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Vibe-Coding-Plattform "Anything" macht Ärger öffentlich – und zieht auf iMessage um

Eine iPhone-App zu veröffentlichen und damit sogar Geld zu verdienen, ist ein Traum vieler Menschen. Doch zunächst gilt es, eine Programmiersprache zu lernen. Die reagieren empfindlich – ein fehlendes Satz- oder falsches Leerzeichen lässt das gesamte Projekt scheitern. Vibe Coding soll dem ein Ende bereiten: Anwender schreiben, welche Funktionen sie gern hätten, und die KI kümmert sich darum, dies in Code zu übersetzen. Doch Apps, die solcherlei versprechen, verbannt Apple zunehmend aus dem App Store. Die Plattform „Anything“ macht nun die monatelange Diskussion mit dem App Store Review Team öffentlich und beabsichtigt, mit ungewöhnlichen Mitteln weiterzumachen.


In einem Post auf X prangert die Vibe-Coding-Plattform das Verhalten des App Store Review Teams an. In einem Stil, der Ähnlichkeiten mit Apples Werbekampagne „Think Different“ aufweist, beklagt Anything den wiederholten Rauswurf aus dem App Store. Man sei in konstruktiven Dialog getreten, habe die App viermal überarbeitet, um dann doch wieder abgewiesen zu werden.

Regel 2.5.2 ist gut, aber …
Nach Einschätzung des Anbieters sei die Regel, die bei Anything Anwendung findet, im Prinzip gerechtfertigt: Apps sollten nachträglich nicht ihr Verhalten ändern. Es sei jedoch falsch, dies auf Anythings Vibe-Coding-App anzuwenden. Jeglicher per KI generierter Code verbleibe in der App-Sandbox und diene lediglich Testzwecken. Die eigentliche Beurteilung erfolge, wenn das Resultat als App eingereicht werde. Obendrein sei Wettbewerber Expo Go weiterhin im App Store vertreten. Am Beispiel eines Feuerwehrmanns, der eine Notfall-Warn-App entwickelt habe, will Anything den Nutzen für die Plattform unterstreichen: Die entstandenen Projekte seien eine Bereicherung für den App Store.


Weiter per iMessage
Mit viel Pathos begründet Anything, warum man zukünftig die Auseinandersetzung öffentlich führen will: „Irgendwann hört Schweigen auf, Geduld zu sein und wird zur Komplizenschaft.“ Zukünftig können Nutzer den Anything-Dienst mittels iMessage nutzen – Anwender schreiben in einem Chat, was sie in ihrer App sehen wollen. Nach kurzer Zeit erhalten sie einen Link auf die Web-Vorschau des Projekts zugesandt.


Beifall und Widerspruch
In den Antworten auf X spenden einige Nutzer Beifall und kritisieren Apples Ablehnungshaltung. Andere zeigen Verständnis für Apples Vorgehen. Ryan Loots versteht Apples Standpunkt als „die erste plattformweite Regulierungsmaßnahme für KI-generierten Code“. Die Essenz: Ein App-Entwickler müsse verstehen, wie der Code arbeite, bevor die App veröffentlicht werde. Es sei ebendieser Schritt, den Vibe-Coding überspringe.

Kommentare

Earlemann16.04.26 09:12
Bin hin und her gerissen und gerne bereit für eine Debatte. Denn ich stelle mir die Frage, warum ein App-Entwickler verstehen müsse, wie der Code arbeitet? Es gibt da draußen etliche App- & Webseiten-Designer & UI/UX-Spezies, die sehr gut darin sind, den Anwendungsfall zu beschreiben, die Ansätze zu skizzieren und Lösungen auszuarbeiten - die aber von Coding keinen Plan haben. Aber müssen sie das? Ich denke eher nicht. In einem Agentur-Setup arbeiten diese Leute (= Produkt-Designer) dann den Programmierern zu, die das dann in Code umsetzen. In diesem Fall hier ist es die KI, die das Coding umsetzt. Veröffentlichen, promoten und managen tun es aber oft eher die, die nicht selbst coden.
Klar müssen Themen wie Datenschutz, Rechtssicherheit (und Appstore-Regelkonformität) gewährleistet werden, aber im Zweifelsfall wäre es auch ein Programmierer selbst, der die KI beauftragt zu coden und dann nur noch gegenprüft. Oder übersehe ich was?
+2
KarstenM
KarstenM16.04.26 09:38
Und nicht jeder will mit einer App auch Geld verdienen. Es gibt sicher viele Nutzer, die den Fall haben, dass ein bestimmtes spezielles Problem durch eine dedizierte App gelöst werden kann. Und da es auf IOS praktisch nur den AppStore gibt (ich klammere die alternativen Stores in der EU mal aus), muss man eine App nun mal einreichen, wenn man sie auf dem iPhone haben will. Und wenn man die App selbst auch nutzt, weil sie ein Problem löst, ist es doch völlig egal, ob es eine Vibe-Coding App ist, oder nicht.

