Test QOBUZ: Hochklassiges Musik-Streaming aus Frankreich – die bessere Alternative zu Apple Music, Spotify & Co.?

Der Mensch ist ein Herdentier und trottet gern dort hin, wo die Masse ist. Bei Anbietern von Musik-Streaming ist das schön zu beobachten. Platzhirsch Spotify dominiert derzeit den Markt mit angeblich inzwischen 140 Mio. registrierten Nutzern. Apple Music hat aus dem Stand heraus eine ebenfalls sehr erkleckliche Nutzergemeinde um sich versammelt. Aber die Anzahl der aktiven Nutzer hat im Grunde genommen nichts mit der Qualität der Inhalte zu tun. Auch die Menge der angebotenen Titel sollte bei genauerer Betrachtung eine eher untergeordnete Rolle bei der Wahl des Musikdienstes spielen, denn die meisten haben eine so große Musikbasis, dass ein paar Millionen Songs mehr oder weniger kaum ins Gewicht fallen.

Abgesehen von einigen exklusiven Inhalten, wie beispielsweise eine Zeit lang Taylor Swift bei Apple Music, finden sich bei den meisten Diensten genügend Inhalte, um so gut wie jeden Musikgeschmack völlig ausreichend bedienen zu können. Ehrlich gesagt ist es heute gar nicht mehr so einfach, auf den ersten Blick echte Differenzierungsmerkmale der einzelnen Anbieter zu erkennen. Auch preislich spielt sich alles auf einem recht ähnlichen Niveau ab.


Vor allem Apple Music und Spotify bieten sich gegenüber kleineren Anbietern wie Tidal, Deezer oder eben auch qobuz als "sichere Wahl" an. Dabei haben sie tatsächlich sogar gewisse praktische Nachteile gegenüber kleineren Namen wie den eben genannten. Die Rede ist dabei von der Beschränkung auf bestimmte Wiedergabesysteme. Apple Music kann beispielsweise auf dem Mac nur über iTunes genutzt werden, nicht aber über andere Player, wie Audirvana. Ähnliches gilt für Spotify. Auf der diesjährigen High End Messe habe ich von mehreren Anbietern, wie z.B. T+A, gehört, dass es für kleinere, hoch spezialisierte Hersteller von HiFi-Geräten nicht einfach ist, Spotify in ihre Streaming-Komponenten zu integrieren, weil Spotify deren vergleichsweise kleine Nutzerbasis offenbar für zu unbedeutend hält, um sich damit abzugeben. Auch Apple Music spielt derzeit auf fast keiner HiFi-Streaming-Plattform, wenn man mal von Sonos absieht. Kleinere Anbieter, wie die zuvor genannten, finden sich hingegen auf vielen HiFi- und High-End-Streaminglösungen. Zudem bieten weder Apple Music noch Spotify aktuell Streamingoptionen in höherer Auflösung bzw. Qualität an.

Nachdem ich das Apple Music Probeabo genutzt und nicht verlängert habe, stand ein Abo für Musikstreaming für mich erst mal gar nicht mehr auf der Wunschliste. Mit einem Auge habe ich stets auf Tidal geschielt, weil dieser Dienst auch eine HiRes-Option und inzwischen sogar MQA-Unterstützung für höhere Wiedergabequalität bietet. Gelandet bin ich nun aber – vorerst – bei qobuz, einem französischen Anbieter, der dem geneigtem Audiofan einige handfeste Vorteile bietet.


Kommentare

barabas24.06.17 18:41
Zitat:
Hauptkritik ist und bleibt vorerst der deftige Aufpreis für die HiRes-Optionen. Im Gegensatz zu Videostreaming in höchster Qualität muss man bei Musikstreaming – allerdings nicht nur bei qobuz – sehr tief in die Tasche greifen, was so manchem die Lust an der Sache vermiesen dürfte.

