Bericht: Intel-Deal bewahrte Apple vor US-Strafzöllen auf Chips


Im August 2025 standen die Zeichen für Apple und andere Hersteller von Smartphones, Tablets und Computern auf Sturm: Die US-Regierung drohte mit der Einführung von Zöllen auf Halbleiter, welche in die Vereinigten Staaten importiert werden. Bis zu 100 Prozent standen im Raum – und zwar nicht nur für Chips, sondern auch für fertige Geräte (siehe
). Apple wäre von dieser Maßnahme extrem betroffen gewesen, denn das kalifornische Unternehmen lässt bekanntlich nahezu sämtliche hauseigenen Geräte außerhalb der USA herstellen. Nicht erhoben werden sollten die Abgaben hingegen, wenn mindestens die Hälfte der Produktion in den Vereinigten Staaten erfolge – was für Apple schon aus Zeitgründen und wegen mangelnder Fachkräfte nicht unmittelbar in Frage kam.
Goldenes Geschenk von Apple an Donald J. TrumpDie Pläne der US-Regierung alarmierten verständlicherweise die Verantwortlichen in Cupertino, allen voran natürlich Tim Cook. Der CEO reiste nach Washington, überbrachte Donald J. Trump ein goldenes Geschenk und machte eine Zusage: Apple werde hunderte Milliarden von US-Dollar in den Vereinigten Staaten investieren. Dafür erbat Cook eine Ausnahme von den Zöllen für Apple – und erhielt diese auch. Letztlich war sie allerdings nicht vonnöten, denn Ende 2025 setzte Trump die Halbleiterzölle für 18 Monate aus. Neben Apple hatten nämlich auch andere große Unternehmen in dieser Angelegenheit in Washington interveniert und sich schließlich mit ihren Argumenten – zumindest befristet – durchsetzen können.
US-Regierung drängte Apple zur Zusammenarbeit mit IntelDas Wall Street Journal
berichtet jetzt, dass bei den Gesprächen zwischen Tim Cook und dem US-Präsidenten ein weiteres Thema angesprochen wurde: der angeschlagene Chip-Riese Intel. Sowohl Trump als auch Handelsminister Howard Lutnick hätten den Apple-CEO aufgefordert, den früheren CPU-Partner wieder in die Produktion von Chips einzubinden, diesmal natürlich der hauseigenen ARM-basierten SoCs. Zu dieser Zusammenarbeit kam es dann bekanntlich auch, und verkündet wurde sie vom US-Präsidenten höchstpersönlich: Am 18. Juni schrieb Trump auf Truth Social, Intel werde Chips für Apple in den USA fertigen (siehe
). Pikant an der Angelegenheit: Nahezu parallel zur Ankündigung der Halbleiter-Strafzölle erwarben die USA einen Anteil von zehn Prozent an Intel. Ähnlichen Druck wie auf Apple übte die US-Regierung laut Wall Street Journal mit Erfolg unter anderem auch auf Nvidia und SpaceX aus.