RAM-Hersteller von Apple wettet auf KI-Boom bis 2029


Nahezu alle Elektronikhersteller haben in den vergangenen zwölf Monaten die Preise stark nach oben korrigiert. Lange war Apple in der glücklichen Situation, durch langfristige Verträge Komponenten wie RAM oder SSDs zu günstigen Konditionen einkaufen zu können – doch im Juni gab Apples Noch-CEO Tim Cook
bekannt, dass auch der Konzern aus Cupertino die Preise anheben muss. Dies geschah schließlich Ende Juni und Kunden müssen, besonders beim Mac, mit
erheblichen Aufschlägen leben.
Großes Investment von SK Hynix…Den Markt für RAM wird von drei Herstellern dominiert, welche für 94 Prozent der Lieferungen verantwortlich sind: Samsung Electronics (Südkorea), SK Hynix (ebenfalls Südkorea) und Micron Technology (USA). Aktuell profitieren diese Hersteller vom Boom der Künstlichen Intelligenz, denn überall werden Rechenzentren gebaut und Komponenten sind knapp. Dies führt dazu, dass die Preise für RAM, SSDs, Prozessoren und Grafikbeschleuniger durch die sehr hohe Nachfrage stark steigen.
SK Hynix, unter anderem Fertiger für Apple, hat nun bekanntgegeben, zwei neue Werke für DRAM (Dynamic Random Access Memory) und HBM (High Bandwidth Memory) zu bauen. Vorrangig werden hier Speicherchips für KI-Beschleuniger und GPUs gefertigt. Insgesamt investiert SK Hynix hier 38,3 Milliarden Dollar. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die Fertigstellung im Jahr 2029. Auch ein Werk für NAND-Flash-Speicher für SSDs befindet sich aktuell von SK Hynix im Bau – für umgerechnet 13,6 Milliarden Dollar.
…und eine große WetteAktuell kennt der Hype um Künstliche Intelligenz keine Grenzen – doch irgendwann einmal müssen Firmen mit den getätigten Investitionen Geld verdienen. Viele Marktbeobachter sehen eine Blase, denn es steht völlig in den Sternen, ob in absehbarer Zeit Firmen wie beispielsweise OpenAI profitabel wirtschaften können. Dabei reichen die Prognosen von einer leichten Korrektur am Aktienmarkt bis hin zu einer Blase, die ähnlich groß ist wie die
Dotcom-Blase Anfang der 2000er.
SK Hynix geht mit dem Bau der neuen Werke eine große Wette ein: Sollte die Nachfrage nach RAM und Flash-Speicher nämlich bis 2029 spürbar abnehmen, kann der Speichergigant die Werke nicht auslasten oder muss unprofitabel verkaufen.