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Test: Panasonic HD610N – Kraftvoll dynamischer Sound mit Geräuschunterdrückung und Understatement-Look

Panasonic HD610N – Praxis, Klang und Fazit

Sämtliche Bedienelemente wie On/Off, Lautstärke, NC befinden sich am rechten Hörergehäuse in Daumenreichweite. Die Tasten sind mit etwas Übung ordentlich fühl- und unterscheidbar. Die Lautstärkeeinstellung ist über einen gefederten Wipp-Schalter gelöst.

Eine wirklich gelungene Besonderheit ist der Aufmerksamkeitsmodus des HD610N. Durch einfaches Handauflegen auf die rechte Ohrmuschel schaltet die Musik stumm und die Geräuschunterdrückung auf „Durchzug“. Nimmt man die Hand wieder weg, wird die Wiedergabe fortgesetzt. Funktioniert gut! Durch Doppelklick der ANC-Taste kann außerdem eine Außengeräuschverstärkung aktiviert werden.

Das mitgelieferte Hardcase. Schlicht, aber robust.

Bei aktiviertem ANC ist leider Grundrauschen vernehmbar – was bei laufender Musik aber in der Regel überdeckt wird. In diesem Punkt sind andere Hersteller schon deutlich weiter. Die kürzlich getesteten Modelle von B&W (PX5 und PX7) seien da als Beispiel genannt. Mit abgeschaltetem NC ist das Rauschen weg und dank der guten mechanischen Isolierung ist man auch so in vielen Fällen ausreichend von Außengeräuschen abgeschirmt. Die Wirkung der drei NC-Stufen ist ordentlich, aber nicht über dem Klassendurchschnitt.

Sprachassistenten: Neben einer „Optimierung“ für Google Assistant wird auch Siri unterstützt. Zur Aktivierung muss die Multifunktionstaste (Taste der Lautstärkewippe) gedrückt werden.

Unabhängig von der Stimme des jeweiligen Sprachassistenten wird jede Funktionsänderung (On/Off, ANC-Umschaltung…) mit einem gesprochenen Hinweis bestätigt. Und zwar auf Deutsch. Allerdings klingt die weibliche Stimme ein wenig topfig/nasal und hat dadurch einen gewissen Wochenschau-Charakter.


Der HD610N hat lobenswerter Weise einen echten passiven Kabelmodus, wofür eine Leitung mit 3,5 mm Klinkensteckern mitgeliefert wird. Ist der Akku komplett leer, lässt sich, sofern ein entsprechender Klinkenanschluss vorhanden ist, weiter Musik per Strippe genießen, wobei die interne Elektronik (DAC/DSP) umgangen wird.

Der Tragekomfort ist gut, mit relativ hohem Anpressdruck, der mich nach längerer Tragezeit etwas störte, aber für einen sehr sicheren Sitz sorgte. Für unterwegs und sogar einige sportliche Aktivitäten ist das optimal.

Klang: Großer Sound der anmacht
Beim Klangtest hinterließ der Panasonic einen guten Eindruck, er brauchte jedoch einige Tage Einspielzeit, um sein volles Potential zu entfalten. Gehört habe ich ihn per Bluetooth mit einem iPad (AAC-Protokoll) und via Mac (aptX), sowie kabelgebunden im Passivmodus an einem sehr hochwertigen Kopfhörerverstärker.

Der HD610N ist definitiv nicht der audiophilste Stern am Kopfhörer-Himmel. Auch nicht in dieser Preisklasse. Dafür fehlt ihm einfach das letzte Quäntchen Feingeistigkeit und natürlichem Schmelz. Aber er macht an! Sehr direkt, farbstark, mit druckvollem, dabei nie aufgeblähtem Bass geht der HD610N direkt ins Blut. – Was ihn nicht nur für Popmusik prädestiniert. Auch Jazz und Blues machen dank seiner guten Transparenz und direkten Ansprache viel Freude.