Das ist genau der Punkt, warum ich im Augenblick Tidal den Vorzug gebe, das derzeit mit einem mehrmonatigen Probeabo von mir getestet wird . Bei letzteren ist deren höchste Qualität, genannt "Master" mit MQA im Preis von monatlich 19,99 EUR inclusive. Hier schießt Qubuz für meine Begriffe mit Sublime+ deutlich über das Ziel hinauf, selbst dann wenn man hier zudem Alben, aber auch längst nicht alle, zu einem vergünstigten Preis als Download angeboten bekommt.

Vielleicht noch etwas zu Spotify, - ich suche derzeit noch ein mobiles Internetradio (Küchenradio) das zb. Tidal & Qubuz mit an Bord hat, aber da ist das Angebot noch sehr dünn gesät. Einzig, bei einem Modell von Tivoli und einem von Lidl (..ja richtig gelesen) bin ich bislang fündig geworden. Alle anderen haben bei dieser Gerätegattung zumeist nur, aber recht verbreitet Spotify integriert.
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42day24.06.17 18:46
Ich nutze den Dienst inzwischen seit mehreren Monaten in der Sublime-Variante sowohl über Mac als auch über Streamer und bin mit Handhabung und Qualität höchst zufrieden. Gemessen an anderen Musikdiensten aus meiner Sicht auch nicht zu teuer.
+1
teorema67
teorema6724.06.17 18:51
Danke für den super informativen Artikel. Meine Musik kommt nach wie vor nur von CD, und ich überlege angesichts dieses Anachronismus schon, wann ich auf einen HiRes-Dienst (Minimum ALAC oder FLAC) umsteigen möchte


MTN
... Warum diese Option ausgerechnet "Premium" heißt, erschließt sich mir nicht ...
Meine Vermutung wäre, dass die 320kbps-MP3s über der Standardqualität der meisten Konkurrenten liegt.

Und was mich überrascht: Vor wenigen Jahren wurde alles über 256kbps-AAC als "Voodoo" abgetan. Heute löste ein Artikel über QOBUZ offenbar keine derartige Diskussion mehr aus.
Verdammte Schotten! Die haben Schottland ruiniert! (Groundskeeper Willie)
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cuco24.06.17 22:27
Habe mich auch für Tidal entschieden, weil ich Roon nutze. Das ist nach vielen Playern die ich ausprobiert habe der mit abstand Überzeugendste. Auch als multiroom Lösung top.
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kerouak25.06.17 00:16
Im Allgemeinen kann ich mich der positiven Bewertung von Qobuz anschließen.

Was mich jedoch nervt, sind die häufigen Updates in der Mac-Version, die nie eine Auflistung der Änderungen beinhalten. Oder hab' ich's nur nicht bemerkt?

Auch ist die Suche nach bestimmten Alben und Titeln eines Interpreten nicht sehr ergiebig. Oder gibt es auch hier Hinweise auf die Bedienung?

Was meiner Meinung nach gar nicht geht: Oft werden bei Interpreten viel mehr Alben angezeigt, als überhaupt vorhanden sind. Zudem werden Alben und EPs etc. nicht getrennt angezeigt. Dann klickt man oft nicht auf das komplette Album, sondern nur auf eine EP.

Es besteht also noch Verbesserungsbedarf bei der Bedienung des sonst recht gut gelungenen Programms.
+2
Canadian Apple25.06.17 02:45
Ich habe eine sehr große Schallplattensammlung - die wächst und wächst und wächst. Das macht mir wesentlich mehr Spaß als dieser digitale Brei. Wenn ich The Wall auf meinen Transrotor Artus lege und über meine Sennheiser Orpheus geniesse, fühle ich mich wie ne Gitarrenseite, die David Gilmour gerade eben ganz persönlich spielt... Das kann mir keine CD und keine noch so hochwertige Datei geben.
+1
DP_7025.06.17 09:21
Canadian Apple

