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Markdown-Multitool "Marked": Version 3 bringt Word-Import und Mini-Editor

Markdown ist zu einer weitverbreiteten Auszeichnungssprache angewachsen. Die ebenso eingängige wie dezente Sonderzeichenmarkierung macht Markdown auch in Klartext-Form lesbar; zudem lässt es sich leicht in HTML übersetzen und dann in beliebigen Stilen darstellen. Der KI-Boom trägt ebenfalls zur Verbreitung von Markdown bei: ChatGPT et al. geben ihre Antworten bevorzugt in diesem Format aus. Die Mac-App Marked ist seit vielen Jahren ein beliebtes Programm, um Markdown-Dateien zu betrachten und in formatierter Form auszugeben, etwa als Word-Datei oder PDF. Die dritte Version bringt nun eine Vielzahl neuer und verbesserter Funktionen mit.


Insbesondere der Import und Export von Word-Dokumenten wurde umfassend überarbeitet: Marked 3 wandelt DOCX-Dateien beim Öffnen in Markdown um, kann zudem umgekehrt in dieses Format exportieren. Dabei bleiben sowohl Änderungsprotokolle als auch Kommentierungen von Gegenlesern erhalten. Marked versteht sich auf viele verschiedene Markdown-Dialekte und importiert zudem Mindmaps und Outlines in diversen Formaten.

Eigene Umwandlungsregeln
Die umfangreichen Einstellungen der App erlauben Anwendern, Spezialformatierungen durch Markdown-Nomenklatur zu ersetzen. Wer etwa Artikel in Wikitext verfasst, kann sich ein eigenes Regelset zusammenstellen, um eine visuelle Vorschau zu erhalten. Dafür gibt es eine große Auswahl an vordefinierten Aktionen. Wem diese nicht genügen, kann via „Run Command“ eigene Skripte einbinden.

Über „Custom Processor Rules“ biegt man die Nomenklatur eines CMS in universelles Markdown um.

Stile stehlen – ganz legal
Für die HTML-Vorschau bietet Markdown neun vorinstallierte CSS-Stile. Ein visueller Editor ermöglicht zudem, eigene Stilvorgaben zu gestalten. Wem das zu aufwendig ist, ruft den „Style Stealer“ auf und setzt ihn auf eine Website an, um deren CSS-Definitionen als Grundlage für eine neue Darstellungsform zu extrahieren.

"Dingus“ als Experimentierfeld (und Mini-Editor)
Um diverse Markdown-Dialekte und CSS-Stile zu vergleichen, bietet Marked 3 eine Sonderansicht namens „Dingus“ an. Hier erscheinen Quelltext und gestaltete Umsetzung in einem Fenster nebeneinander; Anwender können beliebig zwischen Formaten wechseln. Hiermit ist auch erstmals ein nachträgliches Bearbeiten des ursprünglichen Texts möglich – bislang beschränkte sich Marked auf Anzeige und Export.

Die Sonderansicht "Dingus" erlaubt Stilexperimente (und allerletzte Korrekturen).

Monatliches Abo oder Einmalkauf
Marked 3 lässt sich als Testversion von der Website herunterladen und eine Woche ausprobieren; alternativ steht die App auch im Mac App Store zum Download bereit. Dort lässt sich die App für drei Euro monatlich abonnieren oder für 80 Euro dauerhaft freischalten; über die Website ist die App derzeit noch günstiger. Wer das Software-Paket Setapp abonniert hat, erhält automatisch die Aktualisierung auf Version 3. Die Vorversion Marked 2 lässt sich weiterhin herunterladen und für 14 US-Dollar erwerben, wird allerdings keine neuen Funktionen erhalten.

Kommentare

rudluc21.05.26 20:32
80€ als Einmalkauf, das können die sich an den Hut stecken! Die vorherige Version hat mich damals noch 12,90€ gekostet! Das ist eine Preissteigerung um 600%!
Manche Softwarehersteller wollen einfach nicht, dass man ihre Produkte kauft. Eine gute Software muss ja nicht kostenlos sein, aber hier ist das Maß weit überschritten!
+3
sudoRinger
sudoRinger21.05.26 23:14
rudluc
Die vorherige Version hat mich damals noch 12,90€ gekostet!
Das ist ein paar Jahre her. Ende 2013, vor 12 Jahren kam Marked 2 auf den Markt für 12 $ . Der Entwickler beabsichtigt auch für die Vorgängerversion weiterhin Updates durchzuführen (aber keine neuen Features).
Vielleicht macht es mehr Sinn Marked 3 als Pro-Version zu betrachten. Insbesondere die neuen Möglichkeiten um Markdown in Word und Word in Markdown zu wandeln dürften im Geschäftseinsatz viel Zeit bei der Arbeit mit den KI-Ergebnissen sparen.
+5
bjbo22.05.26 07:16
Wenn es nur darum geht, Office-Formate in Markdown und zurück zu wandeln, kann man auch LibreOffice nehmen.
0
afreakm22.05.26 07:17
sudoRinger
... Insbesondere die neuen Möglichkeiten um Markdown in Word und Word in Markdown zu wandeln dürften im Geschäftseinsatz viel Zeit bei der Arbeit mit den KI-Ergebnissen sparen.

