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John Ternus und Tim Cook: Ihre neuen Gehälter und Bonuszahlungen

Als Apple-CEO erhält man zwar nicht unbedingt das branchenweit höchste Festgehalt, durch performancebasierte Kennwerte sind aber dennoch hohe zweistellige Millionenzahlungen pro Geschäftsjahr möglich. Apple hat nun das Vergütungspaket von John Ternus an die SEC gemeldet, womit es auch öffentlich einsehbar ist. Ternus erhält demnach drei Millionen Dollar pro Jahr – exakt denselben Betrag, den Cook seit Jahren als CEO einstrich. Für das Geschäftsjahr 2027 sieht Apple für Ternus zudem Aktien im Zielwert von 55 Millionen Dollar vor, sodass sich zusammen mit dem Grundgehalt zunächst 58 Millionen Dollar ergeben.


Großer Teil erfolgsabhängig
Drei Viertel der Aktienvergütung sind erfolgsabhängig. Entscheidend ist Apples Gesamtrendite für Aktionäre im Vergleich zu den übrigen Unternehmen des S&P 500. Das verbleibende Viertel wird zeitabhängig zugeteilt und über vier Jahre hinweg halbjährlich in Tranchen von jeweils 12,5 Prozent übertragen. Mit einem garantierten Jahresverdienst ist das nicht gleichzusetzen, zumal bei den Aktien auch die Kursentwicklung einen wesentlichen Anteil hat. Wie viel Ternus zuvor verdiente, ist übrigens im Detail unbekannt. Bloomberg zufolge dürfte er pro Jahr inklusive aller Bonuszahlungen aber auf ungefähr 25 Millionen Dollar gekommen sein.

Cook erhält weiterhin ein ungewöhnlich großes Paket
Tim Cook bezieht in seiner neuen Funktion ab dem 26. September ein reduziertes Grundgehalt von zwei statt bislang drei Millionen Dollar. Hinzu kommt für 2027 ein Aktienpaket im Zielwert von 45 Millionen Dollar. Anders als bei Ternus verteilt Apple dieses hälftig auf performance- und zeitabhängige Aktien. Damit liegt Cooks Zielvergütung als Executive Chair zunächst bei 47 Millionen Dollar – für eine solche Verwaltungsratsfunktion ein ausgesprochen hoher Betrag und ein deutlicher Hinweis darauf, dass Apple weiterhin mit einer aktiven Rolle Cooks rechnet. Zum sprichwörtlichen "Grüßaugust" hat man Cook somit sicherlich nicht gemacht.

Unterschiede zwischen Cook und Ternus
Cook erhielt bei seiner Ernennung zum CEO eine Million "Restricted Stock Units". Damals entsprach das einem Börsenwert von rund 376 Millionen Dollar. Das Paket war auf zehn Jahre angelegt und sollte den neuen CEO langfristig an den Konzern binden. Aus den Meldungen an die SEC lässt sich nachvollziehen, dass aus dem genannten Wert rund 1,68 Milliarden Dollar wurden – wohlgemerkt der Aktienwert zum Zeitpunkt des jeweiligen Einlösens. Hätte er seine nach Steuern verbliebenen Anteile anschließend vollständig behalten (was er nicht hat), wären sie heute mehrere Milliarden Dollar wert. Ternus bekommt von Apple indes keinen vergleichbaren einmaligen "Zehnjahres-Jackpot". Seine 55 Millionen Dollar sind eine jährlich neu gewährte Zielaktienvergütung.

Kommentare

Tomatengarten02.09.26 09:57
Das sind so große Summen, findet das jemand normal? Niemand verdient soviel Gehalt meiner Meinung nach.
Nicht falsch verstehen, mir ist bewusst das dieser Job viel arbeit und Verantwortung mit sich bringt. Aber diese großen Zahlen sind völlig abstrakt.
+15
sambuca2302.09.26 10:24
-1
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck02.09.26 10:24
Tomatengarten
Sehr schwere Diskussion. Wenn man nur seine wirklich geleistete Arbeit sieht, ist natürlich niemand auf dem Planeten derart viele Millionen wert. Ein großer Faktor, warum diese Vergütungen zustande kommen, ist, die Leute langfristig zu halten. Cook wie auch Ternus verfügen über großes Wissen und Connections – und dies wäre einem Konkurrenten SEHR viel Geld wert. Also zahlt Apple (und auch andere Konzerne) derart üppig, dass die Personen bleiben.
+4
skipper02.09.26 10:27
Ich finde das auch abartig hoch, aber im Vergleich zu dem was andere CEOs amerikanischer Firmen bekommen, ist das schon fast wenig.
Ich kann mich noch gut erinnern als vor ca. 30 Jahren diese überdimensionierten CEO Gehälter in den USA Einzug hielten und dann hier das Geheule los ging, wenn man deutsche CEOs nicht auch höher bezahlen würde, dann wanderten die alle ins Ausland ab 😂