Volle Zustimmung. Meine iTunes-Sammlung ist riesig. Aber dieses Überangebot an Musik führte bei mir spätestens mit den Streaming-Diensten nicht zu mehr sonden eher zu weniger Spaß an der Musik. Eine seelenlose Datei mehr oder weniger in der Sammlung war da auch egal. Letztes Jahr dann die Rückbesinnung auf die Schallplatte. Seitdem kann ich über Musikstreaming nur noch milde lächeln. Das ist für mich wie Allyoucaneat - großes Angebot an minderwertigem Essen. Das Candlelight-Dinner habe ich mit dem Anfassen der Schallplatte, dem Betrachten des Covers, dem Auflegen auf den Plattenteller usw. - und schon allein das Gefühl eine neue Platte auszupacken, zu schauen was sich in der Hülle verbirgt... unbezahlbar. Oder das Stöbern in einem Plattenladen, die Freude eine Platte zum günstigen Preis entdeckt zu haben. Streaming ist nett zum Kennenlernen neuer Musik oder unterwegs. Aber zuhause geht bei mir nur noch Vinyl.
+3
teorema67
teorema6725.06.17 09:23
Canadian Apple
... Das kann mir keine CD und keine noch so hochwertige Datei geben.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Für mich sprechen dagegen 1) die Kosten und 2) ich höre praktisch nur mobil.
Verdammte Schotten! Die haben Schottland ruiniert! (Groundskeeper Willie)
+1
sonorman
sonorman25.06.17 09:53
kerouak
…Was meiner Meinung nach gar nicht geht: Oft werden bei Interpreten viel mehr Alben angezeigt, als überhaupt vorhanden sind. Zudem werden Alben und EPs etc. nicht getrennt angezeigt. Dann klickt man oft nicht auf das komplette Album, sondern nur auf eine EP.

Es besteht also noch Verbesserungsbedarf bei der Bedienung des sonst recht gut gelungenen Programms.
Das stimmt. Aber wie im Text schon geschrieben, sind die qobuz Apps ja noch recht neu. Genau aus dem Grund soll es auch noch einen Nachtest in ca. einem halben Jahr geben. Mal sehen, was sich bis dahin noch so ändert.
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DP_7025.06.17 10:02
teorema67

Dann ist Streaming natürlich super. Ich finde das hängt auch immer davon ab wie und wie viel man Musik hört. Für den Gelegenheitshörer braucht es nach meiner Meinung auch kein Hires-Audio.
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barabas25.06.17 10:26
Canadian Apple
Ich habe eine sehr große Schallplattensammlung - die wächst und wächst und wächst. Das macht mir wesentlich mehr Spaß als dieser digitale Brei.

Jaein, - ich betrete hier gerade den goldenen Mittelweg (oder versuche es zumindest) Wie oft kaufte ich schon Alben, früher als LPs, später dann CDs und SACDs bis hin zu den aktuellen Downloads, wo nur +/- 50% der Lieder darauf für meinen Geschmack "brauchbar" waren. Dies vermeide ich nun indem ich diese nur noch als Streaming "leihe", die besten Songs daraus in eine Playlist selektiere und nur noch die besten, darunter verstehe ich Alben deren Inhalt mir zu mindestens 80% gefallen, entweder als CD oder Download kaufe.
Ich denke deshalb, das eine muss das andere nicht kategorisch ausschließen.
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sonorman
sonorman25.06.17 10:32
Die LP erlebt nicht umsonst seit ein paar Jahren ein großes Revival. Der Klang darüber ist oft besser, als mit digitalem Futter. Tatsächlich ist es mit LP sogar leichter überzeugende Klangergebnisse zu erzielen, als mit Digital. Genau da liegt die Herausforderung: Eine digitale Kette so gut zum Klingen zu kriegen wie LP, ist nicht unmöglich, erfordert aber – wie bei analog – eine sorgfältige Zusammenstellung des Equipments. Digital ist eben nicht gleich digital. Ich habe gerade zwei hochwertige DACs im Test, die das eindrucksvoll belegen.

