Tim Cook über die wichtigsten Herausforderungen des Jahrhunderts

Tim Cook betont schon seit Jahren, wie wichtig Apple der Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzer ist. Entsprechende Features in Apples Betriebssystemen sorgen aber immer wieder für Kritik von Unternehmen wie Facebook, deren Geschäftsmodell in erster Linie aus der Analyse von Nutzerdaten besteht. Doch der Apple-CEO bleibt seiner Linie treu. Bei der „Computers, Privacy, and Data Protection“-Konferenz sprach er sich kürzlich erneut für einen größtmöglichen Schutz der Nutzerdaten aus. Der Erhalt der Privatsphäre sei – ebenso wie der Klimawandel – einer der wichtigsten Herausforderungen dieses Jahrhunderts.


„Ich mache mir große Sorgen“
Cook zufolge müsse sich jeder tiefgreifend mit dem Problem des erodierenden Datenschutzes in der Online-Welt auseinandersetzen. Es gehe darum, der kommenden Generation etwas zu hinterlassen, das besser ist als die jetzige Situation. Der Apple-Chef spricht in dem Zusammenhang von einer Welt, die von permanenter und allumfassender Überwachung geprägt ist.


Apple hat dazu ein PDF-Dokument mit dem Titel „A Day in the Life of Your Data“ veröffentlicht, in dem das Unternehmen auf das Tracking von Nutzerdaten seitens Drittanbietern in Apps und auf Websites eingeht. Nutzer sollen so ein größeres Bewusstsein für die Gefahren entwickeln, die davon ausgehen und vorsichtiger sowie gewissenhafter im Internet agieren. „Ich mache mir große Sorgen darum (um Tracking der Nutzerdaten; Anm. d. Red.) – und ich denke, jeder sollte sich darum große Sorgen machen,“ so Cook.

Unterschiede zwischen Facebook, Google und Apple
Ein weiteres Problem in dem Zusammenhang sieht Cook in der öffentlichen Wahrnehmung von Tech-Firmen. Es bestehe die Gefahr, dass Unternehmen wie Facebook, Google, Microsoft, Amazon und Apple über einen Kamm geschoren werden. Dabei seien die Schwerpunkte, Ziele und Werte der einzelnen Unternehmen ganz und gar unterschiedlich. „Ich versuche, Menschen dazu zu ermutigen, sich tiefgreifendere Gedanken über die Geschäftsmodelle der Technologie-Unternehmen zu machen“, so der Apple-CEO. Cook deutet damit die die stark auf Nutzerdaten angewiesenen Unternehmen Google und Facebook an. Apple dagegen sei ein rigoroser Verfechter von Datenschutz sowie Privatsphäre – und setze das mit entsprechenden Features in den hauseigenen Betriebssystemen um.

Kommentare

maculi
maculi29.01.21 17:24
Passend dazu ein Ausschnitt von Cooks Rede (mit deutschen Untertiteln) bei n-tv:
+4
Goosebump29.01.21 17:43
Das PDF gibt es nicht zufällig auch in Deutscher Sprache?
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sambuca2329.01.21 18:02
Sehr aufschlussreich finde ich auch die Aussage von Jane Horvath „...Think of it this way: Isn’t it odd that some people don’t want users to have the choice over whether or not they are tracked with a clear and precise language?...“
+2
Velasco29.01.21 18:19