Wenn er z.B. Pandoc nachbauen möchte dann ist das eher sein Problem... Word Transformationen haben wir an der Uni schon mit xslt gemacht (da kam MS xml format raus). Hinzu kommt die neue "Krankheit" viele OSS Tools mit llm's nachzubauen. Versteh mich nicht falsch, ich zahle auch für Tools (zuletzt z.B. FilmLab)... jeder muss wissen, welche Funktionalitäten für ihn wichtig sind. In meinem Fall nutze ich für markdown alles was nach Editor aussieht und wenn ich ganz faul bin einen Skill der Pandoc einsetzt für Formatkonvertierungen
+1
System 6.0.1
System 6.0.122.05.26 07:48
rudluc
80€ als Einmalkauf, das können die sich an den Hut stecken! Die vorherige Version hat mich damals noch 12,90€ gekostet! Das ist eine Preissteigerung um 600%!
Manche Softwarehersteller wollen einfach nicht, dass man ihre Produkte kauft. Eine gute Software muss ja nicht kostenlos sein, aber hier ist das Maß weit überschritten!

Was ist Deine Vermutung? Gier, Abzocke, wahnsinnig geworden? Erzähl mal, was könnte der Grund für das neue Price-Tag sein?

🤑
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
-2
svenski22.05.26 08:47
Für die reine Konvertierung am Mac baue ich mir mit KI-Hilfe eine Schnellaktion. In die andere Richtung (.md .docx) funktioniert das bereits super.
Editieren kann ich dann in Obsidian…

Gruß, svenski.
0
t.stark
t.stark22.05.26 09:18
Ich finde ja die Markdown-Unterstützung in Notizen schon einen guten ersten Schritt, der mir schon viele Male sehr geholfen hat. Allerdings würde ich mir an der Stelle noch Zwischenablage-Support wünschen - dann wäre ich schon wunschlos glücklich.
+1
aMacUser
aMacUser22.05.26 09:48
rudluc
80€ als Einmalkauf, das können die sich an den Hut stecken! Die vorherige Version hat mich damals noch 12,90€ gekostet! Das ist eine Preissteigerung um 600%!
Manche Softwarehersteller wollen einfach nicht, dass man ihre Produkte kauft. Eine gute Software muss ja nicht kostenlos sein, aber hier ist das Maß weit überschritten!
Im Vergleich zum Abopreis von 3€ pro Monat wären 80€ etwas über 2 Jahre. Das ist ein sehr fairer Preis! Der Entwickler will schließlich auch von was leben.

Und wer unbedingt kein Geld bezahlen will, kann ja gerne einen der unzähligen kostenlosen Markdown-GUIs nehmen. Die haben halt nicht so viele Features.
+2
immo_j
immo_j22.05.26 10:02
System 6.0.1
Was ist Deine Vermutung? Gier, Abzocke, wahnsinnig geworden? Erzähl mal, was könnte der Grund für das neue Price-Tag sein?

🤑

Der Entwickler Brett Terpstra ist eher bekannt dafür, vieles kostenlos zum Download anzubieten (siehe ). Beeindruckend finde ich beispielsweise Bunch, NiftyMenu, Gather CLI und SearchLink. Aktuell arbeitet er an einer schnellen universellen Markdown-Engine namens Apex, die Teil von Marked 3 werden soll. Die Kommandozeilenvariante lässt sich jetzt schon kostenlos installieren.

Der Preis für den Einmalkauf von Marked (aktuell circa 63 € via Paddle) mag hoch erscheinen, ich habe die Zahlung aber auch als nachträgliche Entlohnung für die vielen Tools begriffen, welche ich über Jahre kostenlos oder zum Spottpreis nutzen konnte.
+7
ronny332
ronny33225.05.26 01:10
Hm, Markdown Import ist doch heute fast egal geworden? Ein Online Editor, dem man die Zwischenablage voll mit einer Markierung auf einem Text Editor gibt, erzeugt eigenes "Markdown". Funktioniert z.B. in Wordpress.
Ansonsten nutze ich sowieso täglich Openweb-UI. Das wandelt auch alles eingefügte Copy/Paste direkt in Markdown um. Das gleiche funktioniert auch im Eingabe Feld der Nextcloud Notizen. Deshalb bin ich ziemlich sicher, dass das irgendeine JS Lib ist, die das automatisch kann (schreibt ja nicht jeder immer alles neu).

Ansonsten ist Markdown so simple (deutlich einfacher als HTML, was wo einfach ist), das schreibt man doch einfach so runter .
-1

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