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BASF verklagt Apple wegen Face-ID-Technologie

Dass Apple regelmäßig in rechtliche Auseinandersetzungen gerät, ist an sich nichts Neues, man erinnere sich nur an den Streit mit Epic. Ein jüngeres Beispiel ist die Klage gegen OpenAI. Darin wirft der iPhone-Hersteller dem KI-Start-up vor, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Auf der anderen Seite – in der Rolle des Beklagten – findet sich Apple seit Kurzem in einer Auseinandersetzung mit dem Chemie-Riesen BASF. Wie Reuters berichtet, hat das deutsche Unternehmen in Texas über seine dortige Niederlassung Klage gegen Apple eingereicht. In Ludwigshafen ist man der Ansicht, Cupertino verstoße mit seiner aktuellen Face-ID-Technologie gegen mehrere Patente.


Aktuelle Face-ID-Technologie von Apple verletze BASF-Patente
Konkret geht es um sieben Patente der BASF-Tochter trinamiX, gegen die unter anderem im iPhone 15, 16, 17 und iPad Pro verstoßen werde. Bei der Einführung von Face-ID im Jahre 2017 mit dem iPhone X habe sich Apple nichts zuschulden kommen lassen. Dies passierte BASF zufolge erst mit der späteren Weiterentwicklung der Gesichtserkennung.

Entstanden war das Tochterunternehmen trinamiX, als Forscher von BASF 2010 zufällig bei der Arbeit mit organischen Solarzellen Entdeckungen machten, welche zur Entwicklung einer 3D-Kamera führten. Im Jahr 2014 wurde der Bereich schließlich in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert, das sich mit Sensoren für 3D-Oberflächen und unterschiedliche Materialien beschäftigt. In der vergangenen Dekade hatte trinamiX dann Forschung betrieben, wie sich Gesichtserkennung sicherer machen lässt. Es sollte verhindert werden, die Gesichtsentsperrung umgehen zu können, etwa durch die Verwendung von Bildern oder 3D-Modellen von Gesichtern.

Klage in Texas wohl aus strategischen Gründen
Der Court in Midland, Texas, wo die Klage eingereicht wurde, dürfte als Ortswahl kein Zufall sein. Patentverfahren dort tendenziell relativ zügig, was der eher geringen Anzahl von Verfahren zugeschrieben wird.

Die Forderung von BASF besteht aus einem nicht näher bezifferten Schadensersatz sowie der Beendigung der vorgeworfenen Patentverletzung. Apple reagierte Reuters zufolge bisher nicht öffentlich auf die Klage.

Kommentare

Tommy1980
Tommy198004.09.26 17:18
Läuft wohl nicht mehr so gut bei BASF oder wieso kommt man damit jetzt, 10 Jahre nachdem diese Technologie breit gestreut am Markt ist?
-17
113704.09.26 17:31
Wie kommst Du auf 10 Jahre? Das iPhone 15 kam September 2023 raus.
0
ttwm04.09.26 17:31
Tommy1980
Läuft wohl nicht mehr so gut bei BASF oder wieso kommt man damit jetzt, 10 Jahre nachdem diese Technologie breit gestreut am Markt ist?
Natürlich, Chemiekonzerne haben es heutzutage so schwer…
+3
Tommy1980
Tommy198004.09.26 17:37
1137
Wie kommst Du auf 10 Jahre? Das iPhone 15 kam September 2023 raus.

FaceID gibt es doch schon viel länger, war das nicht eigentlich von der Firma, die mal dieses Teil für die XBox gebaut haben?
-14
Deppomat04.09.26 17:52
BASF, BASF, wir brauchen BASF
+5
pentaxian
pentaxian04.09.26 18:00
Tommy1980
Läuft wohl nicht mehr so gut bei BASF oder wieso kommt man damit jetzt, 10 Jahre nachdem diese Technologie breit gestreut am Markt ist?
Lies nochmal genau, dann sollte es verständlich sein...

(Dieses Nahrungsmittel enthält alle lebenswichtigen Vitamine - B, A, S und F.)
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
+3
MacNu9204.09.26 19:46
Oh doch,läuft sehr gut für BASF. In D werden seit einigen Jahren immer mehr Mitarbeiter rausgeschmissen, das Werk LU wird in kleinen Häppchen verhökert und in einen Chemiepark umgewandelt, mit dem BASF nicht mehr viel zu tun hat. Dafür haben sie in China ein Werk hochgezogen, mit dem sie sich wohl vom Start weg eine goldende Nase verdienen... Wenn sie jetzt von einem der weltweit führenden Consumer-IT-Hersteller Lizengebühren oder sonstwas abzwacken können, kennt das Gewinnwachstum keine Grenzen mehr.
+5
FlyingSloth
FlyingSloth05.09.26 00:05
Dieser Beiß Reflex von einigen hier sobald etwas gegen Apple geht ist schon echt amüsant. Vielleicht hat BASF guten Grund vor Gericht zu ziehen. Sie schreiben ja ausdrücklich, dass die Patentverletzung erst seit de iPhone 15 besteht.
Fly it like you stole it...
+20
Retrax05.09.26 08:45
Ich finde es sowieso echt erstaunlich heutzutage noch etwas hochkomplexes zu entwickeln bei welchem nicht schon jemand anderes sich über diesen oder jenen Aspekt seine Gedanken zu Papier gebracht hat.

