Live mithören: Wie sich AirPods zum Spionieren missbrauchen lassen

Seit iOS 12 verfügen iPhone, iPad und iPod touch über die Funktion "Live-Mithören". Wird diese aktiviert, arbeiten die Geräte wie Mikrofone und senden aufgenommene Geräusche und Töne an gekoppelte AirPods. Was nützlich klingt und natürlich auch praktisch sein kann, lässt sich allerdings auch zum Ausspionieren von Familienmitgliedern oder Freunden nutzen.


Hilfestellung für Hörbehinderte
Eigentlich soll "Live-Mithören" (englisch: "Live Listen") eine Hilfestellung für Hörbehinderte sein, vor allem in lauten Umgebungen. Nach dem Aktivieren der Funktion platziert man hierzu das iPhone in der Nähe der Person, die man besser hören und verstehen möchte. Das Smartphone überträgt dann dessen Worte an die AirPods. Das Ganze funktioniert, da die In-Ear-Hörer über Bluetooth mit dem iPhone verbunden sind, über Entfernungen von bis zu 15 Metern.


Alle Geräusche werden übertragen
Genau das ermöglicht allerdings auch die Nutzung von "Live-Mithören" zu Spionagezwecken. Platziert man nämlich das iPhone beispielsweise in einem anderen Raum, werden alle Geräusche, also auch jedes Gespräch, von dort an die AirPods übertragen. Das kann völlig legal sein, etwa wenn man "Live-Mithören" als "Babyphone" einsetzt. Es kann aber auch natürlich auch den Straftatbestand des illegalen Abhörens erfüllen.

Auch mit Apple Watch möglich
Das Ganze funktioniert nicht nur mit iPhone, iPad und iPod touch, sondern auch mit der Apple Watch. Da sich diese erheblich besser unauffällig irgendwo platzieren lässt, wird sie einem möglichen Abhöropfer noch weniger auffallen als ein herumliegendes iPhone.

Besondere Gefahr im Unternehmensumfeld
Eine besondere Gefahr dürfte "Live-Mithören" im Unternehmensumfeld darstellen, da es möglicherweise zum Abhören von Arbeitskollegen oder gar zum Ausspähen von Geschäftsgeheimnissen eingesetzt werden könnte.

Kommentare

*web*wusel*14.01.19 13:50
Warum muss bei so einer positiven Funktion wieder mal über den negativen Aspekt berichtet werden? Das Erinnert mich an die Zeiten als alle böse über Kameras im iPhone abgegangen sind. Damit kann man auch jede Menge Daten abgreifen. Nur das interessiert keinen mehr heute. 99 Prozent der Menschen würden nicht mal auf die Idee kommen, dass die Airpods so genutzt werden können.
+2
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck14.01.19 13:59
*web*wusel*
Nun, in den 60ern machte man sich auch kaum Gedanken um Datenschutz oder IT-Sicherheit – auch bei positiven Entwicklungen gilt es immer, die Missbrauchsmöglichkeiten im Auge zu behalten.
+5
darkov
darkov14.01.19 14:01
Was bedeutet „Für die aktuelle Route nicht verfügbar „ ? 🧐
-4
pcbastler14.01.19 14:01
Mendel Kucharzeck
auch bei positiven Entwicklungen gilt es immer, die Missbrauchsmöglichkeiten im Auge zu behalten.