Das ist der Artikel, den Macrumors dazu zitiert.
Interessant ist für da auch Google, da diese eigentlich einen Großteil ihres Geldes ähnlich wie Microsoft mittlerweile mit Cloud Hosting verdienen. Aber Facebook mit ihrer neuen Produktidee, da bekomme ich echt das Gruseln.
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tranquillity
tranquillity29.01.21 18:52
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.
-16
Wellenbrett29.01.21 19:44
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.
So absolut würde ich das nicht formulieren: wenn man sich vorstellt, dass eine totalitäre Behörde (die wir hier in der BRD ja aufgrund der Verdienste vieler nicht haben) festlegen könnte, dass Deine Krankenversicherung hinfällig ist, weil Dein überwachter Kühlschrank meldet, dass Du zu viel Pizza isst, wird deutlich wo die Gefahr liegt. Wenn die technischen Möglichkeiten zum Datensammeln vorhanden sind, würden sie von einem korrupten System auch missbraucht werden und dann bestimmst unter Umständen nicht mehr Du über das was Du isst.
+11
jmh
jmh29.01.21 19:58
moment, der neue praesident ist doch gerade erst vereidigt?
wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.
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evanbetter
evanbetter29.01.21 20:17
Goosebump
Das PDF gibt es nicht zufällig auch in Deutscher Sprache?
deepl.com
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
+4
jmh
jmh29.01.21 22:22
der businessman aus dem circular (not oval) office.

"meine lieben mituserinnen und mituser ..."
wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.
-1
strateg
strateg29.01.21 22:55
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.

nein, da bin ich klar & deutlich komplett anderer ansicht. datenschutz war, ist & wird immer mehr zu wichtigsten gut überhaupt. jedes individium hat absolutes recht auf den maximalen schutz seiner daten. auch wenn diese für dritte banal erscheinen & der grosse haufen meint er hätte ja sowieso nichts wichtiges zu verbergen — sei nicht kriminell!
+4
MacRS29.01.21 23:28
Daten müssen nicht beschützt werden, nur der Missbrauch der Daten ist zu bestrafen.
+1
rafi30.01.21 00:10
Vielleicht sollte er auch mal nicht nur erwähnen, dass Datenschutz wichtig ist, sondern auch weshalb.
Das versteht doch heute keiner mehr.
0
rafi30.01.21 00:15
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.
Wir haben genug gelangweilte Menschen, um ausreichend Hirnschmalz zu investieren, dass wir das auch Datenschutzverträglich hinbekommen. Also nicht mehr Daten als nötig dazu verarbeitet werden und aus der Hand gegeben werden müssen.
0
Perdiste puesto primero30.01.21 05:49
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.

Diese Sätze kann man nur schreiben, wenn man Totalitarismus nicht für problematisch hält:
* Gestern nicht geschafft zu joggen? Automatischer Strafbefehl.
* Krank zur Apotheke gegangen? Automatischer Strafbefehl.
* Mit dem Taxi fahren, statt mit dem Bus? Erstmal Genehmigung einholen.
* Neues Smartphone kaufen? Erstmal Genehmigung einholen.

Um es klar zu machen: Die genannten Themen sind eben nicht diametral, sondern gehen Hand in Hand. Statt den Kauf von Palmfettprodukten zu überwachen , ist es doch sinnvoller, solche Produkte unattraktiv zu machen. Statt Autofahrten zu bestrafen, sollte eine Infrastruktur so gebaut sein, dass sie unnötig/vllt. sogar beschwerlicher sind, als mit dem Rad zu fahren.
+1
sponge12
sponge1230.01.21 06:58
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.


Passend dazu empfehle ich das Buch von Marc Uwe Kling - Qualityland.
Das Buch öffnet so manchem die Augen. Auch wenn vieles auf den ersten Blick surreal klingen mag.
www.aroundpanamericana.de
+1
Em De30.01.21 08:32
Wellenbrett
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.
So absolut würde ich das nicht formulieren: wenn man sich vorstellt, dass eine totalitäre Behörde (die wir hier in der BRD ja aufgrund der Verdienste vieler nicht haben) festlegen könnte, dass Deine Krankenversicherung hinfällig ist, weil Dein überwachter Kühlschrank meldet, dass Du zu viel Pizza isst, wird deutlich wo die Gefahr liegt. Wenn die technischen Möglichkeiten zum Datensammeln vorhanden sind, würden sie von einem korrupten System auch missbraucht werden und dann bestimmst unter Umständen nicht mehr Du über das was Du isst.

