Apple bewirbt Software-Abos statt Software-Kauf – Werbevideo für Entwickler

In den Anfangstagen des App Stores musste man für den Software-Kauf zunächst deutlich tiefer in die Tasche greifen und viele Apps kosteten 4,99 Euro oder 9,99 Euro. Sehr schnell stellte sich jedoch ein deutlicher Preisverfall ein und 99 Cent wurde zum weit verbreiteten Standardpreis. Für den Kunden brachte dies natürlich den Vorteil günstigeren App-Einkaufs mit, für Entwickler stellte sich jedoch das Problem, ohne immens hohe Downloadzahlen nur wenig mit ihrer App verdienen zu können. Im Spielesektor gewannen daraufhin kostenlose Spiele mit InApp-Käufen die Oberhand – und sicherten erfolgreichen Spieleentwicklern eine kaum versiegende Umsatzquelle. Was aktive Spieler im Laufe der Zeit in virtuelle Besitztümer investieren, übersteigt sicherlich das, was man als Kaufpreis veranschlagen könnte. Bei Produktivitäts-Apps erwiesen sich reguläre InApp-Käufe aber nicht als Garant für anhaltenden Umsatzfluss. Freischaltung einzelner Funktionen sind genauso Einmal-Käufe wie der reguläre Erwerb einer ganzen App.


Ein Lösungsansatz, der von immer mehr Herstellern verfolgt wird, sind Software-Abos. Kunden erhalten vollen Zugriff auf die App, so lange sie ihre Abogebühren bezahlen, Entwickler erhalten konstante Umsätze ohne besondere Ausschläge nach unten. Kontinuierlich anfallende Kosten wie Hintergrund-Architektur und Hosting werden via Abos auch kontinuierlich beglichen – ohne auf Verkaufs-Peaks angewiesen zu sein.

Aus vielen Diskussionen geht hervor, dass jene Abos unter Nutzern nicht sonderlich beliebt sind. Schnell kann man sich finanziell verzetteln, gesellt sich ein kleines Abo zum nächsten. Während es bei Diensten wie Cloud-Speicher oder Musik- und Film-Flatrates Standard wurde, monatliche Beiträge zu entrichten, herrscht bei Software immer noch Skepsis.

Apples Werbe-Video für Abos
Apple schlägt sich seit geraumer Zeit ganz eindeutig auf die Seite derer, die Abomodelle bevorzugen und bietet sogar finanzielle Anreize in Form niedrigerer Gebühren ab dem zweiten Jahr. So gab es nicht nur Besprechungsrunden mit Entwicklern, in denen Apple die Vorteile von Abos nahelegte, auch ansonsten wird man in Cupertino nicht müde, die großen Vorzüge dieses Prinzips zu preisen. Jetzt wurde beispielsweise ein neues Video für Entwickler veröffentlicht, in dem mehrere Entwickler namhafter Angebote (Dropbox, Bumble, Elevate und Calm) zu Wort kommen.

Bei Elevate schätze man Abos aufgrund des generellen Konzepts: Der Kunde kaufe nicht nur einmal diese eine große Sache, sondern investiere in eine sich stetig weiterentwickelnde Sache, die immer weiter wachse. Im Vordergrund des Werbevideos steht die positive Erfahrung für den Kunden, der sich diesbezüglich auch sicher sein kann – wenn die Weiterentwicklung stockt, kündigt er sein Abo. Entwickler haben damit eine hohe Motivation, Produkte stetig zu verbessern – anstatt nur auf den schnellen und einmaligen Verkaufserfolg abzuzielen. Der dreieinhalb-minütige Clip ist im Entwicklerportal als neues "Developer Insights"-Video zu finden, lässt sich daher leider nicht in dieser Meldung einbinden.

Kommentare

marti20_411.09.18 10:39
Kaufe prinzipiell keine Apps die auf Abos beruhen; mit Netflix, Handy. Cloud Speicher etc. habe ich genug und will meine Kosten im Griff haben.
+20
Marrtin11.09.18 10:41
marti20_4
Kaufe prinzipiell keine Apps die auf Abos beruhen; mit Netflix, Handy. Cloud Speicher etc. habe ich genug und will meine Kosten im Griff haben.

