Besser schlafen dank Night Shift? Studie stellt Nutzen von Apples Feature in Frage

Seit fünf Jahren bieten iPhones und iPads die Möglichkeit, abends und nachts die Farbtemperatur zu reduzieren. Die Displays der Geräte zeigen dann ein ""wärmeres" Bild, da die Hintergrundbeleuchtung einen leicht gelblichen Ton annimmt. 2017 kamen auch Mac-Besitzer in den Genuss dieses Features namens Night Shift. Es soll durch die Reduzierung des Blauanteils dazu beitragen, dass die Nutzer der Geräte besser schlafen, weil das übliche "kalte" Licht der Displays in dieser Hinsicht angeblich für Probleme sorgt.


Studie mit 18- bis 24jährigen iPhone-Besitzern
Mittlerweile verfügen auch zahlreiche Smartphones anderer Hersteller über diese Funktion. Ob das Feature sich tatsächlich positiv auf den menschlichen Biorhythmus und damit die Schlafqualität auswirkt, untersuchten jetzt Wissenschaftler der Brigham Young University in Provo im US-Bundesstaat Utah. Für ihre Studie kooperierten sie mit dem Medical Center eines Kinderhospitals in Cincinnati, Ohio. Im Blick hatten sie dabei junge iPhone-Besitzer im Alter von 18 bis 24 Jahren, also die Generation mit einer bekanntermaßen intensiven Smartphone-Nutzung.

Forscher untersuchen drei Gruppen von Probanden
Die 167 Studienteilnehmer teilte das Forscherteam um den Psychologie-Professor Chad Jensen in drei Gruppen ein. Die erste Kategorie umfasste iPhone-Nutzer, welche ihr Gerät abends mit aktiviertem Night Shift verwendeten. Die zweite schaltete das Feature nicht ein und die dritte verzichtete jeweils während einer vollen Stunde vor dem Zubettgehen völlig auf das Smartphone. Alle Teilnehmer verbringen nach eigenen Angaben täglich viel Zeit mit ihren Geräten. Die Einteilung erfolgte nach dem Zufallsprinzip.

Night Shift bringt keinen messbaren Effekt
Schlafdauer und -qualität der Probanden sowie die Zeit bis zum Einschlafen ermittelten die Wissenschaftler mithilfe von Beschleunigungssensoren, welche am Handgelenk getragen wurden. Bei der Auswertung der Ergebnisse konnten sie in dieser Hinsicht keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen feststellen. iPhone-Nutzer mit aktiviertem Night Shift schliefen also ebenso gut beziehungsweise schlecht wie die Smartphone-Besitzer, welche das Feature nicht verwendeten. Einen messbaren positiven Effekt hatte lediglich die Nichtnutzung des iPhones vor dem Zubettgehen, allerdings lediglich bei Studienteilnehmern, welche in aller Regeln mehr als 6,8 Stunden pro Nacht schlafen.

"Kaltes" Licht ist nur ein Faktor von vielen
Jensen zufolge zeigt das Ergebnis der Studie, dass "kaltes" Licht nur einer von mehreren Faktoren ist, welche die Schlafqualität beeinflussen können. Seiner Ansicht nach gehört dazu auch die Art der Smartphone-Nutzung. Beispielsweise könne das Schreiben von E-Mails oder anderen Nachrichten psychologische Effekte zeitigen, welche sich auf das Schlafverhalten auswirken. Auch minimale körperliche Aktivitäten wie das Scrollen der Bildschirminhalte und das Tippen auf dem Display sollten in diesem Zusammenhang nicht außer Acht gelassen werden. Ob sich die Ergebnisse auf iPhone-Nutzer anderer Altersgruppen übertragen lassen, müsste durch weitere Studien geklärt werden.

Kommentare

aMacUser
aMacUser05.05.21 17:28
Also eigentlich sagt die Studie nicht, dass Night Shift nutzlos ist, sondern nur, dass es für sich alleine keinen messbaren Einfluss auf den Schlaf hat.
Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass durch Night Shift Abends meine Augen definitiv entspannter sind, als wenn mich spät Abends so ein blau-grelles Display anleuchtet.
Interessant wäre zudem noch, wie stark der Blauanteil im Licht durch Night Shift tatsächlich physikalisch reduziert wird.
+12
alephnull
alephnull05.05.21 17:36
Ja, fürs Lesen am Abend bzw. in dunklen Umgebungen ist es definitiv angenehmer (und zumindest auch wahrscheinlich gesünder).
+8
Hot Mac
Hot Mac05.05.21 18:01
Ich kann mir schon vorstellen, dass man durch Night Shift weniger »aufgewühlt« wird.

