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Mac Pro 2,66 GHz mit X1900 XT im Test

Was hält der neue Profi-Mac?



Etwa einen Monat dauert die Wartezeit, bis am heutigen Morgen TNT endlich an der Tür klingelte. "Ganz schön schwer", kommentierte der Mann die Lieferung; und in der Tat, der Mac Pro ist gewaltig schwer. Im Vergleich zum Power Mac G5 hat der Mac Pro gefühlsmäßig einige Kilogramm zugenommen.



Das Innenleben der Packung ist unspektakulär. Mac Pro, Styropor, darüber Tastatur, Handbuch und Mighty Mouse. Wie das Fenster "Über diesen Mac" zeigt, ist das Gerät mit 2,66 GHz, 2 GB RAM und einer ATI X1900 XT als Grafikkarte ausgerüstet. Das Öffnen der Klappe ermöglicht wie schon beim Power Mac G5 den Blick ins Innere des Rechners. Sofern man sich für die schnelle Grafikkarte entscheidet, ist zwar ein Kabel zu sehen, ansonsten haben die Ingenieure alles wunderbar ordentlich verstaut und im Gegensatz zum PowerMac G5 noch mehr verdeckt.

Erste Eindrücke

Sehr neugierig war ich auf den ersten Start des Mac Pro. Viele Anwender berichteten davon, dass er deutlich leiser als der Power Mac ist. Als Nutzer eines Power Mac G5 der ersten Generation, lag meine Hoffnung darauf, endlich ein wirklich leises Gerät zu haben.
Eine erste Schrecksekunde, als alle Lüfter beim Start anlaufen, dann ist der Mac Pro zum Glück ruhig. Wahrlich beeindruckend ruhig. Der Lüfter säuselt leise im Hintergrund, lediglich die Festplattenaktivität lässt sich deutlich hören. Auch wenn der Mac Pro ausgelastet wird, ist keine Zunahme der Lautstärke zu vernehmen. Dies war beim G5 leider drastisch anders; bei wärmeren Zimmertemperaturen veranstaltete der Power Mac ein beispielloses Lüfterspektakel. Ein nettes Experiment war immer, dass der erste Power Mac G5 ein Blatt Papier an der Front festhalten konnte, wenn er ausgelastet wurde ...



Systemleistung

Mehr oder weniger aussagekräftige Benchmarktests gab es inzwischen zur Genüge, daher verzichte ich auf den Zahlenvergleich. Dass ein drei Jahre alter Power Mac natürlich schon alleine auf Grund des Alters keine Konkurrenz mehr für ein mit 4 statt einem Prozessorkern ausgestatteten Gerät ist, versteht sich von selber.
Wie bei allen Intel-Macs startet der Mac Pro ausgesprochen schnell und ist nach einer halben Minute betriebsbereit. Auch Programmstarts gestalteten sich sehr zügig.

Grafikleistung

Sehr neugierig wird zuerst einmal World of Warcraft gestartet, da ich zum Einen sehr auf die Prozessorauslastung, zum Anderen auf die Spielperformance gespannt bin. Da keine Multiprozessoroptimierung vorliegt, genehmigt sich WoW ca. 90 \% Prozessorleistung (von höchstens 400 \%). Bei maximalen Einstellungen werden in Ironforge konstant 60 und mehr FPS erreicht, beim G5 mit Radeon 9800 Pro waren es häufig nur 2-3, sodass Sichtweite und Details deutlich nach unten korrigiert werden mussten. Die Lautstärke der Grafikkarte steigt dabei geringfügig an, bleibt aber dennoch recht leise.

Verarbeitung
Die Verarbeitung des Mac Pro macht einen ausgezeichneten Eindruck, teilweise sogar noch besser als die des Power Macs. Dies fällt vor allem beim Ausfahren der Laufwerksschublade auf, die beim Power Mac etwas klapprig war, beim Mac Pro aber butterweich und ohne Scheppern ein- und ausfährt. Der innere Bereich ist ebenfalls sauber und passgenau verarbeitet, ein Mysterium bleibt aber die Herkunft der Schraube, die mir beim ersten Öffnen entgegenpurzelte. Eventuell handelt es sich um die Feststellschraube zur Befestigung des zweiten DVD-Laufwerkes.

Wärmeentwicklung
Obwohl der Power Mac nur einen Prozessorkern hat, der Mac Pro derer vier, liegt die Wärmeentwicklung des Mac Pro signifikant unter der des Power Macs. Fönt der Power Mac unentwegt heiße Luft ins Zimmer, sobald er arbeiten muss, entsteigt dem Mac Pro ein eher eine laue Brise. Wie sich das Wärmeverhalten im Hochsommer verhält, kann schlecht abgeschätzt werden, der Power Mac G5 wurde aber bei Zimmertemperaturen von über 30 Grad derart laut, dass man sich Sorgen machen musste, ob die Kühlung noch gewährleistet ist. Neben den kühleren Xeon-Prozessoren ist nun wohl auch das Kühlkonzept ein ganzes Stück besser.

Anmerkungen nach einem Tag im Einsatz

Nach einem Tag im Einsatz stellt sie die Anschaffung des Mac Pro als hervorragender Kauf dar. Vor allem die unglaublich leise Betriebslautstärke ist wirklich beeindruckend. Nachdem G5 und Mac Pro nebeneinander liefen und der G5 dann deaktiviert wurde, war Ruhe im Raum, nur ein leises Säuseln wahrzunehmen. Auch die Bestückung mit der leistungsfähigen Grafikkarte, deren Lüftergröße einiges ahnen lässt, erhöht die Geräuschemission nur geringfügig.
Auch die Rechenleistung stellt sich als enorm dar. Handbrake konvertiert DVDs in 20 bis 25-facher Geschwindigkeit als beim Single-G5, lediglich QuickTime, in diesem Bereich nachvollziehbar mit eher schlechten Ruf, weiß nicht so recht, was sie mit mehr als einem Prozessor machen soll und exportiert nur mit einer Gesamtauslastung von 25 \%. Das liegt zwar noch immer deutlich über den Möglichkeiten eines älteren Gerätes, wäre aber durchaus steigerungsfähig. Der Traum, ein neu entwickeltes QuickTime zu erhalten ist aber wohl ebenso utopisch wie die Wunschvorstellung eines neuen Finders ...