Dieses Beispiel hört man immer wieder, wenn darum geht, die Schattenseite der digitalen Verknüpfung mehrerer Lebensbereiche zu verdeutlichen. Ich halte das für Quatsch - nichts für ungut. Wenn eine Versicherung etwas über deine Essgewohnheiten wissen möchte, muss sie nur die Einkaufsstatistik der Kreditkarte, Deutschland-Card oder Payback-Karte oder sonst irgendwelcher Bonusprogramme auswerten. Da ist die Datenlage ähnlich konfus wie beim Füllstatus des Kühlschranks, dessen Pizza-Inhalt ja auch von den Kindern verputzt werden könnte, während die Eltern sich biologisch wertvoll ernähren.
Und wenn nun das Tracking der Lebensmittelvorräte auf Facebook live zu sehen wäre, würde die Krankenversicherung wirklich allen Kunden mit schlechter Ernährung kündigen? Was würde wohl die Lebensmittelbranche zu diesem Umsatzeinbruch sagen? Die wollen sicher nicht, dass die Kunden zuerst ihr Gehirn einschalten, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.
Was ich damit sagen will, ist, dass es ein multifunktionales Problem ist, aus dem man sich nicht einfach einen kleinen Bereich rauspicken kann, um das gesamte Konzept zu beschreiben.
-6
Troubadixderdritte30.01.21 09:01
Wahnsinn: der Boss der teuersten Firma der Welt sorgt sich ehrlich um die Zukunft unserer Gesellschaft - aber den Politikern in allen Ländern ist das Thema offensichtlich komplett egal. Warum hören wir diese Rede nicht von den Top Politikern?
+1
maculi
maculi30.01.21 09:09
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.

Dieses Ausspielen verschiedener Interessen gegeneinander finde ich einfach nur widerlich. Es gibt keine Reihenfolge wie wichtig oder unwichtig bestimmte Anliegen sind, sondern es muss nach Möglichkeiten gesucht werden, sie alle zu ihrem Recht kommen zu lassen. Nur wenn das gelingt sind wirklich zufrieden stellende Lösungen möglich, alles andere sind nicht mal halbherzige Kompromisse.
Denkt man solche Gedanken zu Ende, dann wird erst der Datenschutz kassiert, und danach? Beim nächsten größeren Problem wird dann wieder etwas anderes auf dem Altar der scheinbar einfachen Lösungen geopfert, und wenn es keine großen Probleme mehr gibt, dann geschieht das auch schon bei kleinen. Leider ist es nunmal so, das es für komplexe Probleme keine einfachen Lösungen gibt, gab es nie und wird es nie geben. Findet euch damit ab.
+7
Wellenbrett30.01.21 09:20
Em De
Wellenbrett
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.
So absolut würde ich das nicht formulieren: wenn man sich vorstellt, dass eine totalitäre Behörde (die wir hier in der BRD ja aufgrund der Verdienste vieler nicht haben) festlegen könnte, dass Deine Krankenversicherung hinfällig ist, weil Dein überwachter Kühlschrank meldet, dass Du zu viel Pizza isst, wird deutlich wo die Gefahr liegt. Wenn die technischen Möglichkeiten zum Datensammeln vorhanden sind, würden sie von einem korrupten System auch missbraucht werden und dann bestimmst unter Umständen nicht mehr Du über das was Du isst.