Blaues Licht ist bestimmt nicht schlaffördernd.
Wenn ich mir nachts ein Wasser ausm Kühlschrank hole, bin ich hellwach.
+3
KingBradley
KingBradley05.05.21 18:06
Mag sein das es eine Kombination ist aus dem hellen bläulichen Licht und die Infos die auf das Gehirn einprasseln direkt vor dem schlafen gehen.

Abends entspannt ein Buch lesen und alles an Hardware/ Internet aus lassen ist das Beste✌️
+8
Mecki
Mecki05.05.21 18:47
Ob es hilft? Keine Ahnung. Aber es ist bei gedimmten Licht damit viel angenehmer auf Display zu schauen, auch ohne die Helligkeit nochmal händisch weiter runter regulieren zu müssen als die Automatik.

Am Mac nutze ich das Feature aber nicht, weil es den Farbton von Bildern verfälscht und da sitze ich auch abends mal an etwas, wo ich korrekte Farbwiedergabe brauche. Meine Bildschirme sind daher auch alle exakt kalibriert mit einem vorgegebenen Weißton, Night Shift würde das komplett zunichte machen. Am Mac bin ich eben auch Entwickler, am iPhone nur einfacher Nutzer.

Um aber einen ähnlichen Effekt am Mac zu erreichen, ohne dabei die Farbwiedergabe komplett zu verfälschen, nutze ich einen Trick:

In den Systemeinstellungen unter Allgemein habe ich den Haken bei "Einfärbung des Hintergrundes von Fenstern erlauben" gesetzt. Dadurch verfärbt der Hintergrund das Grau der Fenster. Der Grauton der Fenster ist also dann nicht mehr neutral, sondern nimmt ganz leicht den durchschnittlichen Farbton des Hintergrunds an; aber eben nur dort. Das wirkt sich z.B. nicht auf Text, Bilder oder Webseiten aus, die man in Apps betrachtet.

Und als Hintergrundbild habe ich mir eine dynamisch Desktop gebastelt, der immer das gleiche Bild zeigt, aber gegen Abend bis in die Nacht den Rotanteil in diesem Bild immer weiter erhöht, so dass sich auch der Rotanteil im Fenstergrau mit zunehmend später Stunde immer weiter erhöht, was dazu führt, dass das Grau immer wärmer wird.

Das hat einen leicht ähnlichen Effekt für das Auge, wenn man das Gesamtbild erfasst oder eben Fensterelemente bedient, verfärbt aber nicht die Bereiche bei denen ich korrekte Farbwiedergabe brauche.
+2
MrWombat
MrWombat05.05.21 19:16
Also der Effekt lässt sich ganz einfach testen. Am Mac z.b. einen Blaufilter einstellen, am Abend lange arbeiten bis man merkt das die Augen müde werden.
Dann schaltet man den Filter aus und schaut in den weißen hellen Bildschirm (keinen Dark Mode verwesen). Innerhalb von Sekunden fühlen sich die Augen wieder munter aus. Mehrfach getestet
+1
DTP
DTP05.05.21 19:20
Sack Reis 😉

Die Studien zeigen auch, dass Menschen, die vorm Schlafengehen ein Buch gelesen haben, 10 Minuten eher einschlafen als die, die einen Screen betrachtet haben. 10 Min Unterschied würde ich nicht als Einschlafproblem sehen. Und Essen und Sport vorab wird ja auch noch eine Wirkung auf den Schlaf haben.

Das einzige, was wirklich hilft, ist „schwarzes“ Licht auf dem Display 😉
Also „Handy aus“. Das werde ich jetzt machen.
-2
Hot Mac
Hot Mac05.05.21 19:28
Ich schalte mein iPhone nach der Tagesschau aus.
Für den guten Schlaf sorgen bei mir Rotwein und regelmäßiger Beischlaf.
+10
pentaxian05.05.21 19:51
Hot Mac
Für den guten Schlaf sorgen bei mir Rotwein und regelmäßiger Beischlaf.

