Apple in Indien: Extreme Strafe wegen Wettbewerbsbehinderung steht im Raum


Seit 2021 sieht sich Apple auf dem indischen Subkontinent Vorwürfen ausgesetzt, die eigene Marktmacht zu missbrauchen. Das Urteil der indischen Wettbewerbskommission (CCI) fiel im Oktober 2024 zuungunsten Apples aus: Der Konzern habe seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt, indem der Konzern Entwickler dazu zwinge, Apples In-App-Kauf-System zu verwenden. Nun droht eine extrem hohe Strafzahlung: Möglicherweise muss Apple
bis zu 38 Mrd. US-Dollar zahlen.
Die hohe Summe hat Apple selbst zu verantworten: Als nächster Schritt sollte die Höhe der Strafzahlung bestimmt werden. Als Basis sollte der Umsatz dienen, welchen Apple mit dem App Store in Indien erzielt hatte. Doch Apple verweigerte die Kooperation und nannte gegenüber der CCI keine Umsatzzahlen. Jetzt setzte die CCI dem Konzern ein Ultimatum: Apple bleiben 14 Tage, um den Wettbewerbshütern Einblicke in die Bücher zu gewähren, sonst werden die globalen Umsatzzahlen des iOS App Stores als Bemessungsgrundlage verwendet. Zugleich wurde der Termin für eine finale Anhörung auf den 21. Mai festgelegt.
Apple sieht sich nicht als marktbeherrschendApples Verteidigung basiert auf derselben Strategie, wie sie in der EU und in anderen Ländern zur Anwendung kam: Der App Store könne gar kein Monopol darstellen, da iOS gar nicht von der Mehrheit der Marktteilnehmer genutzt werde. Im Jahr 2021 lag Apples Marktanteil im Mobilsegment Indiens bei 4 Prozent, soll aber mittlerweile auf etwa 9 Prozent angestiegen sein. Ähnlich wie in der EU, in Japan und Brasilien sehen indische Wettbewerbshüter trotzdem eine Torwächter-Funktion: Wenn jemand ein iPhone nutzt, kann er Software nur in Apples App Stores erwerben.
Apple geht in BerufungGleichzeitig geht Apple in die Offensive und hat die Entscheidung der CCI am Delhi High Court angefochten. Die Wettbewerbskommission solle derweil ihre Forderungen aussetzen, so der Konzern. Dem erteilten die Kartellwächter eine Absage; man sei überzeugt, Apple wende lediglich Verzögerungstaktiken an. Im vergangenen Jahr drohten EU-Wettbewerbswächter Apple mit einer Strafe von 500 Millionen Euro, sofern der Konzern App-Anbietern nicht mehr Freiheit
einräumten, alternative Bezahlmethoden anzubieten.