Ich bin vor ein paar Wochen auch in dieses Thema auf dem Mac eingetaucht und habe mir schon 2-3 OpenSoure Projekte, die seit Jahren nicht mehr gepflegt wurden, auf eine neue Codebasis stellen lassen, weil ich nicht auf diese nützlichen Helfer verzichten will. Beim Mac ist jedoch der Vorteil, dass Apple hier noch nicht bestimmen kann, was läuft und was nicht.
+4
Don Gomez
Don Gomez16.04.26 10:21
Pathos in der PR von Anything? Heftige Epic vibes. Wer erinnert sich noch?
... darauf einen Dujardin!
0
dsieb16.04.26 10:26
In der Diskussion muss man etwas genauer hinsehen.
Apple hat aktuell nichts gegen Apps die per vibe coding erstellt werden/wurden und auf normalen Wege eingereicht werden, sondern etwas gegen eine Vibe coding App, die den Funktionsumfang innerhalb der App erweitern ändern kann.

Was man aber feststellen kann, Apple hat ein großes Problem mit den durch vibe coding eingereichten Apps. Es ist einfach die Masse an Apps. Mit dem jetzigen Review-Setup, wird Apple da nicht gegen ankommen. Dort wird auch mehr und mehr auf AI gesetzt werden müssen. Die Wartezeiten für Reviews sind das letzte halbe Jahr enorm gestiegen.
Die Antworten an das Applereview Team werden heute ja von Claude, ChatGPT etc formuliert und geht innerhalb von Sekunden zurück an das Reviewteam von Apple.
+3
konnektor16.04.26 12:25
Earlemann
Es gibt da draußen etliche App- & Webseiten-Designer & UI/UX-Spezies, die sehr gut darin sind, den Anwendungsfall zu beschreiben, die Ansätze zu skizzieren und Lösungen auszuarbeiten - die aber von Coding keinen Plan haben. Aber müssen sie das?
...
Oder übersehe ich was?
Mir würde nur der Support einfallen. Wer Code selbst erstellt hat, weiß vermutlich auch im Fehlerfall wo er hin greifen muss. Wer "nur" die gewünschten Funktionen einer KI beschreiben kann, wird im Fehlerfall aber Probleme bekommen. Im Zweifelsfall kommt eine ganz neue App dabei heraus. Wie soll das mit Apples Review und den Kunden funktionieren?
+3
Earlemann16.04.26 16:17
konnektor
Mir würde nur der Support einfallen. Wer Code selbst erstellt hat, weiß vermutlich auch im Fehlerfall wo er hin greifen muss. Wer "nur" die gewünschten Funktionen einer KI beschreiben kann, wird im Fehlerfall aber Probleme bekommen. Im Zweifelsfall kommt eine ganz neue App dabei heraus. Wie soll das mit Apples Review und den Kunden funktionieren?
Da gebe ich dir Recht. Eine App ist schließlich nicht "Fire and Forget", sondern ein kontinuierlicher Entwicklungs- und Anpassungsprozess.
0
Weia
Weia16.04.26 20:09
Earlemann
Bin hin und her gerissen und gerne bereit für eine Debatte. Denn ich stelle mir die Frage, warum ein App-Entwickler verstehen müsse, wie der Code arbeitet?
Weil es einen Verantwortlichen für den Code geben muss.
Es gibt da draußen etliche App- & Webseiten-Designer & UI/UX-Spezies, die sehr gut darin sind, den Anwendungsfall zu beschreiben, die Ansätze zu skizzieren und Lösungen auszuarbeiten - die aber von Coding keinen Plan haben. Aber müssen sie das?
Nein, denn sie sind ja nicht die App-Entwickler, sondern nur die App-Ideengeber oder App-Auftraggeber.
Ich denke eher nicht. In einem Agentur-Setup arbeiten diese Leute (= Produkt-Designer) dann den Programmierern zu, die das dann in Code umsetzen.
Ja, und das sind die App-Entwickler.
In diesem Fall hier ist es die KI, die das Coding umsetzt.
Eben, und das ist das Problem. Es gibt niemanden mehr, der versteht, was die App tut.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+1

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