Das ist richtig, aber es rechtfertigt keine "Berichterstattung", die bis ins Detail dazu anleitet, wie man die Entwicklungen missbrauchen kann, so wie es heute üblich ist.
+2
Chriz_L
Chriz_L14.01.19 14:03
Echt jetzt? Deswegen Aufregung?
Weil ja ein iPhone / X-beliebiges Handy ohne AirPods niemals einfach eine Babyphone-App verwenden oder gar einfach einen Anruf starten könnte und damit mithören kann. Mir wäre ein iPhone dafür zu schade falls es doch entdeckt werden würde billiges Android ist viel gefährlicher als teures iPhone mit AirPods
+8
wazi14.01.19 14:03
Jetzt muss mir nur noch jemand erklären, wie ich das mit der Apple Watch anstellen kann. Das wär nämlich dann als Babyphone durchaus praktisch. Ich find aber auf der Watch keinerlei Option dafür?!
+1
elBohu
elBohu14.01.19 14:28
Ich würde ein iPhone nicht als Babyphone benutzen. Wäre echt blöd, wenn dann jemand anruft oder Mails eingehen und das Teil Krach macht oder brummt. Dann kann allerdings auf meinen Airpods (hab keine!) hören, wie das Kind schreit...
Und zum spionieren legen ich mein iPhone auch nicht in den Raum. Ich glaube man kann auch dinge konstruieren.
wyrd bið ful aræd
+1
Joe12
Joe1214.01.19 14:38
Um mit einem iPhone jemanden abzuhören kann man doch auch einfach die Sprachmemo App nehmen da hätte man dann direkt eine Aufzeichnung machen, das wäre doch viel komfortabler als permanent mit den AirPods mit hören zu müssen.
+8
PaulMuadDib14.01.19 15:18
Naja, bei der Reichweite kann ich auch ganz ohne AirPods mithören.
+4
Sideshow Bob
Sideshow Bob14.01.19 15:23
ich denke die Diskussion ist sinnvoll, weil sie ein Bewusstsein schafft für die Möglichkeiten. Es ist so leicht geworden Gespräche mitzuhören oder aufzuzeichnen dass sich denke ich viele gar nicht darüber im Klaren sind dass das oftmals illegal ist, vor allem im Unternehmenskontext.

Mit "Mein iPhone finden" kann man ja zum Beispiel auch den Standort des Partners verfolgen - so geschehen in einem Trennungsfall in meinem Freundeskreis...
+5
AMThie
AMThie14.01.19 15:58
darkov

Das frag ich mich auch schon seit der Beta Version.
+2
Legoman
Legoman14.01.19 15:59
PaulMuadDib
Naja, bei der Reichweite kann ich auch ganz ohne AirPods mithören.
Durch Wände hindurch? Superman?
+2
aquacosxx
aquacosxx14.01.19 16:25
PaulMuadDib
Naja, bei der Reichweite kann ich auch ganz ohne AirPods mithören.

sehe ich genauso.
+2
becreart
becreart14.01.19 16:37
elBohu

Do Not Disturb 😉
0
xcomma14.01.19 17:28
Joe12
Sprachmemo
So ist es.
Im übrigen kommt diese Nachricht ungefähr... 10 Jahre zu spät, sofern wir uns nur auf das iPhone beziehen.

  • Im Büroumfeld lässt sich jedes (i.d.R.) Notebook mit Mikrofon für genau denselben "Zweck" verwenden.
  • Schon beim iPhone der ersten Generation klappte es. Voraussetzung: jailbreak + es musste sich im gleichen Netzwerk befinden wie die quasi "Command+Control" Einheit.
  • Und zu guter Letzt: dürfte es mit Android Telefonen erst Recht möglich sein aufgrund des generell offeneren Systems als iOS eines ist.

Diese Hysterie in letzter Zeit ist unglaublich. Wie auch der lächerliche "Hack-Angriff auf unsere Demokratie". Glaube Merkel hat doch mehr visionäres von sich gegeben als man denkt: Neuland. Wohin man schaut.
0
Geegah14.01.19 19:38
Nicht zu vergessen jeder netzwerkfähige Telefonapparat, wenn man ihn vorher entsprechend präpariert. Und das ist im Büroumfeld inklusive Besprechungsraum definitiv das unauffälligste Gerät, das es für diesen Zweck gibt 🙈
+2
macfori15.01.19 06:18
Achtung Sicherheitslücke im Babyphone.
Platziert man ein Babyphone innerhalb der Funkreichweite, kann man jeden beliebigen Ort abhören. Experten haben festgestellt, dass sich die Übertragungsmöglichkeiten auch für Lauschangriffe einsetzen lassen, da Babyphones nicht auf die Stimmen von Säuglingen oder Kindern beschränkt sind.
0
PaulMuadDib15.01.19 08:10
Legoman
Durch Wände hindurch? Superman?
Die sind kein Hindernis, wenn ich das will. Außer, man lebt in einem Bunker vielleicht.
+2

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