Neue Reparaturprogramme: Tastaturprogramm erweitert (inklusive 2019er-Modell), "Flexgate"-Programm für 13"-MacBook Pro

Als Apple das MacBook 12" im Jahr 2015 und das 2016er MacBook Pro 13" und 15" vorstellte, waren viele Kunden von der Tastatur enttäuscht: Einige kamen mit der neuen Tastatur nicht mehr so gut zurecht wie mit Keyboard älterer Modelle. Aber es kam noch schlimmer: Die neuen Tastaturen machten durch eine hohe Ausfallrate auf sich aufmerksam. Die genaue Ursache ist nicht geklärt – in der Diskussion sind Staub oder thermische Belastung und daraus resultierende Verformungen der Mechanik.


Apple reagierte nach Sammelklagen und schlechten Presseberichten und rief Mitte 2018 ein Reparaturprogramm ins Leben, über das defekte Tastaturen kostenfrei ausgetauscht werden. Dabei erhalten einige ältere Modelle, wie zum Beispiel das 2016er MacBook Pro, die Tastaturen der 2017er-Modelle, welche bereits einige kleine Verbesserungen aufweisen und die Fehlerraten signifikant reduzieren sollen.


Apple erweitert Tastaturaustauschprogramm
Apple hat nun bekannt gegeben, dass das Austauschprogramm für Tastaturen auf alle seit dem 2015er MacBook 12" und 2016er MacBook Pro erschienenen Geräte erweitert wird – dies umfasst nun auch das 2018er MacBook Air und das gerade gestern erst vorgestellte 2019er MacBook Pro. Beim gestern vorgestellten neuen Modell soll Apple einigen Berichten nach eine veränderte Tastatur verbauen, welche wohl die Ausfallraten noch weiter senken soll. Dass Apple auch dieses Modell in das Programm aufnimmt, könnte den Hintergrund haben, dass sich zweifelnde Kunden zumindest in der Sicherheit wiegen können, für vier Jahre kostenfreie Reparaturen der Tastatur zu erhalten.

Ab sofort sind folgende Modelle für das Programm qualifiziert:

  • MacBook (Retina, 12", Anfang 2015)
  • MacBook (Retina, 12", Anfang 2016)
  • MacBook (Retina, 12", 2017)
  • MacBook Air (Retina, 13", 2018)
  • MacBook Pro (13'', 2016, zwei Thunderbolt 3­-Anschlüsse)
  • MacBook Pro (13'', 2017, zwei Thunderbolt 3-Anschlüsse)
  • MacBook Pro (13", 2016, vier Thunderbolt 3-Anschlüsse)
  • MacBook Pro (13", 2017, vier Thunderbolt 3-Anschlüsse)
  • MacBook Pro (15'', 2016)
  • MacBook Pro (15'', 2017)
  • MacBook Pro (13", 2018, vier Thunderbolt 3-Anschlüsse)
  • MacBook Pro (15'', 2018)
  • MacBook Pro (13", 2019, vier Thunderbolt 3-Anschlüsse)
  • MacBook Pro (15'', 2019)

Ferner darf das Gerät keine nennenswerten Beschädigungen aufweisen und der Kauf des Gerätes muss weniger als vier Jahre zurückliegen. Weitere Informationen zum Ablauf des Austauschprogramms finden Sie hier.

"Flexgate" – Kostenfreier Displaytausch beim 2016er MacBook Pro 13"
Aufgrund des Displaykabels kommt es beim 2016er MacBook Pro 13" gehäuft zu Problemen mit dem Display. Entweder entdecken Anwender eine am unteren Rand unausgeglichene Hintergrundbeleuchtung oder das Display fällt komplett aus. Aufgrund von vielen Nutzerbeschwerden und einer Sammelklage hat Apple nun auch hier ein kostenfreies Reparaturprogramm ins Leben gerufen, über welches betroffene Nutzer ein neues Display erhalten.

Das Programm deckt nur die 2016er-Modelle des MacBook Pro 13" ab, nämlich die Variante mit zwei Thunderbolt-Anschlüssen ohne Touch Bar und das Modell mit vier Thunderbolt-Ports und mit Touch Bar. Die Modelle befanden sich von Oktober 2016 bis Februar 2018 im Handel. Auch dieses Programm ist auf vier Jahre nach dem Erstkauf des Gerätes beschränkt und das MacBook darf keine größeren Beschädigungen aufweisen, um von dem Reparaturprogramm zu profitieren.

