25 Jahre Wikipedia: Immer größer, immer neue Herausforderungen


Fünfundzwanzig Jahre sind eine lange Zeit, und trotzdem ist man geneigt, auf dieses Jubliäum mit der Nachfrage „erst?!“ zu reagieren. Das Online-Nachschlagewerk ist für viele Menschen so essenziell, dass es sich so anfühlt, als sei es immer schon dagewesen, sobald Internet verfügbar war. Die Website wurde zur beliebten und verlässlichen Referenz für fast jedes Themengebiet. Das Erfolgsrezept: Ehrenamtliche schreiben Beiträge und diskutieren über Änderungen; Server-Infrastruktur, Software-Entwicklung und Organisation werden durch Spenden finanziert – keine Finanzierung durch Werbung, hervorgehobene Sponsoren oder staatliche Unterstützung. Mit einer interaktiven
Microsite blickt die internationale Organisation zurück auf ihr erstes Vierteljahrhundert.
Wer die Retrospektive besucht, wird von einem einleitenden Video begrüßt, welches Beiträge, Debatten und Ereignisse rund um Wikipedia zu einer kurzweiligen Reportage vereint. Es lässt sich auch auf YouTube betrachten – da das Videoportal eine automatische, KI-generierte deutsche Tonspur abspielt, empfiehlt sich der manuelle Wechsel auf den Original-Audiotrack über das Zahnrad-Icon in der unteren rechten Ecke. In diesen Minuten startet zudem ein
Livestream – er stellt die „virtuelle Geburtstagsparty“ des Online-Nachschlagewerks dar.
Ergänzt wird das Video um neun Kurzporträts von Wikipedia-Redakteuren aus aller Welt. Der Eintrag „Scroll to the past“ wechselt auf eine interaktive Zeitreise durch die Geschichte. Sie schließt mit einem humoristischen
Persönlichkeitstest ab, mit dem man herausfindet, welche Zukunfts-Wikipedia dem eigenen Charakter am ähnlichsten erscheint.
Die Fragen des Wikipedia-Persönlichkeitstests sind kaum ernst gemeint, spiegeln aber Phänomene der Online-Enzyklopädie wider. (Quelle:
Wikipedia)
Neueste HerausforderungenDie Wikimedia Foundation betreut längst nicht nur das Nachschlagewerk.
Projekte wie Wikisource, Wikivoyage und Wikidata erweitern das Angebot. Aktuell stellt trotz hauptsächlich von Menschen gefertigten Beiträgen künstliche Intelligenz eine große Herausforderung dar. Viele KI-Anbieter nutzen das etablierte Online-Nachschlagewerk nur zu gern als Trainingsgrundlage für ihre Large Language Models (LLMs). Inzwischen entfällt ein großer Teil der Abrufzahlen auf deren Scraper. Die Zitierfähigkeit von Wikipedia wird heute deutlich seltener infrage gestellt als vor zwanzig Jahren, doch vereinzelt reiben sich auch heute noch Menschen am Inhalt der gemeinschaftlich erstellten Inhalte: Elon Musk bezeichnet Wikipedia als ideologisch eingefärbt und hält mit einer (eindeutig ideologisch eingefärbten) Grokipedia dagegen – nicht ohne sich kräftig beim Original zu bedienen.