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Amazon: Sterne statt Worte - die Auswirkungen des neuen Bewertungssystems am Beispiel der AirPods

Wer Artikel aus Amazons Sortiment bewerten wollte, musste bislang stets auch eine Rezension verfassen. Bereits im September hat das Online-Warenhaus diesen Zwang abgeschafft, seither ist es möglich, einem Produkt bis zu fünf Sterne zu verleihen, ohne zumindest ein paar Wörter zu schreiben. Das hat die Zahl der Produktbewertungen kräftig ansteigen lassen. Ein grundsätzliches Problem des Bewertungssystems besteht aber nach wie vor.


Änderung blieb weitgehend unbemerkt
Die Änderung blieb von Kunden und Besuchern des Onlineshops weitegehend unbemerkt. Das liegt unter anderem daran, dass sich ein entsprechender Hinweis erst am Ende einer Produktseite unter den Bewertungen findet. Dort macht Amazon in einem schmalen grauen Kasten seit September separate Angaben zur Zahl der Rezensionen und Bewertungen. Für Apples AirPods mit Ladecase beispielweise haben aktuell 1.140 Kunden eine schriftliche Rezension abgegeben, insgesamt wurden die Hörstöpsel hingegen 1.619 mal bewertet, im Durchschnitt übrigens mit 4,5 von 5 möglichen Sternen.


Zahl der Bewertungen deutlich gestiegen
Amazon verfolgt mit der Maßnahme offenbar das Ziel, auch Kunden zur Abgabe einer Bewertung zu bewegen, die sich nicht schriftlich zu einem Artikel äußern wollen. Das dürfte gelungen sein: Wie das Marktforschungsunternehmen Marketplace Pulse am Beispiel der AirPods ermittelt hat, wurden in den USA für die Ohrhörer in den vergangenen Monaten 20 neue Bewertungen pro Tag abgegeben. Nach dem Wegfall des Zwangs zur schriftlichen Rezension erhöhte sich dieser Wert bis November auf 60. Zudem beabsichtigt Amazon vermutlich, die Sternebewertungen durch die Erhöhung der Gesamtzahl aussagekräftiger erscheinen zu lassen.

Grundlegende Probleme bestehen weiterhin
Die gestiegene Zahl der Sternebewertungen löst allerdings nicht die grundlegenden Schwierigkeiten, mit denen Amazon seit Jahren zu kämpfen hat. Der Anteil sogenannter Fake-Reviews ist nach wie vor hoch, was den Kunden die Einschätzung vieler Artikel sehr erschwert. Zudem entsteht durch die Abschaffung des Rezensionszwangs ein neues Problem: Die reine Sternevergabe erleichtert die Abgabe von gekauften Bewertungen, da die darauf spezialisierten Unternehmen keine Texte mehr verfassen lassen müssen.

AirPods mit Ladecase bei Amazon
AirPods mit kabellosem Ladecase bei Amazon

Kommentare

BigLebowski
BigLebowski05.12.19 10:24
Entweder man hat die Lust mal kurz zu schreiben warum das Produkt gut oder schlecht ist oder man lässt es bleiben.

Sterne ohne Text sind doch total bescheuert.
+8
MacBavaria05.12.19 10:37
Die Rezensionen sind ohnehin zu einem hohen Prozentsatz gekauft (siehe auch Hinweis im Beitrag). Zudem ist es in der Natur der Menschen, sich eher negativ aufgrund persönlicher Befindlichkeiten auszulassen, als sich die Mühe zu machen, mal einen intensiven und ordentlichen Test zu machen.
Mit der "Lösung" der reinen Sternevergabe ohne Rezension, führt das (wie von AMAZON gewünscht) zu deutlich mehr Sternen, worauf viele Kunden anspringen. Viele Sterne = viele Käufer = gutes Produkt. So einfach ist das aber nicht.
Daher empfiehlt es sich immer - und das ist ja auch der eigentliche Spaß am Onlinekauf - sich intensiv mit der Recherche und Produkttests auf diversen Webseiten und Testportalen zu beschäftigen, bevor man sich von Sternen blenden lässt.
+10
massi
massi05.12.19 10:42
Sterne ohne Text sind doch total bescheuert.
Ersetze Sterne durch Daumen.