Mache ich genau so. Bei allem was InApp-Käufe hat wird erstmal geschaut was da bezahlt werden soll und wenn da ein Abo steht wird nach Alternativen geschaut.
+17
Alexhibition11.09.18 10:43
👎🏻
-3
iSpezi11.09.18 10:57
👎🏻👎🏻👎🏻
Abos sind eine klare Abzockerstrategie, da man nur geringe Beträge auf einmal zahlen muss aber auf längere Sicht ist das eine Täuschung und erzeugt neben Intransparenz der eigenen Finanzsituation klar Mehrkosten!!
+12
macfreakz11.09.18 11:04
Für Services wie Online-Speicherplatz, Datenbank (inkl. Backups) etc. bezahle ich gern monatlich eine Gebühr dafür. Apps, die keinen Service anbietet, sollten einmalig gekauft werden können.

Apple sollte das Konzept mit Versionierung (Updates) und Bezahlung überarbeiten, so dass der Entwickler bei grösseren Versionssprüngen zusätzliche Gebühren verlangen kann, ohne dass er neues App im Appstore registrieren muss.

Was ich begrüßen würde, wenn Apple so etwas in Richtung ein "globales" AppStore Abo plant, so dass man für 20 € monatlich jede App nutzen kann bis eine bestimmte Volume ausgeschöpft ist. Die Gebühren werden dann je nach Nutzung an beteiligte Entwickler verteilt.

Ich kann mir nicht leisten, für jede x App ein Abo abzuschließen - da verliert man schnell den Überblick d. monatlichen Kosten.
+14
__18068211.09.18 11:35
Abo... so ein Schwachsinn... das hatten wir doch schon mit diversen Printmedien... und ist inzwischen doch fast tot.
Jetzt bekommen wir vordiktiert, dass es ein Zukunftsmodell ist... ohne mich.
Bin vor kurzem aus allem raus (Adobe CC, etc.) - Alternativen zu Toppreisen gibts zuhauf... und etwas ältere Versionen tun es auch immer noch.
Mein Fazit: das hierfür nicht mehr ausgegebene Kapital gebe ich künftig lieber für einen kompletten Urlaub aus... und verdiene deshalb nicht weniger als früher.
0
chessboard
chessboard11.09.18 11:49
Ich finde, man muss das (wie alles im Leben) etwas differenzierter sehen. Erst einmal steht der Begriff "Abo" hier für durchaus unterschiedliche Modelle.
Zum einen gibt es Apps, die jeden Monat 5€ oder mehr für im Vergleich zum Preis recht lächerlichen Nutzen verlagen. Hat man mehrere dieser Apps im Abo, summiert sich das schnell auf relevante Kosten und die Gefahr ist wirklich groß, dass man sich verzettelt.
Es gibt aber auch Abos, die einmal im Jahr fällig werden und dann auch nur einen überschaubaren Betrag kosten (z.B. 20€). Das ist wesentlich leichter zu kalkulieren.
Zum Zweiten ist auch die Frage, was die App überhaupt im Laufe der Zeit an Fortschritten macht, welche Verbesserungen oder Erweiterungen vorgenommen werden. Ich habe z.B. eine wirklich professionelle Zeichenapp für das iPad Pro abonniert, die einmal im Jahr besagte 20€ kostet. Allein der aktuelle Leistungsumfang ist den Preis allemal wert. Die Updates, die bislang geliefert wurden, rechtfertigen m.A.n. aber auch eine kontinuierliche Weiterbezahlung in Form der jährlichen 20€. Und zwar weil in diesem Fall Kosten und Nutzen ganz klar für mich in Einklang stehen.
Es gibt aber auch Apps, die gar nicht oder nur oberflächlich gepflegt werden, und da sehe ich nicht ein, dafür quasi eine Miete zu bezahlen.