Also eigentlich unmöglich,... aber gut Apple hats ja mit dem eigenen Modem auch wieder gezeigt dass es scheinbar möglich ist, obwohl auch bei der Modem Technologie in alle Himmelsrichtungen en detail geforscht wird.

Aber wer weiss was in ein paar Jahren für Patentklagen kommen. Es dauert ja auch seine Zeit eine signifikante Patentverletzung zu finden.
+1
ErSitztDavor05.09.26 09:07
Ich lasse mir das Atmen patentieren und kassiere bei allen Menschen ab.
-7
Metty
Metty05.09.26 12:38
Ohne das entsprechende Patent gelesen zu haben und ohne die technischen Fachkenntnisse über die Implementierung von Face-ID zu haben ist es wohl schwer eine fundierte Meinung dazu zu äußern. Und genau darum geht es. Man kann vieles patentieren, sogar das Radhttps://www.derstandard.at/story/634627/soeben-in-australien-patentiert-das-rad . Ob das Patent allerdings vor Gericht stand hält und man wirklich dafür Gebühren kassieren darf, muss erst ein Gericht entscheiden. Deshalb gibt es ja so viele Patentprozesse zwischen großen Firmen.

Ob das Patentwesen gerecht gestaltet ist kann allerdings bezweifelt werden, denn viele kleine Firmen haben einfach nicht das Geld ihre Patente vor Gericht zu verteidigen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Apple ist aber weder klein, noch waren die in der Vergangenheit besonders zimperlich sich an Ideen anderer zu bedienen ohne dafür eine Gegenleistung zu bieten. Man darf al;;so gespannt sein was die Gerichte dazu sagen.
+5
Metty
Metty05.09.26 12:39
Metty
Ohne das entsprechende Patent gelesen zu haben und ohne die technischen Fachkenntnisse über die Implementierung von Face-ID zu haben ist es wohl schwer eine fundierte Meinung dazu zu äußern. Und genau darum geht es. Man kann vieles patentieren, sogar das Rad (https://www.derstandard.at/story/634627/soeben-in-australien-patentiert-das-rad). Ob das Patent allerdings vor Gericht stand hält und man wirklich dafür Gebühren kassieren darf, muss erst ein Gericht entscheiden. Deshalb gibt es ja so viele Patentprozesse zwischen großen Firmen.

Ob das Patentwesen gerecht gestaltet ist kann allerdings bezweifelt werden, denn viele kleine Firmen haben einfach nicht das Geld ihre Patente vor Gericht zu verteidigen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Apple ist aber weder klein, noch waren die in der Vergangenheit besonders zimperlich sich an Ideen anderer zu bedienen ohne dafür eine Gegenleistung zu bieten. Man darf also gespannt sein was die Gerichte dazu sagen.
-4
SMP05.09.26 17:43
Retrax

Das Apple jetzt eigene Modems baut heisst nicht dass sie keine Lizenzgebühren zahlen. Sie kaufen dann keine HW von QC mehr so dass QC hier nichts mehr verdient, Lizenzgebühren für technologische Patente fallen u.U. trotzdem an
+4
typneun06.09.26 09:02
Deppomat
BASF, BASF, wir brauchen BASF

Was geht'n, Alda?!?

🤣
+4
Marcel Bresink06.09.26 10:30
Es geht nicht wirklich um Face ID an sich, sondern um zusätzliche Verfahren, um Face ID vor gefälschten Gesichtern zu schützen, z.B. wenn man versucht, Silikonmasken zu verwenden. Diese zusätzlichen Verfahren werden nur in neueren iPhones verwendet.

Es geht um vier Patente im Bereich Optische Lebenderkennung von menschlicher Haut und drei Patente im Bereich Sensorik zur Identifizierung von Materialeigenschaften, im einzelnen die US-Patente 12530925, 12288421, 12361760, 12456334 ("Optical skin detection for face unlock") und 12298394, 12332352, 12461238 ("Detector for identifying at least one material property").
+7

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