Asus-CEO bezeichnet MacBook Neo als "Schock für die gesamte Branche"


Direkte Konkurrenten zollen sich nur höchst selten gegenseitig Respekt – und wenn, dann sind es eher vergiftete Komplimente. Während der jüngsten Quartalszahlen von Asus mussten CEO Hsu und CFO Nick Wu jedoch eingestehen, dass Apple mit dem MacBook Neo einen großen Erfolg landen konnte. Es müsse sich zwar noch zeigen, wie gut das Gerät tatsächlich von Kunden angenommen werde, doch Apple habe mit diesem Angebot für sehr viel Unruhe gesorgt. Nicht nur das Produkt selbst, sondern auch Apples Strategie dahinter bereitet vielen Herstellern Sorgenfalten.
Preisgestaltung und Strategie bringen Branche in ZugzwangWie es auf der Quartalskonferenz
hieß, sei Apple stets mit Hochpreisen angetreten. Diese völlige Abkehr hin zu einem "budget-friendly"-Notebook stelle einen Schock für die Branche dar. Im gesamten PC-Ökosystem gebe es laut Hsu derzeit Diskussionen, wie man gegen dieses Produkt konkurrieren könne. Ob Microsoft, Intel oder AMD, alle nehmen die neue Situation sehr ernst, fügt Nick Wu hinzu. Es sei davon auszugehen, dass alle Anbieter in absehbarer Zeit mit vergleichbaren Produkten reagieren werden. Man brauche jedoch noch etwas Zeit, denn die Marktlage sei generell schwer einzuschätzen.
Aber zu wenig "Firepower", kritisiert AsusAllerdings sieht Hsu auch deutliche Einschränkungen, welche den Markterfolg beschneiden könnten. Vor allem nennt er den fest verbauten Arbeitsspeicher von nur 8 GB. Es handle sich um ein Device, um Content zu konsumieren – und nicht um ein Produkt, das im Sektor von Mainstream-Notebooks mitspiele, um auch rechenintensive Aufgaben zu bewältigen. Letzteres ist jedoch sehr von den individuellen Anforderungen geprägt, denn in einigen Tests sieht man, wie sich sehr wohl anspruchsvolle Programme ausführen lassen.
Zwar kann sich die Performance selbstverständlich nicht mit einem MacBook Air oder Pro messen, doch das ist nun einmal auch kaum der Anspruch des MacBook Neo. Apple konkurriert weniger gegen leistungsstarke Notebooks, sondern gegen solche im niedrigeren und mittleren Preissegment – und diese sind meist erst recht nicht für High-End-Anwendungen konzipiert.