In welcher Reihenfolge?
+3
eastmac
eastmac05.05.21 19:51
Hier geht bei allen geraten der Night Shift Modus automatisch an, wir mögen es.
0
eastmac
eastmac05.05.21 19:52
pentaxian
Hot Mac
Für den guten Schlaf sorgen bei mir Rotwein und regelmäßiger Beischlaf.

In welcher Reihenfolge?
Wenn letzteres zu erst, dann steht der Wein am nächsten Morgen noch da.
-1
massi
massi05.05.21 20:18
Ich sitze abends immer vor dem Rechner, wenn ich irgendwann ins Bett gehe lege ich mich hin und schlafe ein.
+1
torsen putschnasz05.05.21 21:15
Ich habe Night Shift 23 Stunden und 59 Minuten am Tag aktiviert. Taugt mir gut.
-1
d2o05.05.21 21:59
Ich mag es eh etwas "wärmer" als das "kaltweiss". Ich empfinde es angenehmer für die Augen. Aber jeder hat andere Augen und empfindet anders.
Ich bin auch froh das ich keine blaue Armaturenbeleuchtung im Auto habe

Schaden wird Nightshift nicht, daher lasse ich es einfach mal aktiviert
0
Weia
Weia05.05.21 22:51
MacTechNews
Night Shift bringt keinen messbaren Effekt
Na so eine Überraschung! Die Idee hinter Night Shift – „blaues Licht“ würde biologisch bedingt den Schlaf beeinträchtigen –, ist pseudowissenschaftlicher Unsinn, aber zur Zeit überall ungemein en vogue.

Dabei muss man wahrlich nicht Albert Einstein sein, um sich zu überlegen, dass das so nicht stimmen kann: Unser Gesichtssinn ist zweifellos evolutionär optimal auf die Verhältnisse auf der Erde angepasst. Dazu gehört, dass Tageslicht (Lichtfarbe zwischen 5000K und 6500K) unsere Augen am wenigsten anstrengt, da sie evolutionär auf diese Lichtfarbe optimiert sind. Und dazu gehört, dass die Signalwirkung zu schlafen von Licht mit besonders hohem Blauanteil getriggert wird: schließlich ist die letzte Phase vor der Nacht die nicht ohne Grund so genannte blaue Stunde. Hingegen ist es der Tag, also die Zeit der Aktivität, in der direktes Sonnenlicht das Licht gelblicher färbt.

Bemerkenswerterweise sagen aber viele Menschen, sie fänden gelbliches Licht beruhigender und „gemütlicher“, mithin besser zum Einschlafen. Das ist aber eine rein soziokulturelle Prägung: Schließlich war lange Zeit stark gelbstichiges Licht (Lagerfeuer, Kerzen, Glühlampe) die einzige Möglichkeit für Menschen, das Tageslicht nach dessen abendlichem Verschwinden noch zu „verlängern“.

Dass es nur kulturell erlernte Einbildung ist, gelbes Licht „gemütlich“ zu finden und mit abendlicher Entspannung zu assoziieren, heißt freilich nicht, dass das psychosomatisch nicht wirkmächtig sein kann. Aber biologisch begründet ist es nicht.

Es ist ziemlich kurios, dass wir mit LEDs erstmals die Möglichkeit besitzen, problemlos für unsere Augen optimales Licht zu erzeugen, das aber dann künstlich gelb färben (was für unsere Augen, die auf diese Farbtemperatur nicht optimiert sind, anstrengender ist), weil wir es „wohliger“ finden.

Es gibt noch einen zweiten, eng damit verknüpften Irrtum, der zu der unsinnigen These führt, Licht um die 5000K sei bereits „kalt“. Unsinnig, da das die Farbtemperatur von direktem nachmittäglichem Sonnenlicht ist, das wir bekanntlich eher „golden“ nennen. Das zeigt deutlich, dass es um biophysikalische Größen überhaupt nicht geht.