Ein ganz anderes Thema ist die Art und Weise, wie Musik mit analog oder digital konsumiert wird. Eine LP aufzulegen oder ein Band einzufädeln ist viel aufwändiger, als sich durch ein gigantisches Streamingangebot zu klicken, wodurch man dauernd am skippen ist. Eine Sache, die schon mit der CD anfing. Analog entschleunigt. Man muss sich die Zeit nehmen und genießt dadurch viel bewusster. Das geht natürlich auch mit digital, setzt aber eine gewisse Selbstdisziplin voraus.
barabas
Ich denke deshalb, das eine muss das andere nicht kategorisch ausschließen.
Genau. Man kann auch die Vorteile beider Methoden nutzen.
+1
barabas25.06.17 10:57
Noch ein kleiner Hinweis für Download Freaks

Highresaudio hat MQA wieder im Programm

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uni.solo25.06.17 11:06
Canadian Apple
Ich habe eine sehr große Schallplattensammlung - die wächst und wächst und wächst. Das macht mir wesentlich mehr Spaß als dieser digitale Brei. Wenn ich The Wall auf meinen Transrotor Artus lege und über meine Sennheiser Orpheus geniesse, fühle ich mich wie ne Gitarrenseite, die David Gilmour gerade eben ganz persönlich spielt... Das kann mir keine CD und keine noch so hochwertige Datei geben.

Du vergißt geflissentlich, dass genug analoger Brei auch auf Vinyl gepresst wurde... Mainstream gab es schon immer und wird es immer geben. Der Verweis auf Dein Luxus-Equipment lässt eher auf was anderes schließen. Was das Abspielen darauf mit der Qualität eines David Gilmour zu tun hat erschließt sich überhaupt nicht. Im Ernst, ein geiler Sound wird doch durch klangliche Perfektion nicht besser und wenn Du darüber z.B. Janis Joplin & Co. hörst, dann hast Du Woodstock nicht verstanden. Die Emotion der Musik entsteht nicht im Ohr. Was gute Musik ist, entscheiden immer noch Künstler und der persönliche Geschmack. Nicht Geld, nicht analog oder digital oder wie hochgezüchtet die Technik ist...
+2
sonorman
sonorman25.06.17 11:53
uni.solo
[…] Was das Abspielen darauf mit der Qualität eines David Gilmour zu tun hat erschließt sich überhaupt nicht. Im Ernst, ein geiler Sound wird doch durch klangliche Perfektion nicht besser und wenn Du darüber z.B. Janis Joplin & Co. hörst, dann hast Du Woodstock nicht verstanden. Die Emotion der Musik entsteht nicht im Ohr. Was gute Musik ist, entscheiden immer noch Künstler und der persönliche Geschmack. Nicht Geld, nicht analog oder digital oder wie hochgezüchtet die Technik ist...

Das Argument ist das Selbe, wie in der Fotografie. Dort wird auch immer wieder behauptet, dass nur der Fotograf entscheidend für das Ergebnis sei und ein guter Fotograf könne auch mit einer uralten Knipskamera tolle Bilder machen. Stimmt! Trotzdem hat das Equipment seinen Anteil am Ergebnis. Und zwar einen nicht unerheblichen.

Musik wird durch eine gute Anlage in seiner künstlerischen Qualität nicht besser. In Sachen Genussfaktor aber sehr wohl. Gerade in Bezug auf die von Dir angesprochene Emotion macht es (für viele) einen sehr großen Unterschied, ob die Musik aus einem ollen Kofferradio oder aus einer guten Anlage tönt. So wie es einen Unterschied macht, ob man einen großartigen Film auf dem Smartphone-Bildschirm oder in einem tollen (Heim-) Kino guckt.
+1
macscout
macscout25.06.17 12:25
teorema67
Und was mich überrascht: Vor wenigen Jahren wurde alles über 256kbps-AAC als "Voodoo" abgetan. Heute löste ein Artikel über QOBUZ offenbar keine derartige Diskussion mehr aus.
Die Diskussion nützt ja niemandem, wer da Unterschiede hören kann, hat meinen vollen Respekt und meinen Neid. Selbst wenn ein wenig Zweifel bleibt, muss ich schlussendlich die Aussage akzeptieren, dass es für andere sehr wohl einen Unterschied macht. Und ganz ehrlich: das Equipment, um das nachzuvollziehen, werde ich mir nicht leisten können und wollen.