Ich finde es auch blöd, anhand der schriftlichen Bewertungen konnte man zumindest ungefähr erkennen ob eine Rezension gefaket ist, das ist bei reinen Sternebewertungen nicht mehr möglich.
0
stefan05.12.19 10:51
Dadurch werden die Sterne umso nutzloser.
Sehr aussagekräftig sind Rezensionen der Art "gut ich muss noch acht wörter schreiben" aber auch nicht.
Wer wirklich was aussagen möchte, wird es sicher auch weiter schreiben.
Ich schaue mir als Erstes die negativen Bewertungen an, die sind zu einem größeren Anteil glaubhaft als die guten.
+3
strellson05.12.19 11:03
stefan
Ich schaue mir als Erstes die negativen Bewertungen an, die sind zu einem größeren Anteil glaubhaft als die guten.

Können aber auch Fake Bewertungen von Konkurrenzunternehmen sein.
0
MacBavaria05.12.19 11:05
stefan
Dadurch werden die Sterne umso nutzloser.
Sehr aussagekräftig sind Rezensionen der Art "gut ich muss noch acht wörter schreiben" aber auch nicht.
Wer wirklich was aussagen möchte, wird es sicher auch weiter schreiben.
Ich schaue mir als Erstes die negativen Bewertungen an, die sind zu einem größeren Anteil glaubhaft als die guten.

Genau das sind aber oftmals nur die frustrierten Kunden, die entweder ein Montags-Produkt bekommen haben, was nicht der Regel entspricht. Oder sie sind der Fehler, der vor dem Gerät sitzt oder sind aus anderen Gründen unzufrieden und lassen dann einfach nur ihre aktuelle Befindlichkeit raus. Das hat oftmals gar nichts mit dem Produkt an sich zu tun. Das führt zu negativer Bewertung eines oftmals guten Produkts.

Aber Sterne alleine helfen da auch nicht. Tests und Testportale sind dann am Ende eben die richtigere Lösung. Von der eigenen Recherche mal ganz abgesehen.
+2
LuLu
LuLu05.12.19 11:21
Liegt das Problem nicht darin, dass jeder alles bewerten kann. Meiner Ansicht nach, sollte doch nur derjenige ein Produkt bewerten, der es gekauft hat. Damit hätte sich das Problem mit den Fake-Bewertungen gelöst, oder nicht?
+3
Himmellaeufer05.12.19 11:41
LuLu

Nein dem ist nicht so. Gekaufte Bewertungen funktionieren anders.

Bei Webseiten die einen solchen „Service“ anbietet Kauf der registrierte Tester das Produkt mit seinen Account und bekommt den ausgegebenen Betrag nach einer Bewertung wieder gutgeschrieben, darf das Produkt/Testobjekt behalten.
+1
Tirabo05.12.19 12:42
Am meisten fällt das auf bei Kopfhörern und Ferngläsern.

Da gibt es extrem gute Markenprodukte, die bei weitem nicht so gut bewertet wurden wie manche hyperbillige Chinaprodukte.

Selbst die China-Datenblätter lesen sich wie das Beste, Schnellste, Tollste was es je gab und das noch zu einem lächerlichen Spottpreis.
Dabei würde ich allein deswegen schon 0 Sterne vergeben, weil ich die lausigen und billigen Übersetzungen aus dem Chinesischen anlesen und ertragen muss. Da bekommt man Augen- und Semantikkrebs.

Wer´s nicht glauben mag, wir bestellen nur noch sehr sehr wenig bei Amazon, weil wir den ganzen Chinamüll dort nicht mehr ertragen.
0
Rob
Rob05.12.19 13:02
AMAZON HAT ES DOCH SELBST IN DER HAND

Also wenn Amazon wirklich ernsthaft Interesse hätte das Bewertungssystem zu verbessern, dann wäre das ganz einfach.