Stattdessen sind wir von einer anderen Erfahrung geprägt: Die erste Technologie, annähend tageslichtfarbenes Licht künstlich zu erzeugen, waren schließlich die Leuchtstoffröhren („Neonröhren“), deren Licht allgemein als unangenehm und eben „kalt“ beschrieben wird. Das ist aber eine Verwechslung: Das Unangenehme an Leuchtstoffröhren ist nämlich nicht die tageslichtähnliche Farbtemperatur, sondern die Tatsache, dass das Licht eine völlig zerklüftete Spektralkurve aufweist (d.h., manche Spektralfrequenzen sind stark, andere kaum vertreten), und das ist es, was dieses Licht für uns unangenehm künstlich und „kalt“ erscheinen lässt. Sonnenlicht hingegen, mit gleicher Lichtfarbe, aber babypopoglatter Spektralkurve erscheint uns „warm“, „golden“ und wohlig.

Da wir lange Zeit diese Technologie als einzige zur Erzeugung von Kunstlicht mit Tageslichtfarbe kannten, haben wir gelernt, Kunstlicht mit Tageslichtfarbe prinzipiell als „kalt“ zu assoziieren, obwohl das eben gar nicht generell gilt, sondern nur für Leuchtkörper mit zerklüfteten Spektralkurven.

Es kommt freilich noch ein Aspekt hinzu: „Weiße“ LEDs sind de facto blaue-violette LEDs, die eine fluoreszierende Beschichtung zum „weißen“ Leuchten bringen. Sind die LEDs minderwertig konstruiert, wird dieser violette Anteil zu wenig ausgefiltert, was wiederum der UV-Strahlung der Sonne gleicht. Und die ist natürlich auch biologisch tatsächlich ein Trigger für Sonnenlicht, Tag und Aktivität.

Langer Rede kurzer Sinn: gute tageslichtweiße LEDs sind für die Augen biologisch optimal und ganz sicher nicht schlafstörend. Aufgrund soziokultureller Prägung mögen manche von uns gelbstichiges Licht „beruhigender“ und „gemütlicher“ finden, die Augen strengt es aber mehr an.

Dass Apple mit Night Shift auf diesen Human Centric Lighting-Modezug aufgesprungen ist, fand ich eher seltsam. Aber nun gut.
aMacUser
Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass durch Night Shift Abends meine Augen definitiv entspannter sind, als wenn mich spät Abends so ein blau-grelles Display anleuchtet.
grell ist aber keine Funktion der Farbtemperatur, sondern der Helligkeit. Wenn Dir das Licht zu grell ist, dann stell’ es doch einfach dunkler ein.
d2o
Schaden wird Nightshift nicht
Naja, es macht das Fokussieren für die Augen halt anstrengender. Ob und wie sich das langfristig auswirkt, kann ich nicht beurteilen.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+5
Mecki
Mecki05.05.21 23:40
Weia
grell ist aber keine Funktion der Farbtemperatur, sondern der Helligkeit. Wenn Dir das Licht zu grell ist, dann stell’ es doch einfach dunkler ein.
Dann ist es zu dunkel, dann kann ich es nicht mehr vernünftig lesen und das strengt dann meine Augen erst recht an. Du hast nämlich einen ganz wichtigen Faktor übersehen: das Umgebungslicht.

Wenn das Umgebungslicht eine niedrigere Farbtemperatur hat als das Display, dann wechselt das Auge ständig zwischen diesen beiden Farbtemperaturen und das strengt enorm an. Daher empfinden die meisten es weniger anstrengend auf das Display zu schauen, wenn dessen Farbtemperatur ungefähr der des Lichtes im restlichen Raum entspricht und der hat eben im Normalfall Abends eine niedrigere als Tageslicht.

Und Displays haben aber Standardmäßig meistens eine viel zu hohe Farbtemperatur. Meine sind alle auf 6500 geeicht, aber ohne Korrektur habe ich z.B. bei meinem Notebook > 9000K gemessen. Wer also Nightshift einschaltet und dann eben nicht voll aufdreht, der bringt sein Display nicht selten damit überhaupt erst auf Tageslichttemperatur.
+1
Weia
Weia06.05.21 01:20
Mecki
Weia
grell ist aber keine Funktion der Farbtemperatur, sondern der Helligkeit. Wenn Dir das Licht zu grell ist, dann stell’ es doch einfach dunkler ein.
Dann ist es zu dunkel, dann kann ich es nicht mehr vernünftig lesen und das strengt dann meine Augen erst recht an.
Es sollte ja einen Wert zwischen zu grell/hell und zu dunkel geben.
Du hast nämlich einen ganz wichtigen Faktor übersehen: das Umgebungslicht.
Da hast Du vollkommen recht, das vergesse ich leider allzu leicht, weil bei mir schon lange, bevor ich das erste iPhone hatte, die gesamte Wohnung mit 5000K ausgeleuchtet war.