Dieses Beispiel hört man immer wieder, wenn darum geht, die Schattenseite der digitalen Verknüpfung mehrerer Lebensbereiche zu verdeutlichen. Ich halte das für Quatsch - nichts für ungut. Wenn eine Versicherung etwas über deine Essgewohnheiten wissen möchte, muss sie nur die Einkaufsstatistik der Kreditkarte, Deutschland-Card oder Payback-Karte oder sonst irgendwelcher Bonusprogramme auswerten. Da ist die Datenlage ähnlich konfus wie beim Füllstatus des Kühlschranks, dessen Pizza-Inhalt ja auch von den Kindern verputzt werden könnte, während die Eltern sich biologisch wertvoll ernähren.
Und wenn nun das Tracking der Lebensmittelvorräte auf Facebook live zu sehen wäre, würde die Krankenversicherung wirklich allen Kunden mit schlechter Ernährung kündigen? Was würde wohl die Lebensmittelbranche zu diesem Umsatzeinbruch sagen? Die wollen sicher nicht, dass die Kunden zuerst ihr Gehirn einschalten, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.
Was ich damit sagen will, ist, dass es ein multifunktionales Problem ist, aus dem man sich nicht einfach einen kleinen Bereich rauspicken kann, um das gesamte Konzept zu beschreiben.
Du hast nicht verstanden, was ich meine und wie ich es meine. Ich wollte hier nicht eine ellenlange wissenschaftliche Abhandlung posten. Die deshalb verwendete Redefigur nennt sich pars pro toto. Die Richtung in die das weitergedacht werden kann - das große Ganze habe ich angedeutet und das wurde von anderen Lesern auch verstanden. Etwas Kooperation gehört beim Lesen schon dazu...
+4
Singdudeldei30.01.21 10:51


Sieht so Pizzabestellung in der Zukunft aus, wenn Gesundheitsschutz wichtiger ist als Datenschutz?
+2
sierkb30.01.21 12:14
Troubadixderdritte
Wahnsinn: der Boss der teuersten Firma der Welt sorgt sich ehrlich um die Zukunft unserer Gesellschaft - aber den Politikern in allen Ländern ist das Thema offensichtlich komplett egal. Warum hören wir diese Rede nicht von den Top Politikern?

blue News.ch/Swisscom (28.01.2021): Tim Cook – der Politiker, der Apple seit zehn Jahren führt
-2
tranquillity
tranquillity30.01.21 14:39
Perdiste puesto primero
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.

Diese Sätze kann man nur schreiben, wenn man Totalitarismus nicht für problematisch hält:
* Gestern nicht geschafft zu joggen? Automatischer Strafbefehl.
* Krank zur Apotheke gegangen? Automatischer Strafbefehl.
* Mit dem Taxi fahren, statt mit dem Bus? Erstmal Genehmigung einholen.
* Neues Smartphone kaufen? Erstmal Genehmigung einholen.

Um es klar zu machen: Die genannten Themen sind eben nicht diametral, sondern gehen Hand in Hand. Statt den Kauf von Palmfettprodukten zu überwachen , ist es doch sinnvoller, solche Produkte unattraktiv zu machen. Statt Autofahrten zu bestrafen, sollte eine Infrastruktur so gebaut sein, dass sie unnötig/vllt. sogar beschwerlicher sind, als mit dem Rad zu fahren.

So ein Quatsch. Wir leben doch nicht in einem totalitären Staat. Gewaltenteilung und gegenseitige Überwachung. Außerdem nennst du extrem fantasievolle Beispiele. Ich rede von der Praxis. Es gibt Schulen, die können keinen Onlineunterricht machen, weil irgendwelche Datenschutzfuzzies meinen, eine Hausaufgabe bei Microsoft gespeichert (Serverstandort EU) wäre ein Staatsgeheimnis. Lehrer müssen Angst haben dass irgendwelche Wichtigtuer sie verklagen. Die Corona-Warnapp ist quasi nutzlos, weil durch Datenschutz weichgespült. KFZ-Verkehr kann nicht flächendeckend auf Geschwindigkeitsübertretungen überwacht werden (mehrere Tausend Tote und Schwerverletzte jedes Jahr, höhere Schadstoffe) wegen „Datenschutz“.

