Apple geht gegen "Vibe Coding" vor


Betrachtet man die reinen Zahlen, so sind Entwickler im App Store wesentlich aktiver als in den letzten Jahren, zumindest wenn es um die Vorstellung neuer Apps geht. So viele Programme gilt es für das Review-Team zu begutachten, dass für diese Aufgabe immer mehr Zeit vergeht. Vor allem im Mac-Bereich sind aus ein bis zwei Tagen inzwischen bis zu zehn geworden. Wie ein Bericht erst kürzlich
beleuchtet hatte, dürfte der Trend vor allem mit dem sogenannten "Vibe Coding" zusammenhängen. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um "Programmieren ohne Programmierkenntnisse" – per Eingaben in natürlicher Sprache werfen besagte KI-Tools fertige Apps aus, dies in oft durchwachsener Qualität.
Apple blockiert App-UpdatesApple scheint nun erste Reaktionen anlaufen zu lassen. Das Unternehmen soll
Berichten zufolge Updates für populäre "Vibe Coding“-Apps wie Replit und Vibecode vorerst blockiert haben. Für die betroffenen Anbieter stellt das durchaus ein Problem dar, mangels weiterer Updates sieht man gerade die Chartpositionen einstürzen. Angeblich fordert Apple pauschal, die Möglichkeit zu entfernen, gezielt Software für Apple-Plattformen zu erzeugen. Im Fall von Replit soll Apple zudem beanstandet haben, dass erzeugte Apps innerhalb der eigentlichen iPhone-App in einer eingebetteten Webansicht dargestellt werden. Nicht die damit erstellten Apps, sondern die Entwicklungsumgebung stehen also im Mittelpunkt.
Apple legt eine sehr alte Regel neu ausDie Grundlage beruht allerdings nicht auf einer neuen Sonderregel gegen diese Kategorie, sondern auf Apples Auslegung bereits bestehender App-Store-Vorgaben. Apple verweist dabei insbesondere auf Punkt 2.5.2, wonach Apps keinen Code herunterladen, installieren oder ausführen dürfen, der Funktionen oder Eigenschaften der App nachträglich verändert. Auf Nachfrage erläuterte Apple, man richte sich nicht gezielt gegen Vibe Coding – es gebe keine Regeln, die solche Apps pauschal verbieten. Problematisch seien vielmehr konkrete Funktionen einzelner Anwendungen. Warum das jedoch lange Zeit immer wieder durchgewunken wurde, jetzt aber ein Problem darstellt, beantwortet Apple nicht.
...aber geht es wirklich um Qualität?Kritiker sehen bei Apple jedoch weniger die Motivation, für mehr Qualität zu sorgen, sondern den eigenen Markt zu schützen. Derlei Coding-Apps können Nutzern helfen, Software außerhalb des klassischen App-Store-Modells zu erstellen – und treten damit indirekt in Konkurrenz zu Xcode und Apples eigener Entwicklerplattform. Apple weist diesen Vorwurf in der Sache nicht direkt zurück und verweist stattdessen auf Sicherheit und bestehende Regeln.