Wenn das Umgebungslicht noch gelbstichig ist, dann hat man ein Problem, das ist richtig. Die wirkliche Lösung wäre natürlich, das Umgebungslicht vom Gelbstich zu befreien, aber wer das nicht will oder kann …
Wenn das Umgebungslicht eine niedrigere Farbtemperatur hat als das Display, dann wechselt das Auge ständig zwischen diesen beiden Farbtemperaturen und das strengt enorm an.
Vollkommen richtig.
Daher empfinden die meisten es weniger anstrengend auf das Display zu schauen, wenn dessen Farbtemperatur ungefähr der des Lichtes im restlichen Raum entspricht
Dafür ist ja eigentlich TrueTone gedacht, das aber nach meiner Erfahrung mehr schlecht als recht funktioniert.
und der hat eben im Normalfall Abends eine niedrigere als Tageslicht.
Ja, aber dass das der „Normalfall“ ist, ist das eigentliche Problem.
Und Displays haben aber Standardmäßig meistens eine viel zu hohe Farbtemperatur. Meine sind alle auf 6500 geeicht, aber ohne Korrektur habe ich z.B. bei meinem Notebook > 9000K gemessen.
Ooops!
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+2
ruphi06.05.21 02:40
Weia
Deine beiden Hypothesen, dass die Empfindung warmen Lichts als beruhigend und kalten Lichts als unangenehm nur soziokulturelle Effekte sind und durch die Eigenschaften der entsprechend gefärbten Leuchtmittel zustande kommen, hatte ich auch schon.
Allerdings war das bisher immer nur meine Privat-Hypothese. Hast du denn irgendwelche wissenschaftlichen Belege dafür? Wenn ja, würde mich das wirklich interessieren
0
ruphi06.05.21 02:45
Eine Sache will ich zur NightShift-Wirksamkeit noch anfügen:
Mir hilft das Tool, vor dem Schlafengehen die MacBook-Helligkeit noch etwas unter den Minimalwert abzusenken. Wenn nämlich alle Lichter im Raum aus sind, sind mir seit jeher die MacBook Screens zu hell. Mit weniger Blauanteil sinkt auch die Gesamthelligkeit.
+1
Hotzenplotz2
Hotzenplotz206.05.21 10:06
weia
Ich mag soziokulturell 2700K mit einem babypoporunden Spektrum
aus
Physikalisch beschreibt die Farbtemperatur die geänderten Beleuchtungsverhältnisse. Während die Sonne im Mittel eine Farbtemperatur von 5500 K hat, beträgt die des blauen Himmels zwischen 9000 K und 12000 K. Am Tage mischen sich diese beiden Lichtquellen zum typischen Tageslicht mit einer Farbtemperatur von 6500 K. In der blauen Stunde entfällt das direkte Sonnenlicht, und das Himmelsblau verbleibt. Der höhere Blauanteil des Himmelslichts lässt sich tagsüber als Färbung des von Gegenständen geworfenen Schattens beobachten.
+1
Nebula
Nebula06.05.21 11:41
Das eigentliche Problem verhindert Night Shift nicht: Das Leute kurz vor dem Schlafen überhaupt noch surfen. Das beeinträchtigt den Schaft sicher mehr als die Farbtemperatur. Zumindest kann ich das für meine Familie ohne Ausnahme bestätigen, auch wenn einzelne das bestreiten würden. Blöd nur, dass ich schon mit jedem mehrmals in einem Raum geschlafen habe und es mehrfach beobachten konnte. Ein weiter Aspekt ist offenbar auch, wie lange man noch surft. Auch die Inhalte sind relevant, wenn es etwas ist, dass einen (vielleicht auch nur unterbewusst) beschäftigt, beeinträchtigt das sicher stärker. Ich glaube, sobald man was von, mit und über Menschen rezipiert, hat das automatisch Einfluss. Die meisten Menschen vergleichen sich ja ständig (auch unbewusst) und das will verarbeitet werden.
»Wir werden alle sterben« – Albert Einstein
+3
Weia
Weia06.05.21 18:47
ruphi
Deine beiden Hypothesen, dass die Empfindung warmen Lichts als beruhigend und kalten Lichts als unangenehm nur soziokulturelle Effekte sind und durch die Eigenschaften der entsprechend gefärbten Leuchtmittel zustande kommen, hatte ich auch schon.
Allerdings war das bisher immer nur meine Privat-Hypothese. Hast du denn irgendwelche wissenschaftlichen Belege dafür? Wenn ja, würde mich das wirklich interessieren
Es gibt mindestens eine Studie dazu mit diesem Ergebnis, aber ich habe sie heute auf die Schnelle nicht finden können.

