Amazon investiert weitere Milliarden in Antropic – für KI-Chips von Amazon


Künstliche Intelligenz bleibt weiterhin ein Hype-Thema – besonders im Bereich der IT-Investitionen. Große Unternehmen übernehmen kleinere, Risikokapitalgeber stürzen sich auf alles, was „AI“ im Namen führt, und Hardware-Hersteller reservieren ihre Produktionskapazitäten weit im Voraus. Gleichzeitig sind KI-Anbieter weit entfernt davon, Gewinne zu erwirtschaften. Deshalb investieren Hardware-Hersteller regelmäßig in KI-Anbieter, welche die Finanzspritze wiederum
beim Investor für neue Chips ausgeben. Nun gab Anthropic, das Unternehmen hinter der KI „Claude“, eine ähnliche
Zirkel-Investition bekannt.
Das Abkommen zwischen Anthropic und dem Anbieter Amazon sieht eine Investitionssumme von bis zu 5 Milliarden US-Dollar vor. Dafür verpflichtet sich Anthropic, hauptsächlich Chips von ebendiesem Investor einzukaufen. Die Abmachung umfasst eine Absichtserklärung für die nächsten zehn Jahre; in diesem Zeitraum beabsichtigt Anthropic, insgesamt 100 Milliarden Dollar für Amazon Web Services (AWS) auszugeben.
Leistung auf bis zu 5 GigawattDas Geld soll vorwiegend für KI-optimierte Recheneinheiten ausgegeben werden; die Pressemitteilung nennt Graviton sowie Trainium 2 bis 4. Amazon werde zum primären Lieferanten von Rechenleistung beim Trainieren neuer KIs sowie Cloud-Infrastruktur anwachsen. Bis Ende des Jahres will Anthropic die mit Trainium-Chips bereitstehende Prozessorleistung auf 1 Gigawatt steigern; langfristig ist geplant, dies noch einmal auf das Fünffache auszudehnen. Eine Zielsetzung mittels Wattzahlen erscheint etwas befremdlich, da sie lediglich den Energieverbrauch festschreibt; die erreichte Rechenleistung ergibt sich daraus nur mittelbar.
OpenClaw fliegt aus Flatrate-TarifenIn den vergangenen Monaten hatte Anthropic mit sprunghaft gestiegener Nachfrage zu kämpfen. Ein Grund dafür stellte die Popularität von agentischer KI dar, wie sie beispielsweise im Projekt
OpenClaw Anwendung findet: Dauerhaft aktive, selbst-optimierende KI-Konstrukte, die volle Kontrolle über die ihnen bereitgestellte Hard- und Software erhalten. Die besten Resultate, beobachteten viele OpenClaw-Anwender, liefere eine Koppelung mit dem Claude-Opus-Modell. Die Nachfrage stieg so stark an, dass Anthropic sich am 4. April gezwungen sah, die Nutzung von
Flatrate-Tarifen mit OpenClaw zu verbieten.
Abrechnung in TokensStattdessen muss man auf API-Nutzung umsteigen. Dabei wird nicht nach (Giga-)Watt abgerechnet, sondern nach Tokens. Das kann schnell sehr teuer werden: Eine OpenClaw-Nutzung mit Claude Opus erzeugte in einem Test Kosten im niedrigen dreistelligen Bereich – innerhalb
eines Tages. Dies motiviert viele Nutzer zu Sparsamkeit. Manche Anwender weichen auf lokale LLMs aus, die auf eigener Hardware laufen. Andere verordnen stattdessen der KI Einsilbigkeit: Die Erweiterung
Caveman treibt KIs wie Claude Opus den ausschweifenden Antwortstil aus und spart dadurch bis zu drei Viertel der benötigten Tokens ein.