"Anything" – Apple wirft weitere Vibe-Coding-App aus dem App Store


Der Anbieter „Anything“ will Anwendern ohne Erfahrung mit Programmiersprachen in die Lage versetzen, eigene Apps zu entwickeln. Um dies zu erreichen, kommen KI-Agenten wie ChatGPT und Claude zum Einsatz: Nutzer geben ein, welche Funktionen sie sich wünschen, und Anything erzeugt und verwaltet Programmiercode. Dies gelingt aus dem Browser heraus, oder aus der iOS-App, welche der Anbieter seit August 2025 über Apples App Store vertrieb. Doch nun ist sie verschwunden – Apple hat erst eine Aktualisierung zurückgewiesen und dann
komplett entfernt, berichtet The Information.
Damit setzt sich ein Trend fort, der vor einigen Wochen begann: Apple
verweigert Vibe-Coding-Apps die Freigabe neuer Versionen. Dabei verweist das App Store Review Team auf Sektion 2.5.2 der Review Guidelines:
Apps müssen in sich geschlossen sein und dürfen weder Daten außerhalb des vorgesehenen Containerbereichs lesen oder schreiben, noch dürfen sie Code herunterladen, installieren oder ausführen […]. Lern-Apps, die dazu dienen, Schülern das Schreiben, Entwickeln oder Testen von ausführbarem Code beizubringen, dürfen unter bestimmten Umständen Code herunterladen, sofern dieser Code nicht für andere Zwecke verwendet wird. Bei solchen Apps muss der von der App bereitgestellte Quellcode für den Nutzer vollständig einseh- und bearbeitbar sein.
Das Nachladen von Code ist also nur erlaubt, wenn es Lernzwecken dient. Tatsächlich wirbt Anything damit, dass die Resultate der Chat-Interaktion direkt als Web-App nutzbar sind oder im App Store eingereicht werden können. Möglicherweise beabsichtigt Apple, auf diese Weise die Flut neuer Apps von unerfahrenen Entwicklern einzudämmen: Seit Monaten
steigen die Bearbeitungszeiträume beim App Review.
Ziel: Eigene App (ohne Programmierfähigkeiten)Anything macht keinen Hehl daraus, dass ihr Dienst nicht das Ziel hat, den Nutzern Programmieren beizubringen. Die Kategorie „
Stories“ im Unternehmens-Blog erzählt von Nutzern ohne Programmierfähigkeiten, welche dank Interaktionen mit LLMs in Windeseile eigene Software entwickeln – etwa eine Vernetzungsplattform für Firmengründer mit verschlüsseltem Chat oder eine App zur spirituellen Heilung für Hexen.
Weiter im Browser (oder App-Marktplatz)Der Rauswurf aus dem App Store muss für Anything nicht das Ende bedeuten. Die
Plattform lässt sich ebenso im Browser bedienen. Die gesamte Sektion 2 der App Review Guidelines gilt zudem nicht für alternative App-Marktplätze, welche in der EU, in Japan und Brasilien mittlerweile erlaubt sind. Anything hieß bis vor Kurzem noch „Create“, wie sich an älteren Blog-Beiträgen feststellen lässt. Wer den Dienst ausprobieren möchte, erhält nach kostenloser Registrierung ein limitiertes Kontingent an KI-Interaktionen (Credits). Für 24 oder 239 US-Dollar pro Monat bekommt man regelmäßig neue Credits sowie zusätzliche Funktionen – und die Option, das Resultat beim App Store einzureichen. Offensichtlich setzt Anything auch beim firmeneigenen Blog auf KI-Unterstützung: In der Rubrik
Artikel erscheinen täglich bis zu drei neue, umfangreiche Beiträge – größtenteils Sammlungen von App-Ideen und Produktivitätstipps für Vibe-Coder.