Sie dürften nur noch zulassen das Leute eine Bewertung schreiben, wenn diese Leute das Produkt auch wirklich gekauft und bezahlt haben.
Aber solange jeder einfach einfach das Bewertungsformular öffnen kann und Zeug reinschreiben kann (gerade mal ausprobiert) wird sich an den Fake Bewertungen nichts ändern.

Aber daran hat Amazon - aus welchen Grund auch immer - scheinbar kein Interesse!!!

Apple hat das doch vor ein paar Jahren im AppStore auch eingeführt.
+2
DJay
DJay05.12.19 13:11
Aus Anlass des Berichts hier, wollte ich mir das auf Amazon anschauen und ausprobieren. Mir war auch nicht bewusst, dass "nur" Sternebewertungen möglich sein sollen.
Allerdings erhalte ich immer noch die Meldung "Geben Sie Ihre Überschrift ein. - Geben Sie Ihre Rezension ein." wenn ich einen gekauften Artikel bewerten will.
Kann mir jemand beantworten was ich übersehe oder falsch mache?
Vorab danke dafür.
0
Dupondt05.12.19 13:36
DJay
Kann mir jemand beantworten was ich übersehe oder falsch mache?
Vorab danke dafür.

Wenn Du auf der Seite "Rezension verfassen" unter "Gesamtbewertung" auf einen der angezeigten fünf Sterne klickst, wird das sofort übermittelt (kann auch jederzeit wieder geändert werden). Weitere Eingaben sind nicht erforderlich. Du darfst nur nicht auf "Absenden" klicken, denn dann wirst Du zur Eingabe von Texten aufgefordert.
+2
Himmellaeufer05.12.19 13:50
Rob
AMAZON HAT ES DOCH SELBST IN DER HAND

Also wenn Amazon wirklich ernsthaft Interesse hätte das Bewertungssystem zu verbessern, dann wäre das ganz einfach.

Sie dürften nur noch zulassen das Leute eine Bewertung schreiben, wenn diese Leute das Produkt auch wirklich gekauft und bezahlt haben.
Aber solange jeder einfach einfach das Bewertungsformular öffnen kann und Zeug reinschreiben kann (gerade mal ausprobiert) wird sich an den Fake Bewertungen nichts ändern.

Aber daran hat Amazon - aus welchen Grund auch immer - scheinbar kein Interesse!!!

Apple hat das doch vor ein paar Jahren im AppStore auch eingeführt.

Das kann man wie weiter oben bereits geschrieben sehr einfach umgehen. Zudem steht in einer Bewertung ob der Kunde ein Produkt gekauft hat oder nicht. Aber wie schon geschrieben stellen sich „Betrüger“ geschickt an:


Bei Webseiten die einen solchen „Service“ anbieten Kauf ein registrierte Amazon Tester das Produkt mit seinem Account und bekommt den ausgegebenen Betrag nach einer Bewertung wieder gutgeschrieben, darf das Produkt/Testobjekt behalten.

Amazon kann da wenig machen. Andere Seiten wie auch Apple haben das gleiche Problem.
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shotekitehi
shotekitehi05.12.19 13:55
passend dazu ein Podcast zum Jubiläum von Stiftung Warentest am 4.12.2019:

sinngemäß daraus: "..die Bewertung auf Amazon wurden mit Testberichten verglichen und stehen im Gegensatz dazu...."
Auf der Schachtel stand: ‘Benötigt Windows XP oder besser’. Also habe ich mir einen Mac gekauft.
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stefan05.12.19 14:26
MacBavaria
Genau das sind aber oftmals nur die frustrierten Kunden, die entweder ein Montags-Produkt bekommen haben, was nicht der Regel entspricht. Oder ...
Nicht nur. Es gibt garantiert weit weniger Dummheits-, Rache- oder Fehlbedienungsbewertungen als Fakes mit fünf Sternen. Daher habe ich auch geschrieben:
Stefan
die sind zu einem größeren Anteil glaubhaft als die guten.
+2
CalumJoshua
CalumJoshua05.12.19 16:58
Ich versuche es immer damit:
https://reviewmeta.com
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