Nach iPhone-Tweet: Huawei benennt Schuldigen und degradiert Mitarbeiter

Huawei sorgte zum Jahreswechsel unfreiwillig für Aufmerksamkeit, als das Unternehmen den hauseigenen Twitter-Neujahrgruß per iPhone statt mit einem der eigenen Smartphones verschickte. Seit dem Fauxpas sieht sich der chinesische Elektronik-Anbieter entsprechend mit Hohn und Spott konfrontiert. Für zwei Mitarbeiter des Unternehmens hat die Panne schwerwiegende Folgen: Huawei degradierte sie und reduzierte ihr monatliches Gehalt.


Externer Dienstleister verantwortlich
Huaweis PR-Chefin Chen Lifang zeigt sich Reuters zufolge in einer unternehmensinternen Mitteilung bestürzt über den Vorfall, der „der Huawei-Marke geschadet hat“. Laut Lifang ist der Fehler auf den externen Social-Media-Dienstleister Sapient zurückzuführen, der unter anderem für Huawei Posts verfasst.

Da der zuständige Mitarbeiter in China Probleme mit der „VPN-Verbindung“ seines Rechners gehabt habe, sei der Tweet schlussendlich via iPhone (und Roaming-SIM-Card) verschickt worden, um noch rechtzeitig zum Start des neuen Jahres online zu sein. Weil Twitter in China – ähnlich wie andere Social-Media-Dienste – von den Behörden geblockt wird, sind VPN-Lösungen oder Roaming-SIM-Cards nötig, um darauf zuzugreifen.

Konsequenzen für Mitarbeiter
Huawei sieht auch eigene Mitarbeiter in der Verantwortung. Demzufolge hielten sich einige Angestellte im Zusammenhang mit der Panne nicht an bestimmte Prozess- und Management-Vorgaben des Unternehmens. Huaweis Marketingdirektor für Digitales etwa wird für mindestens 12 Monate um eine Gehaltsebene herabgestuft. Die daraus resultierenden monatlichen Geldeinbußen belaufen sich laut des Berichts auf umgerechnet 641 Euro.

Kommentare

Tirabo04.01.19 19:03
12 Peitschenhiebe und einen Schlag mit der Frühlingsrolle auf die Hände kommen auch noch dazu.

Des Weiteren wird der Mitarbeiter nur noch im Käfig gehalten. So will es die chinesische Führung.
+6
LoMacs
LoMacs04.01.19 19:30
Ein gestandener Japaner würde sich jetzt ins Schwert stürzen. Da können unsere Chinesen noch dazulernen.
0
BigLebowski
BigLebowski04.01.19 20:07
Tirabo
12 Peitschenhiebe ...

Peitschenhiebe gibt es bei unserem Partner in Saudi Arabien!

In China/Asien wird man bestimmt kreativ mit Bambus sein...eventuell Schläge auf die nackte Fußsohle

Aber dumm gelaufen:
Wenn ich als Dienstleister social Media für Huawei mache, dann kann man doch ein Huawei Gerät dafür benutzen. So viel geld wird man wohl haben
+2
Alexhibition04.01.19 22:32
Ich finde das PR „Disaster“ wird erst durch seine Drakonische Strafe so richtig schlimm. Richtig unsympathisch. Dadurch wird mein nächstes Handy sicher kein Huawei. Jeder macht mal Fehler.
+9
MacTaipan05.01.19 03:20
641€? Ich hätte gedacht, so viel verdient man dort gar nicht...
0
Legoman
Legoman05.01.19 09:19
Genau diese Info kam doch schon vor ein paar Tagen als Kommentar in der Ausgangsmeldung.
0
subjore05.01.19 10:14
MacTaipan
641€? Ich hätte gedacht, so viel verdient man dort gar nicht...

Der marketing Direktor für Digitales ist eine Managerposition. Eine Gehaltsstufe wird wahrscheinlich weniger als 10% ausmachen.

