iPhone-Gehäuse zukünftig aus dem 3D-Drucker?


Apple setzt seit zwanzig Jahren zunehmend auf Metallgehäuse bei Rechnern, Tablets, Smartphones und Smartwatches. Das letzte MacBook mit Kunststoffgehäuse wurde im Mai 2010 vorgestellt. Deren Herstellung erfordert viel Energie, Zeit und Material: Hohlräume und Oberflächen werden teilweise gefräst, die entstehenden Späne müssen erst aufgereinigt und eingeschmolzen werden. Laut Mark Gurman wird Apple zeitnah vermehrt auf
3D-Druck setzen, um die Produktion ökonomischer (und nachhaltiger) zu gestalten.
Beim 3D-Druck entstehen Materialien schichtweise und additiv. Anstatt mit einem Rohling zu starten, um dann Taschen und Oberflächen nachträglich hineinzufräsen, beginnt der Prozess mit einem flüssigen oder pulverförmigen Rohstoff. Ebene für Ebene entstehen zusammenhängende Formen. Diese Methode hat Vorteile – so können etwa komplett umschlossene Hohlräume entstehen, die ein Fräskopf niemals produzieren kann. Sie stellt allerdings auch neue Herausforderungen, insbesondere bei Massenproduktion.
Erfahrungen mit Apple Watch Ultra 3Bei der Vorstellung der aktuellen Apple-Watch-Generation hob Apple bereits hervor, dass die Titangehäuse im
teilautomatisierten 3D-Druck entstehen: Laser schmelzen Titanstaub gezielt, um Dutzende Uhrengehäuse auf einmal entstehen zu lassen. In 900 Schichten entstehen Gehäuserohlinge, welche im Nachgang von Pulverresten befreit und von der Fertigungsbasis getrennt werden.
Schichtweise entstehen die Titangehäuse der Apple Watch Ultra 3 aus feinem Metallpulver. (Quelle:
Apple)
Umweltfreundlich und sparsamEin weiterer großer Vorteil dieser Methode: Das unverbrauchte Titanpulver steht direkt für die nächste Fertigung bereit, muss also nicht erst wieder eingeschmolzen werden. Das spart Energie. Das gezielte Schmelzen mittels Laser erweist sich ebenfalls als effizient. Aus diesen Gründen, so Gurman, möchte Apple zukünftig diese Fertigung ausbauen. Apple hat sich zum Ziel gesetzt, die gesamte Produktpalette bis 2030 CO₂-neutral herzustellen. Derzeit arbeitet Apple daran, das 3D-Druckverfahren von Titanium auf Aluminium umzustellen.
Nächstes Ziel: iPhoneGleichzeitig bedeuten die neuen Produktionsverfahren mehr Aufwand und bieten sich vorwiegend bei kleineren Gehäusen an. Deshalb ist nach der erfolgreich etablierten Herstellung von Apple-Watch-Gehäusen das iPhone sicherlich ein logischer nächster Schritt. Wahrscheinlich startet Apple auch hier zunächst bei den hochpreisigen Modellen. Wann dies aber der Fall sein könnte, bleibt unklar. Beim MacBook Neo setzt Apple auf eine innovative Kombination etablierter Techniken und konnte auf diese Weise den
Materialeinsatz um 50 Prozent reduzieren.