Wegen iPhone 12 und Macs mit „Apple Silicon“: ARM-Zulieferer erwartet großen Umsatzschub

Intels Leid ist des anderen Apple-Zulieferers Freude: Der Umstieg des Unternehmens auf ARM-Chips bei den Macs. Da Apple nach 15 Jahren den nächsten Wechsel der Prozessorarchitektur bei den eigenen Rechnern ankündigte, kann sich Chip-Zulieferer TSMC auf volle Auftragsbücher für die nächsten Jahre einstellen. Da das taiwanische Unternehmen Apple bereits mit ARM-Einheiten für iPhones und andere Produkte beliefert, wird TSMC durch die hinzukommenden SoC-Aufträge für den Mac zu einem noch wichtigeren Handelspartner als bisher.


iPhone 12 sorgt bereits für deutliche Umsatzsteigerungen
Der erste Umsatzschub für TSMC ist durch die Fertigung des A-Chips zu erwarten, den Apple im iPhone 12 einsetzt. Digitimes zufolge erhöhte der Chip-Lieferant die eigene Einnahmeprognose für das das dritte Quartal 2020 von 11,2 auf 11,5 Milliarden US-Dollar. Das würde eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um fast 10 Prozent bedeuten. Das iPhone 12 erscheint zwar frühestens im Laufe des Septembers und damit erst zum Ende des dritten Quartals, doch die Produktion der Apple-Smartphones benötigt eine lange Vorlaufzeit, um genügend Verkaufseinheiten zum Erscheinungstermin zu ermöglichen. Entsprechend liefert TSMC schon im aktuellen Quartal millionenweise A-Chips für die nächste iPhone-Generation. Hinzu kommen die Lieferungen anderer Chips für das aktuelle iDevice-Lineup.

„Apple Silicon“ als Umsatztreiber für TSMC
Zusätzlich bereitet TSMC unter Umständen schon die Massenproduktion von „Apple Silicon“ vor, die in den künftigen ARM-Macs des Unternehmens aus Cupertino zum Einsatz kommen. Wann die ersten Macs mit neuer Prozessor-Architektur den Markt erreichen, ist nicht sicher. Apple sprach auf der WWDC lediglich davon, noch in diesem Jahr ARM-bestückte Rechner vorstellen zu wollen. Insgesamt soll die Umstellung der gesamten Mac-Produktpalette von Intel auf ARM zwei Jahre dauern. Es kann aber auch schneller gehen, wie der Intel-Switch vor 15 Jahren zeigte.

Einem aktuellen Digitimes-Bericht zufolge werden das MacBook Air und das MacBook Pro (13 Zoll) die ersten Apple-Computer mit ARM-SoC sein. Apple könne die Geräte bereits im September oder Oktober präsentieren. Auch Zulieferer-Experte Ming-Chi Kuo sprach kürzlich vom MacBook Pro (13 Zoll) als einer der ersten ARM-Macs, den Apple Ende 2020 auf den Markt bringe. 2021 werden diverse weitere Macs folgen. Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2021 werden ARM-Chips für Macs einen beträchtlichen Teil des TSMC-Umsatzes ausmachen, so der Bericht.

Kommentare

hatschibu16.07.20 15:52
lange vorlaufzeiten beim i phone 12? die werden doch eh bis kurz vor weihnachten künstlich verknappt, um den run aufs weihnachtsgeschäft so richtig mitzunehmen. jedes jahr dasselbe! im september präsentation, erhältlich sind sie, wie gesagt, eh erst kurz vor weihnachten...
und da apple die produktion um die hälfte heruntergefahren hat, gibts das 12er vielleicht erst zu ostern 2021!
-7
Crypsis8616.07.20 16:01
hatschibu

das hängt eigentlich nur davon, welche preise man zahlen möchte. wer uvp oder nur geringfügig weniger zahlt, hat das gerät in der regel im oktober oder spätestens november..
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drebaboe16.07.20 16:06
Gibt es nur einen Lieferanten dieser ARM-Chips und möglicherweise nur eine Fertigungsstelle ausschließlich in Taiwan?
Wenn ja, wäre das super-leichtsinnig. Die sich gegenseitig aufschaukelnden Spannungen zwischen USA und China einerseits und die ungeminderte Sehnsucht Chinas, sich auch Taiwan einzuverleiben, wäre ein immenses Risiko.
+1
Crypsis8616.07.20 17:06
drebaboe

Also TSMC baut z.B. bis 2024 eine Fabrik in Arizona, USA. Und hat bereits eine vorhandene Fabrik in USA.

Link:

Apple lässt ja manche Sachen auch schon in Indien produzieren, ich denke allen Beteiligten ist durchaus bewusst, dass es da Risiken gibt. Auch wenn ich persönlich davon ausgehe, dass wenn Trump weg ist, sich da einiges wieder entspannt.
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subjore16.07.20 17:27
drebaboe

Es gibt nur 3 Lieferanten weltweit auf dem Markt. Intel, Samsung und TMSC. Allerdings kann nur TMSC den 5nm Prozess bereitstellen. Also hat Apple kaum eine andere Wahl.
Früher waren sie ausschließlich bei Samsung, dann gab es zwei oder drei Jahre in denen sie bei sowohl Samsung und TMSC waren und jetzt sind sie ausschließlich bei TMSC.
Ich glaube die haben auch ein paar Produktionslinien in Taiwan (und in Zukunft auf in Indien) und vielleicht auch noch ein paar anderen Ländern in der Ecke.
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Lailaps
Lailaps16.07.20 19:38
drebaboe
. . . und möglicherweise nur eine Fertigungsstelle ausschließlich in Taiwan?
Wenn ja, wäre das super-leichtsinnig. Die sich gegenseitig aufschaukelnden Spannungen zwischen USA und China einerseits und die ungeminderte Sehnsucht Chinas, sich auch Taiwan einzuverleiben, wäre ein immenses Risiko.
Wenn nur Chips aus Taiwan verbaut werden dann frage ich mich ob die Geräte dann in China verkauft werden können.
Texte im generischen Maskulinum gelten aber auch für (m/w/d/nb/lq/rq/b/ua) männlich/weiblich/divers/nicht binär/links quere/rechts quere/bescheuerte/und andere
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subjore16.07.20 21:59
Lailaps
drebaboe
. . . und möglicherweise nur eine Fertigungsstelle ausschließlich in Taiwan?
Wenn ja, wäre das super-leichtsinnig. Die sich gegenseitig aufschaukelnden Spannungen zwischen USA und China einerseits und die ungeminderte Sehnsucht Chinas, sich auch Taiwan einzuverleiben, wäre ein immenses Risiko.
Wenn nur Chips aus Taiwan verbaut werden dann frage ich mich ob die Geräte dann in China verkauft werden können.

Ja das ist kein Problem. Die haben ein sehr komisches Verhältnis. Foxconn, eines der größten Arbeitgeber in China hat seinen Sitz ja auch in Taiwan, obwohl die das Land nicht anerkennen.
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