Studie zur Reparaturfreundlichkeit: Schlechteste Noten für iPhones und MacBooks – wie es dazu kommt


In der Techwelt ist iFixit eine wichtige Quelle, um die Reparaturfreundlichkeit eines Gerätes in Kennzahlen zu fassen – nämlich in Form des "Repairability Scores". Apple erzielte hier in den vergangenen Jahren oft kritikwürdige Ergebnisse. Bei iPhones gilt, dass häufige Defekte einfach zu beheben sind, weswegen es auch meist Bewertungen von 6 bis 7 von 10 gibt. Im Notebook-Bereich sah und sieht es teilweise hingegen sehr durchwachsen aus, denn die flache Bauweise ging mit einigen empfindlichen Kompromissen einher. Momentan sorgt eine Aufstellung für Diskussionen, die Apple wesentlich schlechtere Noten als den Mitbewerbern gibt. Hier muss man allerdings etwas näher hinsehen, denn das Fazit "Apple liegt weit hinter anderen Herstellern" ist zu kurz gefasst.
Zur Quelle....Die eigentliche Ausgangsquelle ist der neue Bericht „
Failing the Fix 2026“ des US-amerikanischen "PIRG Education Fund". Dort wurden Reparaturdaten zu insgesamt 105 Geräten ausgewertet, um daraus Markenvergleiche für Smartphones und Laptops abzuleiten. In dieser Auswertung landet Apple in beiden Kategorien auf den hinteren Plätzen: Bei Smartphones landet Apple auf dem letzten Platz mit D-, bei Laptops ebenfalls auf dem letzten Platz, dort mit C-. Das ist der Kern der Meldung, auf den sich derzeit viele Artikel stützen.
...und zur MethodikFür Smartphones greift PIRG auf die neuen offiziellen EU-EPREL-Reparaturwerte zurück. Für Laptops gibt es auf EU-Ebene noch keinen entsprechenden einheitlichen Index, deshalb verwendet PIRG dort die offiziellen französischen Reparaturstandards. Aber: PIRG modifiziert die Daten um eigene Kriterien, denn Zerlegbarkeit ist höher gewichtet, zudem gibt es Abzüge, wenn Unternehmen Lobbyarbeit gegen "Right to Repair"-Pläne leisten.
Die mit Vorsicht zu genießenden Ergebnisse iPhone-ErgebnisseWarum Apple gerade bei den iPhones so schwach abschneidet, hängt laut PIRG nicht nur an klassischer Hardware-Reparierbarkeit. Der Bericht weist ausdrücklich darauf hin, dass Apple beim Kriterium "Software-Unterstützung" in den EU-Daten schlecht abschneidet, weil dort, ungeachtet der tatsächlichen Praxis, nur die regulatorische Mindestzusage von fünf Jahren eingetragen sei. Die Gesamtnote bedeutet somit nicht zwangsläufig, dass iPhones wesentlich schwerer zu reparieren sind als andere Smartphones, sondern ergibt sich aus der Auswertung amtlicher Datenblätter.
Abschneiden der NotebooksMacs erhalten in der PIRG-Aufstellung vor allem deshalb unterdurchschnittliche Bewertungen, weil Apple bei der physischen Zerlegbarkeit schwächer bewertet wird und zusätzlich einen Lobbying-Abzug erhält. Die offiziellen französischen Rohwerte allein sind weniger dramatisch. Hier liegt man nämlich bei 7/10 – woraus bei PIRG anschließend nur noch 5,3/10 werden, was wiederum der genannten Note von C- entspricht.
Ergebnisse vor und nach Anwendung weiterer Kriterien Und das MacBook Neo?In zahlreichen Meldungen ist zudem zu lesen, dass Apple die Ergebnisse mit dem MacBook Neo noch nach oben zog. Das stimmt allerdings nicht, denn gleichwohl die Reparaturfreundlichkeit des Gerätes viel Lob erhielt, geht das Neo in die Untersuchung nicht ein – diese bezieht sich nämlich nur auf Hardware, die im Januar 2026 auf dem Markt war. Allerdings dürfte die Note gemäß der angewendeten Kriterien dennoch besser werden, denn bekanntlich lässt sich das Notebook einfacher als sonstige MacBooks zerlegen.