Was ich mich allerdings frage: Woher haben die bei QOBUZ denn die Musikdaten in so einer Qualität? Das "bis" in dem Hinweis "also bis derzeit 24 Bit und 192 kHz" weist ja schon darauf hin (und auch am Anfang des Artikels), dass nur wenige Titel in der Qualität vorhanden sind.
Sind das dann ausschließlich Dateien, die nativ von der Aufnahme über das Mastering in der Qualität gehalten wurden? Oder ist da CD-Qualität einfach mal einem Upsampling unterzogen worden? Gibt es dazu Angaben oder Garantien von QOBUZ?
+2
barabas25.06.17 12:36
macscout
Sind das dann ausschließlich Dateien, die nativ von der Aufnahme über das Mastering in der Qualität gehalten wurden? Oder ist da CD-Qualität einfach mal einem Upsampling unterzogen worden? Gibt es dazu Angaben oder Garantien von QOBUZ?

Das ist allerdings eine Frage, die sich mir auch stellt. Highresaudio zb. achtet hier sehr darauf das nur wirklich natives Material den Weg in seinen Store findet und das Angebot ist hier auch deutlich Überschaubarer als in den anderen Stores. Möglicherweise bildet hier MQA aber nun auch hier eine Ausnahme.

Für die Technikfreaks die hier etwas von der Materie verstehen, könnte folgende App hilfreich sein, mit der man echte von unechten Highres Dateien unterscheiden kann.

MusicScope

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sonorman
sonorman25.06.17 12:40
macscout
Was ich mich allerdings frage: Woher haben die bei QOBUZ denn die Musikdaten in so einer Qualität?
Dise Dateien haben alle anderen auch. Sie rücken sie nur nicht heraus! Zumindest nicht die Großen.

Das "bis" in dem Hinweis "also bis derzeit 24 Bit und 192 kHz" weist ja schon darauf hin (und auch am Anfang des Artikels), dass nur wenige Titel in der Qualität vorhanden sind.
Steht ja auch so im Artikel.
Sind das dann ausschließlich Dateien, die nativ von der Aufnahme über das Mastering in der Qualität gehalten wurden? Oder ist da CD-Qualität einfach mal einem Upsampling unterzogen worden? Gibt es dazu Angaben oder Garantien von QOBUZ?
Das ist eine sehr komplizierte Sache! Natürlich sind ältere Aufnahmen nicht in 24 Bit /192 kHz produziert worden. Ganz alte Aufnahmen liegen nur analog vor und wurden im Laufe der Zeit mehrmals digital von den Analogbändern remastered. – Mit unterschiedlichem Ergebnis. Die Mehrheit aller neuen Einspielungen wird aber in "HiRes" Produziert, wobei das ein weitläufiger Begriff ist und so ziemlich alles abdeckt, was 24 Bit und Samplingraten zwischen 44,1 und (derzeit) max. 384 kHz hat.

In dem Zusammenhang ist es sehr spannend, was das Format MQA so besonders macht. Wer Zeit und Lust hat, sollte sich mal diese beiden ausführlichen Interviews mit Bob Stuart zu dem Thema reinziehen. Darin gibt es auch viele Infos zu der Frage, wie "HiRes" denn eigentlich zu definieren ist.

STEREO Interview mit Bob Stuart zu MQA
(englisch, Textform)

Interview von LowBeats mit Bob Stuart:

Quelle
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haraldus25.06.17 13:44
Ein sehr guter Artikel. Ich nutze Qobuz, seitdem es auf dem deutschen Markt verfügbar ist, und bin im Großen und Ganzen zufrieden.

