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Massive Preiserhöhungen: Reaktionen von Apple, des Marktes und von Partnern

Apples Preisrunde mit teils ganz erheblichen Erhöhungen sorgt derzeit für viele Diskussionen. Zwar hatte Cook einen solchen Schritt bereits angekündigt, die Höhe überraschte dann doch. Dies lässt sich unter anderem an der Börse ablesen, denn kleinere Anpassungen nach oben waren sicherlich bereits im Aktienkurs eingepreist – doch der massive Ausschlag nach unten visualisierte die Überraschung der Anleger in Chartform. Lag der Kurs vorher bei 290 Dollar, so kostete ein Wertpapier wenige Minuten später nur noch 280 Dollar und sollte kurzzeitig sogar auf 273 Dollar fallen. Ohnehin waren die vergangenen Wochen keine übermäßige Erfolgsgeschichte der Aktie, Anfang des Monats und vor der WWDC lag AAPL bei 315 Dollar.


Apples erste Stellungnahme
Von Apple gibt es inzwischen eine Stellungnahme, welche sich als "Das war nur der Anfang!" lesen lässt. Einen so starken und schnellen Anstieg der Komponentenpreise habe man noch nie erlebt, heißt es darin. Der Punkt sei erreicht, an dem man beginnen müsse, höhere Preise von Kunden zu verlangen, auch wenn man hart daran arbeite, die Folgen abzumildern. Genau diese Formulierung gilt als Beleg dafür, spätestens mit den kommenden Modellwechseln verschiedener Produkte weitere Anpassungen nach oben miterleben zu müssen. Vor allem sei hier das iPhone genannt, welches überraschenderweise in der gestrigen Runde noch fehlte. Allerdings dürfte es auch die Apple Watch treffen – und angesichts aktueller Prognosen ist noch nicht einmal sicher, ob die Verteuerung der Macs die letzte war. Apples Amazon-Kanal leert sich indes rapide, noch immer gibt es zwar zahlreiche Produkte mit den alten Preisen, doch viele Macs sind inzwischen ausverkauft.

Micron gibt Big Tech Mitschuld
Interessant ist in diesem Kontext die Aussage eines Micron-Managers. Apple präsentiert sich als Opfer explodierender Einkaufspreise, doch laut Micron trage das Unternehmen eine erhebliche Mitschuld. Während der letzten Schwächephase der Speicherbranche konnte man nicht ausreichend in neue Kapazitäten investieren. "Einige Kunden" hätten die Situation nämlich ausgenutzt, um besonders niedrige Preise durchzusetzen – trotz Warnungen des Unternehmens, ein derart aggressives Vorgehen könne sich in der Zukunft rächen. Wegen der niedrigen Preise und Margen seien 2023 zahlreiche Investitionen innerhalb der Branche gestoppt worden. Allerdings: Die Verknappung ist durchaus als Segen für die Hersteller zu bezeichnen: Im jüngsten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 346 Prozent, die Bruttomarge erreichte annähernd 85 Prozent.

Kommentare

chrisha8926.06.26 11:00
Wie ekelhaft das alles ist.
-2
iEi
iEi26.06.26 11:09
Na das hat ja mit dem „günstigen Einstieglaptops“ nicht lange geklappt.
Mal gespannt wie sich die Preise bei der Konkurrenz entwickeln jetzt.
Samsung und Goole Phones (inkl „richtiger KI“ gibt es ja zum halben Preis jetzt schon zu kaufen - siehe zb aktuell bei PrimeDays)
Ich hoffe Apple überzieht es hier nicht und die Marktanteile gehen wieder runter. (Denke es aber nicht- keiner hat angeblich Geld und es wird gekauft was das Zeig hält)
Wahrscheinlich kommt bald das nächste Rekordquartal.
Was besonders ärgerlich ist: KI Chips sind ja der Preistreiber und wir in der EU werden die Funktionen ja nichtmal bekommen. (Außer bei einigen Geräten wenn am. Englisch einstellt-aber machen das viele?)
Wir zahlen also drauf und haben nichtmal nen Nutzen davon.
-2
t.stark
t.stark26.06.26 11:09
Ich kann die Aussage von Micron absolut nachvollziehen. Dennoch muss man die fast schon starken Marktkonzentrationen im Speicherbereich hinterfragen.
+5
Frank Drebin
Frank Drebin26.06.26 11:15
Aktionäre sind Pussies… Aber vor allem ist diese KI-Bubble ein wirkliches Problem für die Weltwirtschaft und die IT-Branche insbesondere…
+4
Fontelster
Fontelster26.06.26 11:18
Ich hatte gehofft, Ternus würde vielleicht von dieser Gewinnmarge über alles-Taktik etwas abrücken, sieht aber eher nicht danach aus.

Die nächste Frage ist, ob die Preise fallen werden, wenn die Speicherpreise dereinst wieder günstiger werden. Würde mich nicht wundern, wenn man das dann nicht – oder nur teilweise – an die Kunden weitergeben wird.

Wir haben ja beim Iran-Krieg gelernt: Preise steigen wie Raketen und fallen wie Federn.
+4
Deppomat26.06.26 11:31
Apples erste Stellungnahme
Von Apple gibt es inzwischen eine Stellungnahme, welche sich als "Das war nur der Anfang!" lesen lässt.


Könnt ihr bei sowas die Quelle spendieren?