Abos können m.A.n. ein richtiger Weg sein, sind aber bestimmt nicht generell das richtige Rezept.
+2
macmuckel
macmuckel11.09.18 11:50
Dass Apple diese Abzockmethode bewirbt, macht Apple schon ein gutes Stück unsympathisch. 😕
+1
Michael McDonald11.09.18 12:05
Abos sind Schrott.
Irgendwann werden die Leute auch merken dass sie mit ihren Netflix, Spotify, Adobe & whatever Abos jeden Monat unfassbar viel Kohle Abdrücken und in einer Falle stecken..
Wenn man dann kündigt und aussteigen will, steht man mit nichts da...
-4
Retrax11.09.18 12:09
Ich bin kein Entwickler, kann mich aber sehr gut in die Entwickler-Perspektive hineinversetzen.

Es ist doch klar:

Wenn die Entwickler von ihren Apps nicht leben können wird das Projekt geschlossen.

Und so verschwindet eine gute App nach der anderen.

Daher ist imho eine kontinuierliche (Abo)-Gebühr eine gute Möglichkeit um dem Entwickler eine beständige Einnahmequelle zu sichern.

Niemand redet ja von irrsinnigen Monats- oder Jahresabogebühren.

Die Masse macht es.

Ist die App gut, dann klingelt auch die Kasse des Entwicklers zu Recht öfters.

Und als Nutzer muss man ja im Regelfall nicht jedes kostenpflichtige Update mitmachen. Man kann ja auch mal mit einer Version / einem eingerichteten Betriebssystem 2-3 Jahre leben und arbeiten.

Ich mutmaße mal, dass die Mehrheit der Nutzer auf 5-10 Apps WIRKLICH angewiesen ist.

Vermutlich würden sich die Abo-Kosten im Jahr auf 50-150€ belaufen.

Jeder berufliche Arbeitnehmer wird sich das leisten können.

Und wenn man wie geschrieben mit seinem System und der aktuellen App-Version zufrieden ist, dann kann man sicherlich auch mal 1-2 Jahre aus dem Update-Zyklus aussteigen.
+1
grhrd11.09.18 12:09
marti20_4
Kaufe prinzipiell keine Apps die auf Abos beruhen; mit Netflix, Handy. Cloud Speicher etc. habe ich genug und will meine Kosten im Griff haben.

So ein Schmarrn. Auch bei Abos kann man seine Kosten im Griff haben. Ich mache jedes Jahr eine Auswertung meiner Finanzen und lege dann für alle geschäftlichen und privaten Kategorien wie Kleidung, Lebensmittel, Medien und Apps monatliche Budgets fest. Dann sehe ich sofort, ob Geld dafür da ist oder nicht.
-6
grhrd11.09.18 12:11
Michael McDonald
Wenn man dann kündigt und aussteigen will, steht man mit nichts da...

Wenn Du aus dem Kino raus bist, stehst Du auch mit nichts da.
+2
Kovu
Kovu11.09.18 12:33
Ich habe auch einige wenige App Abos. Und was soll ich sagen? Vielleicht gehören die gerade deshalb zu meinen absoluten Lieblings-Apps, weil sie nahezu wöchentlich gehegt und gepflegt werden und alle neuen Funktionen von iOS oder neuen Geräten als erste mit unterstützen.

Doch... das ist es mir wert. Vor allem da es echt nur kleine Beträge sind für ein Jahresabonnement.

Für eine solche App irgendwann mal 0,99 € bezahlt zu haben würde ich mich für schämen!
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Peacekeeper2000
Peacekeeper200011.09.18 13:06
Retrax

Hmm, das mit dem Aussteigen und wieder aufspringen ist wahrscheinlich heute schon das Problem. Welche Motivation bringt (und bindet) dich beim Aufspringen? Das ist ja kein Abo Model sondern wie es heute läuft.

Mir wäre ein Abo mit niedrigem Einstand am liebsten. Dann kann man mal was Ausprobieren und entweder ganz abspringen oder dabei bleiben.