Was du im letzten Absatz beschreibst ist ja nett, aber naiv. Leider gibt es nicht immer Anreize und mit Einsicht gewinnst du vielleicht 20% der Menschen. Der Rest denkt billig=kauf ich, noch billiger=kauf ich mehr.
-6
tranquillity
tranquillity30.01.21 14:40
sponge12
tranquillity
Datenschutz ist für Apple eben ein Geschäftsmodell. Ich sehe allerdings dass der Datenschutz hierzulande als Verhinderer auftritt. Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.
Passend dazu empfehle ich das Buch von Marc Uwe Kling - Qualityland.
Das Buch öffnet so manchem die Augen. Auch wenn vieles auf den ersten Blick surreal klingen mag.

Kenne ich und ist amüsant geschrieben. Aber trifft überhaupt nicht das, was ich meine.
0
tranquillity
tranquillity30.01.21 14:45
Singdudeldei


Sieht so Pizzabestellung in der Zukunft aus, wenn Gesundheitsschutz wichtiger ist als Datenschutz?

Lustig, aber trifft überhaupt nicht meinen Punkt. Ich beziehe mich auf die Aspekte, wo der Datenschutz Verhinderer ist. Dass bedeutet natürlich nicht keinen Datenschutz.

Um mich noch einmal auf Tim C. zu beziehen: Ihr glaubt doch nicht, dass er den Datenschutz so propagiert, weil er der Menschheit etwas gutes tun will. Dann müsste seine Firma nämlich nicht 30 Mrd Doller Gewinn pro Quartal einfahren. Datenschutz wurde von Apple als Geschäftssparte auserkoren und man versucht sich darüber zu profilieren.
-4
ilig
ilig30.01.21 14:54
tranquillity
Ehrlich gesagt Gesundheitsschutz ist wichtiger als Datenschutz. Umweltschutz ist wichtiger als Datenschutz.
Kannst Du Beispiele nennen, bei denen Deines Wissens der Datenschutz nachweislich Gesundheitsschutz bzw. Umweltschutz verhindert (hat)?
+2
Perdiste puesto primero30.01.21 15:14
tranquillity
So ein Quatsch. Wir leben doch nicht in einem totalitären Staat.
Nein, derzeit nicht. Wie schnell sich das ändern kann, kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen.
Ich rede von der Praxis. Es gibt Schulen, die können keinen Onlineunterricht machen, weil irgendwelche Datenschutzfuzzies meinen, eine Hausaufgabe bei Microsoft gespeichert (Serverstandort EU) wäre ein Staatsgeheimnis.
Gut, lass uns von der Praxis reden. Du schlägst also vor Datenschutzstandards aufzugeben, damit jetzt mit Schnellschusslösungen Fernunterricht stattfinden kann. Ein Problem, dass es nebenbei gesagt nicht gäbe, wenn die verantwortlichen Politiker in den letzen 20 Jahren ihren Job gemacht hätten.

Die Frage ist doch: Wenn es dadurch zu einem Datenleck kommt, wer ist dann verantwortlich? Heißt es dann „Tut uns fuuuuurchtbar leid, es waren doch soooo harte Zeiten?“ Nein, die Politik macht _mal wieder_ ihren Job nicht. Hier müssten einfach mal klare Regeln erlassen werden. Sollte es zu unberechtigtem Datenabfluss kommen, ist der verwendete Anbieter Schadensersatzpflichtig. Und zwar in tatsächlich schmerzhaftem Umfang. Aber nein, das fasst dann wieder keiner an.

