit Liquid Glass gut zurecht und finde es optisch sehr angenehm. An das Neue und die Transparenzen hatte ich kein Problem mich daran zu gewöhnen. Und für alle, die es gerne wie 2025 haben wollen, kann man ja praktisch alles weitgehend abstellen. In den Foren kommen sicher vermehrt die "Nörgler" zu Wort, denn wer zufrieden ist, schreibt ja in der Regel nichts rein.
+7
Sumsolin
Sumsolin15.05.26 11:13
Den ein oder anderen Award kann man sich auch kaufen, ist das beim Red Dot Award nicht auch so?
-3
DunklesZischt15.05.26 11:41
Sumsolin
Den ein oder anderen Award kann man sich auch kaufen, ist das beim Red Dot Award nicht auch so?

Und er kommt zu dem Ergebnis:
»Nur ein Traum war das Erlebnis.«
Weil, so schließt er messerscharf,
»nicht sein kann, was nicht sein darf.«
+2
Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex15.05.26 11:51
Sumsolin
Den ein oder anderen Award kann man sich auch kaufen, ist das beim Red Dot Award nicht auch so?

Du kaufst dich quasi als Teilnehmer ein, aber ob du nominiert oder gar ausgezeichnet wirst, ist Sache der Jury. Oft müssen die Gewinner, um dann mit dem Badge des Awards werben zu dürfen, anschließend auch noch die Nutzungsrechte eben hierfür erwerben.

Also ja, diese Awards sind ein Geschäftsmodell. Aber ob sie was taugen, hängt halt vor allem von der Jury ab und ob man auf deren Qualifikation etwas gibt.

Natürlich gibt es auch anders funktionierende Awards.
+1
dam_j
dam_j15.05.26 12:00
Von denen hat das doch niemand im Alltag benutzt...
Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !
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sudoRinger
sudoRinger15.05.26 12:25
mkummer
In den Foren kommen sicher vermehrt die "Nörgler" zu Wort, denn wer zufrieden ist, schreibt ja in der Regel nichts rein.
Und mir kam es so vor, als kämen hier eher die "Jubelperser" zu Wort.
-2

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