Die Software die ich nutze (zB Parallels oder Mindmanager) hat hohe Einstandskosten, aber das jährliche Update kostet nur noch 50%.
Da wäre mir ein Abo mit niedrigen Einstandskosten oder gleich dem Mietpreis (wie Office365) echt lieber.
0
Boney11.09.18 13:18
Dagegen! Bitte boykottiert solche Applikationen.

Wenn sie eine einmalige Bezahlung für eine dauerhafte Nutzung anbieten, ist es jedoch ok.

Kovu
Ich habe auch einige wenige App Abos. Und was soll ich sagen? Vielleicht gehören die gerade deshalb zu meinen absoluten Lieblings-Apps, weil sie nahezu wöchentlich gehegt und gepflegt werden und alle neuen Funktionen von iOS oder neuen Geräten als erste mit unterstützen.

Das bekommen andere auch ohne Abbos hin, z.B. Spark.
+2
Michael McDonald11.09.18 14:11
grhrd
Michael McDonald
Wenn man dann kündigt und aussteigen will, steht man mit nichts da...

Wenn Du aus dem Kino raus bist, stehst Du auch mit nichts da.

Ach so, du hast ein Kino-Abo?
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich...
+2
piik
piik11.09.18 14:44
Klar: Apple will mitmelken. Das gibt ja auch einen konstanten Geldfluss für die Apfel-Firma.
Am liebsten hätten sie eine Abbuchungserlaubnis fürs Girokonto (oder besser gleich das Gehaltskonto unter Apple-Pay). Und warum nicht gleich die Hardware vermieten, wäre doch auch denkbar, oder? MBP ab 50€/Monat oder so...
Die Sehnsüchte nach Geld und noch mehr Geld kann ich verstehen, ist schließlich ein "Meins, meins, meins...". Aber ich sehe es halt gerne umgekehrt: Ich hätte als Kunde gerne mehr Leistung für weniger Kohle. Ich bin nicht scharf drauf, die hunderte Milliarden an Barreserven von Apple zu vergrößern. Ergo wird Apple keinen Cent für Abos irgendeiner Art bekommen. Nie.
Hardware ist seltener schlecht drauf - Software macht schon häufiger Mucken...
-1
chill
chill11.09.18 14:53
Ich zahle 10€/Monat für Dropbox?

Wenn ich zb nur etwas mehr Speicher benötige? Die haben doch den Schuss nicht gehört.

Oder Spiegel online: 20€/ Monat wenn ich 1-3 plus Artikel lesen möchte.

Für den Preis für ein paar Monate hätte ich das dann lebenslang zb bei der Dropbox.

Nach 1 -2 Jahren würde ich mich abgezockt fühlen ...
"¿ssıəɥɔs ɹəp llos sɐʍ" :ʇƃɐs əsıəʍ ɹəp 'ßıəʍ sɐʍ ɹə sɐp ßıəʍ əƃnlʞ ɹəp
-1
Scrubelicious11.09.18 15:06
wer weiss vlielleicht kommt von Apple ein Abo wie Apple Music in Form Apple Apps?
Don't believe everything on the internet!
-1
Raziel111.09.18 15:54
Boney
Dagegen! Bitte boykottiert solche Applikationen.

Wenn sie eine einmalige Bezahlung für eine dauerhafte Nutzung anbieten, ist es jedoch ok.

Kovu
Ich habe auch einige wenige App Abos. Und was soll ich sagen? Vielleicht gehören die gerade deshalb zu meinen absoluten Lieblings-Apps, weil sie nahezu wöchentlich gehegt und gepflegt werden und alle neuen Funktionen von iOS oder neuen Geräten als erste mit unterstützen.

Das bekommen andere auch ohne Abbos hin, z.B. Spark.

Und wie verdient Spark dann sein Geld Da würde ich mir ernsthaft Gedanken machen denn ein Firma die monatlich tausende Euros nur an Mitarbeiterkosten hat wird sicher nicht alle ihre Produkte gratis verteilen...