On Topic: Der arme arme Micron-Manager, jetzt hat man ihn zu 85% Marge gezwungen.
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Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck26.06.26 11:33
Deppomat
Statement wurde gegenüber MacRumors abgegeben:
+3
Stefanie Ramroth26.06.26 11:43
Okay, das Statement liest sich halt wirklich so, dass der beste Zeitpunkt für eine Neuanschaffung in der Vergangenheit liegt - und es in der Zukunft eher schlechter als besser wird.
[...] wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir damit beginnen müssen, die Preise für eine Reihe von Produkten zu erhöhen, einschließlich der heutigen Erhöhungen für iPad und Mac.
Und auch wenn die Rede davon ist, dass nach Lösungen gesucht wird, wo soll Apple die finden, wenn der Marktpreis momentan nur eine Richtung kennt?
Ich denke, die Preiserhöhung war deshalb so empfindlich, damit man nicht in zwei Wochen die Preise noch einmal erhöhen muss. Aber vielleicht in zwei Monaten? Wer weiß...
Auch wenn's jetzt schon weh tat, es wird noch schlimmer kommen.
0
Deppomat26.06.26 11:46
Vorhin einen Artikel gelesen über gerade abgeschlossene "strategische Kundenvereinbarungen" zwischen Micron und 16 Kunden.


Das ist alles gar nicht gut. Es wird nicht von heute auf morgen passieren, aber potente Consumer-Hardware wird nach und nach als Geschäftsmodell unattraktiv werden und nicht mehr funktionieren. Man schaue auch auf die Preissprünge von Videospielkonsolen. Schlauere Leute sagen es schon seit einer Weile: Wir bewegen uns wieder auf eine Art Mainframe-Terminal-Ära zu. "Compute" in der Hand einiger weniger Akteure, wir nur noch Abbonnenten.
+1
Stefanie Ramroth26.06.26 12:02
Deppomat
[...] Wir bewegen uns wieder auf eine Art Mainframe-Terminal-Ära zu. "Compute" in der Hand einiger weniger Akteure, wir nur noch Abbonnenten.
Die Entwicklung hat sich angekündigt. Vision Pro als leistungsfähiger Computer auf dem Kopf hat nicht funktioniert. Zu teuer, zu schwer, zu unbequem. Technisch aber top. Dann folgert Apple daraus: "wir machen jetzt ne einfache Brille mit Ton und Kamera, Rechenleistung wird vom iPhone gestellt". Wer Bilder sehen will, muss aufs iPhone Display schauen.

Für viele Konsumenten wird das Smartphone wahrscheinlich mittelfristig das leistungsfähigste Gerät im Haushalt. Alles, was Leistung braucht, wird im Netz erledigt. Der Computer im Haus wird nur noch der Durchlauferhitzer für Cloud Computing.

Was mir daran nicht schmeckt, die Alternativen werden weniger und vor allem auch weniger bezahlbar.

Die Folge dürfte aber eine massive Preissteigerung für Dienste sein. KI Token sind ja schon erwähnt worden, aber auch iCloud+ wird in einer "lass uns für Dich arbeiten" Variante nicht mehr für 2,99 € für 200 GB plus Zusatzleistungen verfügbar sein.
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Peanuts
Peanuts26.06.26 12:03
Deppomat
Man schaue auch auf die Preissprünge von Videospielkonsolen. Schlauere Leute sagen es schon seit einer Weile: Wir bewegen uns wieder auf eine Art Mainframe-Terminal-Ära zu. "Compute" in der Hand einiger weniger Akteure, wir nur noch Abbonnenten.

Für mich, als jemand dem Abos, Onlinespiele und Plattform-Abhängigkeit suspekt sind, ist das Retro-Gaming schon seit einiger Zeit sehr attraktiv. Dazu dann die Nostalgie bei wunderbarer 2D-Pixelgrafik. 🤩
+1
Metty
Metty26.06.26 12:04
Deppomat
Wir bewegen uns wieder auf eine Art Mainframe-Terminal-Ära zu. "Compute" in der Hand einiger weniger Akteure, wir nur noch Abbonnenten.

Abwarten. In der Vergangenheit konnte man immer wieder erfahren, daß rigoroses IT Outsourcing irgendwann zurück schlägt, sei es aufgrund der massiven Abhängigkeit oder des nicht zu garantierenden Datenschutzes.

Gerade als Privatperson will ich Kontrolle über meine Daten haben, auch wenn es in Zukunft teurer wird. Die Rechner haben mittlerweile eine Leistungsfähigkeit erreicht, so daß ich nicht alle zwei Jahre eine Neuanschaffung machen muss. Wenn ich es schaffe nur alle vier Jahre ein Update zu machen, dann bleibt es in der Gesamtsumme gleich.

Ich persönlich gehe sowieso davon aus, daß die KI Blase in den nächsten 12 Monaten ganz gewaltig platzt. Bei den aktuellen Entwicklungs- und Betriebskosten kann einfach nicht jeder mithalten. Irgendwann müssen Gewinne gemacht werden und das ist nach aktuellem Stand ausgeschlossen. Ich gehe davon aus, daß man als Privatperson nur Geduld zeigen muss, so fern kein dringender Bedarf vorliegt.
+1
Peanuts
Peanuts26.06.26 12:05
Zu den Preisen: ich tippe stark darauf, dass das zu weniger Umsatz führt. Die Leute werden seltener und günstige Modelle kaufen (z.B. iPhone 18 statt iPhone 18 Pro) oder sogar zu Android wechseln.
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