Ein paar Anmerkungen zum Plus/Minus:

+ "– gelegentlich ausgegraute Titel" ist kein Minus, sondern ein Plus. Diese Titel werden von den Anbietern nicht für Streaming bereitgestellt und sind normalerweise auf anderen Plattformen nicht verfügbar. Außerdem sind die Tracks nach dem Kauf auch im Streaming verfügbar (soweit ich weiß).
+ Tracks, die nicht mehr im Angebot sind, bleiben in Playllists. Leider tauschen die Anbieter oft Alben aus. Die Titel bleiben aber ausgegraut als Information erhalten.
+ Mehr Informationen zum Track als bei anderen Anbietern, oft mit den beteiligten Musikern.
+ Hervorragender Support.

- Der Player, insbesondere die Desktopversion, hatte bei der Einführung diverse Fehler, die ihn mehrfach unbrauchbar machten. Das ist jetzt behoben, aber es war bei der Vorgängerversion genauso. Anscheinend wird bei Qobuz der Kunde zum Softwaretester genutzt.
- Es fehlt eine Anpassung der Lautstärke. Ohne sitzt man bei Playlisten ständig am Lautstärkeregler.
- Häufige Fehler in Track-Daten: anstelle der Interpreten steht in der Spalte "Künstler" oft der Komponist, was bei Pop nicht viel Sinn macht, oder einfach nur "Interprètes Diverse". Die meisten Tracks sind allerdings über Albuminterpreten auffindbar.
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haraldus25.06.17 13:46
Noch eine Anmerkung zu MQA: richtig nutzen kann das nur, wer auch einen Wandler hat, der das Format unterstützt. Für alle anderen ist MQA CD-Qualität.
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barabas25.06.17 14:42
haraldus
Noch eine Anmerkung zu MQA: richtig nutzen kann das nur, wer auch einen Wandler hat, der das Format unterstützt. Für alle anderen ist MQA CD-Qualität.

Stimmt so nicht ganz, einige Decodieren MQA auch über die Software, wie zb. Audirivana Plus 3, oder seit dem letzten Firmwareupdate auch Auralic mit einer Eigenkreation, da sie ansonsten dieses Format nicht offiziell unterstützen.
Wo nun der klangliche Unterschied zwischen der reinen Hardware-, und der Softwareunterstützung liegt kann ich nicht sagen, da ich hier keine Vergleichsmöglichkeiten habe.
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haraldus25.06.17 16:39
Soweit ich das verstanden hat, wandelt Audirivana MQA-Dateien in High-Res um, wenn der Wandler kein MQA kann: https://audirvana.com/?p=4153

ZU Auralic hab ich nur was zu einer Beta-Version gefunden. Da scheint es sich aber auch um eine Umwandlung in High-Res zu handeln: https://community.roonlabs.com/t/auralic-new-beta-firmware-5 -0-support-in-house-mqa-decoding-web-browser-interface-and-r oonready-for-aries-mini/24267
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uni.solo25.06.17 17:47
sonorman
Das Argument ist das Selbe, wie in der Fotografie. Dort wird auch immer wieder behauptet, dass nur der Fotograf entscheidend für das Ergebnis sei und ein guter Fotograf könne auch mit einer uralten Knipskamera tolle Bilder machen. Stimmt! Trotzdem hat das Equipment seinen Anteil am Ergebnis. Und zwar einen nicht unerheblichen.

Musik wird durch eine gute Anlage in seiner künstlerischen Qualität nicht besser. In Sachen Genussfaktor aber sehr wohl. Gerade in Bezug auf die von Dir angesprochene Emotion macht es (für viele) einen sehr großen Unterschied, ob die Musik aus einem ollen Kofferradio oder aus einer guten Anlage tönt. So wie es einen Unterschied macht, ob man einen großartigen Film auf dem Smartphone-Bildschirm oder in einem tollen (Heim-) Kino guckt.

Stimmt schon, mir ging nur die Wertung über den "digitalen Brei" und die Glorifizierung von Vinyl von Canadian Apple gegen den Strich. Gerade bei der analogen Wiedergabe treibt die Audiophilie z. T. seltsame Blüten, zumindest aus Sicht eines Physikers/Ingenieurs... Aber gut, es soll jeder für sich den Weg des besten Genusses finden...