In China verdienen viele nicht viel, aber es gibt genug sehr gut verdienende. In absoluten Zahlen gesehen sogar mehr als in Deutschland.
+1
Legoman
Legoman05.01.19 11:04
subjore
In absoluten Zahlen gesehen sogar mehr als in Deutschland.
Es gibt zwanzigmal so viele Chinesen wie Deutsche. Da möchte das dann wohl auch so sein.
+2
Sitox
Sitox05.01.19 12:01
Alexhibition
Ich finde das PR „Disaster“ wird erst durch seine Drakonische Strafe so richtig schlimm.
Drakonische Strafe? Im Ernst?
-3
Touni
Touni05.01.19 13:14
Anstatt einen lustigen Tweet hinterherzuwerfen: in der Not verwenden wir auch ein iPhone, macht man so ein lächerliches Tamtam...
"Die Betrachtung der Dinge, so wie sie sind, ohne Ersatz oder Betrug, ohne Irrtum oder Unklarheit, ist eine edlere Sache als eine Fülle von Erfindungen." Francis Bacon (1561-1626)
+4
Aurorix05.01.19 15:51
In Deutschland hätte man den Manager mit einer dicken Entschädigung entlassen
+4
Walter_News
Walter_News05.01.19 20:15
Huawei wird trotzdem immer besser. Ich bin schon am überlegen ob mein iPhone X nicht das letzte sein wird, denn die neuen gingen preislich durch h die Decke und so gut sind die Dinger nicht mehr. Wenn ich da mein MBP 2017 anschaue, das zur Zeit beim Appleservice ist, muß ich sagen Premiumqualität ist anders!
.. nicht zu glauben was Apple jetzt macht
+1
Claus
Claus06.01.19 10:50
Walter_News
Huawei wird trotzdem immer besser. Ich bin schon am überlegen ob mein iPhone X nicht das letzte sein wird,

Hab ich gemacht, ist das Mate 20 Pro geworden und habe es nicht bereut
+2
Mr BeOS
Mr BeOS06.01.19 15:17
Meiner Ansicht nach hat Huawei eine Chance verpasst mit Humor und Gelassenheit zu reagieren.
So ein kleiner Fauxpas kann immer mal vorkommen und im Grunde genommen sind dann für einen Augenblick alle Blicke auf das Unternehmen gerichtet.
Man sollte daher versuchen diese Aufmerksamkeit positiv zu nutzen und ich denke das den meisten Menschen Leute sympathisch sind, welche sich selbst nicht so ernst nehmen und auch über sich lachen können.

Wenn man nun humorvoll und gelassen reagieren würde, täte das dem Image von Huawei sicher besser als irgendwelche Strafen.
http://www.youtube.com/watch?v=ggCODBIfWKY ..... “Bier trinkt das Volk!“ - Macht Claus Nitzer alkoholfrei :-P
+2
ratti06.01.19 19:34
Offensichtlich hat hier keiner die Hintergründe in der Presse gelesen, anders sind die lustigen Kommentare nicht zu erklären.

Der verantwortliche Mitarbeiter sollte einen Neujahrsgruß bei Twitter absetzen. Der Zugriff auf Twitter ist in China nicht frei möglich. Man muss dazu ein bestimmtes VPN installieren, welches durch staatliche Kanäle läuft, Beiträge mitschneidet, Bürger selektiv zulässt, etc. — Also in „VPN“ eigentlich das Gegenteil von „P wie Private“.

Der Mitarbeiter hatte aber ein Problem mit dem VPN. Klappte nicht. Grüße müssen aber zeitlich exakt raus, sonst Ärger. In seiner Panik hat er dann ein Gerät benutzt, bei dem das funktionierte.

Ich finde die Geschichte ziemlich traurig. Dass eine Niete in Nadelstreifen da noch einen draufsetzt, ist dann die faule Kirsche auf der Sahne.

Ich will hier auf keinem Fall irgendwem was unterstellen, ich will nur sagen: Wenn man die ganze Story kennt, ist sie weder trivial noch lustig, sondern trauriger Kollateralschaden in einer Diktatur.

Ist ein einem Apple-Forum vermutlich deplatziert, aber ich würde trotzdem mal erwähnen wollen, dass so etwas für mich in Kaufentscheidungen negativ einfliesst — und das können gar genug Leute so halten!
+3
Mr BeOS
Mr BeOS06.01.19 22:37
ratti
Natürlich ist es im Gesamtkontext nicht trivial und wie ich schrieb, wäre ein anderes oder sogar gar kein Vorgehen sicher besser gewesen.
Die Möglichkeit die Kaufentscheidung zu ändern, ist heutzutage, da so viel in China gefertigt wird, jedoch kaum möglich. Es sei denn, man fände ein Produkt, welches fairtrade wäre.
Das sehe ich zumindest in dieser Sparte leider nicht.
http://www.youtube.com/watch?v=ggCODBIfWKY ..... “Bier trinkt das Volk!“ - Macht Claus Nitzer alkoholfrei :-P
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ratti07.01.19 08:40
Mr BeOS
Die Möglichkeit die Kaufentscheidung zu ändern, ist heutzutage, da so viel in China gefertigt wird, jedoch kaum möglich.
Für China insgesamt stimme ich dir zu. Kommt sowieso „alles“ von da.
Ich meinte speziell Huawei, die da jetzt noch eins drauf setzen.
+1

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