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Disput mit All-Inkl über korrekte Mailserver-Konfiguration

Weia
Weia28.08.2601:52
In Threads zum Thema Hosting habe ich ja immer gerne All-Inkl empfohlen; heute hatte ich allerdings ein höchst unerfreuliches Support-Erlebnis und würde bezüglich der strittigen Sachfrage gerne Eure Einschätzung hören.

Eine gute Freundin von mir betreibt ein kleines Unternehmen, dessen IT ich verwalte (sie hat mit Technik nichts am Hut). Fürs Web hat sie – auf meine Empfehlung hin – einen Business-Tarif-Webspace bei All-Inkl. In bestimmten Situationen werden von einem anderen, via Plesk von mir verwalteten virtuellen Server einmal pro Stunde kurze Status-Emails (ASCII-Einzeiler) an den zu ihrem Tarif gehörenden All-inkl-Mailserver gesendet. Das funktionierte seit 3 Jahren reibungslos.

Vor 2 Tagen blieben diese Emails plötzlich aus, obwohl sie hätten kommen müssen. Ein Blick in die Mail-Logdatei des virtuellen Servers ergab, dass sämtliche Mails von diesem Mailserver an den All-Inkl-Mailserver zurückgewiesen werden mit der Fehlermeldung
4.7.1, status=deferred (host [...] said: 451 4.7.1 Your message is being rate-limited due to a suspicious sending pattern. Try again later.

Aus welchem Grund auch immer vor 2 Tagen plötzlich ein paar dieser Emails, die seit 3 Jahren problemlos empfangen wurden, als suspicious eingestuft wurden – als dies einmal passiert war, versuchte Postfix auf dem virtuellen Server alle 10 Minuten, diese Email erneut zu versenden, was jedes Mal erneut nicht funktionierte, sodass sich dieser Prozess aufschaukelte und am Ende zu Hunderten von vergeblichen Sendeversuchen führte.

Als ich deshalb den All-Inkl-Support telefonisch kontaktierte und bat, den Empfang wieder zu entsperren, verweigerte er dies kategorisch mit der Begründung, von dem virtuellen Server würden „Hunderte von Spammails versendet“. Meine Erläuterung, dass dies keine Spammails seien, sondern von dem virtuellen Server korrekt versandte Mails mit vielfach wiederholten Zustellversuchen, ließ er nicht gelten und meinte, dann sei der sendende Mailserver falsch konfiguriert: wenn er vom empfangenden Mailserver obige Fehlermeldung erhielte, müsse er weitere Sendeversuche der betroffenen Emails sofort einstellen.

Meinen Einwand, das Verhalten des sendenden Mailservers sei korrekt, bei dieser Fehlermeldung müsse er erneut versuchen, die Mails zuzustellen (immerhin steht das explizit in der Fehlermeldung: Try again later.), konterte der Support-Mitarbeiter damit, das habe „man vielleicht vor 20 Jahren mal so gemacht, aber doch heute nicht mehr“. Stattdessen müsse der sendende Mailserver die Mails als unzustellbar behandeln. Nur wenn mehrere Tage keine Emails mehr von dem virtuellen Server gesendet würden, würde der „Sperr-Automatismus“ bei All-Inkl den Empfang wieder entsperren; er könne (für mein Empfinden: wolle) da überhaupt nicht manuell eingreifen.

Mir ist nicht bekannt, dass man heutzutage den expliziten Inhalt von Fehlermeldungen nicht mehr befolgen sollte, aber ich bin auch nicht näher mit der Server-Admin-Szene vertraut, sondern gehe davon aus, dass die Default-Einstellungen einer aktuellen Plesk-Installation den heutigen Gepflogenheiten entsprechen. Daher hätte ich gerne eine Einschätzung von Leuten, die sich damit näher auskennen, ob All-Inkl Recht hat oder ich.

Für mich war das eine sehr unerfreuliche Begegnung mit dem Support; ich wusste mir auf die Schnelle (der Empfang muss dringend wieder funktionieren) nicht anders zu helfen, als in der Kommandozeile den ganzen Mail-Spool zu löschen (nachdem ich die wichtigen Mails aufwändig manuell rausgefischt hatte) – in Plesk habe ich nichts gefunden, was ich in dieser Situation hätte machen können, um weitere Zustellversuche zu unterbinden, und direkt wollte ich in Postfix keine Konfigurationsdateien verändern, um keine Konflikte mit Plesk heraufzubeschwören.

Auch seltsam: der Support weigerte sich, Emails in dieser Sache an mich zu schicken, sondern schickte sie an meine Freundin, die sie dann an mich weiterleiten musste, da All-Inkl immer nur an denjenigen Emails sende, der den Tarif gebucht hat. Mein Einwand, gerade bei einem Business-Tarif sei doch der Auftraggeber nicht zwingend deckungsgleich mit dem für die Technik Verantwortlichen, entgegnete er, wir wären „die ersten in 20 Jahren, die das wollen würden“ (irgendwas hat es mit diesen 20 Jahren auf sich …).
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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