Kommentare

UWS22.05.19 09:06
Hmmmm, im Prinzip ja OK für mich als Kunden wenn das 2019er direkt mit da reinfällt ... aber das Vertrauen in die eigene Produktqualität scheint bei Apple derzeit nicht besonders ausgeprägt.
+5
Steffen Stellen22.05.19 09:19
Da dreht sich gerade jemand im Grab um schlägt mit der Faust nach oben!
Man muss Apple für die Offenheit dankbar sein. Da weiß man als Käufer des 2019ers woran man ist. Nächstes kommt dann aber ein Notebook mit gescheiter Tastatur?
Zum Glück hat mein 2018er noch kein Problem, nutze aber meistens ohnehin eine externe Tastatur.
-1
Fehler 11
Fehler 1122.05.19 09:20
Das Programm gibt es doch schon länger. Es war auch schon seit dem über 4 Jahre. Es dürfen nur keine beschädigten Tasten vorhanden sein.
0
chevron
chevron22.05.19 09:20
Ist nur die Frage welche Tastatur dann verbaut wird. Die 2019er? Alles andere wäre ja witzlos…
0
MikeMuc22.05.19 09:25
Und nach vier Jahren wirft man das Teil in den Müll weil die Reparatur teurer als ein neues Gerät ist? So ein Programm sollte 10 Jahre laufen oder Apple seine Geräte wieder wartungsfreundlicher bauen!
+7
Wiesi
Wiesi22.05.19 09:52
MikeMuc

Gegen Deine Bedenken hat Apple schon was unternommen: Sie haben die Geräte so teuer gemacht, daß eine Reparatur sich immer noch lohnt.
+12
MikeMuc22.05.19 10:29
Wiesi

Jein, ich kaufe so etwas mit eingebautem Verfallsdatum nicht. Und schon gar nicht zu dem Preis. Dazu habe ich im letzten Jahrzehnt zu viele Ausfälle gehabt. Sollte lich Reparaturprogramme sollten nicht 4 sondern mindestens 10 Jahre laufen!
+7
Caliguvara
Caliguvara22.05.19 11:35
Schmetterlingseffekt 😛

Aber mal im Ernst, gut dass es das Program gibt, aber die Dinger gehen jetzt auch nicht durch die Bank kaputt, das haben mehr als eine Umfrage bestätigt. Also auch Kirche, Dorf und so.
Don't Panic.
+3
Yoko_Xani22.05.19 11:46
Hmm vielleicht kehrt endlich bald die Vernunft wieder ein und man baut eine ordentliche Tastatur ein, dann kann man auch wieder über den Kauf nachdenken, so lange dies nicht der Fall ist, bleibe ich weiterhin bei der Konkurrenz.

Fahre im Moment relativ gut mit den Thinkpads und Linux/Win im Dualboot. Das reicht mir auch für den täglichen Gebrauch. Bleibe auch, wie eins unter OS X komplett von Viren verschont und größere Probleme hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Beim Ausfall kann ich an meinem TP sogar selber diverse Teile austauschen und ich habe bisher nur einen Bruchteil für mein TP und Zubehör ausgegeben, als es noch unter Apple der Fall war, gut ist auch klar, brauche bei der T-Serie nur ein einzigen Adapter für HDMI (nur für Unterwegs) und das war es schon. Zu Hause habe ich eine Dockingstation, über die alles andere angeschlossen ist. Da muss ich das Gerät nur reinstecken und habe auch keine nervige Probs mit irgendwelchen Sachen an-/abstöpseln. Werde ehe nie verstehen, warum Apple keine eigene Dock hat, gerade jetzt wo man über USB-C/TB3 praktisch alles nutzen kann. Lenovo hat bei der neuen Dock auch nur an der Seite die Anschlüsse, vorher war es ja immer über die Unterseite. Wie auch immer eine Dock ist auf jeden Falls was sehr schönes und praktisches.
+3
Wiesi
Wiesi22.05.19 14:03
MikeMuc

Ich verstehe Deinen Kummer. Ich bin unterdessen auf "refurbished" umgestiegen, weil man damit Geld und Kinderkrankheiten sparen kann. (Ich bin Rentner und sitze nicht in der Quetsche zwischen Apple und dem Kunden.) Mein letztes Neugerät ist ein iMac, den ich mir vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt habe. (Heute wäre er schon wieder 10% teuerer) Leider gibt es beim iPhone kein refurbished. Für mein altes SE bietet mir Apple zur Zeit noch 40€. Das würde ein aktuelles XR um satte 5% verbilligen. Telefone sind offensichtlich Wegwerfartikel!
0
MS_Hunter22.05.19 14:31
Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass man im Falle einer Reparatur das Gerät schlimmstenfalls für x Tage nicht nutzen kann.