Es sollte sich halt auch jeder Nutzer im klaren sein, dass ein Entwickler mit ner App für nen lächerlichen Einmalpreis von 1-2€ nicht wirtschaftlich arbeiten kann, wenn er dann gleichzeitig die App für 2-4 Jahre mit Updates versorgt. Mit Ausnahme von Glückskindern deren App extrem oft gekauft wird. Wobei auch dann jegliche weitere versenkte Stunde den Gewinn natürlich minimiert ohne das man dafür noch was bekommt.

Das Schlimme ist aber eher das die User es quasi meistens erwarten das alles gratis ist was nach dem geringen Einmalpreis kommt und selbst bei einer jährlichen eigenständigen neuen Bezahlapp/Version nicht mit negativen Kritiken geizen.

Also bleibt eigentlich nur übrig: App rausgeben und in Abständen eine neue Version zum Vollpreis veröffentlichen, was meistens zu großen Unmut führt wie man an vielen Apps die dies versuchen immer wieder merkt, oder einfach seine Kosten mit Abomodellen wieder einfährt.

An sich habe ich nichts gegen Abos, meine persönliche Bedingun ist hier eigentlich nur das der Abopreis gerechtfertigt ist. Und leider ist er dies in vielen Fällen oftmals überhaupt nicht, wie viele hier schon angemerkt haben. Da werden dann mal schnell 10€ per Monat für Funktionen verlangt, die andere Apps als Einmalkauf für 1€ anbieten. Wenn schon Abo dann sinvoller Preis und dann will ich auch regelmäßig Updates etc bekommen, so dass ich das Gefühl habe es passiert auch was mit den Einnahmen
+2
ocrho11.09.18 16:08
Abos sind nicht die Lösung für den Entwickler, weil es wird immer auch Alternativen geben ohne Abo.

Das Apple jetzt schon Werbe-Clips schalten muss zeigt, dass die Entwickler sehr genau den Markt beobachten und wissen, dass die Umstellung auf Abo kein Selbstläufer ist. In vielen Fällen kommen da geschlagene Wettbewerber wieder ins Rennen und erhalten eine zweite Chance. Viele wie etwa Affinity (gegen Adobe) gibt das sogar richtig Rückenwind, wenn auch Image, Handeln und Vertrauen zusammenpassen.

Das eigentliche Problem liegt ganz woanders und dagegen hilft auch kein Umstieg auf Abo: Es gibt ein Überangebot an App-Entwickler, aber zu wenige wirklich gute Apps.

Wirklich gute Apps entstehend nicht aus dem Nichts, sondern wachsen über Jahre und diese Apps werden nur gut, weil der Entwickler eine gute App entwickeln will. Manchmal schlägt der Entwickler auch falsche Wege ein. Bei einer Kaufsoftware sage ich dies dem Entwickler warum ich sein neuestes Update nicht kaufe, weil Benutzungsart XY zur Vorgängerversion unpraktisch ist und warte auf das nächste Update. Bei einem Abo-Modell verliere ich unmittelbar beim ausschlagen eines Updates die Berechtigung die Software in einer alten Version weiterbenutzen zu dürfen und muss dann unmittelbar wechseln auf Wettbewerber. Dem Entwickler kann ich dann nur noch Abschiedsgrüße geben und komme nicht mehr wieder. So entsteht keine großartige App über viele Jahre.

Das Modell Kauf-Software funktioniert auch heute noch bei iOS-Apps, weil eine wirklich gute App Millionenfach verkauft werden kann.

(Fortsetzung siehe nächsten Beitrag)
0
ocrho11.09.18 16:09
(Fortsetzung)

Die Lösung für das Überangebot von App-Entwicklern sollte nicht über den Preis gelöst werden, sondern konstruktiv: Der App Store sollte pro Software-Kategorie drei Verkaufsregale einführen: (1) Die Standard-Apps. (2) Newcomer-Apps und (3) Potenziell auch dafür nutzbare Apps [Sonstige].