Abgesehen davon, ist die Teams-Lösung derzeit mehr als unausgereift. Zum Beispiel sind in Bayern _alle_ bayerischen Schüler in einem einzigen Team (habe ich mit meinen Kindern, die an drei verschiedenen Schulen sind selbst ausprobiert). D.h. Jeder mit den Zugangsdaten eines einzigen Schülers, kann mit jedem anderen bayerischen Schüler Kontakt aufnehmen. Das da einige Eltern Muffensausen bekommen, kann ich gut nachvollziehen.
Lehrer müssen Angst haben dass irgendwelche Wichtigtuer sie verklagen.
Was nicht am Datenschutz liegt, sondern weil Politiker ihren Job nicht machen.
Die Corona-Warnapp ist quasi nutzlos, weil durch Datenschutz weichgespült.
Das wird gern behauptet, ist aber völliger Unsinn. Mit weniger Datenschutz wäre die App tatsächlich nutzlos, weil sie niemand nutzen würde (siehe Frankreich).
KFZ-Verkehr kann nicht flächendeckend auf Geschwindigkeitsübertretungen überwacht werden (mehrere Tausend Tote und Schwerverletzte jedes Jahr, höhere Schadstoffe) wegen „Datenschutz“.
Hier ist das Problem aber eben nicht der Datenschutz, sondern die oben angesprochene unintelligente Infrastrukturentwicklung. Es wäre schließlich gar keine solche massive Überwachung notwendig, wenn die Leute nicht bei jeder Gelegenheit ins Auto steigen würden.
Was du im letzten Absatz beschreibst ist ja nett, aber naiv. Leider gibt es nicht immer Anreize und mit Einsicht gewinnst du vielleicht 20% der Menschen. Der Rest denkt billig=kauf ich, noch billiger=kauf ich mehr.

Es geht nicht um „Einsicht“. Es geht darum Städte so zu strukturieren, dass innerstädtischer Autoverkehr mühsam und zeitraubend ist (weil es z.B. keine für Autos geeignete Verbindung hindurch gibt. Jeder Stadteil kann lediglich von außen erreicht werden - und ja in den Niederlanden gibt es solche Städte.). Es geht darum auf Autobahnen weitgehend zu verzichten. Privaten Autoverkehr kann man deutlich teuerer machen, usw.

Und ja: Dafür brauchst es gesellschaftlichen Willen. Aber Totalitarismus ist eben keine Alternative dazu.
+2
KingBradley
KingBradley30.01.21 15:33
Ich will ja nicht anfangen politisch zu werden, aber wenn ich immer Klimawandel höre, dann fehlt mir da die Hälfte zum Problem: ich höre kein Wort zum Problem der Bevölkerungsexplosion, die Hand in Hand geht mit Wirtschaftswachstum und noch mehr Verschmutzung.

Dazu gibt es noch die Sache mit dem „Wettstreit“ der Systeme:
USA / Demokratie vs China / autoritärer Staat.

In der Sache mit China sind sich Biden und Trump nicht sehr unähnlich.

Und dazwischen sitzt Europa, hier wird man alles mitmachen was China vorlegt. Die könnten in Hongkong einmarschieren...Hauptsache die deutschen Autos werden in China weiter verkauft.

Ich bin mal gespannt wie es 2030...2040 sein wird.

China und 14 Asien-Pazifik-Staaten schließen weltgrößten Freihandelspakt“
0
talking head
talking head31.01.21 12:30
Soso, Tim Cook labert über Datenschutz und gleichzeitig bekommt Apple 8 bis 12 Milliarden Dollar pro Jahr damit Google als Standardsuchmaschine voreingestellt ist auf allen Apple-Devices.

Laut einem New York Times Artikel erhält Google mittlerweile fast die Hälfte des Search-Traffic von Apple-Usern.

Wo war eigentlich der thermonukleare Krieg, den Steve Jobs Google dazumal androhte? War wohl eher ein "laues Lüftchen".

Ich finde ja den Cook nicht grundsätzlich schlecht. Ich hasse es aber wenn jemand Wasser predigt und Wein säuft.
+3
MetallSnake
MetallSnake31.01.21 12:32
talking head
Wo war eigentlich der thermonukleare Krieg, den Steve Jobs Google dazumal androhte? War wohl eher ein "laues Lüftchen".

Du hast mitbekommen dass Steve kurz danach gestorben ist? Sein Nachfolger wollte den Krieg nicht...
Die Menschheit ist eine völlig außer Kontrolle geratene Primatenspezies.
+2
talking head
talking head31.01.21 12:38
MetallSnake

Ja, wie gesagt, der Nachfolger hat eben den Wein bevorzugt .
-2
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