Da kann man die Wartbarkeit von den ThinkPads nur loben.
0
barabas22.05.19 18:01
Ich denke, wie in einem anderen Artikel geschrieben wurde, das Apple die neuen MacBooks gleich deshalb in dieses Reparaturprogramm mit Aufnahm um die Kaufinteressenten etwas zu beruhigen. Ob sie nun ihrer eigenen, neuerlich überarbeiteten Konstruktion trauen oder nicht ist, so glaube ich, eigentlich weniger der Grund für die Integration in dieses Programm. Ich denke Apple weiß sehr genau das sich diese Problematik mittlerweile fast bis in den letzten Winkel unseres Planeten herumgesprochen hat und einer der Hauptgründe für das eher mässige Interesse an ihren High-End Books ist.
Dennoch, es ist für mich einfach unverständlich warum Apple stur-dumm weiter auf diese Tastatur vertraut. Books sind nun mal im Grunde keine Bürogeräte sondern werden im Alltag auch mal härter Herangenommen und somit ist eine zuverlässige Konstruktion inklusive einer kostengünstigen Reparatur-/Austauschmöglichkeit dessen eigentlich ein Muss. Ich bin absolut überzeugt, das sich ansprechende Optik und solch eine Bauweise im Grunde nicht widersprechen müssten. Da müssten sich gewisse hochbezahlte Leute bei Apple halt einfach mal wieder ans Reißbrett setzen und ihren Gehirnschmalz zu mehr nutzen als sich nur selbst jährlich auf ihren Events zu Gratulieren wie toll sie denn eigentlich sind.
So ist aktuell ganz egal was hinter dieser Aktion nun tatsächlich steckt die zudem zeitlich zu stark begrenzt ist, das ganze weiter nur ein kleiner Trost für alle Interessenten. Für mich gilt deshalb (leider) weiter, - Finger weg von dieser geplant-ungeplanten Obsolenz gefährdeten Generation von mobilen Rechnern.
+1
cps22.05.19 19:05
Dennoch, es ist für mich einfach unverständlich warum Apple stur-dumm weiter auf diese Tastatur vertraut.

Die werden keine andere Wahl haben, wenn das aktuellen Gehäuse weiter verwendet werden soll. Warum auch immer. Die Probleme dieser Konstruktion sind ja bekannt.
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barabas22.05.19 19:33
cps
Dennoch, es ist für mich einfach unverständlich warum Apple stur-dumm weiter auf diese Tastatur vertraut.

Die werden keine andere Wahl haben, wenn das aktuellen Gehäuse weiter verwendet werden soll. Warum auch immer. Die Probleme dieser Konstruktion sind ja bekannt.

Möglich, aber insofern im kommenden Jahr wie vermutet, tatsächlich mal wieder ein wirklich runderneuertes MacBookPro auf dem Markt erscheinen sollte, dann bin ich auch hier nicht davon überzeugt, das es eine komplett neue Tastatur geben wird.
Die Indizien, gerade weil erst kürzlich das komplett neue Air ebenfalls diesen Klappartismus geerbt hat, sprechen eigentlich eher dagegen, - vielmehr befürchte ich eine Butterfly-Tastatur V5.0

Aber gut, lang genug beim Kunden gereift sollte sie (vielleicht) irgendwann dann doch mal sein....
+1
macguy22.05.19 21:25
Wiesi
MikeMuc

Ich verstehe Deinen Kummer. Ich bin unterdessen auf "refurbished" umgestiegen, weil man damit Geld und Kinderkrankheiten sparen kann. (Ich bin Rentner und sitze nicht in der Quetsche zwischen Apple und dem Kunden.) Mein letztes Neugerät ist ein iMac, den ich mir vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt habe. (Heute wäre er schon wieder 10% teuerer) Leider gibt es beim iPhone kein refurbished. Für mein altes SE bietet mir Apple zur Zeit noch 40€. Das würde ein aktuelles XR um satte 5% verbilligen. Telefone sind offensichtlich Wegwerfartikel!

iPhones sollte man als "Tipp" definitiv privat weiter verkaufen, wenn man Geld wert legt, Apple bietet leider sehr wenig an. Oder als Kompromiss an Reseller verkaufen, wenn man sich die Arbeit sparen möchte.
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