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Tim Cooks Memo an alle Mitarbeiter: "Es ist Zeit für Deeskalation" – Reaktion auf Minneapolis

Tim Cook muss, so wie viele andere CEOs auch, sein Unternehmen durch ein gefährliches Fahrwasser schippern. So gilt es, erratische politische Entscheidungen abzuwenden, die einen nach jeder kritischen Bemerkung treffen könnten, gleichzeitig die Gesetzgebung zu Apples Vorteil zu beeinflussen – trotzdem Eigenständigkeit zu wahren. Dennoch wird zunehmend Kritik laut, dass besagter Kurs mit der Aufgabe von Werten einhergeht und man faktisch eine Politik unterstützt, die eigentlich im krassen Gegensatz zu Apples früherem Auftreten steht. Tim Cooks Teilnahme an der Premiere des Melania-Trump-Films, Stunden nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten auf einen Demonstranten, dämpfte besagte Beschwerden nicht gerade. Nun hat Tim Cook ein Memo an alle Mitarbeiter verschickt, in dem er auf die aktuellen Vorkommnisse eingeht.


Tim Cooks Memo: Minneapolis, Deeskalation, Respekt, Trump-Gespräch
Er sei zutiefst erschüttert über die Ereignisse in Minneapolis – und seine Gebete sowie sein tiefes Mitgefühl gelten den Familien, den Gemeinden und allen, die von den Vorgängen betroffen seien. Dies sei eine Zeit für Deeskalation, so Cook. Amerika sei dann am stärksten, wenn das Land seinen höchsten Idealen gerecht werde, wenn jeder Mensch – unabhängig davon, wer er sei oder woher er komme – Behandlung mit Würde und Respekt erfahre, und wenn die gemeinsame Menschlichkeit im Mittelpunkt stehe. Dafür habe Apple sich schon immer eingesetzt.

Außerdem geht Cook darauf ein, das Thema gegenüber Trump angesprochen zu haben. So fand laut Memo ein "gutes Gespräch" statt, in dem Cook seine Sichtweise darlegte. Er schätze die Bereitschaft des Präsidenten, sich auf Themen einzulassen, die für alle von Bedeutung seien.

Die Situation stelle sich für viele als sehr emotional und belastend dar. Er sei stolz darauf, wie sehr den Teams bei Apple die Welt außerhalb der eigenen Büros am Herzen liege; dieses Mitgefühl sei eine der größten Stärken des Unternehmens und etwas, das alle schätzten. Mit den Worten "Vielen Dank für alles, was ihr macht" schließt Cook das Schreiben.


Kaum sonstige Stimmen aus der Tech-Branche
Cooks Aussagen sind zwar vorsichtig formuliert, dennoch ein deutlicheres Statement, als man von anderen Tech-Unternehmen hört. Das war allerdings in der Vergangenheit kaum anders, denn zu politischen Themen äußert man sich normalerweise selten – außer es geht um Gesetzgebung, die einen betrifft. Von Sam Altman ist hingegen die Aussage belegt, er sehe es als patriotische Pflicht, staatliche Übergriffigkeit zu kritisieren. Die ICE "gehe zu weit". Dario Amodei von Anthropic bezeichnete die Vorfälle in Minnesota, als "Horror" und kritisierte ICE-Taktiken.

Außerhalb von Big Tech sieht es etwas anders aus. In einem gemeinsamen Brief von 60 großen Unternehmen, unter anderem Target, 3M, General Mills, UnitedHealth und Best Buy, wird die Eskalation beklagt. Man fordert zu Frieden und Deeskalation auf, um die schädlichen Auswirkungen auf die Communitys zu beenden.

