15 Jahre Mac App Store – ein iOS-Konzept auf den Mac gebracht


Vor 15 Jahren schlug Apple ein neues Kapitel des Software-Vertriebs auf. Wie es damals in der Pressemitteilung hieß, zitiert wurde Steve Jobs: "Mit über 1.000 Apps hat der Mac App Store einen guten Start. Wir glauben, dass die Anwender diese innovative neue Möglichkeit, um ihre Lieblings-Apps zu entdecken und zu kaufen, lieben werden." Nachdem für das iPhone seit 2008 bereits ein zentraler und exklusiver Store zum Vertrieb von Software zur Verfügung gestanden hatte, wollte Apple den Erfolg auch im Mac-Bereich wiederholen. Trotz zahlreicher Gemeinsamkeiten gab es aber auch grundlegende Unterschiede. Anders als beim iPhone, für das nie ein freier Softwaremarkt existierte, waren für den Mac zahlreiche Vertriebskonzepte etabliert – weswegen der Mac App Store auch als zusätzlicher, nicht jedoch exklusiver Vertriebsweg erschien.
Sicher keine Priorität für AppleVerglichen mit dem iOS App Store konnte man oft den Eindruck gewinnen, dass die Weiterentwicklung des Mac App Stores keine sonderlich hohe Priorität genießt. Viele Funktionen erschienen entweder gar nicht oder erst mit viel Verspätung. Lange Zeit tat sich beim Layout wenig – und wenn es dann Änderungen gab, hatte man als Entwickler eher das Gefühl, jetzt sogar noch weniger Sichtbarkeit zu erhalten. Vor allem die vor einigen Jahren begonnene, inzwischen wieder etwas zurückgefahrene Umstellung auf einheitliche Feature-Grafiken im "Corporate Memphis"-Stil (disproportionale Personen und knallige, unrealistische Farben) sorgte für noch weniger Unterscheidbarkeit durch optischen Einheitsbrei.
Nicht wenige gingen wiederViele namhafte Hersteller haben sich im Laufe der Jahre zudem wieder aus Apples Dienst zurückgezogen. Dabei waren nicht nur Apples hohe Provisionen oder intransparente Review-Prozesse gewichtige Argumente, sondern auch inhaltliche oder technische Einschränkungen – für viele professionelle Apps ist striktes Sandboxing mit funktionellen Einschränkungen verbunden. Die Anzahl der Programme stieg dennoch, unter anderem nach der Einführung von Catalyst. iPad-Apps einfach in Mac-Software umzuwandeln, klingt jedoch auf dem Papier besser als in der Realität. Viele schlecht angepasste iPad-Apps fanden ihren Weg in den Mac App Store, oft nicht einmal mit Sorgfalt auf Maus- und Tastaturbedienung angepasst, weswegen die Gesamtqualität eher zurückging.
So kündigte Apple den Store Ende 2010 an Ein Fazit nach 15 JahrenNach 15 Jahren lässt sich festhalten, dass der Mac App Store keineswegs gescheitert, aber auch nicht durchweg gelungen und erfolgreich ist. Für viele bietet er einen bequemen Zugang zur Apple-Softwarewelt, für kleinere Tools und Alltagsanwendungen bleibt er ein wichtiger Vertriebsweg. Für viele professionelle Entwickler konnte er seine Versprechen hingegen nie vollständig einlösen. Zu groß sind die funktionellen Einschränkungen, zu gering die Sichtbarkeit, zu unflexibel die Rahmenbedingungen. Damit steht der Dienst heute weiterhin für einen Spagat, den Apple nie ganz auflösen konnte/wollte: zwischen Kontrolle und Offenheit sowie zwischen iOS-Denke und klassischer Mac-Tradition.
Befürchtungen, der Mac App Store werde irgendwann zum exklusiven Bezugsweg für Mac-Software, bewahrheiteten sich indes nie. Die "völlig freie" Software ohne jeglichen Kontakt mit Apple hat es inzwischen allerdings schwerer, denn "verifizierter Entwickler" sollte ein Hersteller sein: Andernfalls lassen sich Apps nicht einfach per Doppelklick öffnen. Seit 2019 macht Apple zudem "Notarisierung" zur Pflicht, unsignierte Software verweigert ohne manuelle Freigabe den Dienst.