Auch im Spitzensport ist es ja langsam absurd wie hoch da zum Teil die Gehälter geworden sind und dann erzählt uns die Regierung, dass für nichts Geld da ist und wir überall sparen müssen - halt - für Rüstung ist mehr als genug Geld da.
+2
skipper02.09.26 10:29
Mendel Kucharzeck
Tomatengarten
Sehr schwere Diskussion. Wenn man nur seine wirklich geleistete Arbeit sieht, ist natürlich niemand auf dem Planeten derart viele Millionen wert. Ein großer Faktor, warum diese Gehälter zustande kommen, ist, die Leute langfristig zu halten. Cook wie auch Ternus verfügen über großes Wissen und Connections – und dies wäre einem Konkurrenten SEHR viel Geld wert. Also zahlt Apple (und auch andere Konzerne) derart üppig, dass die Personen bleiben.

Das mag bei Tech-Konzernen so sein, bei anderen Branchen halte ich das für ein Märchen.
+1
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck02.09.26 10:34
skipper
Das mag bei Tech-Konzernen so sein, bei anderen Branchen halte ich das für ein Märchen.

Warum sollte das bei anderen Firmen außerhalb Tech anders sein? Auch dort verfügen die oberen Etagen oftmals über viel Wissen und Connections – und dies ist Konkurrenten viel wert.

So etwas betrifft übrigens nicht nur CEOs, sondern auch eine Menge anderer Posten. Siehe aktuell z.B. KI-Entwickler:
+2
teorema67
teorema6702.09.26 10:41
Ich habe nix einzuwenden gegen die Herren Cook und Ternus. Wir beabsichtigen gerade, auf Kosten behinderter Menschen und ihrer Pflegepersonen noch besser zu sparen und lassen die leistungsfähigen und/oder vermögenden Menschen ungeschoren, DAS finde ich krass 🫩
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+1
L-E02.09.26 10:42
Ganz grundsätzlich und unabhängig vom Thema Apple lassen sich für mich zig Millionen schwere Managergehälter moralisch nicht in Einklang bringen mit hire and fire Mentalität und der Tatsache, dass in schwierigen Phasen grundsätzlich die "normalen" Beschäftigten den Mist ausbaden dürfen, der in den oberen Etagen verbrochen wurde. Die Leute in den unteren Etagen verlieren regelmäßig als erste ihren Arbeitsplatz, obwohl sie an negativen Entwicklungen den geringsten Anteil haben.
0
PeKaEm
PeKaEm02.09.26 10:48
Und dann fragt man sich auch nicht mehr, warum Aktienkurse der einzige Maßstab ist.
So kann man sich sein Gehalt selbst bestimmen…
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ssb
ssb02.09.26 10:49
Mendel Kucharzeck
Also zahlt Apple (und auch andere Konzerne) derart üppig, dass die Personen bleiben.
Das trifft oft auch bei "normalen" Gehaltsgruppen zu, je nach Konzern. Da geht es überhaupt nicht mehr danach, wie gut die "Performance" war. Es geht um Analysen darüber, wie hoch das Risiko der Abwanderung ist und wie viel es Managern wert ist, dass dies nicht passiert. Da laufen statistische Modellierungen im Hintergrund, die den Arbeitsmarkt betrachten, nicht die wirtschaftlichen Bedürfnisse.
Also man analysiert, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass jemand den Job wechselt und stellt gegenüber, wie wichtig einem die Talente des Mitarbeiters sind. Will man ihn behalten, schaut man, was andere bieten würden, um ihn abzuwerben und wo die Grenze liegt, ausreichend Motivation zum Bleiben zu erzeugen.

Anders ist nicht zu erklären, dass die Konzernleitung behauptet, dass man "die Kaufkraft der Mitarbeiter" erhalten werde - und dann die Gehaltserhöhungen unterhalb der Inflation liegen.

Also dieses Spiel wird nach unten weiter gezogen und in der Regel so interpretiert, dass es den Mitarbeitern schadet.
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