Deine Artikel sind übrigens sehr lesenswert, auch für den audiophil eher am Rand interessierten Schönen Sonntag noch!
+1
sonorman
sonorman25.06.17 19:05
haraldus
Soweit ich das verstanden hat, wandelt Audirivana MQA-Dateien in High-Res um, wenn der Wandler kein MQA kann: https://audirvana.com/?p=4153
Nicht ganz. Audirvana kann als sogenannter Core Decoder fungieren und die erste von drei "Entfaltungsstufen" von MQA vornehmen.
Siehe auch hier
-2
sonorman
sonorman25.06.17 19:48
uni.solo
Stimmt schon, mir ging nur die Wertung über den "digitalen Brei" und die Glorifizierung von Vinyl…
Ja, das war wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen.
Deine Artikel sind übrigens sehr lesenswert, auch für den audiophil eher am Rand interessierten Schönen Sonntag noch!
Vielen Dank!
-1
Canadian Apple25.06.17 23:00
Ich bin sicher etwas älter als Du und kann Woodstock mehr als gut nachvollziehen. Was mein Equipment angeht, so möchte ich damit gar nix zum Ausdruck bringen. Ich kann mir einfach gewisse Ding leisten und wenn Dich das neidisch macht - Dein Problem.

Was ich jedoch zum Ausdruck bringen möchte, und andere hier auch bestätigt (und im Gegensatz zu Dir auch verstanden) haben, ist die Wertigkeit und Schönheit einer Schallplatte und deren Cover. Gepaart mit der Zeremonie des Auflegens der Nadel und dem weichen Klang.... dagegen ist eben eine Datei nur "1" und "0". Nicht mehr und nicht weniger - egal wie die Dateiendung lautet und egal wie verlustfrei sie gespeichert wurde.
Glorifizieren möchte ich gar nix - ich nutze lediglich dieses Forum und die intelligenten Nutzer, um meine Sichtweise darzustellen und evtl. zu diskutieren. Digitaler Brei hat auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung und ist für Millionen von Nutzern eine große Freude. So wie für mich im Auto.
Sicherlich ist eine digitale Sammlung auch erstrebenswert und ein Blick in die Zukunft. Sicherlich ist meine digitale Sammlung in iTunes für viele Menschen sehr groß (Achtung Neidfaktor!!) aber eben nur digital.

Vielleicht bin ich zu alt dafür, vielleicht bin ich ein hoffnungsloser Nostalgiker, vielleicht bist Du mir unheimlich überlegen, weil Du mir unterstellen kannst, dass ich mit meinem Plattenspieler angeben möchte - ich mags eben analog und nicht angeberisch.


uni.solo
Canadian Apple
Ich habe eine sehr große Schallplattensammlung - die wächst und wächst und wächst. Das macht mir wesentlich mehr Spaß als dieser digitale Brei. Wenn ich The Wall auf meinen Transrotor Artus lege und über meine Sennheiser Orpheus geniesse, fühle ich mich wie ne Gitarrenseite, die David Gilmour gerade eben ganz persönlich spielt... Das kann mir keine CD und keine noch so hochwertige Datei geben.

Du vergißt geflissentlich, dass genug analoger Brei auch auf Vinyl gepresst wurde... Mainstream gab es schon immer und wird es immer geben. Der Verweis auf Dein Luxus-Equipment lässt eher auf was anderes schließen. Was das Abspielen darauf mit der Qualität eines David Gilmour zu tun hat erschließt sich überhaupt nicht. Im Ernst, ein geiler Sound wird doch durch klangliche Perfektion nicht besser und wenn Du darüber z.B. Janis Joplin & Co. hörst, dann hast Du Woodstock nicht verstanden. Die Emotion der Musik entsteht nicht im Ohr. Was gute Musik ist, entscheiden immer noch Künstler und der persönliche Geschmack. Nicht Geld, nicht analog oder digital oder wie hochgezüchtet die Technik ist...
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Canadian Apple25.06.17 23:12
Den Rest Deines Beitrags lasse ich mal umkommentiert, da ich vermute dass Du zu dem Zeitpunkt nicht wusstest, was Du schreibst.