Viel Plastik und Kunstleder, mechanisch aber einwandfrei. Alle Bedienelemente und die USB-Ladebuchse finden sich am rechten Hörer, die Buchse für das Klinkenkabel (Passivmodus) jedoch am Linken.

Ich würde das Klangbild als äußerst Zielgruppengerecht bezeichnen. Letztlich soll so ein Kopfhörer ja primär unterwegs Spaß machen und dabei den Alltagslärm der Großstadt ausblenden. Ob allein mit der Musik, oder mit zusätzlicher Geräuschkompensation. Das gelingt ihm ganz ausgezeichnet.

Im passiven Modus an einem hochwertigen KH-Verstärker lässt sich noch mehr Dynamik und Natürlichkeit herauskitzeln, was für seine gute akustische Abstimmung spricht. Der Klang wird also nicht einfach nur vom DSP bestimmt.


Fazit
Wenn Ihnen statt extravagantem Aussehen anmachender Klang wichtiger ist, ziehen Sie den Panasonic HD610N bei Ihrer Suche nach einem guten Bluetooth-NC-Reisekopfhörer unbedingt in Betracht. Was mir neben seinem ehrlichen und anspringenden Musikvergnügen auch gefällt und nicht unterschätzt werden sollte, ist der echte Passivmodus, über den sich mit Hilfe eines ordentlichen Kopfhörerverstärkers noch mehr aus ihm herauskitzeln lässt.

Ebenfalls positiv sind das vergleichsweise kleine Packmaß mit dem Hardcase und der wirklich praktische Aufmerksamkeitsmodus durch Handauflegen. Ob das ausreicht, um seinen billig wirkenden Plastiklook zu ignorieren, muss jeder für sich selbst entscheiden. Technisch und klanglich stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis.


Plus/Minus Panasonic HD610N
+ anspringender und mitreißender Klang
+ echter Passivmodus
+ praktischer Aufmerksamkeitsmodus
+ aktive Geräuschunterdrückung

– Plastiklook

Kommentare

DeepVolt07.03.20 09:39
Ich habe nach einem solchen Rewind Artikel bei MacTechNews vor fast 3 Jahren die Panasonic RP-HD10E-K gekauft. An sich tolle Kopfhörer und ich trage sie jetzt auch gerade in diesem Moment.

ABER: So langsam beginnt sich das Kunstleder, an den Ohrpolstern, aufzulösen. Und es gibt für diese Kopfhörer keine Ersatz Ohrpolster!
Es gibt China-Nachbauten, aber über deren Qualität kann man natürlich nichts sagen, zudem ist unklar ob man sie brauchbar befestigt bekommt, die Original Ohrpolster scheinen verklebt oder zumindest stark geklemmt.
Für den hier beschriebenen HD610N gilt das wohl genauso. Eine Google-Suche nach Ohrpolstern hat keine Ergebnisse hervorgebracht.

Damals hatte ich leider nicht drauf geachtet, heutzutage wäre das aber ein K.O.-Kriterium. Der Fest verbaute Akku ebenfalls (Was die Alternativen gut zusammenstutzt).
+4
sffan07.03.20 10:01
Mich würde vor allem das Kunstleder stören. Ist Echtleder oder Alcantara (wechselbar) wirklich so schwierig/teuer?

Ich habe meinen alten akg k340 mit Echtlederpolster trotz immer noch gutem Klang entsorgt, da ich extrem drunter geschwitzt habe. War einfach kein Vergnügen den zu nutzen.

Und unterwegs muss ich halt weiter die Schmalzbohrer nutzen. Da schwitze ich naturgemäß nicht und die Polster sind wechselbar..
Als Brillenträger haben die weitere Vorteile, auch wenn ich die eigentlich gar nicht mag.
Der AKG war eh zu sperrig und hochohmig für unterwegs. Hatte ich ja auch als Alternative zu teuren LS zu Hause probiert, als ich mir noch keine highend LS leisten konnte..