Ich habe mich vor einiger Zeit mal intensiv mit Farbphysik beschäftigt, weil die an der Schnittstelle von Physik und Psychologie liegt, was ich sehr interessant finde. Aber mein Augenmerk galt da anderen Bereichen und besagte Studie habe ich, als sie mir unter die Finger kam, nicht groß beachtet, da ihr Ergebnis nicht mit meinen Fragestellungen verknüpft war und mir ohnehin offenkundig schien (anekdotisch fand ich das wiederholt bestätigt, als ich hier andere Farbtests gemacht habe).

Wenn ich das Ding noch finde, poste ich es hier. Sorry.
ruphi
Eine Sache will ich zur NightShift-Wirksamkeit noch anfügen:
Mir hilft das Tool, vor dem Schlafengehen die MacBook-Helligkeit noch etwas unter den Minimalwert abzusenken. Wenn nämlich alle Lichter im Raum aus sind
… was man den Augen zuliebe nie machen sollte …
sind mir seit jeher die MacBook Screens zu hell. Mit weniger Blauanteil sinkt auch die Gesamthelligkeit.
Das stimmt natürlich, Da unsere Augen für den gelb-rötlichen Bereich nicht optimiert und daher weniger empfindlich sind, scheint ihnen ins Gelbliche verschobenes Licht bei gleicher Helligkeit dunkler.

Aber das ist natürlich Helligkeitsregelung mit der Kirche durch den Rücken ins Auge. 🥳
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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Weia
Weia06.05.21 18:51
Hotzenplotz2
Ich mag soziokulturell 2700K mit einem babypoporunden Spektrum
2700K sind ja schon fast Rotlichtmilieu. Naja, Räuber halt …
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+1
Hotzenplotz2
Hotzenplotz206.05.21 19:44
Weia
Hotzenplotz2
Ich mag soziokulturell 2700K mit einem babypoporunden Spektrum
2700K sind ja schon fast Rotlichtmilieu. Naja, Räuber halt …

Das Rotlichtmilieu ist bald nur noch Blaulichtmilieu.
Ich hab das zum Thema Licht gefunden, ist sehr gut gegliedert.
S. 53 ist das Literaturverzeichnis
0
Weia
Weia06.05.21 20:43
Hotzenplotz2
Ich hab das zum Thema Licht gefunden, ist sehr gut gegliedert.
S. 53 ist das Literaturverzeichnis
Das mag in vielem eine gute Übersicht sein, aber da steht auf Seite 20 rechts unten wieder diese seltsam falsche Grafik, dergemäß die Farbtemperatur morgens und abends sinkt (= Licht wird gelblicher) und das ist eben Quatsch. Das gilt vormittags und nachmittags und besonders ausgeprägt zu Sonnenauf- und Untergang, doch davor und danach steigt der Blauanteil rapide an. Aber wer geht denn schon direkt bei Sonnenuntergang schlafen? Und auch Night Shift ist ja wohl eher für die Zeit deutlich nach Sonnenuntergang gedacht.