Kommentare

Frank Drebin
Frank Drebin28.01.26 11:53
Ich glaube Tim ist ziemlich gefrustet und zerknirrscht, dass der Trump erneut Präsident ist, er hätte sich Kamala gewünscht…
+4
Magic_Berlin28.01.26 12:04
Das ekelhafte Hofieren des Irren aus Washington DC durch Tim Cooks und anderer Technik Giganten hat u. a. zu den unsäglichen Missbräuchen der Schergen geführt. Wenn ein machtbesessener Narzisst nicht in seinem Wahn eingeschränkt wird, wird er sich immer mehr rausnehmen.
+24
Uschaurischuum!
Uschaurischuum!28.01.26 12:13
Ich nehme es ihm leider nicht ab. Sobald Trump, wie bereits in Ansätzen geschehen, etwas zurückrudert (und im Grunde nur in eine andere Stadt geht um dort weiter zumachen), wird der aktuelle Apple CEO wieder im weißen Haus empfangen und er wird goldene Geschenke im Gepäck haben.

Offener Rassismus wird in den USA durch staatliche Behörden umgesetzt. Faschismus wächst und stabilisiert sich. Die Mächtigen dieses Landes hätten deutlich mehr für die Gesellschaft zu bieten als ein Memo.
Brauchen wir alles was wir können?
+24
xcomma28.01.26 13:55
Cook ist ein Fähnchen im Wind.

Alles natürlich für den Shareholder Value. Nichts neues.

Ob man das einem CEO verübeln kann - wurde und wird weiterhin wohl immer wieder mal Diskussionsgegenstand hier sein. Eine schwarz/weiss Antwort wird es nie geben, weil es immer drauf ankommt.

Für ein Unternehmen, welches sich besonders durch gewisse "Werte" immer und immer wieder auszeichnet und dies insbesondere als erheblichen Marketing-Strategie-Anteil seiner "Customer Experience / Journey" (natürlich geschickt, sonst wäre es nicht die Brand No.1 derzeit und wir nicht alle hier) benutzt, werden solche Einsätze - wie in Minneapolis geschehen - im Landesinneren wie auch weltweit kritisch angesehen - vor allem wenn man sich die zuvor Richtung Orange (das "Abendmahl" war mit Abstand wohl das lächerlichste wie sich BigTech jemals gezeigt hat) bewegt und/oder zumindest kleinklaut beigibt - aber irgendwann mag auch das Pendel zu weit ausgeschlagen sein und das andere, noch schwererwiegende Argument namens "Kunde" wird sich auch irgendwann regen und nicht immer wohlwollend alles goutieren, je länger das Theater geht. Cooks Reaktion ist reines Kalkül.
+10
L-E28.01.26 14:09
Mich widert das feige Agieren Cooks nur noch an. Jetzt sei es Zeit zur Deeskalation! Nach mindestens zwei Toten. Und dann salbadert er über Ideale, Empathie und Werte. Alles Dinge, die Trump verachtet.

Komm Tim, gib ihm nochmal 100 Millionen für den Prunksaal und schieb ihm einen Goldbarren über den Tisch.
+14
Macrenne28.01.26 15:45
Ich finde gut, dass Tim Cook diesen Schritt gegangen ist und natürlich muss man Trump mit Samthandschuhen anfassen. Es ist gerade so wie es ist. Solange ich Apple kenne, hat das Unternehmen immer Farbe bekannt zu Gleichberechtigung und vielen anderen Dingen. Immer noch besser nicht viel zu sagen als gar nichts.🤷
-2
Fontelster
Fontelster28.01.26 15:57
Macrenne
Immer noch besser nicht viel zu sagen als gar nichts.🤷

»Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!«
Edmund Burke
+15
Saxxx28.01.26 15:59
Frank Drebin
Ich glaube Tim ist ziemlich gefrustet und zerknirrscht, dass der Trump erneut Präsident ist, er hätte sich Kamala gewünscht…

Davon kann man definitiv ausgehen. Jetzt versucht er nur das Beste für Firma und Anleger rauszuholen. Auch wenn es ihm vermutlich nicht leicht fällt.
+3
Mr.Bo
Mr.Bo28.01.26 21:06
Einem nihilistischen möchtegern König in den Arsch kriechen, hab ich kein Verständnis für, da muss schon mehr kommen als diese weichgespülte Ansage an die Mitarbeiter!
+3
Mr.Bo
Mr.Bo29.01.26 08:05
+1

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