Ich bin überzeugt viele haben mit schwitzen unter KH Probleme. Nicht nur im Sommer.. Nur scheint niemand den potentiellen Markt zu sehen..

Ich bin für Tipps von zufriedenen Nutzern aufgeschlossen. Ich habe den Markt (da frustriert) lange nicht mehr beobachtet.
0
kaizen07.03.20 10:29
Nicht nachkaufbare Ohrpolster sind für mich ein nogo. Ich benutze den Bose QC 25 und ich brauche ca. 1 mal pro Jahr einen neuen Satz Ohrpolster. Die sind zwar teuer aber immerhin erhältlich.
Das Leben ist wie ein Brot. Irgendwann wird es hart.
+1
scheibe brot
scheibe brot07.03.20 11:08
sffan
Mich würde vor allem das Kunstleder stören. Ist Echtleder oder Alcantara (wechselbar) wirklich so schwierig/teuer?

Ich kaufe mir grundsätzlich keine Kopfhörern mit Lederpolster.
Ist ne politische Einstellung für mich als Vegetarier. Genauso kaufe ich auch keine Lederschuhe oder Gürtel aus Leder.
Das fließt in meine Kaufentscheidung mit ein und deswegen Kunstleder oder noch besser Velour das ich bei meinen beruflichen Kopfhörer täglich nutze.
Velour ist auch länger haltbarer als Kunstleder und auch wesentlich bequemer zu tragen:-)
+2
sffan07.03.20 11:27
scheibe brot
Velour ist auch länger haltbarer als Kunstleder und auch wesentlich bequemer zu tragen:-)
Ich hab mal die Grundsatzerklärung etwas eingedampft..
Befindet sich ein konkretes Produkt hinter der selbigen?

Ich kann halt keine Plastiktüte über den Ohren gebrauchen.
Mircofaser/velour oder wie sich das auch immer nennen mag wäre ja ok.
Wichtig ist mir eine gute Belüftung gegen „heisse Ohren“ und für Brillenträger sind ja auch nicht alle Modelle brauchbar..
Ich merke schon.. ich muss weiter schmalzbohren..
0
Krypton07.03.20 12:17
@ sffan
Unter Leder/Kunstleder schwitze ich auch (bin aber kein Brillenträger). Ich habe gute Erfahrungen mit den größeren Kopfhörern von Beyerdynamic sehr gute Erfahrungen gemacht. Die haben auswechselbare Velours-Polster, unter denen ich je nach Raumtemperatur nicht bis minimal schwitze. In meinem Fall war es der DT 880 Pro und T1 (250 - 750€), aber auch viele andere Modelle der Marke haben die gleichen Polster und sind in verschiedenen Qualitätsklassen von ca. 130 € bis 880 € verfügbar. Ein Satz neue Polster kostet ca. 25 €.

Bei AKG hatte ich auch Modelle mit Velours-Polster (auch dort gibt es eine gute Ersatzteilverfügbarkeit). Hier entsprachen aber weniger Modelle meinem Klangprofil/meiner Ohrform, weshalb ich bei Beyerdynamic gelandet bin.
+1
sffan07.03.20 12:48
Krypton

Danke. Damit kann ich was anfangen. Ich schau mir die aktuellen Angebote von denen an. Die haben ja schon lange Erfahrung bei dem Thema. Das schadet nicht..
Was hast Du denn mobil konkret von Beyerdynamic im Einsatz?
Da kommt es ja auf guten Wirkungsgrad/niederohmigkeit an.
AKG hat mich auch nicht so überzeugt und die wurden ja vor ner Weile aufgekauft. Unsicher, wie das weitergeht.
0
coin_op07.03.20 21:43
Es geht nix über Prinzessin Leia Gedächtnis-Frisur Kopfhörer
+1
Schens
Schens08.03.20 07:26
Die „Durchzugfunktion“ findet sich exakt so beim Sony WH 1000 XM3.
+1

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