Jeder App-Entwickler muss dann schauen, dass er ein Problem löst wo er im Verkaufsregal (1) landet, anstatt irgendwelche Apps nachzuprogrammieren und die Verkaufsregale so zu überfüllen, dass die wirklich guten Apps kaum sichtbar sind.
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Mecki
Mecki11.09.18 18:19
Das Problem von Abos ist, man kann nicht unendlich davon haben. Anderseits ist die Frage, ist das in der Realität wirklich ein Problem? Nehmen wir mal an, ich bin bereit im Monat 20 € für Software auszugeben. Dann kann ich mir entweder für 20 € Software kaufen oder solange Abos abschließen, bis die mich zusammen 20 Euro pro Monat kosten. In beiden Fällen bleibe ich im Budget. Im ersten Fall kann ich aber nächsten Monat wieder 20 € für neue Software ausgeben, im zweiten nicht. Anderseits, wenn ich jeden Monat Software für 20 € kaufe, dann habe ich irgendwann tausende von Apps. Kein Mensch kann mir erzählen, dass er so viele Apps braucht und die auch alle regelmäßig nutzt. Schon heute besitze ich ca. 10x mehr Apps als ich wirklich auf meinen Geräten installiert habe.

Bei Kauf-Apps muss dem Kunden klar sein, dass er eigentlich keinerlei Neuerungen erwarten darf. Wenn ich heute einen Kühlschrank kaufe, dann kommt der so wie der ist und so wird er auch für immer bleiben. Will ich ein größeres Eisfach oder soll er leiser oder sparsamer werden, dann muss ich einen neuen Kühlschrank kaufen. Werden Apps gekauft, dann ist der Anbieter nicht verpflichtet jemals irgendwas an diesen Apps zu verändern. Er ist nicht einmal verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die nach einem Systemupdate noch funktionieren. Wurde die App beworben mit "funktioniert unter ...", dann kann der Kunde sich auch nur darauf berufen. Der Hersteller hat nie versprochen "Läuft auch mit zukünftigen Systemversionen"

Bei Abos zahlt der Kunde für fortlaufenden Service, entsprechend kann er aber auch fortlaufend Ansprüche stellen, denn er hat ein Anrecht auch etwas für sein Geld zu bekommen. Die meisten Nutzer haben Angst, dass sie bei Abos automatisch drauf zahlen, aber das ist nicht gesagt. Aktuell nutze ich z.B. eine Software als Abo, die man früher immer alle paar Jahre neu kaufen musste. Halte ich die Kaufpreise der Jahre davor der Abogebühr gegenüber, so zahle ich jetzt etwa nur die Hälfte gegenüber dem was ich bisher gezahlt habe. Allerdings finde ich, dass Abos insgesamt noch günstiger sein müssten in den meisten Fällen oder immer monatlich kündbar, weil dann kann ich jeden Monat auf's neue entscheiden, wofür ich diesen Monat meine 20 € ausgeben möchte.
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ocrho11.09.18 20:04
So manche Abo-App gibt es auch bei Dienstleistern die sagen für Preis X pro Monat kannst Anzahl Y Apps pauschal mit einer gemeinsamen Monatsmiete installieren. Schaut man sich diese Monatsgebühren an so muss man feststellen, dass bspw. Ulyssus dort zu einen Bruchteil der Einzelmonatsabo-Gebühr nutzbar ist, wenn man bedenkt dass dieser Pauschalbetrag mit ganz vielen Apps geteilt werden muss.

Wenn die Entwicklung also von Kauf auf Pauschal-Abo-Dienstleister wie in der Art Apple Music oder Spotify wechselt, dann erhält der Entwickler am Ende des Tages wieder nur kleine Beträge pro Monat und wäre mit Kaufsoftware besser gefahren. Insbesondere ist der Wettbewerb bei so einen Pauschalabo-Angebot viel härter, weil der Kunde sich überhaupt nicht gebunden hat.

Wenn man diesen Beobachtung auf Apple überträgt, was hindert Apple daran ein Apple App-Streaming-Angebot zu platzieren? Die einzige Hürde ist zur Zeit, dass es noch erfolgreiche Kaufsoftware gibt. Die Anbieter die auf Abo umgestellt haben - kann Apple als nächstes großes Ding bereits einsammeln für das Apple eigene App-Streaming-Angebot.