Und am Morgen signalisiert die Tatsache, dass das zunächst sehr blaue Licht deutlich gelblicher wird, dass jetzt die Sonne aufgeht – üblicherweise auch kein Signal zum Entspannen und Einschlafen …

Wenn es darum ginge, den unstrittigen Helligkeitsverlauf mit der Helligkeitsregelmethode à la ruphi (gelblicher als Ersatz für dunkler) zu realisieren – OK, dann ja.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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MacBlack
MacBlack07.05.21 19:48
Unabhängig von aller wissenschaftlichen Diskussion empfinde ich Night Shift sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPhone als ein angenehmes Feature. Dass es den Schlaf verbessert, würde ich nicht behaupten. Es verbessert das Wohlbefinden, wenn man abends noch auf Displays kuckt.
0
Mecki
Mecki07.05.21 22:35
Weia
Das gilt vormittags und nachmittags und besonders ausgeprägt zu Sonnenauf- und Untergang
Stimmt

doch davor und danach steigt der Blauanteil rapide an.
Davor und danach ist es Nacht und nachts ist im Normalfall kaum Licht vorhanden, es sei denn der Mond ist voll genug und ein bisschen ganz kurz vor und ganz kurz nach Sonnenauf/-untergang, aber nur kurz. Ansonsten ist es dunkel. Das kennen nur viele nicht mehr, wer aber mal bei Neumond nachts abseits der Zivilisation (und ich meine nicht auf dem Feld vor der Stadt, ich meine > 10 km Umkreis kein Kunsticht) im freien übernachtet, der wird verstehen, warum Menschen vor 1000 Jahren nachts daheim geblieben sind. Denn mit der Dunkelheit von damals hat die Nacht heute in unseren Städten aufgrund der Lichtverschmutzung wenig gemein und die strahlt noch weit über die Stadtgrenze hinaus.

Verglichen damit ist die Sonnenuntergangsphase sehr lange und sie ist sehr lange sehr gelb. Und wenn Night Shift automatisch einsetzt, dann ist es bereits so dunkel, dass im Verhältnis zur Leuchtkraft des Displays das natürliche Umgebungslicht praktisch komplett vernachlässigbar ist. Was kümmert dich die um den Faktor 100 schwächere Umgebungshelligkeit, wenn du auf das Display schaust? Die Farbtemperatur des Naturlichts ist also komplett unerheblich für die Betrachtung. Wenn überhaupt spielt hier Kunstlicht eine Rolle.
+3
Weia
Weia07.05.21 23:59
Mecki
Weia
Das gilt vormittags und nachmittags und besonders ausgeprägt zu Sonnenauf- und Untergang
Stimmt
Na, sowas misst man besser, als es mit Fotos zu dokumentieren, deren Weißabgleich der Betrachter nicht kennen kann. Jedenfalls ist auch dieses Bild wieder mehr als tendenziös: vorne ist nicht nur die Blauphase, sondern dann auch noch der ganze Sonnenaufgang abgeschnitten, hinten die blaue Stunde nach dem Sonnenuntergang.
doch davor und danach steigt der Blauanteil rapide an.
Davor und danach ist es Nacht
Nö, eben nicht. Da ist die blaue Stunde. Die Zeit, in der es schon/noch hell ist vor Sonnenauf-/nach Sonnenuntergang, ist von der Größenordnung her tatsächlich grob eine Stunde.
Und wenn Night Shift automatisch einsetzt, dann ist es bereits so dunkel, dass im Verhältnis zur Leuchtkraft des Displays das natürliche Umgebungslicht praktisch komplett vernachlässigbar ist.
Night Shift gab es ja den größeren Teil der Evolution gar nicht. Es geht doch hier um die Night Shift zugrunde liegende These, dass aufgrund evolutionärer Prägung gelbliches Licht beruhigt und ein Schlafauslöser ist. Deswegen lassen die ganzen in diesem Zusammenhang veröffentlichten Grafiken ja auch immer den Sonnenaufgang fort, denn sonst bricht die ganze schöne Theorie bereits an dieser Stelle zusammen.

Dass in der Zivilisation ein ins Gelbliche verschobenes iPhone-Display besser mit gelblichem Kunstlicht harmoniert, ist geschenkt; darum geht es hier nicht. Das Problem verschiebt sich dadurch ja auch nur, weil schließlich (heute, wo anderes Licht möglich wäre) auch das gelbliche Kunstlicht damit begründet wird, es sei beruhigend und schlaffördernd.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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