Apple wollte Halide-Entwicklerstudio übernehmen, um die Kamera-App zu verbessern – Gründer zieht vor Gericht


Der Name „Lux Optics“ ist nicht weitläufig bekannt, die Apps der Software-Schmiede schon: Halide, Kino und Spectre haben viele Fans (und Abonnenten). Einer der beiden Gründer des Unternehmens, Sebastiaan de With, wechselte im Januar
zu Apple. Offenbar trennten sich die beiden im Zwist, da Ben Sandofsky Klage gegen seinen Ex-Kollegen
einreichte. Ein interessantes Detail der Klagebegründung: Apple hätte beinahe das Unternehmen gekauft.
Aus der Klageschrift geht hervor, dass die beiden Geschäftsführer im Sommer 2025 in Verhandlungen mit Apple traten. Offenbar war der Konzern an den Erfahrungen der App-Entwickler interessiert. Deren Apps werden von ambitionierten iPhone-Foto- und Videografen genutzt. Ein besonders beliebter Effekt von
Lux ist „Process Zero“, welcher sämtliche von der Kamera-App vorgenommenen Bildoptimierungen ausschaltet. Damit erhalten Nutzer mehr Gestaltungsspielraum. Die Verhandlungen endeten im September ergebnislos, da Sandofsky und de With glaubten, dass ihr Unternehmen mehr wert sei, und sie nach einigen Aktualisierungen einen weitaus höheren Verkaufspreis erzielen könnten.
Trennung im StreitDie Klageerhebung erläutert die Gründe für das Ende der Zusammenarbeit aus Sicht des verbleibenden CEO, Ben Sandofsky. Er wirft dem Mitgründer De With vor, seit 2022 insgesamt 150.000 US-Dollar veruntreut zu haben – unter anderem für private Flugreisen sowie die Anmietung eines mehrstöckigen Anwesens, welches größtenteils für private Zwecke genutzt wurde. Aus diesen Gründen habe er seinen Kompagnon im Dezember entlassen; zusätzlich wirft Sandofsky de With vor, interne Unterlagen mitgenommen zu haben, als er im Januar zu Apple wechselte.
De With wehrt sichDie Anwälte des geschassten Unternehmensgründers weisen die Vorwürfe zurück; de With habe kein geistiges Eigentum von Lux Optics an Apple durchgereicht. Die Verteidigung wertete die Klage als Racheakt, nachdem ihr Klient Einsicht in die Buchhaltungsunterlagen seines Unternehmens gefordert hatte, um selbst nach Ungereimtheiten zu suchen. Apple selbst betrifft dies nur mittelbar, da der Konzern nicht mitangeklagt wird.