Aus diesen und vielen weiteren Gründen ist mir Kaufsoftware immer sympathischer.
0
alpeco
alpeco11.09.18 20:51
Als Softwareentwickler muss ich sagen, dass es sich kaum lohnt, seine Apps langfristig zu pflegen. Nach dem großen Peak hat man dann irgendwann tausende von Usern, die Updates und Support erwarten, aber nichts dafür bezahlen (nicht mal können, auch wenn sie z.T. wollen). Ich fände eine Bezahl-Update-Variante gut oder eine "Zahl-für-die-Zeit-die-du-die-App-nutzt", statt eines pauschalen Abo-Preises. Aber das kriegt Apple technisch wohl nicht hin, deswegen werben sie jetzt für Abos.
+1
Bananenbieger12.09.18 06:37
marti20_4
Kaufe prinzipiell keine Apps die auf Abos beruhen; mit Netflix, Handy. Cloud Speicher etc. habe ich genug und will meine Kosten im Griff haben.
Nur brauchen Apps permanente Pflege. Und den Support zahlt man ebenfalls mit dem Kauf.
Daher ist ein Einmalkauf ein unsinniges Geschäftsmodell für Software. Und auch der Kunde hat wenig davon, weil das Produktmanagement üblicherweise die größeren Features und Verbesserungen erst mit der nächsten Major-Version eintaktet, damit diese finanziert werden können. Das heißt: Kunden bekommen schneller neue Features und müssen nicht ein Jahr warten.
+2
Bananenbieger12.09.18 06:47
piik
Und warum nicht gleich die Hardware vermieten, wäre doch auch denkbar, oder? MBP ab 50€/Monat oder so...
Das wird irgendwann kommen. Persönlich möchte ich eh keinen Krempel kaufen, der im Laufe der Zeit fast seinen kompletten Wert verliert und irgendwann zwangsläufig defekt und/oder veraltet ist.
piik
Aber ich sehe es halt gerne umgekehrt: Ich hätte als Kunde gerne mehr Leistung für weniger Kohle.
Genau das bekommst Du mit Software-Abos.
+2
Raziel112.09.18 08:46
ocrho
(Fortsetzung)

Die Lösung für das Überangebot von App-Entwicklern sollte nicht über den Preis gelöst werden, sondern konstruktiv: Der App Store sollte pro Software-Kategorie drei Verkaufsregale einführen: (1) Die Standard-Apps. (2) Newcomer-Apps und (3) Potenziell auch dafür nutzbare Apps [Sonstige].

Jeder App-Entwickler muss dann schauen, dass er ein Problem löst wo er im Verkaufsregal (1) landet, anstatt irgendwelche Apps nachzuprogrammieren und die Verkaufsregale so zu überfüllen, dass die wirklich guten Apps kaum sichtbar sind.

Nur was bringt dem Entwickler das wenn er dann einmalig zu einem Minimalbetrag seine App verkauft und dann erwartet wird das er Jahre kostenlos Support und Updates liefert?

Da würde es nur helfen wenn Apps auf dementsprechend kosten würden. Es müssten Apps also entweder zu sinnvollen Preisen verkauft werden, also nicht 1€, sondern eher 10€,20€, oder sogar 30€ oder als Alternative ein niedrigpreisiges Abo von zb 2€-4€. Entweder sowas oder einfach klar keinen Support oder Updates mehr bringen ausser vielleicht die wirklich kritischen die für die aufrechterhaltung der Grundfunktion notwendig sind.

Nur das Dumme ist, das die Kunden das alles nicht wollen. Sie beschweren sich über Abomodelle (wobei Kritiken wegen zu hohen Preisen vs Leistung natürlich gerechtfertigt sind, aber das reguliert sich von selbst wenn eben dann aus diesem Grund nicht abonniert wird), wollen gleichzeitig aber möglichst dauerhaften Support und Updates und natürlich auch nur Minimalbeträge zahlen.