Ich habe mit keiner Silbe den Mainstream beurteilt, bewertet oder gar verurteilt. Ich möchte lediglich meine Sichtweise darstellen und die -für mich- wichtigen Vorzüge einer schwarzen Scheibe darstellen. Übrigens entscheiden sicher nicht die Künstler darüber, ob deren Musik gut oder schlecht ist. Denn dann wäre sogar David Hasselhoff auf einer Stufe mit Luciano Pavarotti angesiedelt.

So wie Du Musikgenuss darstellst, würdest Du sicher auch einen 41er Margaux aus einem Plastikbecher trinken - mit Eiswürfeln.

So, nun könnt ihr mich mit nem SHITSTROM überziehen!!! Danke!
uni.solo
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Dekator
Dekator26.06.17 01:04
Der Mensch ist kein Herdentier... das sieht man schon daran, wieviel Varianz es gibt. Das manche Menschen sich Trends anschließen beweist nicht das Gegenteil. Vielmwehr Beweisen die 'Ausnahmen' (welche immernoch die Mehrheit sind), dass die Aussage falsch und recht dümmlich ist. Große Firmen haben meist deshalb Erfolg, weil sie Marktmacht haben (andere Entitäten, einfach weil sie Macht haben). Dort wo diese zentrale Macht nicht vorliegt, findet sich auch schnell unglaubliche Vielfalt. Die Masse entsteht durch einseitiges Kenntnis des Angebotes. Es wird also umgekehrt ein Schuh draus. Kleines Experiment: In der Kneipe gibt es jetzt 5 Biere statt 2 zur Auswahl. Ergebnis: Die Trinkgewohnheiten fächern sich auf. Nach Ihrer Theorie müssten ja alle beim 'beliebtesten' landen. Das Gegenteil ist der Fall. Also, bitte nicht von sich auf andere schließen. Danke.
0
Dekator
Dekator26.06.17 01:32
Was ich damit sagen möchte, ich, dass 'Herdentier' Aussagen typischerweise von Menschen gemacht werden, die noch auf einem sehr niedrigen Niveau der Individuisierung sind und sich überhaupt erstmal als Individuum zurechtfinden müssen. Viel interessanter finde ich es, dass, obgleich der Mensch nach individueller Echtheit und Wahrheitfindung strebt, oder das zumindest kann (anders als ein echtes Herdentier), warum Manipulation und Erfolg von weniger gutem möglich ist. Meiner Meinung nach hängt das sehr viel mit Informationkultur, sozialen Formmächten und anderen Möglichkeiten zusammen. Da wird's dann spannend. Immerhin, der Artikel wirkt positiv informativ; Dank dafür.
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macscout
macscout26.06.17 11:31
Canadian Apple
So, nun könnt ihr mich mit nem SHITSTROM überziehen!!! Danke!
Schade, dass Du Dich für den "guten Ton" aus Boxen oder Kopfhörern stark machst, dabei aber den "guten Ton" gegenüber Deinen Mitmenschen vergisst. Das relativiert Deine Kultiviertheit, die kann man eben nicht kaufen.
Ob man einen guten Wein aus teuren Gläsern oder aus Plastikbechern trinkt, sagt absolut nichts über die Genussfähigkeit eines Menschen aus. Ein guter Rotwein schmeckt aus beidem. Genau so verhält es sich mit digitaler oder analoger Musik: Gute Musik bleibt gute Musik, und ob ich diese genießen kann, liegt an meiner Fähigkeit, Musik zu genießen, am Umfeld usw.
So kann ein Konzert mit mäßigem Sound für größeren Genuss sorgen als eine Konserve auf High-End-Geräten.
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