Ich sehe da das Hauptproblem eher in dem mangelnden Bewusstsein, dass Software/Apps auch viel Zeit und Arbeit bedeuten und nicht mal eben so nebenbei erstellt werden. Auch dass ein Entwickler ja nicht einfach mal Jahre an einer App weiterarbeiten kann mit Updates etc für das er kein Geld mehr bekommt. Und wenn dann mal einer einen etwas höheren Preis verlangt, sagen wir 8€ dann beschweren sich alle. Oder es wird statt Abo versucht eine neue Vollversion in den Store zu stellen und auch hier wieder Beschwerden...

Man muss halt einfach klar sagen das Software und Apps sich verändert haben und eben "Erwartet" wird das diese nicht als "Fire&Forget" in den Store kommt sondern immer schön serviciert wird mit ständigen Verbesserungen. Als Entwickler will man das natürlich auch aber das kann nur funktionieren wenn die Kosten dafür auch abgedeckt sind. Und da man auch ungern 30€ für ne App verlangen will, weil dann natürlich die Einstiegshürde auch zu hoch ist, ist ein Abomodell die Beste Variante und für den Kunden auch flexibel. Günstiger Einstieg eventuell sogar mit kostenloser eingeschränkter Version und dann geringer regelmäßiger Betrag im Gegenwert von regelmäßiger Entwicklung.

So gesehen ist das ganze Abomodell ja erst am Anfang und nimmt erst Fahrt auf. Die Preise werden sich also natürlich noch an den Markt anpassen. Derzeit sieht man natürlich den einen oder anderen Hersteller der klar zu viel verlangt, oder in zu häufigen Abständen (zb monatlich). Aber das wird sich alles einpendeln und die Kunden werden das sowieso mit Feedback und Geldbörse bestimmen, sowie die Konkurrenz.

Statt also gleich das ganze System zu verteufeln, wäre es besser man würde den Entwicklern direkt Feedback geben alla "App ist/wäre toll aber Abopreis viel zu hoch für das gebotene" etc.
0
Mecki
Mecki13.09.18 14:19
alpeco
"Zahl-für-die-Zeit-die-du-die-App-nutzt"
Das setzt aber voraus, dass entweder die Nutzungszeit einer jeden App gleich teuer ist, egal ob die zum Betrieb nur Zugriff auf einen einfachen Webserver für 10 € im Monat oder auf eine Multi-Millionen-$ Backend Infrastruktur benötigt oder aber man muss die Zeit gewichten und dann ist die Frage, wer soll hier bitte wie den richtigen Gewichtungsfaktor finden?

Ich wäre da eher für Pay-Per-Use ohne Abo. Du startest die App und dann heißt es "Die Nutzung dieser App kostete ... die Woche, ... den Monat und ... das Jahr" Wenn ich das will, dann wähle ich was davon ich möchte und solang kann ich jetzt die App komplett ohne jegliche weiter Kosten nutzen. Es ist aber kein Abo. Nach Ablauf der Zeit wird kein weiteres Geld abgebucht, sondern beim Start kommt einfach wieder dieser Dialog.

So kann ich eine App mal für eine Woche "mieten", die ich auch nur eine Woche brauche und ein App, die ich immer brauche, dann halt gleich mal für ein Jahr. Ich vergesse aber nie ein Abo zu kündigen und ob ich dann nächstes Jahr nochmal für die App bezahle, wer weiß. Vielleicht habe ich ja eine andere, besser oder günstigere gefunden. Alternativ kann ich auch wählen, dass die Nutzung automatisch verlängert wird bis ich was anderes sage, und dann erst verhält es sich wie ein heutiges Abo.

Allerdings müssen die Preise auch entsprechend fair berechnet sein. Dass man Rabatt bekommt, wenn man gleich mehr nimmt, das ist ja fast überall so, geschenkt, aber wenn die App 7,99€ im Jahr kostet, dann kann sie nicht 0,99€ die Woche kosten, weil dann müsste sie eigentlich 51,48€ pro Jahr kosten, das ist dann doch etwas großzügiger Rabatt. Der Wochenpreis müsste dann etwa bei 0,16€ liegen, dann ist der Preis fair.
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